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Heizungstausch Pflicht zur Einbindung von Erneuerbaren Energien

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Heizen und das Erwärmen von Wasser für den täglichen Bedarf verursachen hohe CO2-Emissionen in Hamburg. Das soll sich ändern. Ab Juli 2021 muss beim Heizungstausch ein Mindestanteil des Wärmeenergiebedarfs aus Erneuerbaren Energien gedeckt werden. Dies sieht das Hamburger Klimaschutzgesetz vor, die Details und Ausnahmeregelungen zu den neuen Anforderungen sind in einer Rechtsverordnung festgelegt. Auf dieser Seite finden Sie Fragen & Antworten zu dieser Nutzungspflicht von Erneuerbaren Energien in der Wärmeversorgung.

FAQ

Hamburger Energielotsen: FAQ

FAQ

Muss ich auf Grund dieser Pflicht etwas unternehmen, auch wenn meine Heizung noch läuft, bzw. wann muss ich mich an diese Vorschriften halten Muss die Pflicht auch eingehalten werden, wenn der Auftrag für den Heizungsaustausch vor dem 30.06.2021 beim Handwerker eingegangen ist Warum werden nur Gebäude erfasst, die vor dem 01.01.2009 errichtet worden sind Welche Pflicht habe ich beim Austausch einer Gasetagenheizung Ist eine Doppelhaushälfte gleichzusetzen mit einer Wohnungsetage, so dass die Pflicht dort nicht gilt
Kann die Erneuerbare Energien-Pflicht auch durch eine PV-Anlage erfüllt werden PV-Anlage zusammen mit einer elektrischen Wärmepumpe – wie wird gerechnet In welcher Weise wird eine KWK-Anlage – BHKW, Brennstoffzelle – auf die Erneuerbare Energien-Pflicht angerechnet Warum muss man bei der Nutzung von Biomethan/Bioöl ab einer Leistung von 50 kW eine KWK-Anlage eingesetzt werden Biomethan, Klimagas, Ökogas – was ist der Unterschied Werden Maßnahmen zur Pflichterfüllung auch finanziell gefördert und wenn ja, von wem Gibt es bei der Nutzung von Geothermie und Umweltwärme, einschließlich Abwärme, durch Wärmepumpen grobe Anhaltspunkte zur Erfüllung der Pflicht – ohne detaillierte Berechnung Bei der Bundesförderung genügt es, beim Einsatz einer Wärmepumpe eine Mindestqualität der Pumpe anhand eines ETA-s-Schwellenwerts nachzuweisen. Wieso muss bei der Pflicht nach § 17 HmbKliSchG die Jahresarbeitszahl bzw. die Jahresheizzahl berechnet werden Erfüllt der Anschluss an das große Hamburger Fernwärmenetz der Wärme Hamburg GmbH die Anforderung des Hamburgischen Klimaschutzgesetzes Der Anschluss an ein Wärmenetz bringt manchmal keine CO2-Einsparung im Vergleich zu Erdgas. Weshalb soll dann ein Wärmenetzanschluss trotzdem sinnvoll sein Was bewirkt die Wärmelieferverordnung auf die mögliche Pflichterfüllung durch Anschluss an ein Wärmenetz Welche Auswirkungen hat die Regelung auf Mieterhöhungen. Und auf die Kostenbelastung der Bürger grundsätzlich Warum wird bei einer Pflichterfüllung durch die Ersatzmaßnahme „baulicher Wärmeschutz“ nicht nur eine analoge 15 % Einsparung verlangt, sondern es werden zusätzlich hohe Mindestanforderungen an U-Werte gestellt In welcher Form können Wärmedämmmaßnahmen, die in früheren Jahren durchgeführt wurden, zur Pflichterfüllung anerkannt werden Kann man auch bei einem denkmalgeschützten Gebäude die Ersatzmaßnahme Wärmedämmung wählen und was muss dabei beachtet werden Kann die Ersatzmaßnahme Quartierslösung auch bei einem vorhandenen Wärmenetz genutzt werden Nachweiserbringung/ Vollzug


Klimaschutzgesetz


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Kapitelübersicht

Muss ich auf Grund dieser Pflicht etwas unternehmen, auch wenn meine Heizung noch läuft, bzw. wann muss ich mich an diese Vorschriften halten?

