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Justizvollzug Flucht eines Gefangenen aus der Untersuchungshaftanstalt

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Justizbehörde leitet Sofortmaßnahmen ein: Teilräumung des B-Flügels und verstärkte Kontrollgänge

Ein 25-jähriger Gefangener ist in der Nacht vom 19. Juli auf den 20. Juli 2013 gegen Mitternacht aus der Untersuchungshaftanstalt geflüchtet.

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Flucht eines Gefangenen aus der Untersuchungshaftanstalt

Der knapp 1,70 m große 25-jährige Untersuchungsgefangene Thomas S. befand sich seit dem 1.7.2013 zum wiederholten Mal  in Haft. Ihm wird Einbruchsdiebstahl und schwere sexuelle Nötigung vorgeworfen.

Am 20.7 2013 um 0:45 Uhr stellte ein Mitarbeiter der Anstalt bei seinem Kontrollgang im Hof 1, welcher zur Holstenglacis liegt, fest, dass aus dem Haftraum, 3. Stock des B-Flügels ein Bettlaken aus dem Fenster heraus hing.

Er meldete diesen Umstand unverzüglich dem wachhabenden Justizvollzugsbeamten, der sofort den Haftraum überprüfen ließ. Die kontrollierenden Bediensteten stellten fest, dass der dort untergebrachte Gefangene S. sich nicht mehr in seinem Haftraum befand, sondern offenbar durch das vergitterte Fenster geflüchtet war.

Eine unmittelbare Überprüfung innerhalb und außerhalb der Anstalt  ergab, dass der Gefangene den Anstaltsbereich und die unmittelbare Umgebung bereits verlassen hatte. Daraufhin wurde um 0:55 die Polizei alarmiert, welche die vor der Anstalt bemerkten Blutspuren, die offenbar von dem Flüchtigen stammten, bis zur U-Bahnstation Gänsemarkt verfolgten.

Eine weitere Fahndung durch die Polizei erfolgte. Die Polizei nahm den Hafttraum und die unmittelbare Umgebung in Augenschein.

Parallel dazu ließ die UHA die umliegenden Hafträume auf vollständige Belegung überprüfen und ordnete ständige Kontrollgänge in Doppelstreife auf dem Hof 1 an.

Nach bisherigen Erkenntnissen hat der Gefangene mittels Besenstiel, Tischbein und Tafelbesteck den Fensterrahmen und das nebenliegende Mauerwerk so beschädigt, dass er sich aus der so entstandenen sehr engen und kleinen Öffnung  zwängen und sich mit seiner Bettwäsche abseilen konnte.

Über den Hof, durch eine Öffnung des inneren Ordnungszauns, dann hoch auf den Teil der Mauer, der mit einem Scanner (Bewegungsmelder) gesichert ist und über eine Zwischenmauer beim Besuchszentrum, dort durch den S-Draht gelangte er dann offensichtlich mit einem Sprung auf die Straße, wobei er sich offenbar stark blutende Verletzungen zugezogen hat. Mutmaßlich nutzte der Gefangene ein an der Mauer installiertes Kabel, um die Mauerkrone zu erklimmen.  

Die Vorbereitungshandlungen (Entfernung des Mauerwerks) haben mit Sicherheit Lärm verursacht, der von den Bediensteten nicht wahrgenommen worden war. Offensichtlich hat der Gefangene die Zeit des Dom-Feuerwerks von ca. 22:30 Uhr bis ca. 22:50 Uhr, das wie immer von lauten Beifallsbekundungen mehrerer Insassen begleitet wurde, und die damit einhergehende Geräuschkulisse genutzt.

Der zuständige Bedienstete in der Sicherheitszentrale hat eine akustische und optische Alarmauslösung für Hof 1  in der Zeit zwischen 0 Uhr und 0:45 Uhr auf dem  PC-Display  wahrgenommen, sofort  auf den entsprechenden Monitor gesehen und mit dem Joy-Stick der Kamera den Hof abgesucht. Da er keine Person wahrgenommen hat, ging er von einem unerwünschten Alarm (z. B. verursacht  durch ein Tier) aus.

Der für die Streifen in den Höfen 1 und 2 eingesetzte Mitarbeiter der Fa. WEKO (Sicherheitsdienst) hat keine Besonderheiten wahrgenommen.

Der Haftraum war zuletzt am Donnerstag, den 18.7.2013 revidiert worden, ohne dass Auffälligkeiten bemerkt wurden. Der Haftraum befindet sich auf der  Straßenseite des B-Flügels.

In dem Bereich des Hofes 1 werden derzeit Baumaßnahmen durchgeführt: Die Außensicherung wird erneuert. Die Maßnahmen in diesem Bereich sollen bis Ende September 2013 abgeschlossen sein

Justizsenatorin Schiedek wurde in den Morgenstunden über die Flucht informiert und machte sich gemeinsam mit dem Amtsleiter des Strafvollzugsamtes und der Leitung der UHA ein Bild vor Ort.

Darauf ordnete Frau Senatorin Schiedek noch am Morgen folgende Maßnahmen an:

  • Alle Gefangenen des B-Flügels, die zur Seite Hof 1 untergebracht sind, wurden bis auf weiteres in das übrige Haus verlegt.
  • Der Hof wird bis zur Fertigstellung der Außensicherung rund um die Uhr dauerhaft bestreift. (Bisher sind  der Mitarbeiter der Sicherheitsfirma tagsüber und nachts in unregelmäßigen Abständen, die AVD-Bediensteten des Nachtdienstes im Rahmen ihrer stündlichen Kontrollgänge über die Hof 1 gegangen).
  • Die übrigen zum Hof 1 gelegenen Hafträume V-Flügel sind schon auf Grund der neueren Bausubstanz stärker gesichert. Sie werden trotzdem ab sofort einer täglichen Gitterkontrolle unterzogen.
  • Die derzeit mit einem Scanner versehene  Mauerkronensicherung wird durch  S-Draht ergänzt. Weitere Maßnahmen werden geprüft.

Die sofort eingeleitete polizeiliche Fahndung läuft, ist aber bisher ergebnislos geblieben.

 

Kontakt:

Tim Angerer
Behörde für Justiz und Gleichstellung, Pressestelle
Tel. 040 42843 3143
Mobil: 0172 4327953, Fax: 040 427943 258
E-Mail: pressestelle@justiz.hamburg.de

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Danke für Ihr Interesse!

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