Selig Grunge aus deutschen Landen

Die deutsche Antwort auf den Grunge aus Amerika, das waren und sind Selig nach zehnjähriger Pause noch immer - zumindest laut Medien. Selbst dann, wenn die Band um Sänger Jan Plewka lange nicht mehr so knurrige und grantige Songs schreibt, wie sie es Anfang der 90er tat.

Selig - Grunge aus Hamburg, Deutschland

Sieben Jahre lang, zwischen 1993 und 1999, waren sie eine der ganz großen Rocknummern in Deutschland. Kritiker, Fans und die Medien schrieben ihnen zu, die einzigen echten deutschen Vertreter des Grunge zu sein. Selig taten in der Tat das, was amerikanische Bands zu Beginn der 90er so erfolgreich neu am Musikmarkt platzierten: Gitarrenrock, der irgendwie etwas roh und ungehobelt, etwas schmuddelig klang, mit poetischen, lyrischen und manchmal nihilistischenTexten zu verweben. Musikalisch lagen Selig auf genau der gleichen Wellenlänge wie Pearl Jam oder Nirvana, textlich allerdings lagen sie ganz woanders: Frontmann Jan Plewka sang auf Deutsch.

Mit der damals so gefeierten Hamburger Schule hatte er aber weniger gemeinsam, eher mit dem großen Udo Lindenberg; einen hohen intellektuellen Anspruch, so wie ihn Blumfeld, Die Sterne oder Tocotronic auf ihre Schultern nahmen, ließ Plewka weitgehend außen vor. Mit nöliger, oft anklangend klingender Stimme sang er von Zerrissenheit und gescheiterten Beziehungen in grandiosen Liedern wie “Mädchen auf dem Dach”, “Sie hat geschrien” oder “Bruderlos”. 1999 allerding war vorerst Schluss: Die Band löste sich auf, nicht mehr bereit, "dem sinnlichkeitsverschlingenden Hochgeschwindigkeitsdruck des Erfolgs nachzugeben", so die Band in eigenen Worten.

Nach einem Jahrzehnt Auszeit meldeten sich Selig 2009 in Originalbesetzung und mit neuem Studioalbum zurück. Mit "Und Endlich Unendlich" lieferten Jan Plewka, Bassist Leo Schmidthals, Gitarrist Christian Neander, Drummer Stephan „Stoppel" Eggert und Keyboarder Malte Neumann nicht nur ihr viertes Studioalbum, sondern eine erfolgreiche Comebacktour. Anfang 2013 veröffentlichten die Fünf "Magma", Platte Nummer sechs, klingen darauf aber lange nicht mehr so eckig und kantig wie einst, sondern scheinen heute ihre Verbeugung vor geradlinigem Poprock gemacht zu haben.

Diskografie

1994 Selig

1995 Hier

1997 Blender

2009 Und endlich unendlich

2010 Von Ewigkeit zu Ewigkeit

2013 Magma

http://www.selig.eu

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