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Informationen Praxen und Kliniken

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Krebsregister: Informationen für Praxen und Kliniken

Kapitelübersicht

Meldepflicht

Seit dem 1. Juli 2014 sind Krankenhäuser, Arzt- und Zahnarztpraxen oder andere ärztlich geleitete Einrichtungen in Hamburg verpflichtet, Angaben zu Krebserkrankungen, ihren Frühstadien sowie gutartigen Tumoren des Zentralen Nervensystems an das Hamburgische Krebsregister (HKR) zu übermitteln. Alle Ärztinnen und Ärzte sowie Zahnärztinnen und Zahnärzte sind weiterhin zu Meldungen berechtigt (§ 2 Abs. 1 und 2 HmbKrebsRG).

Die Meldepflicht umfasst die fortlaufende, vollzählige und vollständige Weitergabe von Informationen zu den gesetzlich festgelegten Meldeanlässen. Diese definieren Zeitpunkte im Verlauf einer Krebserkrankung, nach denen innerhalb von acht Wochen die entsprechenden Daten an das HKR zu übermitteln sind:

  1. die Stellung der Diagnose nach hinreichender klinischer Sicherung,
  2. die histologische, zytologische oder labortechnische Sicherung der Diagnose,
  3. der Beginn einer therapeutischen Maßnahme,
  4. der Abschluss einer therapeutischen Maßnahme,
  5. die Feststellung einer therapierelevanten Änderung des Erkrankungsstatus,
  6. der Sterbefall.

Zum Download: Meldepflichtige Erkrankungen (ICD-10-Codes und Bezeichnungen)

Zum Download: Liste paariger Organe – Arbeitshilfe

Zum Download: ENCR-Empfehlung – Festlegung Inzidenzdatum 2022

Zum Download: Meldung von Hauttumoren – Änderung der Meldepflicht bei nicht-melanozytärem Hautkrebs

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Bundeseinheitlicher Datensatz

Inhalte und Form der Meldungen sind im Gesetz (§ 3 HmbKrebsRG) beschrieben. Die Meldungen erfolgen elektronisch. Der dafür anzuwendende bundesweit einheitliche onkologische Datensatz (ehemals kurz „ADT/GEKID-Basisdatensatz“, seit Ende 2022 oBDS) der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren e. V. (ADT) und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e. V. (GEKID) zur Basisdokumentation für Tumorkranke und den ergänzenden Modulen definiert die Angaben im Einzelnen. Die aktuellen Versionen zu der entsprechenden XML-Schnittstelle sind unter den oben genannten Links abrufbar. 

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Meldevergütungen

Meldende Einrichtungen erhalten für jede neue plausible und vollständige Meldung, die vom HKR verarbeitet und vom Kostenträger nicht beanstandet wurde, eine Aufwandsentschädigung. Voraussetzung dafür ist, dass alle notwendigen Informationen enthalten sind und bei jeder Meldung die Kasse und die Krankenversichertennummer beziehungsweise das private Versicherungsunternehmen der Patientin oder des Patienten angegeben werden. Das Formular zur Mitteilung der Kontoverbindungsdaten für die meldende Praxis / Klinik findet sich hier.

Die Höhe der Meldevergütung wird vom GKV-Spitzenverband, der Deutschen Krankenhausgesellschaft, der kassenärztlichen Bundesvereinigung und der kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung festgelegt: Gültig für Meldungen mit Leistungsdatum ab 1. Februar 2024 ist die Krebsregister-Meldevergütung-Vereinbarung vom 09. Januar 2024. Für Meldungen, die vorher erbracht wurden, gilt die Krebsregister-Meldevergütung-Vereinbarung vom 15. Dezember 2014; der zugehörige Schiedsspruch vom 24. Februar 2015 regelt deren Höhe.

Die Höhe der Meldevergütung für Meldungen zu minderjährigen Krebspatientinnen und Krebspatienten mit Leistungsdatum ab 1. Februar 2024 entspricht den in der Krebsregister-Meldevergütung-Vereinbarung vom 9. Januar 2024 vereinbarten Beträgen. Abweichend davon wird bei nicht-melanotischen Hauttumoren (ICD-10 C44) mit günstiger Prognose nur für Erstmeldungen zu Personen mit Wohnsitz in Hamburg eine Aufwandsentschädigung aus Landesmitteln gezahlt. Beachten Sie die Bekanntmachung im Amtl. Anz. Nr. 28, S. 421 vom 5. April 2024.