Die Vorgaben gelten dann, wenn eine Heizungsanlage ersetzt oder neu eingebaut wird. Es gibt mit dem Hamburgischen Klimaschutzgesetz keine Verpflichtung zu einer Änderung an einer bestehenden Heizung, unabhängig davon wie alt diese Anlage ist.
Wird eine neue Heizungsanlage nach dem 30.06.2021 in Betrieb genommen, müssen die Vorschriften zur Erfüllung der Verpflichtung eingehalten werden. Dafür ist innerhalb von 18 Monaten nach Inbetriebnahme der neuen Heizungsanlage ein Nachweis eines/einer Sachverständigen der zuständigen Behörde vorzulegen – dies ist bis auf weiteres die Umweltbehörde (Stand 28.01.2021).

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Muss die Pflicht auch eingehalten werden, wenn der Auftrag für den Heizungsaustausch vor dem 30.06.2021 beim Handwerker eingegangen ist?

Ja. Die Pflicht muss auch eingehalten werden, wenn der Auftrag für den Heizungsaustausch vor dem Stichtag im Gesetz erteilt wurde. Die Pflicht entfällt nur, wenn die neue Heizung bis einschließlich den 30.06.2021 in Betrieb genommen worden ist. An dieser Stelle bietet § 17 des Hamburgischen Klimaschutzgesetzes auch keinerlei Ermessensspielräume.

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Warum werden nur Gebäude erfasst, die vor dem 01.01.2009 errichtet worden sind?

Weil am 01.01.2009 das damalige Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) in Kraft getreten ist und darin bei Neubau von Gebäuden die Nutzung von Erneuerbaren Energien bereits vorgeschrieben wurde. Deshalb musste durch das Hamburgische Klimaschutzgesetz keine entsprechende Regelung getroffen werden. Denn nach EEWärmeG war seit 01.01.2009 für Neubauten ohnehin bereits der Einsatz von mindestens 15 % Erneuerbarer Energien in der Wärmeversorgung verpflichtend.

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Welche Pflicht habe ich beim Austausch einer Gasetagenheizung?

Die Erneuerbare Energien-Pflicht gilt nur bei zentraler Beheizung des Gebäudes. Die Erneuerung einer Etagenheizung kann ohne Verpflichtung zur Nutzung von EE vorgenommen werden. Werden jedoch mehrere Etagenheizungen in einem Gebäude durch eine zentrale Heizungsanlage ersetzt, gilt allerdings die Erneuerbare Energien-Pflicht.

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Ist eine Doppelhaushälfte gleichzusetzen mit einer Wohnungsetage, so dass die Pflicht dort nicht gilt?

Nein, eine Doppelhaushälfte ist einer Etagenwohnung nicht gleich zu setzen. Das ergibt sich daraus, dass eine Doppelhaushälfte nach Hamburgische Bauordnung ein abgeschlossenes Gebäude ist. Das bedeutet, dass beim Austausch der Heizung, die nur eine Hälfte eines Doppelhauses beheizt, die Pflicht gilt, in die Wärmeversorgung 15 % EE einzubinden.

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Kann die Erneuerbare Energien-Pflicht auch durch eine PV-Anlage erfüllt werden?

Nein. Die Errichtung oder Nutzung einer PV-Anlage kann die Erneuerbare Energien-Pflicht nicht erfüllen. Denn die Erneuerbare Energien-Pflicht verlangt eine Minderung des fossilen Wärmebedarfs eines Gebäudes um 15 %. Eine PV-Anlage erzeugt elektrischen Strom und bewirkt deshalb keine Änderung der Deckung des Wärmebedarfs.

Wichtig: Bei der Betrachtung der Fragestellung ist ggfs. begriffliche Klarheit herzustellen –mitunter gibt es hier im Alltag hinsichtlich Solaranlagen eine sprachliche Unschärfe. Mit dem Begriff ‚PV-Anlage‘ sind nicht Solarthermie-Anlagen gemeint. Deren Errichtung und Nutzung kann Teil der Erfüllung der Erneuerbare Energien-Pflicht bei der Wärmeversorgung sein.

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PV-Anlage zusammen mit einer elektrischen Wärmepumpe – wie wird gerechnet?

