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Kreislaufwirtschaft Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft

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Nachhaltiges Wirtschaften ist mehr als die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks oder eine transparente Lieferkette. In Zukunft wird es vor allem darum gehen, geschlossene Stoffkreisläufe zu schaffen, um Ressourcen zu sparen. Die Digitalisierung, etwa in Form von künstlicher Intelligenz oder leistungsstarker Software, unterstützt Unternehmen dabei, die Kreislaufwirtschaft einzuführen. Martina Prox vom ifu Institut für Umweltinformatik Hamburg ist Expertin auf diesem Gebiet und erläutert, wie Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung Hand in Hand gehen können.  

Infografik

Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft

33 Zettabyte: Das war die Menge an Daten, die im Jahr 2018 weltweit erzeugt, gespeichert, verarbeitet oder gelöscht wurde. Mit 21 Nullen hat die Zahl eine Größe erreicht, die sich niemand mehr vorzustellen vermag. Bald wird es keinen Lebensbereich mehr geben, in dem digitale Technologien keine Rolle spielen. Geht es um nachhaltiges Wirtschaften, übernehmen künstliche Intelligenz, Datensammler und Co. sogar Schlüsselpositionen. Aber: „Digitale Technologien sind nicht per se nachhaltig“, betont Martina Prox. Die Expertin nennt das Beispiel Smartphone, das heute beinahe jeder besitzt. „Gerade Smartphones verbrauchen in der Produktions- und Nutzungsphase Unmengen an Energie und wertvollen Rohstoffen. Sie sind von Nachhaltigkeit weit entfernt“, sagt Prox.

Hauptursachen: nicht geschlossene Stoffkreisläufe und intransparente Lieferketten.

Erst die Gesamtperspektive zeigt, wie nachhaltig ein Produkt ist

Für beide Bereiche gibt es schon heute digitale Lösungen. Software unterstützt Unternehmen dabei, ihre Stoffkreisläufe und Lieferketten unter Nachhaltigkeitsaspekten zu analysieren. Basierend auf den Analysen und Erkenntnissen können sie ihre Wertschöpfungsketten umbauen. „Will man die Nachhaltigkeit eines Produktes bewerten, muss man eine Gesamtperspektive einnehmen“, sagt Martina Prox. Welche Rohstoffe werden verbraucht, wie werden sie gewonnen, herrschen faire Arbeitsbedingungen, wieviel Energie wird über den gesamten Lebenszyklus verbraucht, wie wird das Produkt am Ende seiner Gebrauchsfähigkeit weiterverwendet? Auch die Frage nach der Datenspeichermenge sei nicht unwesentlich. „Streamingdienste verschleiern im Prinzip, wie viele Ressourcen wir tatsächlich verbrauchen. Das System wird intransparent, weil der Konsumierende gar nicht mehr nachvollziehen kann, wie viel Energie und Rohstoffe eigentlich verbraucht werden, denn die werden an anderer Stelle verbraucht“, erläutert die Fachfrau.

Digitaler Zwilling macht Prozesse transparent

Das Konzept der Digitalen Kreislaufwirtschaft unterstütze Unternehmen dabei, Produkte gesetzeskonform und nachhaltig herzustellen. Zugleich werde die geforderte Transparenz für Wertschöpfungsketten und die Glaubwürdigkeit von Marken befördert. Das Prinzip: In dem Moment, in dem ein Rohstoff abgebaut und zur Weiterverwertung transportiert wird, erstellt man ein digitales Abbild, einen „digitalen Zwilling“ von ihm. Wann immer etwas mit dem Rohstoff geschieht, wird das in diesem Zwilling dokumentiert. Der digitale Zwilling kann aber noch mehr: Er gibt Empfehlungen, wie mit dem Rohstoff in bestimmten Verarbeitungsschritten zu verfahren ist. Das hilft etwa, Chemikalien einzusparen oder ihn am Ende des Lebenszyklus möglichst abfallfrei zu verwerten. „Spielt ein Teilnehmer in der Lieferkette nicht mit, ist die lückenlose Nachverfolgbarkeit natürlich verloren“, sagt Martina Prox. Viele Unternehmen legen inzwischen aber Verarbeitungsschritte oder Stoffkreisläufe offen. Positive Treiber seien gesetzliche Regelungen wie die EU-Chemikalienverordnung „REACH“ oder eigene Risikobewertungen, aber auch die von Verbraucherinnen und Verbrauchern immer häufiger nachgefragten ökologischen Fußabdrücke, etwa für CO2-Ausstoß oder Wasserverbrauch.

Materialien sortenrein verwenden

„Materialien schleppen einen riesigen Rucksack voller Umweltauswirkungen mit sich herum, an dem der Energieverbrauch zum Beispiel nur einen kleinen Anteil hat“, sagt Martina Prox. Deshalb sei es für eine nachhaltige Entwicklung wesentlich, Materialien einzusetzen, die komplett im Rohstoffkreislauf gehalten werden können. Das funktioniere etwa, indem sie sortenrein eingesetzt werden. Martina Prox: „Ein Anreiz für derartige Verwendung wäre es, wenn Unternehmen die Gesamtverantwortung für das Produkt haben und die eingesetzten Materialien am Ende wiederbekämen, also eine Art Pfandsystem für Verbrauchsmaterial.“

 

Die Expertin

Martina Prox ist für das ifu Institut für Umweltinformatik Hamburg GmbH (Member of iPoint Group) tätig. Die Expertin für Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung begleitet seit mehr als 20 Jahren Unternehmen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Produktionsweise. Als Obfrau des deutschen Spiegelgremiums des ISO TC 323 Circular Economy gestaltet sie die Normen für Zirkuläres Wirtschaften mit.

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