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Konzept Tagesgruppe

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Die Tagesgruppe ist ein lebensweltorientiertes teilstationäres Angebot der Jugendhilfe für Kinder und deren Familien, bei denen die Perspektiven hinsichtlich ihrer weiteren Entwicklung und des familiären Hintergrundes noch so günstig sind, dass eine vollstationäre Unterbringung verhindert werden kann.

Tagesgruppe

Konzept Tagesgruppe


Die Tagesgruppe bietet eine intensivere sozialpädagogische Betreuung in einem für das Kind überschaubareren Rahmen als es in der Kindertagesbetreuung oder vergleichbaren Angeboten möglich ist.

Zielgruppe und Zugang zum Angebot
Betreut werden schulpflichtige Kinder im Alter von 8 bis 12 Jahren, mit eingeschränkter sozialer Kompetenz, Schulschwierigkeiten und/oder problematischem Familiensystem. 
Voraussetzung für eine Betreuung in der Tagesgruppe ist, dass die Kinder und das familiäre Bezugssystem über Ressourcen verfügen, die durch die Tagesgruppe stabilisiert werden können.
Der Zugang zum Angebot erfolgt über eine Feststellung des individuellen Hilfebedarfs durch das jeweils zuständige Jugendamt und eine Hilfebewilligung.

Gesetzliche Grundlagen
Das Angebot „Tagesgruppe“ ist eine Hilfe zur Erziehung gem. § 27 i.V.m. §32 32 SGB VIII. Für die individuelle Ausgestaltung der Hilfe ist ein Hilfeplan nach §36 SGB VIII aufzustellen. 

Pädagogisches Konzept 
Die Hilfe in der Tagesgruppe wird in räumlicher Nähe zum Wohnumfeld des Kindes angeboten. Sie ist geeignet, seine Entwicklung zu unterstützen, indem sie ihm „Soziales Lernen“ in einer Gruppe ermöglicht und indem sie sich gezielt mit der schulischen Förderung befasst.
Die Zusammenarbeit mit den Eltern und deren Beratung (§§ 28, 37 SGB VIII) ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit in der Tagesgruppe. Sie unterstützt den Hilfeverlauf und trägt dazu bei, den Verbleib des Kindes in der Familie zu sichern. Dabei werden die Lebensbezüge des Kindes in die Gestaltung des Betreuungsalltags einbezogen.
Diese Vorgehensweise unterstützt seine Integration in den Stadtteil, trägt so zu seiner Identitätsbildung bei und ist wichtig für eine gelingende Ablösung.
Folgende Ziele werden in der pädagogischen Arbeit angestrebt:
Identität / Biographie
Stärkung der Ich-Kompetenzen
Aufarbeitung von Entwicklungsrückständen des Kindes
Soziale und persönliche Kompetenz
Stärkung der sozialen Kompetenz
Akzeptanz von Stärken und Schwächen bei sich und anderen
Anwendung adäquater Handlungs- und Rollenmuster zur Zielerreichung und Konfliktlösung
Integration in das Regelangebot
Alltagskompetenz
Entwicklung und Einhaltung einer konstruktiven Tages- und Wochenstruktur
Stärkung lebenspraktischer Fähigkeiten
Schule 
Unterstützung der schulischen Integration
Förderung der Lernbereitschaft des Kindes
Umgang mit Angehörigen
Unterstützung und Anleitung in der konstruktiven Beziehungsgestaltung zu Eltern und / oder Angehörigen
Betreuung und Lebensort
Aktive Beteiligung an der Entwicklung des Hilfeplans durch Formulierung eigener Vorstellungen
Achtung und Respekt für den jeweiligen Lebensort
Sonstiges
Entwicklung von Körpererfahrung
Ziele in Bezug auf die Angehörigen
Klärung der Beziehungsdynamik innerhalb der Familie
Verbesserung der Erziehungsbedingungen in der Familie
Identifikation in der Familie
Verstärkung von Selbsthilfepotenzialen der Familie

Gestaltung des Betreuungsalltags
Die Betreuung der Kinder orientiert sich an einer individuellen und ganzheitlichen Entwicklungsförderung und wird mit Einsatz integrativer sozialpädagogischer Methoden geleistet.  
Im Betreuungsalltag werden folgende pädagogische Leistungen erbracht:

Entwicklung und Förderung von Handlungskompetenz
Förderung der Kommunikations- und Konfliktfähigkeit
Einübung von Sozialverhalten durch gruppen- und erlebnispädagogische Maßnahmen
gezielte Spiele, Übungen und Projekte nach individuellem Plan
gezielte und individuelle Interventionen zur Integration der Kinder in das Regelangebot
Reflektion des Sozialverhaltens in Gruppengesprächen
Integrationshilfen nach innen und außen, insbesondere Kontakt und / oder Zugehörigkeit zu Gruppen und Cliquen

Lebenspraktischer Bereich
Übernahme von Verantwortlichkeiten im täglichen Leben 
Erlernen von lebenspraktischen Fähigkeiten, wie bspw. Einkaufen, Nahrungszubereitung, Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel
Erlernen des Umgangs mit Medien / mit PC

Unterstützung im medizinischen Bereich und gesundheitsbezogene Prävention
Beratung der Eltern bei der Gesundheitsvorsorge und -versorgung ihres Kindes
Medikamentengabe nach Verordnung und Absprache mit den Eltern
Förderung zur Auseinandersetzung mit der eigenen Geschlechterrolle 

Unterstützung bei der Tagesstruktur 
Unterstützung bei der Strukturierung des Tages- und Wochenablaufes im Lebensfeld des Kindes
regelmäßige Mahlzeiten
Einbindung in Aktivitäten außerhalb der Gruppe (Sport, Musik u.ä.)

Schulische Förderung
Schule
Förderung der Arbeitshaltung, z.B. durch täglich strukturierte Begleitung des Kindes bei der Erledigung von Hausaufgaben
Kontrolle des Lernerfolges
Kontakte zur Schule in Absprache mit den Eltern
Aufarbeitung schulischer Defizite in Einzel- bzw. Kleingruppenbetreuung
Sonstige Bildungsförderung
Besuch von Kulturveranstaltungen
Förderung der Lern- und Konzentrationsfähigkeit durch Einsatz besonderer Methoden (z.B. Psychomotorik)

Anleitung zur Freizeitgestaltung / Ferienmaßnahmen
Planung und Durchführung von strukturierten Freizeitmaßnahmen
Kontaktförderung in der Lebenswelt des Kindes bspw. zu Sportvereinen
regelhaft Ferienmaßnahmen ggf. Ferienfahrten im Sommer
Arbeit mit den Angehörigen / Vormündern bzw. Pflegern / dem sozialen Umfeld / weiteren Institutionen
Beratung der Eltern in Erziehungsfragen / regelmäßige Elterngespräche
Unterstützung bei der Entwicklung von Tagesstruktur in dem familiären System
Thematisierung von Alltagsproblemen und gemeinschaftliche Entwicklung von Lösungsstrategien
positive Verstärkung der Selbsthilfepotenziale der Familie
Abstimmung der Verantwortlichen zwischen Eltern, Schule und Tagesgruppe
Einbeziehung der Eltern in Gruppenaktivitäten
Zusammenarbeit mir den jeweiligen Fachinstitutionen wie bspw. REBBZ

Betriebsstruktur
Die Betreuung in der Tagesgruppe findet am Standort Eißendorfer Pferdeweg 40, 21075 Hamburg statt. Für die Gruppenaktivitäten stehen ein Gruppenraum, eine große Gemeinschaftsfläche, 2 Funktionsräume, eine große Essküche, Sanitärräume und das große Außengelände mit einer Spiel- und Sportfläche zur Verfügung.
Die Betreuung wird von sozialpädagogischen Fachkräften mit einem Personalschlüssel von 1:4,5 geleistet. Die Betreuungszeit ist Montag bis Freitag von 10:00 bis 18:00 Uhr bzw. im Rahmen von Gruppenaktivitäten bis 19:00 Uhr 

Kontakt für den Inhalt
Freie und Hansestadt Hamburg
Landesbetrieb Erziehung und Beratung
Conventstraße 14, 22089 Hamburg
Tel.: + 49 (40) 428 15 3000 
Email: info@leb.hamburg.de


Hinweis: Der hier dargestellte Inhalt ist identisch mit der unten stehenden, nicht barrierefreien PDF-Datei. Auf Wunsch senden wir Ihnen das Konzept gern in Papierform zu.  
Kontakt: Landesbetrieb Erziehung und Beratung, Öffentlichkeitsarbeit, Bettina Bormann, Telefon: (040) 428 15 30 03.

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