Zur umsatzsteuerlichen Behandlung der Meldevergütungen stellte das Bundesministerium der Finanzen mit Schreiben vom 8. Mai 2017 fest: "Steuerfrei sind dagegen Meldungen, zum Beispiel zur klinischen Krebsregistrierung nach § 65c Abs. 6 SGB V, bei denen nach der Auswertung der übermittelten Daten eine patientenindividuelle Rückmeldung an den Arzt erfolgt und hierdurch weitere im Einzelfall erforderliche Behandlungsmaßnahmen getroffen werden können."

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Informationspflicht

Vor Übermittlung der Daten ist jede Patientin und jeder Patient bei einer Erstmeldung schriftlich umfassend über die Meldung, die Aufgaben des Hamburgischen Krebsregisters und das Widerspruchsrecht zu unterrichten. Ausnahmen sind in § 2 Absatz 4 HmbKrebsRG definiert. Das Informationsmaterial für die Patientinnen und Patienten steht Ihnen kostenlos zur Verfügung.

Bitte beachten Sie: Die Broschüren für Patientinnen und Patienten befinden sich aufgrund des novellierten Hamburgischen Krebsregistergesetzes (Inkrafttreten am 30. Dezember 2023) derzeit in der Überarbeitung. Die aktualisierten Broschüren sind demnächst hier via Download abrufbar. 
(Stand 30. Dezember 2023)

Zum Download: Vorlage zur Anforderung von Informationsmaterial (per Fax oder E-Mail) 

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Melderportal

Das kostenlose Melderportal des HKR bietet zwei Möglichkeiten zur elektronischen Übermittlung von Meldungen: Bei geringem Aufkommen von Krebsfällen können die notwendigen Angaben direkt über eine Eingabemaske erfasst werden. Größere onkologische Einrichtungen können selbst erzeugte XML-Dateipakete per Internet übersenden.

Das Portal können Sie unter dem folgenden Link erreichen: https://hkr-melderportal.hamburg.de

Nähere Informationen sowie eine Erläuterung aller erforderlichen Schritte zur erfolgreichen Registrierung finden Sie in der Kurzanleitung zum Melderportal, die als Download zur Verfügung steht.

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Schulungen

Melderportal- und Tumordokumentationsschulung

Das Hamburgische Krebsregister bietet jeweils einmal im Monat eine allgemeine Melderportal- und Tumordokumentationsschulung an. Regelmäßig bieten wir Webseminare zu den Schwerpunkten Gynäkologie und Haut an. Die kostenlosen Schulungen sind für medizinisches Fachpersonal geeignet.

Inhalte:

  • Gesetzliche Grundlagen zur Meldepflicht an das Hamburgische Krebsregister
  • Meldeanlässe laut dem Hamburgischen Krebsregistergesetz (HmbKrebsRG)
  • Nutzung des Melderportals
  • Überblick über die Felder und deren Ausprägungen in der Tumordokumentation
  • Klassifikations- und Schlüsselsysteme:
    • TNM
    • ICD-10
    • ICD-O (Topographie/Morphologie)
    • OPS

oBDS 3.0.0 – Melderportal-Update

Das Hamburgische Krebsregister bietet auf Nachfrage weitere Termine zum Thema „oBDS 3.0.0 – was ist neu?“ an. Die kostenlose Schulung ist für medizinisches Fachpersonal geeignet. 

