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Konzept Jugendwohngemeinschaft Casa Rifugio für junge Menschen mit psychischen Störungen

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Das Angebot der Jugendwohngemeinschaft Casa Rifugio richtet sich an junge Menschen ab 14 Jahren, die aufgrund einer Psychose, einer neurotischen Störung oder einer Persönlichkeitsstörung einen befristeten Bedarf an intensiver pädagogischer Unterstützung haben. Die Jugendwohngemeinschaft Casa Rifugio versteht sich als ein Nachsorgeangebot für Jugendliche und junge Erwachsene mit Psychiatrieerfahrungen. Diese jungen Menschen benötigen im Zusammenleben ein auf ihre besonderen Problemlagen abgestimmtes Unterstützungssystem. Als Voraussetzung für die Aufnahme gilt, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Unterbringung in der Jugendwohngemeinschaft als Hilfe für sich annehmen bzw. Veränderungen für sich akzeptieren und erarbeiten wollen sowie begonnene (therapeutische) Maßnahmen fortführen.

Schutz Hilfemaßnahme Junge Menschen mit psychischen Störungen

Konzept Jugendwohngemeinschaft Casa Rifugio für junge Menschen mit psychischen Störungen


In der Jugendwohngemeinschaft Casa Rifugio werden Jugendliche und junge Erwachsene nach den Maßgaben des Kinder- und Jugendhilfegesetzes und/oder des Bundessozialhilfegesetzes betreut. Rechtliche Grundlagen sind die §§ 27, 34, 35, 35a und 41 SGB VIII und § 53 SGB XII.

Örtliche Lage und Einbindung der Einrichtung
Die Jugendwohngemeinschaft Casa Rifugio liegt in ländlicher Umgebung in Alleinlage in Altengamme und besteht aus zwei eng zusammenstehenden reetgedeckten Häusern, die sich auf einem Hofgelände befinden. Die räumlichen Gegebenheiten bieten einen überschaubaren Lebensraum mit der Möglichkeit einer erhöhten Privatsphäre. Zu dem Grundstück gehören 16.700,00 qm Wald und Wiesenfläche. In 20 m Entfernung befindet sich ein kleines, durch die Gemeinde betriebenes, öffentliches Freibad (Naturwasser).

Die beiden Häuser verfügen über Einzelzimmer, eine Küche und sanitäre Einrichtungen. Im Haupthaus befinden sich darüber hinaus ein Mitarbeiterzimmer, ein Gemeinschaftsraum und ein Essraum. Ein daran angeschlossener Seitenflügel bietet 3 Apartmentplätze. Jedes Apartment ist mit einem eigenen Badezimmer ausgestattet. Der Gemeinschaftsraum im Seitenflügel, ausgestattet mit einer Küchenzeile, bietet die Möglichkeit zum gemeinsamen Essen und gemeinsamer Freizeitgestaltung.

Es besteht eine gute Verkehrsanbindung und die Bushaltestelle ist in fünf Minuten zu Fuß erreichbar. Das Zentrum von Bergedorf ist mit dem Bus in 30 Minuten zu erreichen.

In Curslack/Neuengamme gibt es eine Haupt- und Realschule, die auch ein Schulbussystem organisiert. In Bergedorf sind alle Schulformen vertreten - einschließlich Förderschulen mit Integrationsklassen. Weiter kann in Bergedorf das Regionale Bildungs- und Beratungszentrum (ReBBZ) für schulische Integration genutzt werden. Die berufliche Rehabilitationseinrichtung „Bergedorfer Impuls“ bietet Angebote im Beschäftigungs- und Ausbildungsbereich für psychisch erkrankte Menschen.

Der Stadtteil Bergedorf verfügt über eine umfangreiche ärztliche und psychiatrische Versorgung mit eigenem Ärztehaus im Zentrum.

Platzangebot
Die Jugendwohngemeinschaft verfügt über 7 Plätze sowie 3 Apartmentplätze, die sich auf die beide Häuser verteilen. Zuzüglich besteht die Möglichkeit für 3 – 5 junge Menschen eine Nachbetreuung im trägereigenen Wohnraum, wie auch in der eigenen Wohnung, anzubieten.

Erfordernisse des Aufnahmeverfahrens
Die Gestaltung der Übergänge, wie bspw. Kontaktaufnahmen oder Ablösephasen werden besonders sensibel auf die Bedürfnisse der jungen Menschen ausgerichtet. Es handelt sich erfahrungsgemäß für die jungen Menschen um kritische Passagen, die Hoffnungen und Erwartungen, aber auch Ängste und Rückfälle auslösen können.

