26. September 2025 bis 25. Januar 2026
Ein europäischer Malerstar
Zorn avancierte im Laufe seines Wirkens in Europa zu einem regelrechten Malerstar. In den Vereinigten Staaten ließen sich neben diversen Personen aus der amerikanischen High Society sogar zwei Präsidenten von ihm porträtieren.
Die Ausstellung umfasst rund 150 Arbeiten, darunter mehrere Hauptwerke, aber auch eher selten gezeigte Gemälde und Aquarelle, eindrucksvolle Radierungen sowie verschiedene Fotografien.
Zorn hielt sich auf Einladung des Kunsthallen-Direktors Alfred Lichtwark 1891 in Hamburg auf, um mehrere Ansichten des Hafens zu malen. Diese Werke sind ebenfalls in der Ausstellung zu sehen.
Zorn wuchs in einfachen Verhältnissen in der mittelschwedischen Provinz Dalarna auf, sorgte aber bereits während seines Studiums an der Königlichen Akademie der Künste in Stockholm für Aufsehen. Er begann das Studium 1875 im Alter von 15 Jahren und es zeigte sich schnell, dass er ein Jahrhunderttalent war.
Im Jahre 1881 verlobte sich Zorn mit Emma Lamm. Eine Heirat kam jedoch nicht in Frage, da Zorn eine Familie nicht hätte ernähren können. Um sein Studium fortzusetzen und gleichzeitig Geld zu verdienen, verließ Zorn seine schwedische Heimat und bereiste Frankreich, Spanien, Nordafrika und die Türkei. Während er sich danach in London (1882–1885) aufhielt, konnte er sich auf dem englischen Kunstmarkt etablieren. Zorn und Emma Lamm heirateten im Herbst 1885 in Schweden.
In Paris (1888–1896) erlebte er den Durchbruch des Impressionismus aus erster Hand und eroberte ab 1893 die USA im Sturm. Dabei war Zorn zunächst fast ausschließlich als Aquarellist tätig, ab 1887 wandte er sich aber mehr und mehr der Ölmalerei zu.
Garant für den immensen Erfolg war neben dem Gespür für zeitgemäße Themen Zorns einzigartige technische Fähigkeiten. Seine Werke wirken ungemein leichtfüßig und spontan – dabei war sein Schaffensprozess aufwändig und wohlkalkuliert.
Wandlungsfähiger Künstler
Zorn war ein schillernder, höchst wandlungsfähiger Künstler, der sich nicht leicht einordnen lässt. So finden sich neben impressionistischen Elementen zugleich Hinweise auf verschiedene Kunsttendenzen der Zeit, wie etwa die Salonmalerei. Auch kosmopolitische Perspektiven ziehen sich durch sein Schaffen, die aber immer wieder von Motiven seiner schwedischen Heimat Dalarna durchbrochen werden, wo er sich 1896 endgültig niederließ. Diese werden im Spätwerk immer bedeutender. Darin beschäftigt sich Zorn zunehmend mit dem Verhältnis von Mensch und Natur.
Weitere Informationen: Ausstellung Anders Zorn