Andreas Dorau 50 Jahre "Hauptsache ich"

Wie viele andere deutsche Künstler wird auch Andreas Dorau gern auf seinen ersten Hit reduziert, doch „Fred vom Jupiter“ ist eher die untere Spitze des Eisbergs.

Andreas Dorau

Er entspricht vom Äußeren nun so gar nicht dem typischen Bild des Popmusikers. Ein ordentlicher Jungenhaarschnitt, statt langer Haare, bis oben zugeknöpfte Hemden und kein schmerzverzerrtes Gesicht beim Singen. Vielleicht liegt es daran, dass er seit Beginn seiner „Karriere“ genau dieses bekannte Klischee abgelehnt hat.


Vom Schulprojekt in die Charts

Aber von Anfang an: „Fred vom Jupiter“ war tatsächlich schon seine zweite Single und entstand bei einem Schulprojekt mit den Marinas. Daraus wurde dann einer der ersten Hits der „Neuen Deutschen Welle“ als dieser Begriff noch für experimentellere Klänge stand. Die Single erreicht Platz 21 der deutschen Charts und erklomm auch die Charts in Österreich und Großbritannien.

Später komponierte er die Kurzoper „Guten Morgen Hose“ für das Fernsehen, bevor er mit „Demokratie“ sich inhaltlich und äußerlich mit Helmut Schmidt befasste.

Zwischen Kunst. Pop und Dancefloor

Neben der Musik studierte Dorau an der Hochschule für Fernsehen und Film in München (Abschlussarbeit "Schlag Dein Tier"), schrieb Filmmusik – unter anderem zu Manta, der Film – und arbeitete für Videoclips von Mousse T, den Söhnen Mannheims und Xavier Naidoo. Die Vielseitigkeit seiner Tätigkeiten speist sich aus seiner Neugier - ohne Grenzen bei Mainstream oder Underground. 

Auch musikalisch legt Dorau sich nicht fest: Bei seinen letzten Alben arbeitete er u.a. mit Musikern von 2Raumwohnung und Der Tödlichen Doris zusammen und orientierte sich stärker in Richtung elektronischer Musik und Dancefloor-Sounds. Zumindest in Frankreich erreichte er damit wieder eine Top10-Platzierung mit "Girls in Love".

Jubiläumskonzerte in Hamburg und Berlin

Zum 50.Geburtstag fanden zwei Konzerte statt: am 19. Januar in Hamburg und am 25. Januar in Berlin. Mit dabei auch exklusive Auftritte von alten Weggefährten wie Egotronic oder der Plan, die nur für diesen Anlass noch einmal gemeinsam auftraten. Er selbst hat gleich zwei Alben im Gepäck: "Aus der Bibliothek" ist zusammen mit der Hamburger Band "Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen" entstanden und verzichtet weitestgehend auf die Elektronik der vergangenen Jahre. "Hauptsache Ich" versammelt seine 21 liebsten Songs der neun Alben. 
Ein Blogbeitrag über die 50 Jahre Andreas Dorau im Knust

Diskografie:

1981 Blumen und Narzissen (mit den Marinas)
1983 Die Doraus und die Marinas geben offenherzige Antworten auf brennende Fragen (mit den Marinas)
1988 Demokratie ("Bruderschaft der kleinen Sorgen")
1992 Ärger mit der Unsterblichkeit
1994 Neu!
1997 70 Minuten Musik ungeklärter Herkunft
2005 Ich bin der eine von uns beiden
2011 Todesmelodien
2014 Aus der Bibliothèque

2014 Hauptsache Ich (Compilation)



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