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Klimadaten und Projektionen für Hamburg Klimareport Hamburg

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Der im September 2021 vom Deutschen Wetterdienst (DWD) veröffentlichte Klimareport für Hamburg zeigt die Entwicklung des Klimawandels für Hamburg von Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 bis heute. Der Klimareport macht zudem den Trend für die Zukunft bis zum Ende des Jahrhunderts deutlich.

Durchschnittstemperatur Hamburg

Klimareport Hamburg

In der Klimaforschung werden Klimaveränderungen in der Regel gegenüber der Referenzperiode von 1961 bis 1990 dargestellt. Die Entwicklung seit 1990 belegt, dass die globale Erwärmung auch in Hamburg bereits angekommen ist. Klimamodelle zeigen, dass dieser Trend sich fortsetzt.

Die Gebietsmittelwerte aus dem Messnetz des Deutschen Wetterdienstes liefern verlässliche Messdaten, woraus die klimatischen Veränderungen in Hamburg abgeleitet werden können. Die Messungen in Hamburg spiegeln die globale Erwärmung deutlich wider. Bei allen relevanten Temperatur-Indikatoren ist der Temperaturanstieg klar erkennbar, wie die unten stehende Tabelle zusammenfasst.

Indikator

Mittelwert 1961-1990

Mittelwert 1991-2020

Durchschnittliche Jahrestemperatur

8,8 °C

9,8 °C

Anzahl Sommertage im Jahr
(Höchsttemperatur 25°C oder höher)

21,2 Tage

31,6 Tage

Anzahl Heiße Tage im Jahr
(Höchsttemperatur 30°C oder höher)

3,1 Tage

6,6 Tage

Anzahl Tropische Nächte im Jahr
(Tiefsttemperatur 20°C oder höher)

0,18 Tage

0,55 Tage

Anzahl Frosttage im Jahr
(Tiefsttemperatur unter 0°C)

70 Tage

62 Tage

Anzahl Eistage im Jahr
(Höchsttemperatur unter 0°C)

20,5

13,4

Datenquelle: Deutscher Wetterdienst - Gebietsmittelwerte für Hamburg

Sommertage, Heiße Tage und Tropische Nächte
Viel aussagekräftiger als die durchschnittliche Jahrestemperatur sind die Entwicklungen bei den Sommertagen, Heißen Tagen und Tropischen Nächten. Insbesondere die Heißen Tage und Tropischen Nächte haben einen direkten Einfluss auf die Arbeitsproduktivität, Konzentrationsfähigkeit und die menschliche Gesundheit. Heiße Tage, an denen die Maximaltemperatur über 30°C liegt, kommen inzwischen nicht nur deutlich häufiger vor, sie treten auch schon im Mai und noch im September auf. In der Referenzperiode von 1961-1990 gab es sie nur in den Sommermonaten Juni, Juli und August. Ähnliches ist bei den Sommertagen, Tage an denen die Maximaltemperatur 25°C übersteigt, sichtbar. Ihre Anzahl hat sich um ca. 50% erhöht und sie werden inzwischen auch im Oktober gemessen. 

Durchschnittliche Anzahl der Sommertage in Hamburg im Jahresverlauf Datenquelle: Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center, Messstation Hamburg Fuhlsbüttel

Tropische Nächte gelten als weiterer wichtiger Indikator für die menschliche Gesundheit. Wenn die Temperatur nachts nicht mehr unter 20°C kommt, steigt die Gefahr für hitzebedingte Krankheitsbilder. Dies ist vor allem in der inneren Stadt der Fall, weil die Gebäude und die Straßenbeläge die Wärme vom Tag aufgenommen haben und nur schwer wieder abgeben. Obwohl ihre Zahl insgesamt noch niedrig ist, zwischen 1991 und 2020 gab es insgesamt 17 tropische Nächte, hat sie sich im Vergleich zum Referenzzeitraum verdreifacht.

Frosttage und Eistage
Der Anstieg der Durchschnittstemperatur ist im Winter am größten. Im Zeitraum 1991-2020 lag sie in Hamburg 1,3 °C höher als im Zeitraum 1961-1990. Auch in den Wintermonaten ist die Erwärmung in weiteren Indikatoren sichtbar. Maßgeblich für die Strenge eines Winters ist die Anzahl der Frost- und Eistage. An Frosttagen liegt die Minimaltemperatur unter null °C, während die Temperatur an einem Eistag den ganzen Tag nicht über null °C steigt. Im Vergleich zum Referenzzeitraum 1961-1990 ist die Anzahl der Frosttage um 12% und die Anzahl der Eistage um 35% zurückgegangen. Im Winter 2019-2020 wurde an der DWD-Messstation am Standort Fuhlsbüttel zum ersten Mal kein einziger Eistag gemessen.

Frosttage im Winter Anzahl der Frosttage im Winter, Datenquelle: Deutscher Wetterdienst, Climate Data Center, Messstation Hamburg Fuhlsbüttel.

Niederschlag
Die Entwicklung des Niederschlags zeigt im Vergleich zum Referenzzeitraum ebenfalls Veränderungen. Insgesamt hat die Regenmenge in Hamburg um 23 l/m2 zugenommen. Im Jahresverlauf fällt auf, dass die Zunahme hauptsächlich im Winter sichtbar ist (18,1% Zunahme). Frühling und Herbst sind dagegen trockener geworden (jeweils eine Abnahme um 5,5% und 4,1%). Im Sommer haben die Niederschläge wiederum um 6,4% zugenommen. Hinzu kommt die Entwicklung, dass lokal auftretende Starkregenereignisse zunehmen. Solche Ereignisse sind aber so lokal, dass sie von den Regenschreibern im DWD-Messnetz häufig nicht gemessen werden. Am Himmelfahrtstag 2018, verursachte ein verheerendes Gewitter mit teilweise 70 mm Regen in 4 Stunden beispielsweise massive Schäden im Osten der Stadt. Gleichzeitig verzeichnete die DWD-Messstation am Flughafen lediglich 1,5 mm Regen. Wenn ein Starkregen auf die Messstation trifft, dann wird auch das Ausmaß solcher Ereignisse klar. Am 27. August 2019 ist beispielsweise am Flughafen über die Hälfte des Monatsniederschlags für August in nur einer Stunde runtergekommen. Um Starkregen abzubilden, sind Messungen mittels Radardaten besser geeignet. Diese liegen allerdings noch nicht für eine klimatisch relevante Zeitreihe von 30 Jahren vor, so dass Statistiken noch mit Vorsicht zu betrachten sind. Für Echtzeit-Darstellungen von (Stark)regenereignissen bietet Hamburg-Wasser den Starkregenindex an, mit dem auch Ereignisse aus der Vergangenheit analysiert werden können.

Klimamodelle für die Zukunft
Die zukünftigen Klimaveränderungen werden anhand von Klimamodellberechnungen dargestellt. Als Input für die Modelle wird unter anderem die weitere Entwicklung der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre genommen. Je nach gewähltem Emissionszenario und unter Berücksichtigung von weiteren modellabhängigen Faktoren werden plausible Szenarien für die weiteren Klimaveränderungen berechnet. Die für Hamburg relevanten Veränderungen, die für die Zukunft zu erwarten sind, werden im Klimareport Hamburg ausführlich beschrieben.

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