Grundlagen für die Aufnahmeentscheidung sind:

Unverbindliches Info-Gespräch 
Problemanalyse/Ressourcenanalyse
Sozialbericht
Ärztliche Gutachten
Aufnahmebogen
Aufnahmevereinbarung mit dem/der Jugendlichen über die verbindliche Teilnahme an tagesstrukturierenden Angeboten.
Die Einrichtungsleitung entscheidet in Kenntnis der vorliegenden Unterlagen, der aktuellen Gruppenkonstellation sowie in Abstimmung mit dem Team und einer externen Kinder- und Jugendpsychiaterin über die Einleitung eines Aufnahmeverfahrens nach folgendem Phasenmodell:

Anbahnungsphase
Anbahnung der Aufnahme durch Besuche des/der Jugendlichen 
Bekannt machen des/der Jugendlichen mit der konkreten Wohnsituation und den neuen Wohnbedingungen
Erstgespräch, nach erfolgtem Info-Termin mit dem/der Jugendlichen und Klärung, welche institutionellen und individuellen Ressourcen einbezogen werden können
Aufnahmevereinbarung (Arbeitsbündnis) mit dem/der Jugendlichen 
Aufnahmekonferenzen unter Beteiligung der Einrichtungsleitung und einer/s Sozial-pädagogIn

Aufnahmephase- und Eingewöhnungsphase
Probewohnen
Planung und Begleitung des Einzugs 
Willkommens-Paket, Vereinbarungen treffen, auf Rechte und Pflichten hinweisen, Erläuterung des neuen Alltagsablaufs, Klärung anfallender Fragen und finanzielle Erstversorgung
Einzugsgespräch
Benennung der BezugsbetreuerInnen
Integrierendes Gruppentreffen
Gemeinschaftliche Ressourcensuche
Kontaktaufnahme zum sozialen Umfeld des/der Jugendlichen, Besuche, Gespräche, Beratung sowie Absprachen, Vereinbarungen und Verbindlichkeiten herstellen
Gemeinsam den „roten Faden“ für die Hilfeplanung erstellen
Übersicht über die ärztlich verordnete Medikamenteneinnahme herstellen
Mit den Eltern/Sorgeberechtigten den Stellenwert der Herkunfts-familie und des neuen Lebensortes im Leben des/der Jugendlichen besprechen
Zielvereinbarung/Handlungsplan erstellen insbesondere auch für Krisensituationen
Unterstützung, sich in den neuen Lebensort hineinzufinden.

Zeitnah und dann in der Regel halbjährlich werden mit allen beteiligten Fachkräften, dem oder der Jugendlichen sowie den Sorgeberechtigten Hilfeplankonferenzen durchgeführt, um die Hilfeplanung zu konkretisieren, zu überprüfen und fortzuschreiben.

Abgestuftes Betreuungssetting
Junge Menschen mit psychischen Störungen, die eine Hilfemaßnahme in der Jugendwohngemeinschaft Casa Rifugio in Anspruch nehmen, benötigen in der Regel über längere Zeiträume kontinuierliche und klare Strukturen. Gleichwohl sollen sie im vertrauten Rahmen (wieder)entdeckte und neu erworbene Ressourcen trainieren.

Im Wohngruppensetting werden gemeinsam basale Fähigkeiten trainiert, Ressourcen (wieder)entdeckt, die Tagesstruktur erfahren sowie die konstruktive Auseinandersetzung mit sich und den Gruppenmitgliedern geübt.

Die drei Apartmentplätze, in der Regel im Anschluss an das Wohngruppensetting, dienen der Erprobung der individuellen Selbstständigkeit. 

Ein individuell abgestimmter Betreuungsplan ermöglicht das Leben in vertrauten Strukturen unter dem Einsatz erhöhter Eigenverantwortung. Dazu gehört, immer abgestimmt auf die vorhandenen Ressourcen des jungen Menschen, 

die Verantwortungsübernahme für das Apartment 
der angemessene Umgang mit dem Finanzbudget 
die Organisation des Alltags, Beruf und Eingliederung
das aktive Einholen von Betreuung und Beratung.

In der Apartmentsituation hat der junge Mensch insbesondere in Krisensituationen die Möglichkeit der pädagogischen Unterstützung Rund-um-die-Uhr.

