Denkmäler Altona Elbchaussee 31, 31a und 40: Ensemble „Heine-Park“ - Geschichte der Landhauskultur

Elbchaussee 31, 31a und 40: Ensemble „Heine-Park“ - Geschichte der Landhauskultur

Das Ensemble „Heine-Park“ 

Elbchaussee 31a
wurde wegen seiner Bedeutung als Dokument der Geschichte der Landhauskultur an der Elbchaussee und als Zeugnis der Bau- und Wohnkultur des frühen 19. und 20. Jahrhunderts sowie aus ortsgeschichtlichen Gründen in die Denkmalliste eingetragen. Es besteht aus dem Wohngebäude Elbchaussee 31a, dem Heineschen Gärtnerhaus Elbchaussee 31 und der 1913 errichteten Villa Elbchaussee 43.

Die Geschichte des Grundstücks am südöstlichen Ende der Elbchaussee geht in das 18. Jahrhundert zurück. Der ausgedehnte Garten wurde nach englischem Muster angelegt und Anfang der 1790er Jahre ein zweigeschossiges Wohnhaus errichtet. Im Jahre 1812 erwarb der Hamburger Bankier Salomon Heine das Grundstück und ließ 1832 das Gärtnerhaus an der Elbchaussee 31 erbauen. Es wurde bereits 1962 in die Denkmalliste eingetragen.

Bei dem zweigeschossigen, walmgedeckten Putzbau Elbchaussee 31a handelt es sich vermutlich um das Gebäude, das Salomon Heine in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts für seine Tochter und seinen Schwiegersohn hatte bauen lassen. Klassizistische Formen an Fenster- und Türrahmen sowie die rautenförmig verlegten Sandsteinplatten verweisen auf eine Entstehung im frühen 19. Jahrhundert. Ergänzungen des Interieurs stammen aus dem späten 19. Jahrhundert beziehungsweise aus der Jahrhundertwende. Um 1880 ließ eine Erbin Heines das von Blacker errichtete Wohnhaus abbrechen. Durch ein Enteignungsverfahren wurde sie 1890/91 dazu gezwungen, über 2000 qm Grundfläche für die Verbreiterung der heutigen Elbchaussee sowie für weitere Straßenbaumaßnahmen abzugeben. Nach ihrem Tod wurde ein öffentlicher Verkauf der Grundstücke angeordnet. Während die Grundstücksteile nördlich der Elbchaussee in den Besitz der Stadt Altona gelangten und als parzelliertes Bauland weiterveräußert wurden, gelangte das südlich der Elbchaussee gelegene Areal in einer Zwangsversteigerung 1903 in den Besitz des Kommerzienrates und Mühlenindustriellen Georg Plange. Er ließ geringfügige Umbauten vornehmen und bewohnte mit seiner Familie das Gebäude.

Die Villa Elbchaussee 43 ließ Plange 1913 für seinen Sohn Carl errichten. Der breit gelagerte Putzbau ist der Reformarchitektur zuzurechnen, wobei in der Ausbildung der Details sich neo-barocke Formen wiederfinden. Den Repräsentationsanspruch des Hausherrn verdeutlichen aufwändige Holzvertäfelungen im Eingangsbereich, die großzügige Treppenanlage und die Mosaikpflasterung im Erdgeschossflur.

1939 wurde der gesamte Landsitz an die Hamburger Finanzverwaltung verkauft, um das Parkgebiet im Zuge der seinerzeit geplanten Elbufergestaltung für den Ausbau der Seefahrtsschule mit zu benutzen. Durch den Abriss des zentralen Landhauses und besonders durch die Erweiterung der Seefahrtsschule hat das Areal des Blackerschen bzw. Heineschen Gartens im Laufe seiner Geschichte erhebliche Veränderungen erfahren. Dennoch erinnern die ins parkartige Grün eingebetteten Gebäude Elbchaussee 31, 31a und 43 anschaulich an die Vorgeschichte des Geländes als Landsitz bedeutender Hamburger Persönlichkeiten.