Wird für die Beheizung eine elektrische Wärmepumpe eingesetzt und gleichzeitig über eine eigene PV-Anlage erzeugter Strom (zum Teil) selbst verbraucht, kann das nicht auf die Erfüllung der Pflicht nach § 17 HmbKliSchG angerechnet werden. Diese Konstellation hat bei richtiger Planung ggfs. finanzielle Vorteile, weil eigengenutzter Strom zum Betrieb der Wärmepumpe im Vergleich zum Stromeinkauf i. d. R. günstiger ist. Bei der Berechnung des EE-Anteils der Heizung von mindestens 15 % soll dieses technische Modell aber, nach derzeitigem Stand, keinen Vorteil in der Berechnung bringen. Es muss auch bei vorhandener PV-Anlage die Formel des § 6 Abs. 3 HmbKliSchUmsVO verwendet werden.

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In welcher Weise wird eine KWK-Anlage (BHKW, Brennstoffzelle) auf die Erneuerbare Energien-Pflicht angerechnet?

Eine KWK-Anlage, die mit fossilem Brennstoff (Heizöl oder Erdgas) betrieben wird, vermindert nicht den fossilen Wärmebedarf und wird deshalb nicht als Pflichterfüllung anerkannt. Wird in einer KWK-Anlage Bioöl (flüssige Biomasse) oder Biomethan (gasförmige Biomasse) eingesetzt, wird der entsprechende Beimischungsanteil angerechnet und somit kann eine KWK-Anlage mit mindestens 15%igem biogenem Anteil am verwendeten Brennstoff die Pflicht vollständig erfüllen. In diesen Fällen ist der Einkauf des biogenen Anteils jährlich nachzuweisen.

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Warum muss man bei der Nutzung von Biomethan/Bioöl ab einer Leistung von 50 kW eine KWK-Anlage eingesetzt werden?

Für die Bedingung des Einsatzes von KWK-Technik bei Anlagen > 50 KW gibt es mehrere Gründe:

  1. Das Potenzial an nachhaltiger heimischer Biomasse ist beschränkt. Zahlreiche Klimaschutzszenarien zeigen, dass Biomasse zur Dekarbonisierung anderer Sektoren stärker benötigt wird als in der Wärmeversorgung. Außerdem ist es aus heutiger Sicht unwahrscheinlich, dass 2050 genügend Biomethan oder synthetische Brennstoffe vorhanden sein werden, um einen Heizkessel überwiegend/vollständig mit klimaneutralen Brennstoffen zu betreiben. Deshalb soll die Anwendung der Erfüllungsoption durch Nutzung von Biomethan/Bioöl heute schon eingeschränkt werden.
  2. Die Beimischungsoption zementiert die heute von fossil befeuerten Heizkesseln dominierte Heizungsstruktur. Dabei ist es mittel- bis langfristig notwendig, im Wärmesektor einen Technologie- und Strukturwechsel einzuleiten, in dessen Rahmen fossile Wärmeerzeugungstechnologien, v. a. reine Verbrennungstechnologien, sukzessive verdrängt werden.
  3. Zu berücksichtigen ist zudem der Mieterschutz. Denn bei dieser rein brennstoffbasierten EE Wärme-Erfüllungsoption werden ausschließlich die Mieter belastet, die den teureren Brennstoff bezahlen. Der Vermieter muss hingegen im Zuge des Heizungstauschs keine höheren Investitionskosten tragen, da dieselben Kessel eingesetzt werden, wie ohne Erneuerbare Energien-Pflicht.
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Biomethan, Klimagas, Ökogas – was ist der Unterschied?

Zur Erfüllung der Erneuerbare Energien-Pflicht kann auch Gas mit einem Anteil von Biomethan, auch genannt „gasförmige Biomasse“, (15 %) genutzt werden. Ob man solches Gas einkauft, lässt sich daran überprüfen, dass der Anbieter die eigene Erzeugung dieser Menge oder den Einkauf eines entsprechenden Anteils an Biomethan von Dritten nachweist. So genanntes „Klimagas“ oder „Ökogas“ dagegen enthält zumeist gar kein Biomethan. Bei diesen Produkten wird oft nur der CO2-Anteil des Erdgases durch Einkauf von CO2-Zertifikaten durch den Gasversorger (Gasanbieter) rein rechnerisch ausgeglichen. Durch den Einkauf dieser Form von „Klima-/Ökogas“ kann die Erneuerbare Energien-Pflicht nicht erfüllt werden!

