28. November 2025 bis 10. Mai 2026
Die sozialen und ökologischen Probleme im Fokus
Philip Montgomerys (geb. 1988) Interesse gilt den Konflikten und Allianzen innerhalb der amerikanischen Gesellschaft.
Für seine Fotografien begibt sich Montgomery an die Schauplätze soziale und ökologischer Probleme. Wie etwa Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt oder Gebiete, die durch Hurrikane und Überschwemmungen verwüstet wurden. Oder Familien, die Angehörige durch die leichtfertige Verschreibung opioidhaltiger Medikamente verloren haben.
Ob in Minneapolis nach der Ermordung von George Floyd oder in Miami während des Hurrikans Irma – seine Fotografien zeichnen sich durch eine spürbare Spannung zwischen der Zeitlosigkeit seiner dramatischen Bildsprache - die Bilder erscheinen klar komponiert und manchmal fast arrangiert - und der Dringlichkeit des dargestellten Geschehens aus.
Es gelingt es Montgomery mit sicherem Blick die Momente des Innehaltens im Strudel der Ereignisse einzufangen, so dass der Eindruck einer großen Nähe zu den Menschen entsteht. Gleichzeitig bestechen die Aufnahmen durch ihre meist durch Blitzlicht erzeugten Kontraste. Verstörende Zusammenhänge und eine fragile, oft surreale Schönheit, kommen dadurch an die Oberfläche. Seine Entscheidung, stets in Schwarz-Weiß zu fotografieren, verstärkt diese Wirkung.
Obwohl Montgomery häufig für Tageszeitungen und Magazine arbeitet, heben sich seine Fotografien von der Flut der Bilder in digitalen Medien ab. Dafür scheut er sich auch nicht seine Bilder mit einer gewissen Dramatik aufzuladen. Für Montgomery ist dokumentarische Fotografie niemals gleichbedeutend mit emotionaler Zurückhaltung oder vermeintlicher Neutralität. Er offenbart vielmehr die Realitäten des amerikanischen Lebens – unmittelbar und ungestellt, doch zugleich durch seine unverwechselbare Ästhetik verwandelt.
Auf diese Weise erinnern beispielsweise seine Fotografien von den Protesten nach der Ermordung des Afroamerikaners George Floyd 2020 in ihrer scheinbaren Zeitlosigkeit an die Massenproteste der Bürgerrechtsbewegung in den 1960er Jahre.
Erste große Einzelausstellung mit über 100 Arbeiten
Mit American Cycles präsentiert das PHOXXI die erste große institutionelle Einzelausstellung Montgomerys.
Von Donald Trumps erster populistischer Kampagne bis zur Black-Lives-Matter-Bewegung, über Naturkatastrophen, die durch den Klimawandel verstärkt werden, bis hin zu Wirtschaftskrisen und deren Auswirkungen auf die Menschen, zeigt die Ausstellung über 100 Arbeiten aus den Jahren 2014 bis heute. Darunter auch Montgomerys Porträts von Persönlichkeiten aus Politik und Kultur sowie seine Untersuchung politischer Netzwerke und neu entstehender sozialer Bewegungen.
Einblick in ein Jahrzehnt amerikanischer Geschichte
Die Ausstellung bietet einen einzigartigen Einblick in ein Jahrzehnt amerikanischer Geschichte, das von politischem Aufruhr und sozialen und ethnischen Konflikten geprägt ist.
Weitere Informationen: Ausstellung Philip Montgomery