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Klimaentwicklung weltweit Wie entwickelt sich der globale Klimawandel?

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Weltweit ist die Durchschnittstemperatur seit Beginn der Industrialisierung bereits um mehr als 1°C angestiegen. Der Temperaturanstieg beruht nahezu vollständig auf den von Menschen verursachten Treibhausgasemissionen. Der zugrundeliegende Anstieg der Konzentration verschiedener Treibhausgase, insbesondere von CO2, ist vorwiegend auf die Nutzung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Öl und Erdgas zurückzuführen.

Eisberg

Wie entwickelt sich der globale Klimawandel?

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel werden im Auftrag des Weltklimarats (Intergovernmental Panel on Climate Change - IPCC) von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern weltweit zusammengetragen. Anhand anerkannter Veröffentlichungen bewertet der Weltklimarat den jeweils neuesten Kenntnisstand zum Klimawandel, bietet Grundlagen für wissenschaftsbasierte Entscheidungen der Politik und zeigt unterschiedliche Handlungsoptionen und deren Implikationen auf. Der Hamburger Exzellenzcluster „Klima, Klimawandel, und Gesellschaft“ (CLICCS) wiederum untersucht im Hamburg Climate Futures Outlook 2023  systematisch mögliche und plausible, also realistischerweise zu erwartende, Klimazukünfte. Die Temperatur an der Erdoberfläche und in der unteren Atmosphäre steigt an, Ozeane erwärmen sich, Gletscher schmelzen, Permafrostböden tauen auf, die Eisschilde in der Antarktis und auf Grönland schrumpfen und der Meeresspiegel steigt weiter an. Im Zusammenhang mit der Erwärmung verändern sich mit regionalen Unterschieden ebenfalls die Niederschläge und die Wetterextreme nehmen zu. Im Hamburg Climate Futures Outlook 2023 werden die Effekte einiger dieser physikalischen Prozesse auf die Lebensbedingungen analysiert und in die Diskussion um potentielle Kipppunkte eingeordnet.

Menschliche Aktivität als Hauptursache
Der 6. Sachstandsbericht des IPCC zeigt, dass die beobachtete Erwärmung seit Mitte des 20. Jahrhunderts und die damit einhergehenden Veränderungen im Klimasystem mit großer Sicherheit hauptsächlich durch menschliche Aktivitäten verursacht werden. Der gegenwärtige Einfluss von natürlichen Faktoren wie Schwankungen der Sonnenaktivität oder Vulkanausbrüche auf die langfristige Erwärmung ist nur gering. Entscheidend ist hingegen die ansteigende Konzentration verschiedener Treibhausgase, insbesondere von CO2, in der Atmosphäre. Sie ist vorwiegend auf die Nutzung fossiler Brennstoffe wie Kohle, Öl oder Erdgas zurückzuführen, die seit der vorindustriellen Zeit stark angestiegen ist. Mittlerweile hat die Treibhausgaskonzentration in der Erdatmosphäre den höchsten Wert seit mindestens 800.000 Jahren erreicht.

Menschliches Handeln hat weiterhin maßgeblichen Einfluss darauf, wie sich Klimazukünfte entwickeln. Damit die die globale Erwärmung abgemildert werden können, sind strukturelle und sozial gerechte gesellschaftliche Transformationen notwendig. Gemäß Hamburg Climate Futures Outlook 2023 haben dabei insbesondere die Bereiche Klimapolitik, Konsumverhalten und Unternehmensstrategien entscheidende Bedeutung.

Globale Erwärmung
Im IPCC-Sonderbericht über die Folgen einer globalen Erwärmung um 1,5 °C aus 2018 werden die neuesten Erkenntnisse zur weltweiten Erwärmung zusammengetragen und die Folgen einer Erwärmung um 1,5 Grad gegenüber vorindustriellem Niveau dargestellt. Dem Bericht zufolge haben menschliche Aktivitäten bisher eine Erwärmung um 1,1 Grad gegenüber vorindustriellem Niveau verursacht. Bei der globalen Erwärmung handelt es sich um die Veränderung der globalen Mitteltemperatur in Bodennähe. Um die gesamte Erwärmung des Klimasystems darzustellen, müssen auch andere Faktoren betrachtet werden. Insbesondere die Ozeane spielen hierbei eine wichtige Rolle. Laut dem in 2019 veröffentlichten IPCC-Sonderbericht über den Ozean und die Kryosphäre in einem sich wandelnden Klima (SROCC) gilt als sicher, dass sich der globale Ozean seit 1970 ungemindert erwärmt hat und mehr als 90 % der zusätzlichen Wärme im Klimasystem aufgenommen hat. Die Erwärmung dringt auch in tiefere Ozeanschichten bis zu 2.000 Meter und wohl auch tiefer. Seit 1993 hat sich die Geschwindigkeit der Ozeanerwärmung zudem wahrscheinlich mehr als verdoppelt.

