Der Bevölkerungsschutz steht vor immer neuen Herausforderungen: Klimawandel, Pandemien, Cyberangriffe und komplexe Schadenslagen erfordern innovative und wissenschaftlich fundierte Lösungsansätze. Forschung im Bevölkerungsschutz ist daher ein zentraler Baustein, um die Resilienz der Gesellschaft zu stärken und die Einsatzfähigkeit von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) zu verbessern. Die Stärkung dieser Widerstandsfähigkeit hilft dabei, schwierige Lebenssituationen wie Krisen oder Katastrophen ohne dauerhafte Beeinträchtigung zu überstehen.
Im Fokus der deutschlandweiten Forschung steht unter anderem die Entwicklung neuer Technologien zur Früherkennung und Bewältigung von Krisen. Das kann zum Beispiel der Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Datenanalyse, die Optimierung von Kommunikations- und Warnsystemen sowie die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren durch digitale Plattformen zur Koordination von Hilfseinsätzen sein. Interdisziplinäre Ansätze, die Expertise aus Naturwissenschaften, Technik, Sozialwissenschaften und Medizin vereinen, sind dabei besonders gefragt.
Ein wichtiger Aspekt der Forschung ist die Einbindung der Bevölkerung. Beispielsweise werden durch sozialwissenschaftliche Studien Bedarfe und Verhaltensweisen analysiert, um zielgerichtete Präventions- und Informationsmaßnahmen zu entwickeln.
Um Forschungsergebnisse an realen Bedürfnissen zu orientieren, werden Projekte zunehmend in Kooperationen mit Hochschulen, Akteuren im Bevölkerungsschutz sowie Wirtschaftspartnern durchgeführt. Auch die Behörde für Inneres und Sport beteiligt sich mit dem Amt Öffentliche Sicherheit an Forschungsprojekten im Bevölkerungsschutz. Die Verzahnung mit der Praxis fördert den Wissenstransfer und die Entwicklung innovativer Lösungen.
Aktuelle Forschungsprojekte im Amt Öffentliche Sicherheit
Im Rahmen des Projektes RESCUE-MATE soll unter fortlaufender Einbindung von Echtzeitdaten ein dynamisches Lagebild einer Katastrophensituation erstellt werden. Dies ermöglicht den Rettungskräften und Entscheidungsträgern eine umfassende Orientierung und Situationsbewertung. Ziel des Projektes ist es, Wege aufzuzeigen, die koordinierte und interdisziplinäre Bewältigung von Katastrophen effizienter, schneller und besser zu gestalten. Das Projekt strebt insbesondere die Automatisierung, Beschleunigung und Anreicherung der Informationsflüsse zwischen Behörden, Rettungskräften und Hilfsorganisationen sowie mit Bürgerinnen und Bürgern an.
Während einer Katastrophe hat die Behörde für Inneres und Sport eine zentrale Koordinierungsrolle. Im Rahmen des Projektes übernimmt sie die Konsortialführung der 11 geförderten und 14 assoziierten Partner. Das Projekt läuft seit Oktober 2023. Erkenntnisse und Verknüpfungen, welche im Rahmen des Projektes entstehen, fließen bereits in die laufende Entwicklung des hamburgweiten Lagebilds ein. Das Projekt ist gefördert durch das Bundesministerium für
Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und läuft noch bis September 2027.