Krankenhäuser Pflegepersonaluntergrenzen: Veröffentlichung der Ergebnisse des zweiten Quartals

Hamburger Krankenhäuser halten Vorgaben für Pflegepersonal zu 97 Prozent ein

Pflegepersonaluntergrenzen: Veröffentlichung der Ergebnisse des zweiten Quartals

Zum 1. Januar 2019 ist bundesweit die Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung (PpUGV) in Kraft getreten, die für die als pflegesensitiv eingestuften Bereiche Geriatrie, Intensivmedizin, Kardiologie und Unfallchirurgie Pflegepersonaluntergrenzen für die vollstationäre Versorgung im Krankenhaus differenziert nach Tag- und Nachtschichten festlegt.

Pflegepersonaluntergrenzen gemäß Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung:

Pflegesensitiver Bereich

Schicht

Untergrenze Patienten je Pflegekraft (Tag-/Nachtschicht)

Geriatrie

Tag / Nacht

10 / 20

Intensivmedizin

Tag / Nacht

2,5 / 3,5

Kardiologie

Tag / Nacht

12 / 24

Unfallchirurgie

Tag / Nacht

10 / 20

Mit Inkrafttreten dieser Verordnung sind die Krankenhäuser verpflichtet, dem Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) für die pflegesensitiven Bereiche ihres Krankenhauses jeweils pro Quartal die durchschnittliche Pflegepersonalausstattung, die durchschnittliche Patientenbelegung, die durchschnittliche Anzahl der Patienten je Pflegekraft sowie die Zahl der Tag- und Nachtschichten insgesamt und die Zahl der Schichten, in denen die Pflegepersonaluntergrenzen nicht eingehalten wurden, zu übermitteln. Alle Angaben sind nach den jeweils vorhandenen Stationen, nach Monaten und nach Tag- und Nachtschichten zu differenzieren.

Das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) übermittelt diese Daten im vierteljährlichen Turnus weiter an die für die Krankenhausplanung zuständigen Landesbehörden (in Hamburg: Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz). Die Hamburger Daten enthalten Angaben von 21 Hamburger Plankrankenhäusern zu 110 Stationen der vier genannten Bereiche.

Bei kurzfristigen krankheitsbedingten Personalausfällen, die über das übliche Maß hinausgehen oder bei starken Erhöhungen der Patientenzahlen durch beispielsweise Epidemien oder Großschadensereignisse müssen Pflegepersonaluntergrenzen nicht eingehalten werden. Dieses sind Ausnahmetatbestände, die die Krankenhäuser gegenüber den Vertragsparteien (GKV-Spitzenverband und Deutsche Krankenhausgesellschaft e.V.) melden müssen. Der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz ist bisher keine entsprechende Meldung bekannt.

Der Nachweis über die Einhaltung der Pflegepersonaluntergrenzen erfolgt auf Basis der übermittelten durchschnittlichen monatlichen Anzahl der Patienten je Pflegekraft. Dieser Wert und das daraus abzuleitende Ausmaß der Nichteinhaltung der Pflegepersonaluntergrenzen bilden ab dem Jahr 2020 die Grundlage für die Berechnung von Vergütungsabschlägen beziehungsweise die Vereinbarung von Fallzahlreduzierungen entsprechend der PpUG-Sanktionsvereinbarung.

Zukünftig werden die von den Krankenhäusern übermittelten Angaben auch in den jährlichen Qualitätsberichten der Krankenhäuser veröffentlicht, die spätestens zum 31. Januar des dem Erstellungsjahr folgenden Jahres vorzuliegen haben (der Bericht mit den Angaben des Jahres 2019 bis zum 31. Januar 2021). Um schon vor diesem Termin zeitnah über die Ergebnisse informieren zu können, legt die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz mit einer Vorabveröffentlichung jetzt die Ergebnisse des zweiten Quartals 2019 vor.