Der Auszug aus der Jugendwohngemeinschaft Casa Rifugio in den trägereigenen Wohnraum oder in die eigene Wohnung kann im Rahmen von Nachbetreuung zeitlich befristet begleitet werden. Hilfestellungen in der veränderten Lebenssituation sind vorrangig im Herstellen des sozialen Netzwerkes angesiedelt.

Personalausstattung
Das Team besteht aus Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen. Einige verfügen über handwerkliche oder therapeutische Zusatzausbildungen.

Die Einrichtungsleitung verfügt über eine Zusatzausbildung als Kinder und Jugendtherapeutin.

Das Team erhält regelhaft Team- und Fallsupervision durch einen Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie sowie im Rahmen des Aufnahmeverfahrens ärztliche und psychiatrische Beratung.

Die SozialpädagogInnen erhalten fortlaufend die Möglichkeit der Qualifizierung und Fortbildung.

Personalausstattung:

6,5 Stellen Sozialpädagoginnen/Sozialpädagogen
0,5 Stelle Leitung
1 Stelle Hauswirtschaftliche Fachkraft
Honorarkräfte

Pädagogische Ziele der Betreuung
Erfahrungsgemäß verläuft die Hilfemaßnahme der jungen Menschen in der Jugendwohngemeinschaft Casa Rifugio in drei Phasen. Nach der Aufnahme steht die körperliche und psychische Stabilisierung im Vordergrund. Im weiteren Hilfeverlauf bilden sich die (Neu)orientierung und das Erschließen von dafür notwendigen Handlungsstrategien heraus.
In der Verselbständigungsphase sollen die erworbenen Fähigkeiten in Verbindung mit höherer Eigenverantwortung konsolidiert werden.


  Stabilisierung von
  Basisfähigkeiten
  Phase 1


Orientieren und Erschließen
Phase 2


Verselbständigen
Phase 3

Die nachfolgend aufgeführten Ziele sind grundsätzlich nicht den Phasen zuzuordnen, sondern bestimmen mit unterschiedlicher Gewichtung die gesamte Hilfemaßnahme.

Die Zusammenarbeit mit den jungen Menschen ist geprägt durch wertschätzende und empathische Haltung. Psychische Erkrankungen werden als Überlebensstrategie und Lebenskrisen verstanden, die zugleich Chancen für die individuelle Entwicklung eröffnen. 

Ziele:

Soziale und Persönliche Kompetenz
Förderung der Kontakt- und Beziehungsfähigkeit
Wahrnehmung und Formulierung eigener Bedürfnisse
Wahrnehmung der Bedürfnisse anderer und Entwicklung eines angemessenen Umgangs
Schrittweise Übernahme von Verantwortung für sich und andere
Erwerb und Pflege von Beziehungen zu Familie und Freunden
Unterstützung bei der Persönlichkeitsentwicklung
Entwicklung von Konfliktfähigkeit
Konstruktiver Umgang mit Alltagsproblemen
Entwicklung eines angemessenen Nähe–Distanz-Verhältnisses
Realistische Einschätzung der Selbst- und Fremdbestimmung
Die Folgen eigener Entscheidungen und Handlungen einschätzen lernen
Auseinandersetzung mit Geschlechteridentität / Sexualität
Identifikation mit der jeweiligen Geschlechterrolle

Alltagskompetenz
Entwickeln und Einüben einer Tagesstruktur
Anleitung zur Körperpflege in Bezug auf
Ernährung
Bewegung
Bekleidung
Körperhygiene
Gesundheitsprävention
Unterstützung bei der Inanspruchnahme von externen Hilfesystemen, behördlichen Angelegenheiten, Arztbesuchen und Therapieangeboten
Gegenseitige Rücksichtnahme und Achtung im alltäglichen Zusammenleben
Mitbestimmung und Gestaltung des alltäglichen Zusammenlebens
Gestaltung und Pflegen einer angenehmen Wohnumgebung
Erwerb von Grundlagen hauswirtschaftlicher Fähigkeiten
(Neu)entwicklungen und Pflege von Interessen und Hobbys

Umgang mit der Störung
Krisenbewältigung
Sich selber wahrnehmen, annehmen, neue Handlungsstrategien entwickeln, Ziele definieren und verfolgen
In den Austausch über Aspekte der Erkrankung gehen und sich informieren (Psycho-edukation)
Frühwarnzeichen erkennen
Erkennen und Bearbeiten von als hinderlich erfahrenen Überlebensstrategien

