Katastrophenschutz Krankenhausübungen – Proben für den Ernstfall

Regelmäßige Übungen der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz mit den Hamburger Krankenhäusern

Katastrophenschutz: Krankenhausübungen – Proben für den Ernstfall

Zuführung der Verletzten Zuführung der Verletzten
Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) übt seit 2003 mit den Hamburger Krankenhäusern der Not- und Unfallversorgung regelmäßig große Schadensereignisse, um sie auf den – hoffentlich nie eintreffenden – Ernstfall vorzubereiten. Ziel ist die regelmäßige Schulung und Erprobung der organisatorischen und medizinischen Strukturen eines Krankenhauses bei besonderen Ereignissen. Diese können ein Massenanfall von Verletzten (MANV), die Evakuierung eines Krankenhauses, der Umgang mit dem Ausfall von Strom oder Wasser etc. sein. Alle Hamburger Krankenhäuser haben sich auf derartige Situationen vorbereitet und ihre Vorkehrungen in sogenannten Krankenhausalarmplänen aufgeschrieben. Diese Pläne liegen der BGV vor und sollen bei den Übungen unter möglichst realistischen Bedingung umgesetzt werden. Die Übungen finden in der Regel unangekündigt statt.

Ein Übungsschwerpunkt der BGV ist der MANV mit 50 und mehr Verletzten. In Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen und der Hamburger Feuerwehr werden dem Krankenhaus realistisch geschminkte „Verletzte“ gebracht. Geübt werden sollen dabei insbesondere die organisatorischen und medizinischen Strukturen des Krankenhauses, sich innerhalb kürzester Zeit auf dieses Ereignis vorzubereiten und auch unter schwierigen Umständen alle Ressourcen bestmöglich zu nutzen. Hierzu gehören zum Beispiel die Alarmierung von zusätzlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, der Aufbau von besonderen Bereichen zur Sichtung / Kategorisierung der Patientinnen und Patienten nach der Schwere der Verletzungen sowie die schnellstmögliche medizinische Weiterversorgung der lebensbedrohlichen Verletzen. Im Fokus stehen auch die korrekte Registrierung der Patientinnen und Patienten, um auf Nachfragen vorbereitet zu sein, die Betreuung der Angehörigen und der Umgang mit den Medien, die sich informieren möchten.

Das „Drehbuch“ für eine Übung wird lange vor Übungsbeginn geschrieben. Zunächst werden die Übungsart und dann das Übungsziel festgelegt. Darauf aufbauend wird ein Szenario entworfen und möglichst jeder Ablauf und jedes Detail vorgeplant. So können die erwarteten Maßnahmen bei der Übung mit den dann tatsächlich beobachteten Abläufen verglichen werden. Alle in die Übung mit einbezogenen Bereiche des Krankenhauses werden durch fachlich versierte Beobachterinnen und Beobachter begleitet und bewertet. Die Berichte werden anschließend von der BGV ausgewertet und in einem persönlichen Gespräch mit den Verantwortlichen des Krankenhauses besprochen. Ziel des Gespräches ist es aufzuzeigen, was gut funktioniert hat, an welchen Stellen es noch Lücken in der Alarmplanung gibt und welche Prozesse gegebenenfalls verbessert werden können.

Über die Jahre hat sich daraus ein Übungskonzept entwickelt, das es vergleichbar nur in wenigen anderen deutschen Städten gibt.

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