Ernst Barlach Haus

Ulla von Brandenburg. Schüttelt Schattendramen aus dem Ärmel

Im Sommer und Herbst 2024 verbrachte Ulla von Brandenburg als Stipendiatin der Villa Kujoyama fünf Monate in Kyoto und tauchte intensiv in die japanische Kultur ein. Die künstlerischen Ergebnisse dieser Recherchen präsentiert sie nun in einer Ausstellung,

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Ulla von Brandenburg: Le pari, 2024–2025, courtesy of the artist and Art : Concept, Paris; Galerie Meyer Riegger, Berlin/Karlsruhe; Pilar Corrias Gallery, London; Produzentengalerie Hamburg
Ulla von Brandenburg: Le pari, 2024–2025, courtesy of the artist and Art : Concept, Paris; Galerie Meyer Riegger, Berlin/Karlsruhe; Pilar Corrias Gallery, London; Produzentengalerie Hamburg VG Bild-Kunst, Bonn 2026; Foto: Romain Darnaud

Von 22. Februar bis 7. Juni 2026

Ulla von Brandenburg (* 1974 in Karlsruhe) ist Malerin, Grafikerin, Installations- und Videokünstlerin und Professorin für Kunst und Malerei an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe. Sie lebt in Paris.

Ihr Werk wurde schon in bedeutenden Museen und Galerien gezeigt, beispielsweise in London, Paris, New York, Zürich, Düsseldorf, Hamburg und Berlin.

Museum wird zur Theaterbühne

Die Ausstellungen von Ulla von Brandenburg sind stets außergewöhnliche Gesamtkunstwerke aus Malerei, Skulptur, Textilarbeiten, Film und Performances. Ausstellungsräume verwandelt die Künstlerin in Theaterbühnen, auf denen sich neue Welten entfalten – poetisch, komplex und voll rätselhafter Erinnerungsspuren.

Lob des Schattens

Den Sommer und Herbst 2024 verbrachte Ulla von Brandenburg als Stipendiatin der Villa Kujoyama in Kyoto und tauchte intensiv in die japanische Kultur ein. Sie studierte die verschiedenen Typen des japanischen Figuren- und Puppentheaters, die Festkultur und ihre Rituale, erkundetet die traditionelle Architektur und die Vielfalt textiler Färbetechniken. Sie beschäftigte sich auch intensiv mit dem Volksglauben an die unübersehbare Schar der Yōkai – freundliche Geister oder bösartige Dämonen sowie der Ästhetik des Zwie- und Dämmerlichts, die der japanische Autor Jun’ichirō Tanizaki 1933 in seinem berühmt gewordenen Essay "Lob des Schattens" beschrieb.

In der Ausstellung werden Arbeiten aus Japan gezeigt 

Als Ergebnis ihrer Erkundigungen entstanden in Japan zahlreiche Arbeiten, die Brandenburg nun in der Ausstellung präsentiert. Sie sind in vielerlei Hinsicht mit Brandenburgs bisherigem Schaffen verknüpft. 

Etwa mit dem Schattentheater in ihrem Film von 2023 "Un bal sous l’eau (Ein Unterwasserball)", den Brandenburg in der Ausstellung ebenfalls vorführt. 

Die Ausstellung hat Brandenburg mit einem Zitat des expressionistischen Bildhauers und Dramatikers Ernst Barlach (1870–1938) überschrieben – auch er ein Theatermensch und Meister des Vieldeutigen, mit offenen Sinnen für das Übernatürliche und die Sphären der Yōkai.

Schattenspiel zur Eröffnung

Gemeinsam mit den Performern Benoit Résillot und Giuseppe Molino eröffnet Ulla von Bandenburg ihre Schau mit dem Schattenspiel "Wir werden wieder Raum haben und nicht bloß Fläche" (abermals ein Barlach-Zitat). Überdies wird eine filmische Fassung der Performance während der Ausstellung zu sehen sein. 

Eine weitere Ergänzung ist das kostenfreie 8-seitige Magazin 11 (Format 46 x 32 cm), mit dem Ulla von Brandenburg eine in loser Folge erscheinende Publikationsreihe fortsetzt.

Weitere Informationen: Ausstellung Ulla von Brandenburg

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