Schule/ Beruf/ Ausbildung
Orientierung und Erschließen von internen und externen Lernangeboten
Lernangebote wahrnehmen
Konzentrationsfähigkeit trainieren
Unterstützung bei der schulischen und beruflichen Weiterentwicklung annehmen durch:
Enge Zusammenarbeit mit Schulen, Rehabilitationseinrichtungen und Ausbildungsstätten für und mit den Jugendlichen
Wahrnehmung von Beratungsangeboten der Agentur für Arbeit und internes und/ oder externes Bewerbungstraining

Tagesstruktur / Alltagskompetenzen
Durch eine alltagsstrukturierte Ausrichtung der Jugendwohngemeinschaft Casa Rifugio wird durch wiederkehrende und sinnstiftende Handlungsmuster dem Bedürfnis nach Sicherheit und Orientierung der Jugendlichen Rechnung getragen. Die Strukturierung und planvolle Gestaltung des Alltags bietet auch außerhalb der Schul- und Beschäftigungszeiten Anregung zur Freizeitgestaltung mit Honorarkräften. So werden die Jugendlichen in einen geregelten Tagesablauf einbezogen, der eine verpflichtende Übernahme häuslicher Aufgaben und Integration in Regelsysteme (Aktiv- und Ruhezeiten, Essenszeiten) vorsieht.
Durch diese Rahmenbedingungen sollen die Jugendlichen befähigt werden, Selbstwertgefühl und verantwortliche Selbstständigkeit zu entwickeln.
Zur Tagesstruktur zählt:

Einhalten von Tag - Nachtrhythmus
Schulbesuch / Beschäftigung / Arbeit / Reha
Beteiligung an der Gestaltung des Lebens in der Wohngruppe
Tätigkeiten im häuslichen Bereich / Übernahme von organisierten Auf-gaben und Pflichten
Erledigung von Einkäufen
Vor- / Zubereitung von Mahlzeiten erlernen
Einnahme regelmäßiger Mahlzeiten
Regelmäßige Einnahme von Medikamenten
Beachten der körperlichen Hygiene
Gestaltung und Pflege des persönlichen Bereiches und der Einrichtung
Mobilität, Benutzung von Verkehrsmitteln
Umgang mit Geld
Erledigung von Behördenangelegenheiten
Teilhabe an freizeitpädagogischen Angeboten
Einzel-/Gruppengespräche täglich
Rituale / Feste / Jahreszeiten

Tagesablauf:
In der Gestaltung des Alltags sollen die individuellen und aktuellen Möglichkeiten der Jugendlichen Berücksichtigung finden. Ergänzend zu den externen Aktivitäten wird mit jedem Jugendlichen ein individueller Wochenplan erstellt.
 
Ab 6:00    Weckzeiten, Körperhygiene, Aufräumen der Zimmer, Schulvorbereitung       
 8:00    Frühstück / Samstag 9:00 und Sonntag 10:00       
 8:30    Aktivzeit / Aufräumen der Zimmer, Schulvorbereitung       
 9:00 – 12:00    Interne Angebote:
Lernangebote, Werkstattangebote,
Garten- und Hofpflege, Sportangebot    Externe Angebote:
Bspw. Schule, Arbeit, Berufsvorbereitung, Praktika und Therapie       
12:30    Mittagessen       
13:30    Mittagsruhe       
14:45    Kaffeerunde; wöchentlich mit Juniorteam       
Ab 15:15    Interne Angebote durch Honorarkräfte    Schule, Arbeit, externe Freizeitaktivitäten, Besuchszeiten       
18:30    Abendessen / Abendrunde : (Individueller) Tagesrückblick, Abendplanung       
22.00     Zimmerruhe / 22:30 am Wochenende     