Die Erwärmung durch die Treibhausgasemissionen seit vorindustrieller Zeit bis heute wird für Jahrhunderte bis Jahrtausende bestehen bleiben und wird weiterhin zusätzliche langfristige Änderungen im Klimasystem bewirken, auch wenn die Emissionen ab sofort auf netto null reduziert würden. Sollte es möglich werden, Treibhausgase in großem Stil aus der Atmosphäre zu entfernen, könnten Intensität und Dauer der Änderungen womöglich verringert werden. Allerdings ist hier eine effektive, nachhaltige und gesellschaftlich akzeptierte Lösung nicht in Sicht, zumal fraglich ist, ob die globale Staatengemeinschaft sich bezüglich Prozess, Finanzierung und Umfang der Maßnahmen einigen könnte.

Im 6. Sachstandbericht des IPCC wird dargestellt, dass das 1,5 °C Ziel des Pariser Weltklimaabkommens deutlich verfehlt werden wird. In allen vom IPCC durchgerechneten Szenarien, auch die sehr optimistischen, mit drastischer weltweiter Reduktion von Treibhausgasemissionen, wird die 1,5 °C Erwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit bereits in den 2030er Jahren überschritten. Selbst ein globales 1,6° C-Ziel wäre nur mit höchsten, weltweiten Anstrengungen erreichbar. Dabei sind 1,5°C keine sichere Grenze, bis zu der die Auswirkungen des Klimawandels noch gut zu bewältigen sind. Insbesondere das Treibhausgas CO2 baut sich sehr langsam in der Atmosphäre ab. Die Aussagen der Klimawissenschaftler*innen stimmen daher überein, dass insbesondere Extremwetterereignisse bis zur Mitte dieses Jahrhunderts häufiger und intensiver eintreten werden. Unabhängig von den Anstrengungen für den Klimaschutz müssen wir uns daher auf diese zunehmend negativen Auswirkungen des Klimawandels einstellen und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels zügig voranbringen.

Meeresspiegelanstieg
Die globale Erwärmung hat bereits dazu geführt, dass die sogenannte Kryosphäre (das Gesamtaufkommen von Eis auf der Erde) weiträumig geschrumpft ist. Die Eisschilde und Gletscher verlieren an Masse, die Schneebedeckung ist rückläufig, die Meereisausdehnung und -dicke in der Arktis nimmt ab und die Permafrosttemperaturen steigen. In der Folge steigt der mittlere globale Meeresspiegel an, aktuell mit 3,6 mm pro Jahr (im Zeitraum 2006–2015), Tendenz steigend. Der Anstieg wird durch die thermische Ausdehnung der Ozeane weiter verstärkt und die Gefahr an den Küsten durch zunehmende Wetterextreme mit Extremwasserständen weiter verschärft. Durch die Aufnahme von mehr CO2 ist die Ozeanoberfläche zudem zunehmend versauert und die Sauerstoffkonzentration sinkt.

Mittlerer globaler Meeresspiegelanstieg Projektionen des mittleren globalen Meeresspiegelanstiegs im 21. Jahrhundert bezogen auf 1986–2005, aus einer Kombination der CMIP5-Modellgruppe und prozessbasierten Modellen, für RCP2.6 und RCP8.5. Der abgeschätzte wahrscheinliche Bereich ist mit einem schattierten Streifen dargestellt. Die abgeschätzten wahrscheinlichen Bereiche für das Mittel im Zeitraum von 2081–2100 für alle RCP-Szenarien werden als farbige vertikale Balken gezeigt, mit dem entsprechenden Medianwert als horizontale Linie. Für weitere technische Details siehe Zusatzmaterial der Technischen Zusammenfassung. {Tabelle 13.5, Abbildungen 13.10 und 13.11; Abbildungen TS.21 und TS.22}. Quelle: IPCC, 2013: Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger. In: Klimaänderung 2013: Naturwissenschaftliche Grundlagen. Beitrag der Arbeitsgruppe I zum Fünften Sachstandsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) [Stocker, T.F., D. Qin, G.-K. Plattner, M. Tignor, S. K. Allen, J. Boschung, A. Nauels, Y. Xia, V. Bex und P.M. Midgley (Hrsg.)]. Cambridge University Press, Cambridge, Großbritannien und New York, NY, USA. Deutsche Übersetzung durch Deutsche IPCC-Koordinierungsstelle, Österreichisches Umweltbundesamt, ProClim, Bonn/Wien/Bern, 2014 https://www.de-ipcc.de/media/content/AR5-WGI_SPM.pdf

Regionale Auswirkungen
Regional gesehen gibt es große Differenzen in der Intensität der Erwärmung und den damit einhergehenden weiteren Auswirkungen. Die Erwärmung in Europa ist stärker als der globale Durchschnitt und lag bereits im Zeitraum 2006-2015 bei 1,5 Grad gegenüber vorindustriellem Niveau. Auch die Veränderungen im Niederschlagsgeschehen sind regional verschieden, weltweit, aber auch innerhalb Europas: Während in Nordost- und Nordwesteuropa seit 1960 Jahresniederschlagszunahmen von bis zu 70 mm pro Dekade verzeichnet wurden, nahmen die Jahresniederschläge in Teilen Südeuropas um bis zu 90 mm pro Dekade ab. Hinzu kommen große Differenzen im Jahresverlauf, mit tendenziell deutlicheren Abnahmen im Sommerhalbjahr.​​​​​​​


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