Entsprechende Begriffe sind nicht geschützt oder genormt, so dass beim Einkauf des Gases geprüft werden sollte, ob wirklich Biomethan im gelieferten Gas enthalten ist.

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Werden Maßnahmen zur Pflichterfüllung auch finanziell gefördert und wenn ja, von wem?

Die reine Pflichterfüllung nach § 17 Hamburgischen Klimaschutzgesetz kann nicht finanziell gefördert werden. Allerdings ist eine Förderung entsprechender Technik/Anlagen durch die meisten Förderprogramme möglich, wenn „die Wärmeversorgungslösung besser als gesetzlich gefordert“ gebaut wird. Das heißt beispielsweise bezogen auf § 17 HmbKliSchG, dass eine Förderung möglich ist, wenn z. B. mehr als 15 % der Wärmeerzeugung durch Erneuerbare Energien erfolgt oder wenn die nach der HmbKliSchUmsVO festgelegten Grenzwerte der Ersatzmaßnahme „Baulicher Wärmeschutz“ übererfüllt werden. Dann ist sogar die Förderung der gesamten Anlage/der gesamten Maßnahme grundsätzlich möglich (und nicht nur die des „besser als gesetzlich vorgeschriebenen Anteils“). Die spezifischen Anforderungen der jeweiligen Programme der IFB Hamburg und der KfW sind selbstverständlich zusätzlich zu den Anforderungen des HmbKliSchG einzuhalten. Hervorzuheben sind bei dieser Frage beispielsweise die neuen Förderprogramme des Bundes (KfW/BAFA), durch die neue Heizungsanlagen (z. B. auch Gasbrennwertheizungen), die Erneuerbare Energien einbinden, mit Investitionszuschüssen zwischen 30 und 45 % der Gesamtkosten gefördert werden.

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Gibt es bei der Nutzung von Geothermie und Umweltwärme, einschließlich Abwärme, durch Wärmepumpen grobe Anhaltspunkte zur Erfüllung der Pflicht – ohne detaillierte Berechnung?

Ja – von einer Erfüllung kann im Regelfall ausgegangen werden wenn:

  • die Wärmepumpe (WP) mindestens eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,0 aufweist und
  • die WP bei einer JAZ von 3,0 rund 80 % des gesamten Wärmebedarfs deckt oder
  • die WP bei einer JAZ von 3,5 oder besser rund 50 % des gesamten Wärmebedarfs deckt.
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Bei der Bundesförderung genügt es, beim Einsatz einer Wärmepumpe eine Mindestqualität der Pumpe anhand eines ETA-s*-Schwellenwerts nachzuweisen. Wieso muss bei der Pflicht nach § 17 HmbKliSchG die Jahresarbeitszahl bzw. die Jahresheizzahl berechnet werden?

Die zusätzlichen Berechnungen müssen nachgewiesen werden, da der ETA-s-Wert (jahreszeitbedingte Raumheizungsenergieeffizienz) nur ein Qualitätsmerkmal für die Wärmepumpe an sich ist. Er berücksichtigt nicht die Eigenschaften des Gebäudes, in dem die Wärmepumpe eingebaut wird. Von diesem Faktor (dabei vor allem der benötigten Heizungsvorlauftemperatur) ist aber die Effizienz der Wärmepumpentechnik entscheidend abhängig. Nur eine hohe Jahresarbeitszahl bzw. eine hohe Jahresheizzahl bei einer Gaswärmepumpe zeigen den sparsamen Einsatz von Strom in der Wärmepumpe an und sorgen für geringe Verbrauchskosten. (Optimalerweise ist die JAZ größer als 3,5 und die Jahresheizzahl größer als 1,2!).

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Erfüllt der Anschluss an das große Hamburger Fernwärmenetz der Wärme Hamburg GmbH die Anforderung des Hamburgischen Klimaschutzgesetzes?

Ja, denn der Anteil Erneuerbarer Energien im Hamburger Fernwärmenetz beträgt heute schon über 15 %.

