Kanutour durch Wilhelmsburg Paddeln auf der größten Elbinsel

Von Norder- und Süderelbe umschlossen und von zahlreichen Kanälen durchzogen ist Wilhelmsburg mit 35 Quadratkilometern die größte Binneninsel Europas. Das Paddelrevier ist von einer interessanten Mischung zwischen grüner Idylle und Industrie gekennzeichnet. Der Rundkurs führt zudem durch das landschaftlich und architektonisch reizvolle Gelände der Internationalen Bauaustellung (IBA) und der Internationalen Gartenschau (IGS). 

Kanutour durch Wilhelmsburg

Dauer: ca. 3 Stunden
Hinweis: Wer den Rundkurs fährt, sollte sich beim Verleih für ein Kanu entscheiden. Die Strecke führt unter anderem durch einen niedrigen Tunnel, der mit einem Schwan Tretboot aufgrund der Höhe nicht zu passieren wäre. Außerdem müssen Kanufahrer an zwei Stellen aussteigen und das Kanu jeweils an einer Schleuse vorbei bzw. über eine Straße tragen. 

Starten Sie Ihre Kanutour an jedem beliebigen Punkt der eingezeichneten Route.
Unsere Beschreibung beginnt am Ernst-August-Kanal, Vogelhüttendeich 123, an der Bootsvermietung "Zum Anleger".

Die Kanutour im Video erleben

Assmannkanal

Der Ernst-August-Kanal und der Assmannkanal sind ehemalige Industriekanäle. Bei einer Breite von rund 30 Metern ist der Assmannkanal auch für Ruderer eine tolle Strecke. So überrascht es nicht, dass der Wilhelmsburger Ruder-Club von 1895 e.V. hier sein Zuhause gefunden hat. Schrebergärten, aus denen Ruderboote und Kanus ins Wasser gelassen werden, säumen den Kanal auf beiden Seiten. Einige mehrstöckige Wohnhäuser sind hinter den Gartenanlagen zu sehen. Der Assmannkanal geht in die etwas schmalere Rathauswettern über. Während Angler ihre Ruten auswerfen und Spaziergänger ihrer Wege gehen, erhebt sich hoch über der Rathauswettern die stark befahrene B4, die parallel zum Kanal verläuft. Die Rathauswettern öffnet sich nach einer Weile zum Bürgerhaus-See. Von hier aus sieht man den Klinkerbau des Kundenzentrums Wilhelmsburg und rechts das Bürgerhaus Wilhelmsburg, das durch seine blauen Fenster auffällt. 

Am Inselpark

Gleich links erblickt der Kanufahrer eine Fußgängerbrücke. Hier beginnt das weitläufige und abwechslungsreiche Gelände der Internationalen Bauaustellung und der Internationalen Gartenschau. Der Tunnel unter der Wilhelmsburger Reichsstraße ist kunstvoll mit einem Sternenhimmel ausgemalt und wirkt wie ein Eingangstor zum Inselpark. Durch gerade Kanäle nahezu im Zickzack paddelt der Kanufahrer nun durch den Inselpark. Spektakuläre Neubauten wie das farbenfrohe Gebäude der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU), die Smart Material Houses, das Soft House oder der Woodcube geben Einblicke in nachhaltiges Wohnen der Zukunft. Das Wälderhaus, dessen Fassade komplett aus Holz besteht, widmet sich nicht nur äußerlich dem Wald, sondern beherbergt auch eine Ausstellung, die sich mit der Beziehung zwischen Wald, Stadt und ihren Bewohnern auseinandersetzt. Wer hier Rast einlegt, kann auch durch den schönen Rhododendrongarten streifen.

Links an weißen Terrassen und der Inselparkhalle mit ihrer Schwimmhalle vorbei, paddelt man rechts an den WaterHouses entlang. Die auf Pfählen in einem Wasserbecken errichteten WaterHouses wurden von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen e.V. mit dem DGNB-Zertifikat in Gold ausgezeichnet. Hinter den WaterHouses verengt sich der Kanal zu einer Schleuse. An dieser Stelle muss man das Kanu aus dem Wasser hieven und erneut hinter der Schleuse zu Wasser lassen. 

Weitere Tipps

Zum Kuckucksteich

Hier nimmt der Wasserpflanzen-Bewuchs stark zu. Zudem wächst an den Ufern ein Fülle an wilden Blumen, Gräsern und Bäumen. Unter modernen Stahlbrücken hindurch paddelt der Kanufahrer langsam auf den Kuckucksteich zu. Dieser ist mit Ausnahme einer kleine Schneise fast komplett mit gelben Teichrosen zugewachsen und gerade zur Blütezeit im Sommer eine wahre Augenweide. Hier lohnt es sich zu verweilen. Am Steg des Cafés Willi Villa können Kanufahrer festmachen und bei Kaffee, Kuchen, Eis und kalten Getränken die wohl verdiente Pause genießen. Die Willi Villa ist auch ein idealer Ausgangspunkt, um einen Teil der prachtvollen Gärten der IGS zu erkunden. Unweit laden der Rosenboulevard und der Heimatgarten, der von Bürgern aus Wilhelmsburg gepflegt wird, zum spazieren ein. Die Willi Villa betreibt übrigens auch einen Kanuverleih, so dass der Rundkurs alternativ auch von hier aus gestartet werden kann.

Zum Kükenbrack

Hinter dem Kuckucksteich und bis zum Bürgerhaus Wilhelmsburg (rückseitig) folgt eine fast urwaldartige Kanustrecke. Vom Kuckucksteich gelangt man über einen winzigen, niedrigen Tunnel in einen schmalen Kanal der zum Mahlbusen und Kükenbrack führt, zwei von Wald umgebene Teiche, an denen zahlreiche Enten und Gänse brüten. Besonders hier wähnt sich der Paddler mitten in der Natur abseits der Großstadt. Erst auf dem letzten schnurgeraden Abschnitt, der direkt an die große Mengstraße stößt, verändert sich diese Atmosphäre. Links ist plötzlich das weiße Gebäude des ehemaligen Wasserwerks zu sehen. Wenn der Kanufahrer etwas weiter links Treppenstufen und die bunten Blumenschiffe des Inselparks erblickt, ist es Zeit, das Kanu aus dem Wasser zu ziehen. Diejenigen, die den Rundkurs durch Wilhelmsburg paddeln möchten, müssen das Kanu über die Mengstraße tragen, um es im Bürgerhaus-See wieder einzusetzen. Von hier aus geht es über die Rathauswettern und den Assmannkanal erneut zum Ausgangspunkt im Ernst-August-Kanal. Wer das Kanu nicht über die Straße tragen möchte, kann die Strecke auch wieder zurückpaddeln. 

Längere Alternativrouten

Wer noch mehr von der besonderen Mischung aus Industrie-Charme und grünem Idyll erleben möchte, kann vor oder nach dem Rundkurs noch einen Abstecher in den Jaffe-Davids-Kanal unternehmen. Dieser zweigt vom Ernst-August-Kanal, muss als "Sackgasse" aber wieder zurückgepaddelt werden. 

Karte

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