Ernst Barlach Haus

Ewald Mataré. "Nichts ohne Natur". Tierplastiken

Die Ausstellung zeigt rund 70 plastische Werke und Arbeiten auf Papier des Bildhauers, Grafikers und Malers.

Mataré Liegende Kuh Skulptur
Ewald Mataré: Kleine liegende Kuh, 1929, Bronze, Dauerleihgabe Museum KurhausSchenkung Sonja Mataré. VG Bild-Kunst, Bonn 2026; Foto: Annegret Gossens

21. Juni bis 11. Oktober 2026

Tiere als zentrales Thema und Motiv

Ewald Mataré (25. Februar 1887 bis 29. März 1965) wurde in Burtscheid (heute ein Aachener Stadtteil) geboren. Er arbeitete als Bildhauer, Grafiker und Maler. Im Mittelpunkt seines Werkes stehen stilisierte Tierskulpturen und sakrale Auftragsarbeiten. Bereits als Schüler erhielt Mataré Privatunterricht bei dem Bildhauer Karl Krauß und dem Maler Eugène Klinckenberg. Ab 1907 studierte Mataré Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Berlin.

In Berlin begann Mataré auch seine Laufbahn -  zunächst als Maler. Während eines Aufenthalts auf der Nordseeinsel Wangerooge im Sommer 1920 aber, fertigte Mataré mehr als einhundert Holzschnitte und experimentierte mit angeschwemmten Hölzern. Auf diese Weise gelangte er zur Bildhauerei. Und als Bildhauer wurde Mataré auch zu einer der prägenden Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts in Deutschland.

In der Plastik waren Tiere Matarés zentrales Thema und Motiv. Vor allem Kühe hatten es ihm angetan. Aus ihren Körperformen destillierte Mataré die für ihn typischen zeichenhaft abstrahierten Skulpturen. Stets aufs Neue suchte er dabei nach Formen für "Wesen" und "Essenz". 

Die sorgsame Oberflächenbearbeitung so unterschiedlicher Materialien wie Zink, Bronze, Silber, Nussbaum- oder Ebenholz verleihen seinen oft kleinfornatigen Objekte neben der Abstraktion einen zusätzlichen besonderen Reiz.  

"Entarteter" Künstler mit nachhaltiger Wirkung

Matarés elegant stilisierende Formensprache hatte in der jungen Bundesrepublik nachhaltige Wirkung. Denn obwohl seine Kunst 1932 von den Nationalsozialisten als "entartet" gebrandmarkt worden war, konnte Mataré eine erfolgreiche Lehrtätigkeit an der Düsseldorfer Kunstakademie für sich verbuchen. Bereits 1932 wurde er an die Akademie berufen, aber schon ein Jahr später als "entarteter" Künstler entlassen. Doch 1946 wurde Mataré von der Düsseldorfer Kunstakademie erneut zum Professor für Bildhauerei ernannt. Zu seinen Schülern zählen Erwin Heerich, Joseph Beuys und Günter Haese.

Kleine Kostbarkeiten von großer Ausdruckskraft

Die gemeinsam mit dem Kunsthaus Dahlem in Berlin und dem Museum Lothar Fischer in Neumarkt in der Oberpfalz realisierte Ausstellung zeigt rund 70 plastische Werke und Arbeiten auf Papier aus dem Museum Kurhaus Kleve – kleine Kostbarkeiten von großer Ausdruckskraft.

Weitere Informationen: Ausstellung Ewald Mataré

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