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Der Anschluss an ein Wärmenetz bringt manchmal keine CO2-Einsparung im Vergleich zu Erdgas. Weshalb soll dann ein Wärmenetzanschluss trotzdem sinnvoll sein?

Dem Ausbau eines Wärmenetzes wird vor der dezentralen, im jeweiligen Gebäude vorgenommenen Dekarbonisierung aus strategischen und wirtschaftlichen Aspekten der Vorrang eingeräumt. Eine Wärmeversorgung über ein Wärmenetz führt zwar nicht unbedingt kurzfristig, jedoch mittel- und langfristig zu höheren CO2-Einsparungen. Denn für Wärmenetze werden in § 10 HmbKliSchG Forderungen nach Dekarbonisierungsfahrplänen gestellt. Diese bedeuten, dass Wärmenetzbetreiber zunächst mindestens Pläne vorlegen müssen, dass die Wärme in ihren Netzen bis spätestens 2030 zu mindestens 30 % aus Erneuerbaren Energiequellen stammen wird, bis 2050 muss die Herstellung der Wärme sogar „nahezu klimaneutral“ sein. Ein weiterer Vorteil einer Wärmeversorgung über ein Netz sind die relativ großen Wärmeerzeugungsanlagen die dabei zum Einsatz kommen, denn oftmals ist es aus technischer und wirtschaftlicher Sicht nur durch solche Anlagen möglich, bestimmte Energiequellen zu nutzen (z.B. Tiefengeothermie, industrielle Abwärme).

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Was bewirkt die Wärmelieferverordnung* auf die mögliche Pflichterfüllung durch Anschluss an ein Wärmenetz?

Durch die Wärmelieferverordnung (WärmeLV) kann es zu Einzelfällen kommen, bei denen der Anschluss an ein Wärmenetz unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht möglich ist. Dies ergibt sich, da die WärmeLV die Kostenneutralität zur vorherigen Wärmeversorgung bei Anschluss an ein Wärmenetz verlangt. Die Berechnungen dazu stehen allerdings in der Kritik. Hamburg und andere Bundesländer arbeiten an Änderungsvorschlägen.

*Verordnung über die Umstellung auf gewerbliche Wärmelieferung für Mietwohnraum (Wärmelieferverordnung - WärmeLV)

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Welche Auswirkungen hat die Regelung auf Mieterhöhungen? Und auf die Kostenbelastung der Bürger grundsätzlich?

Modernisierungen dürfen nur nach genauen gesetzlichen Regelungen zu einer Mieterhöhung führen. Gleichzeitig profitieren die Mieter meist von Betriebskosteneinsparungen durch den Einsatz von EE-Wärme, vor allem wenn diese brennstofffrei erzeugt wird, z. B. durch Solarthermie.

Für Gebäudeeigentümer gibt es aktuell sehr lukrative Bundesprogramme („BEG-EM“ 2020 der BAFA), um Mehrkosten bei Investitionen in EE Wärme-Anlagen zu reduzieren. Fördermittel der Freien und Hansestadt Hamburg aus dem Förderprogramm „Erneuerbarer Wärme“ können über die IFB Hamburg ggfs. kumuliert abgerufen werden, wenn die Bedingungen des Förderprogramms erfüllt werden.

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Warum wird bei einer Pflichterfüllung durch die Ersatzmaßnahme „baulicher Wärmeschutz“ nicht nur eine analoge 15 % Einsparung verlangt, sondern es werden zusätzlich hohe Mindestanforderungen an U-Werte* gestellt?

Die ambitionierten Anforderungen an Dämm-Maßnahmen ergeben sich aus der Länge des Investitionszyklus für Bauteilsanierungen. Die technische Lebensdauer von Wärmeschutzmaßnahmen an opaken, d. h. undurchsichtigen, Bauteilen (Außenwand, Dach, Fußboden/Kellerdecke) liegt bei 40-50 Jahren, die der Fenster bei rund 30 Jahren. Wird also eines dieser Bauteile (energetisch) saniert, sollte es damit ein energetisches Niveau erreichen, das mit dem Ziel eines dekarbonisierten Gebäudebestands im Zieljahr 2050 kompatibel ist. Wird das Zielniveau verfehlt, wäre zu einem späteren Zeitpunkt eine erneute Sanierung des Bauteils oder des gesamten Gebäudes notwendig, die dann außerhalb des Investitionszyklus anfallen würde und entsprechend unwirtschaftlich wäre.