Schulische und berufliche Orientierung
Die Unterstützung und Sicherung von Schulbesuch, Praktika, Förderlehrgängen und Ausbildung ist für die weitere Entwicklung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen von großer Bedeutung. Zugang zu sozialen und beruflichen Chancen hängen von der Beherrschung kultureller Grundtechniken und von Schul- und Berufsabschlüssen ab. Falls erforderlich erhalten die jungen Menschen zunächst strukturierende Angebote (diverse Brett- und Karten- Spiele, PC-gestützte Konzentrationsübungen, handwerkliche Tätigkeiten, Sport etc.) 
Die Jugendwohngemeinschaft Casa Rifugio bietet Unterstützung und Förderung in der schulischen und der beruflichen Orientierung. Für weitere schulische Planungen wird mit dem Regionalen Bildungs- und Beratungszentrum (ReBBZ), dem HIBB sowie mit freien Trägern zusammen gearbeitet, die niedrigschwellige Angebote anbieten. 
Für die berufliche Orientierung kann in Abstimmung u.a. mit dem „Bergedorfer Impuls“ auf die vielfältigen regionalen beruflichen Orientierungsmöglichkeiten und niedrigschwellige Angebote zurückgegriffen werden. Darüber hinaus werden die Möglichkeiten der Agentur für Arbeit einbezogen.

Gesundheitliche Förderung und Prävention
Das körperliche, geistige und seelische Wohl der Jugendlichen steht im Fokus aller pädagogischen Bemühungen. Die gesundheitliche Förderung und Prävention sensibilisiert die jungen Menschen für das eigene Körpergefühl und den eigenständigen Umgang mit Fragen ihrer Gesundheit. Hierzu zählen:
Beachtung des gesundheitlichen Befindens
Wahrnehmung notwendiger Arztbesuche
Unterstützung bei der Erkennung von Frühwarnzeichen und dem adäquaten Umgang 
Hilfestellung zum Einüben präventiver Möglichkeiten im Umgang mit Rückfällen/Krisen, bspw. Stressmanagement
Psychoedukation
Förderung eines angemessenen gesundheitsbewussten Umgangs mit dem eigenen Körper
Aufklärung und Unterstützung in Bezug auf medizinische und gesundheitliche Versorgung, Schwangerschaftsvorsorge sowie präventive Maßnahmen
Aufklärung über die im Zusammenhang mit Suchtmittelmissbrauch stehenden Gefahren
Sexualerziehung: Aufklärung, Schutz vor Aids, Kenntnisse im Umgang mit Sexualität, Familienplanung
Medikamentenvergabe nach Verordnung
Medikamenteneinnahme anleiten und überprüfen 
Führen von individuellen Memozepten
Unterstützung beim Aufbau einer Compliance zum behandelnden Psychiater/Psychiaterin
Raum für Ruhe und Entspannung
Berücksichtigung geschlechtsspezifischer Aspekte.

Zusammenarbeit mit den Angehörigen (und ihren Vertretern)    
Bei der Betreuung von Jugendlichen übernimmt der Landesbetrieb Erziehung und Beratung mit seinem Angebot Aufgaben der Eltern. Das Angebot Jugendwohngemeinschaft Casa Rifugio steht nicht in Konkurrenz zu den Eltern. Bei Aufnahme der/des Jugendlichen erfolgt eine Klärung der gegenseitigen Beziehungswünsche und Erwartungen im Familiensystem. Dabei werden in erster Linie die Interessen der Jugendlichen vertreten und geschützt.

Weitere Aspekte der Angehörigenarbeit sind:

Abstimmung von Methoden, Regeln und Grenzen, die im Umgang mit dem/der Jugendlichen von der Jugendwohngemeinschaft Casa Rifugio und von den Eltern angewendet werden
Bearbeitung von Erfahrungen der/des Jugendlichen aus ihrem/seinem Leben bei den Eltern zur Neugestaltung und Entwicklung der Kontakte und Beziehungen
Gegebenenfalls abgebrochene Kontakte zu Mitgliedern der Herkunfts-familie mit dem/der Jugendlichen wieder herstellen
Wertschätzung der Eltern und Angehörigen in ihren positiven Anteilen, um zur Verminderung von Loyalitätskonflikten bei den Jugendlichen beizutragen 
Zusammenarbeit mit den Eltern
Unterstützung im Aussöhnungsprozess von Kind und Familie oder Begleitung eines Abgrenzungsprozesses bzw. Erarbeitung realistischer Einschätzung der Eltern-Kind-Beziehung
Einbeziehung und Information der Eltern in Absprache mit den Jugendlichen über den aktuellen Entwicklungsverlauf, über die Medikation und deren Wirkung sowie der allgemeinen Lebenssituation ihres Kindes
Beteiligung der Eltern an Entscheidungen für ihr minderjähriges Kind
Regelmäßige Besuchstermine an den Bedürfnissen des/der Jugendlichen orientiert, je Hilfeplanung auch individuelle Besuchstermine / Über-nachtungen
Information über externe Hilfe- und Beratungsangebote für Angehörige
Einbindung in Festlichkeiten der Jugendwohngemeinschaft Casa Rifugio in Absprache mit dem/der Jugendlichen.