Die für das erste Quartal übermittelten Daten wurden von der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz eingehend geprüft und teilweise mit den Krankenhäusern rückgekoppelt. Da davon ausgegangen werden muss, dass – wie bei vielen neuen Datenübermittlungsverfahren und Statistiken – zu Beginn noch erhebungsbedingte Ungenauigkeiten enthalten sein können, wurde von einer Veröffentlichung der Daten des ersten Quartals 2019 abgesehen. Im zweiten Quartal wurde mit einer Erfüllungsquote von rund 97 Prozent das Ergebnis deutlich verbessert (siehe untenstehende Tabelle).

Für die jetzt vorliegende Veröffentlichung hat die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz die monatlichen Durchschnittswerte des Patienten/Pflegekraft-Verhältnisses (differenziert nach Tag- und Nachtschichten) im Vergleich zu den Untergrenzen der PpUGV für die jeweiligen Bereiche ausgewertet und die Zahl der Monate, bei denen es zu einer Unterschreitung gekommen ist, aufsummiert. Jeder Monat ist mit einer Tag- und einer Nachtschicht im Datensatz enthalten und darüber hinaus sind in einer Reihe von Krankenhäusern für die jeweiligen pflegesensitiven Bereiche mehrere Stationen angegeben worden. Insgesamt sind in fünf von 21 Krankenhäusern die Vorgaben zeitweise nicht eingehalten worden.

Die folgende Übersicht zeigt die Auswertung für die Monate April bis Juni sowie jeweils zusammengefasst für das erste und zweite Quartal 2019.

Auswertung der monatlichen Durchschnittswerte des Patienten/Pflegekraft-Verhältnisses im Vergleich zu den PpUG

Alle Bereiche

Monat/Quartal

April

Mai

Juni

2. Quartal 

gesamt

Anzahl der gezählten Stationen insgesamt *

218

220

220

658

Davon: PpUG monatsdurchschnittlich nicht eingehalten

7

7

7

21

Erfüllungsgrad

96,8

96,8

96,8

96,8

Geriatrie

Monat/Quartal

April

Mai

Juni

2. Quartal gesamt

Anzahl der gezählten Stationen insgesamt *

76

78

78

232

Davon: PpUG monatsdurchschnittlich nicht eingehalten

0

1

3

4

Erfüllungsgrad

100,0

98,7

96,2

98,3

Intensivmedizin

Monat/Quartal

April

Mai

Juni

2. Quartal gesamt

Anzahl der gezählten Stationen insgesamt *

52

52

52

156

Davon: PpUG monatsdurchschnittlich nicht eingehalten

0

0

0

0

Erfüllungsgrad

100,0

100,0

100,0

100,0

Kardiologie

Monat/Quartal

April

Mai

Juni

2. Quartal gesamt

Anzahl der gezählten Stationen insgesamt *

40

40

40

120

Davon: PpUG monatsdurchschnittlich nicht eingehalten

0

0

0

0

Erfüllungsgrad

100,0

100,0

100,0

100,0

Unfallchirurgie

Monat/Quartal

April

Mai

Juni

2. Quartal gesamt

Anzahl der gezählten Stationen insgesamt *

50

50

50

150

Davon: PpUG monatsdurchschnittlich nicht eingehalten

7

6

4

17

Erfüllungsgrad

86,0

88,0

92,0

88,7

* Die vorhandenen Stationen gehen jeweils doppelt in die Zählung ein, da in der Pflegeuntergrenzenverordnung unterschiedliche Tag- und Nachwerte erfüllt werden müssen. Zur korrekten Berechnung der monatsdurchschnittlichen Erfüllungsquote muss die gleiche Station daher einmal als „Tagstation“ und einmal als „Nachtstation“ gezählt werden. Wenn also zum Beispiel für Juni insgesamt 220 Stationen ausgewiesen sind, sind an 21 Plankrankenhäusern Hamburgs demnach 110 „reale“ Stationen in der Auswertung eingegangen  jeweils einmal in Tag- und ein weiteres Mal in Nacht-Zählung, insgesamt demnach 220.

Weiterführende Information

Pressemitteilung der BGV vom 26. August 2019