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Hamburger Klimaplan Höhere CO2 Minderungsziele

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Der Hamburger Senat hatte bereits mit dem Klimaplan von 2015 Ziele für Emissionsminderungen beschlossen.

Hamburger Klimaplan - Leitstelle Klima

Danach sollten die CO2-Emissionen Hamburgs bis 2030 im Vergleich zu 1990 halbiert und bis 2050 um mindestens 80 Prozent gesenkt werden.1 Angesichts der aktuellen Erkenntnisse des Weltklimarats sind diese Ziele im Sinne eines angemessenen Beitrag Hamburgs weiterzuentwickeln. Der Senat orientiert sich dabei an den Zielen der Bundesregierung auf nationaler Ebene, um das 1,5°C-Ziel zu erreichen. Dementsprechend setzt der Senat folgende neue CO2-Minderungsziele für Hamburg fest:

Neue CO₂-Minderungsziele für 2030 und 2050 in Hamburg Tabelle 4: Neue CO₂-Minderungsziele für 2030 und 2050 in Hamburg.

Das hat folgende Konsequenzen: Das vom Senat im Dezember 2015 beschlossene Ziel, bis 2030 die CO2-Emissionen um 50 Prozent im Vergleich zu 1990 zu reduzieren, erfordert eine Einsparung im Vergleich zu 20172 von rd. 6 Mio. t.3 Die Festlegung des neuen CO2-Minderungsziels um 55 Prozent verlangt demgegenüber eine Minderung um rd. 7 Mio. t gegenüber dem Jahr 2017. 2050 müssen die CO2-Emissionen nahezu bei netto Null angekommen sein, um das 1,5 °C-Ziel zu erreichen.

Diese anspruchsvollen Ziele zu erreichen, ist eine gesamtstädtische Aufgabe und für den Senat nur als Gemeinschaftsleistung in einem Prozess mit allen Hamburgerinnen und Hamburgern darstellbar. Die Methodik der Umsetzung der im Anschluss dargestellten Transformationspfade und ihrer Maßnahmen wird im folgenden Abschnitt erläutert.

Die Berechnungen für die CO2-Minderungsziele in den Sektoren und Transformationspfaden, die im Folgenden vorgestellt werden, zeigen die derzeit bereits konkretisierbaren Reduktionen auf. In einigen Bereichen können erst im Verlauf der Umsetzung sowie der weiteren Fortentwicklung belastbare Berechnungen zu den zu erzielenden CO2-Einsparungen angestellt werden. Im Hinblick auf die Langfristigkeit der Maßnahmen sind die Prognosen überdies auch mit Unsicherheiten behaftet. Unter der Voraussetzung, dass auch auf Bundesebene noch weitere Maßnahmen eingeleitet werden und der technische Fortschritt, die Umsetzung von weiteren Forschungsergebnissen sowie die Skalierung von bisher nur projekthaft durchführbaren Vorhaben noch zu einer zusätzlichen Innovationsrendite führen werden, können mit den vorgeschlagenen Maßnahmen die angestrebten Reduktionsziele erreicht werden.

Es ist ein strenges und regelmäßiges Monitoring und Controlling erforderlich, um die Wirksamkeit und den Erfolg der eingeleiteten Maßnahmen fortwährend zu überprüfen und weiter zu entwickeln.

Entscheidende Stellschrauben zur Erreichung des Minderungsziels 2030

Um festzulegen, wie die Minderungsziele erreicht werden können, wurde das Wuppertal Institut 2017 beauftragt, mögliche Szenarien für das 50-Prozent-Ziel aus dem Klimaplan 2015 zu berechnen. Dabei war zu beachten, dass Hamburg als Stadtstaat und Bundesland bei seinen Bestrebungen für den Klimaschutz eingebettet ist in den weiter vorn erläuterten Rahmen, den Bund und Europäische Union setzen. Wesentlichen Einfluss auf die CO2-Emissionen Hamburgs haben u.a. die Regulierungsrahmen im Energie- und Verkehrssektor sowie die bundesweite Energie- und Gebäudepolitik einschließlich damit verbundener Förderprogramme. Auch eventuelle zukünftig zu erwartende Maßnahmen müssen bei den hamburgischen Szenarien berücksichtigt werden.

In dem Szenario 2030 für Hamburg hat das Wuppertal Institut einen Weg aufgezeigt, mit dem die CO2-Reduktion bis 2030 erreicht werden kann.4 Damit Hamburg diese Ziele überhaupt erreichen kann, bedarf es grundlegender Weichenstellungen für den Klimaschutz auch auf Bundesebene. Maßgebliche Bedeutung kommt dabei u.a. dem Ausbaupfad für die erneuerbaren Energien und dem Kohleausstieg zu.

Die größte in Hamburger Zuständigkeit liegende Stellschraube ist der Ausbau und die qualitative Verbesserung der Fernwärmeversorgung mit dem Ziel einer auf mittlere Sicht vollständigen Dekarbonisierung. Bedeutende Eckpfeiler dafür sind das Abschalten und der klimafreundliche Ersatz des Kraftwerks Wedel sowie die klimafreundliche Umrüstung des Kraftwerks Tiefstack. Der Anteil der leitungsgebundenen Wärmeversorgung an der Gesamtversorgung soll bis 2030 auf mind. 35 Prozent ausgebaut werden. Der Anteil erneuerbarer Energien (EE) soll deutlich steigen (vgl. Kapitel 2.2. Transformationspfad Wärmewende).5 Unter Berücksichtigung dieses Zieles wird von einem CO2-Emissionsfaktor im Jahr 2030 von 175 g/kWh ausgegangen.

Stellschrauben zur Erreichung der Hamburger Klimaziele Tabelle 5: Stellschrauben zur Erreichung der Hamburger Klimaziele

Wie weiter oben dargestellt, müssen die CO2-Emissionen bis 2030 bezogen auf 2017 um rd. 7 Mio. t auf 9,3 Mio. t gemindert werden, um das Reduktionsziel von 55 Prozent zu erreichen. Nach aktuellen Berechnungen bleibt unter Berücksichtigung der Potenziale bei Bundesstrommix6 und Fernwärme (Einsparungen durch Energiemix) eine Differenz von etwa 4,1 Mio. t CO2, die durch einen Mix weiterer eigenständiger Hamburger Maßnahmen reduziert werden müssen.

Stellschrauben zur Erreichung der Minderungsziele für Hamburg Tabelle 6: Stellschrauben zur Erreichung der Minderungsziele für Hamburg. Stand Oktober 2019.


1. Diese Minderungsziele genau wie alle folgenden Berechnungen nach Sektoren und Transformationspfade beziehen sich auf die Verursacherbilanz des Statistikamts Nord.
2. aus diesem Jahr liegt die aktuellste Verursacherbilanz vor
3. vgl. Kapitel C 3.1. Verursacherbilanz 2017.

4. Dabei wurden die 2017 formulierten Minderungsbedarfe in den einzelnen Sektoren prozentual auf das 55- Prozent-Ziel übertragen.
5. Die Angaben zur Fernwärmeversorgung basieren auf Annahmen der zuständigen Behörde, Stand Dezember 2017.
6. Ausgehend vom KS95-Szenario des Bundes wurde urspr. ein Ausbaupfad für erneuerbare Energien bis 2030 auf 69 Prozent (Emissionsfaktor Strom 240,1 g /kWh) angenommen; mit Blick auf die Ergebnisse der Koalitionsvereinbarung des Bundes (2018) wurde diese Annahme auf 65 Prozent (entspricht einem Emissionsfaktor Strom von 300 g/kWh) aktualisiert.


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