Technikbezogene Erfüllungsoptionen (Einsatz Erneuerbarer Wärme) haben dagegen einen Investitionszyklus von 20 bis 25 Jahren. Ein Großteil der heute ausgetauschten Heizungsanlagen wird deswegen bis zum Zieljahr 2050 noch einmal erneuert. Spätestens bei diesem wiederholten Austausch muss dann eine (nahezu) vollständig CO2-freie Wärmeversorgung erreicht werden, um die globalen und deutschen Klimaschutzziele zu erreichen.

Es ist also gerade im Interesse der Eigentümer, schon jetzt einen hohen Standard zu erfüllen, da eine nochmalige Verbesserung in den nächsten 30 Jahren wesentlich unwirtschaftlicher wäre.

* Der U-Wert gibt die Wärmemenge an, die pro Zeiteinheit durch einen Quadratmeter eines Bauteils bei einem Temperaturunterschied von 1 K hindurchgeht. Er dient somit als Maßeinheit, um den Wärmeverlust eines Bauteils anzugeben.

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In welcher Form können Wärmedämmmaßnahmen, die in früheren Jahren durchgeführt wurden, zur Pflichterfüllung anerkannt werden?

  • darf deren Durchführung nicht mehr als 10 Jahre zurückliegen und
  • muss der auf das entsprechende Bauteil bezogene Zielwert nach Anhang 2 HmbKliSchUmsVO mindestens erfüllt werden und
  • muss ein Sachkundiger/eine Sachkundige die Einhaltung dieser Vorgaben bestätigen und den Anteil der durch den Wärmeschutz erreichten Wärmeenergieeinsparung berechnen.
  • Liegt der Anteil der durch höchstens zehn Jahre alte Dämmmaßnahmen erreichten Wärmeenergieeinsparung unter 15 %, müssen weitere Maßnahmen durchgeführt werden. Das können weitere Dämmmaßnahmen sein oder die Kombination mit dem Einsatz von Erneuerbaren Energien oder anderen Ersatzmaßnahmen.
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Kann man auch bei einem denkmalgeschützten Gebäude die Ersatzmaßnahme Wärmedämmung wählen und was muss dabei beachtet werden?

Ja, die Ersatzmaßnahme Wärmedämmung kann auch bei denkmalgeschützten Gebäuden gewählt werden, wenn sie zu einer Wärmeenergieeinsparung von 15 % führt. Für denkmalgeschützte Außenbauteile gibt es jedoch andere, nicht so hohe Anforderungen an die Dämmung, die ebenfalls in der Tabelle in Anlage 2 HmbKliSchUmsVO enthalten sind.

Kapitelübersicht

Kann die Ersatzmaßnahme Quartierslösung auch bei einem vorhandenen Wärmenetz genutzt werden?

Formal ist das nicht nötig, da der Anschluss an ein bestehendes Wärmenetz mit bestimmten Qualitätsmerkmalen, schon an sich als vollständige Pflichterfüllung anerkannt ist.

Daneben kann es aber durchaus sinnvoll sein, quartiersbezogene Lösungen zur Energieeinsparung zu nutzen. Deshalb unterstützen die Freie und Hansestadt Hamburg und die Bundesregierung über das KfW-432-Programm energetische Quartierssanierungen und Quartiersmanager finanziell.

Kapitelübersicht

Nachweiserbringung / Vollzug?

Die Verpflichteten müssen innerhalb von 18 Monaten nach Inbetriebnahme der neuen Heizungsanlage nachweisen, welche Maßnahmen oder Maßnahmenkombinationen sie zur Erfüllung der Nutzungspflicht nach § 17 Absatz 1 HmbKliSchG ergriffen haben. Der Nachweis erfolgt bei der Nutzung Erneuerbarer Energien sowie der Ersatzmaßnahmen durch die Bestätigung einer oder eines Sachkundigen.

Wird die Pflicht durch den Bezug von gasförmiger oder flüssiger Biomasse erfüllt, sind durch eine Bestätigung der Brennstofflieferantin oder des Brennstofflieferanten die fossilen und regenerativen Anteile der jeweils gelieferten Brennstoffe jährlich nachzuweisen.

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