Inhalte:

  • Änderungen in der Tumordokumentation nach oBDS-Schema 3.0.0
  • Überblick über die neuen Felder und Ausprägungen

Beachten Sie, ob eine vorherige Anmeldung erforderlich ist:

Termine

Ort

Anmeldung

Melderportalschulung, allgemein 

Jeden 1. Mi im Monat
15–18 Uhr 

HKR, Süderstr. 30;
auf  Anfrage online

Per Telefon 040 42837-2211 oder E-Mail

Melderportalschulung, Schwerpunkt Gynäkologie


Mi, 19.06.24 (Gyn.)
13–14:30 Uhr
Webseminar, onlinePer E-Mail
Di, 25.06.24 (Gyn.)
17–18 Uhr (Kurzschulung)
Webseminar, onlinePer E-Mail
Mi, 10.07.24 (Gyn.)
13–14:30 Uhr 
Webseminar, onlinePer E-Mail
Melderportalschulung, Schwerpunkt Haut


Mi, 28.08.24 (Haut)
12–14 Uhr
Webseminar, onlinePer E-Mail

oBDS-Schulung

Auf Anfrage

Webseminar, online

Terminanfrage per E-Mail

Einführende Texte und detaillierte Informationen finden sich in dem 2018 neu aufgelegten Manual der Krebsregistrierung. Informationen zur Version 3.0.0 der Schnittstelle des bundeseinheitlichen onkologischen Basisdatensatzes (ehemals ADT-GEKID-Schnittstelle) siehe hier.

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Rückmeldeberichte

Kliniken und Praxen mit mindestens 60 gemeldeten Krebserkrankungsfällen innerhalb von 5 Jahren – oder auch auf Nachfrage – erhalten regelmäßig jährlich einen Rückmeldebericht zum Abruf über das Meldeportal. Neben Informationen zu Anzahl und Vollständigkeit klinischer Meldungen im Berichtszeitraum werden einrichtungsbezogen Patientenzahlen, Diagnoseangaben zu Neuerkrankungsfällen und Therapiedaten ausgewertet. Bei ausreichenden Fallzahlen sind auch Überlebenszeitanalysen zu ausgewählten Tumorarten dargestellt.

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Regionale Qualitätskonferenzen

Zweimal im Jahr lädt das Hamburgische Krebsregister behandelnde Ärztinnen und Ärzte zu regionalen Qualitätskonferenzen ein. Ziel ist die kollegiale Diskussion und Nutzung klinisch relevanter Auswertungen der gemeldeten Daten, um die Qualität der onkologischen Versorgung weiter zu verbessern. Im Rahmen eines Schwerpunktthemas, etwa bestimmter Tumorentitäten, werden Ergebnisse zur Epidemiologie in der Hamburger Wohnbevölkerung, zu klinischen Fragestellungen und zu Einrichtungsvergleichen präsentiert.

Die vorgeschaltete Dokumentationskonferenz befasst sich mit der Datenqualität und richtet sich an die für Tumordokumentation und -meldung Zuständigen in Kliniken und Praxen.

Bisherige regionale Qualitätskonferenzen des Hamburgischen Krebsregisters:

Datum

Thema

12.10.2016

Darm-, Brust-, Lungenkarzinome

05.04.2017

Magen-, Darm-, Kolon- und Analkarzinome

08.11.2017

Lunge

18.04.2018

Gynäkologische Tumoren

07.11.2018

Andrologische Genitaltumoren

10.04.2019

Kopf-Hals-Tumoren

06.11.2019

Mamma-Tumoren

11.11.2020Strahlentherapie
14.04.2021Harnblasen- und Nierenkarzinome
24.11.2021Ösophagus- und Magenkarzinome
04.05.2022Gynäkologische Krebserkrankungen
23.11.2022Systemische Krebserkrankungen
03.05.2023ZNS-Tumoren
22.11.2023Malignes Melanom
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Falldokumentation

Das Hamburgische Krebsregister führt zur Förderung der interdisziplinären, direkten patientenbezogenen Zusammenarbeit elektronische klinische Falldokumentationen. Gemäß Hamburgischem Krebsregistergesetz § 9 Absatz (8) werden auf Antrag die im Register dokumentierten klinischen Daten an die behandelnden Ärztinnen und Ärzte zu den von ihnen gemeldeten Patientinnen und Patienten übermittelt, sofern diese nicht der klartextbezogenen Speicherung ihrer Personenangabe widersprochen haben. Die Übermittlung erfolgt unter Wahrung der datenschutzrechtlichen Vorschriften.

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