Zusammenarbeit mit den Kinder- und Jugendpsychiatrien, Therapeuten und Ärzten
Es bestehen bereits tragfähige Kooperationen mit Kinder- und Jugendpsychiatrien. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der jeweiligen Kliniken erhalten Informationen zu der Örtlichkeit der Jugendwohngemeinschaft Casa Rifugio und der Arbeitsstruktur des Teams. Ebenso besteht die Möglichkeit des Vor-Ort- Besuchs. In aller Regel besteht die Vereinbarung mit den Klinikfachkräften, dass die erworbenen therapeutischen und pädagogischen Beziehungen durch die Behandlung in der Klinik gemäß des Bedürfnisses des Jugendlichen ausgeschlichen werden. Das bedeutet auch, dass krisenhaft verlaufende Phasen des/der Jugendlichen möglichst durch die entsendende Klinik (stationär wie ambulant) behandelt werden. Es zeigt sich, dass die gewachsenen und vertrauten Beziehungen während des Klinikaufenthaltes als Ressourcen für die Krisen-bewältigung nutzbar sind. 

Zu den Aufnahme-/Hilfeplankonferenzen werden nach Möglichkeit MitarbeiterInnen der Kinder- und Jugendpsychiatrien und des Jugendpsychiatrischen/Jugendpsychologischen Dienstes hinzugezogen.

Das Setting in der Jugendwohngemeinschaft Casa Rifugio sieht eine enge Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten und dem Sozialpädagogenteam vor. Die jungen Menschen werden zu der ambulanten psychiatrischen Behandlung in Absprache und/oder im Bedarfsfall begleitet. Liegt kein Einverständnis der/des Jugendlichen vor, wird zumindest ein Vorgespräch mit dem behandelndem Arzt geführt. Die Behandlungsgespräche werden stets mit dem/der Jugendlichen vor- und nachbereitet.

Jugendliche und junge Erwachsene, die therapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen möchten, werden in der Anbahnungsphase durch das sozialpädagogische Team unterstützt. Eine darüber hinausgehende Zusammenarbeit findet nur in Absprache mit dem/der Jugendlichen und dem/der behandelnden Therapeutin statt.

Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und dem Fachamt Eingliederungshilfe
Die MitarbeiterInnen des Jugendamtes sowie des Fachamtes Eingliederungshilfe des Bezirksamtes Wandsbek haben vor und während des Anfrage- und Aufnahmemanagements die Möglichkeit, durch die Konzeption und Vor–Ort– Besuche eine fachliche Position hinsichtlich der zu verfügenden Hilfemaßnahme zu erwerben. In der Regel wird vor der Aufnahme zeitnah eine Hilfeplankonferenz durch das zuständige Jugendamt durchgeführt, in der gemeinsam mit dem jungen Menschen, den Personensorgeberechtigten bzw. einem/einer staatlich bestellten BetreuerIn und den MitarbeiterInnen der entsendenden Psychiatrie konkrete Hilfeziele ausgehandelt werden. Die MitarbeiterInnen des Jugendamtes sowie des Fachamtes Eingliederungshilfe des Bezirksamtes Wandsbek werden im weiteren Hilfeverlauf, unabhängig von den halbjährlich stattfindenden Hilfeplankonferenzen, über die Ausgestaltung angemessen und geregelt informiert. In krisenhaften Verläufen werden sie frühzeitig informiert und einbezogen.


Kontakt für den Inhalt
Freie und Hansestadt Hamburg
Landesbetrieb Erziehung und Beratung
Conventstraße 14, 22089 Hamburg
Tel.: + 49 (40) 428 15 3000 
Email: info@leb.hamburg.de 

Hinweis: Der hier dargestellte Inhalt ist identisch mit der unten stehenden, nicht barrierefreien PDF-Datei. Auf Wunsch senden wir Ihnen das Konzept gern in Papierform zu.  
Kontakt: Landesbetrieb Erziehung und Beratung, Öffentlichkeitsarbeit, Bettina Bormann, Telefon: (040) 428 15 30 03, E-Mail: Bettina.Bormann@leb.hamburg.de 

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