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Konzepte Kinderschutzgruppe Plus

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In der „Kinderschutzgruppe Plus werden Kinder in der Altersgruppe zwischen sechs und zwölf Lebensjahren aufgenommen, die an einer überdurchschnittlichen psychischen Belastung oder einer nach ICD 10/MAS diagnostizierten psychischen Störung leiden und aufgrund einer Kindeswohlgefährdung gemäß § 42 SGB VIII durch das Jugendamt in Obhut genommen worden sind oder deren Eltern aufgrund einer akuten Krisensituation beim Jugendamt eine Hilfe zur Erziehung gemäß § 27 i.V. § 34 SGB VIII beantragt haben. 

Kinderschutzgruppe Plus

Konzept Kinderschutzgruppe Plus

Oftmals waren bereits vor Aufnahme entsprechende Hilfen eingesetzt, die jedoch nicht angenommen oder nicht wirksam wurden. Die Unterbringung dient der Krisenintervention und ist daher ausschließlich auf die Phase der weiteren Perspektivklärung und die Übergangsphase in Betreuungszusammenhänge, die das Kindeswohl ausreichend wie auch dauerhaft sichern können, begrenzt. Bei einer Aufnahmeanfrage wird dem Jugendamt das Angebot im Rahmen des Anfragemanagements dargestellt.

Die in der „Kinderschutzgruppe Plus“ aufgenommenen Kinder haben in der Vergangenheit bereits hohe Belastungen in ihrer Entwicklung erlebt. Diese sollten im Rahmen des Aufenthaltes durch eine pädagogische Betreuung soweit wie möglich aufgefangen werden. Ergänzend findet, sofern erforderlich, hausintern eine kinder- und jugendpsychiatrische Begleitung und Beratung statt. Darüber hinaus können bei einzelnen Kindern im Rahmen der pädagogischen Ziel- und Prozessplanung weitere unterstützende Angebote im Hilfeprozess eingesetzt werden.  

Das vorrangige Hilfeziel ist es, dass die Eltern während des Aufenthalts ihres Kindes in der Kinderschutzgruppe ihre Erziehungsfähigkeit, insbesondere auch im Hinblick auf den besonderen Hilfebedarf ihrer Kinder, soweit entwickeln, dass eine Rückkehr des Kindes in den elterlichen Haushalt zu verantworten und möglich ist. Sie werden dabei durch die Elternarbeit der Einrichtung unterstützt.

Sollten die Eltern nicht in der Lage sein, dieses Ziel in einem absehbaren Zeitfenster zu erreichen, wird angestrebt, mit Ihnen einvernehmlich eine andere, tragfähige Perspektive für ihr Kind zu erarbeiten. Dies kann eine zeitlich befristete oder auf Dauer angelegte Unterbringung des Kindes zum Beispiel bei anderen Familienangehörigen, in einer Sozialpädagogischen Lebensgemeinschaft, einer intensiv pädagogisch betreuten Wohngruppe oder einer therapeutischen Einrichtung sein.

Die anstehende Rückführung des Kindes in den elterlichen Haushalt oder die Anbahnung und Überleitung in andere Betreuungsverhältnisse wird am individuellen Bedarf des Kindes orientiert und so sanft gestaltet, dass nach Möglichkeit keine zusätzlichen Belastungen für das Kind entstehen. Für die Hilfeplanung und Beendigung der Inobhutnahme ist das Jugendamt zuständig; es wird durch Fachkräfte der Kinderschutzgruppe unterstützt. 

Gesetzliche Grundlagen und Aufnahmeverfahren

Bei diesem Angebot handelt es sich um eine Inobhutnahme nach § 42 SGB VIII. Die Aufnahme kann jederzeit über ein Hamburger Jugendamt erfolgen. In besonders gelagerten Einzelfällen kann eine Betreuung als Hilfe zur Erziehung nach § 34 SGB VIII fortgesetzt werden. Voraussetzungen hierfür sind:
Eine Hilfe nach § 34 SGB VIII ist rechtlich vertretbar, insbesondere im Hinblick auf die Mitwirkung der Sorgeberechtigten und die Schutzbedürfnisse des Kindes.
Die Klärung der Lebensperspektive für das Kind kann absehbar nicht in angemessener Zeit, i.d.R. innerhalb von drei bis sechs Monaten, abgeschlossen werden. 
Die erforderliche erzieherische Hilfe ist im Setting der Kinderschutzgruppe leistbar. Hierfür ist es erforderlich, dass die Einrichtung in die Hilfeplanung einbezogen ist und ihr hinsichtlich der Umsetzbarkeit zustimmt.
Die Hilfeplanung berücksichtigt, dass die Betreuung in der Kinderschutzgruppe zeitlich begrenzt sein muss bis zur Klärung der Lebensperspektive und des Übergangs an einen neuen Lebensort.

Besondere Anforderungen im Aufnahmeprozess 

Die fallführende ASD-Fachkraft übermittelt vor bzw. spätestens mit der Aufnahme des Kindes in die Einrichtung alle erforderlichen Informationen, insbesondere die für den Hilfeprozess relevanten Diagnosen und Befunde, damit ein Fallverstehen sowie eine individuelle fachliche Betreuung sichergestellt werden kann und notwendige flankierende Maßnahmen zeitnah eingeleitet werden können.

Sofern es erforderlich ist, wird unmittelbar nach Aufnahme auf der Basis der vorliegenden Informationen in einem Gespräch mit der fallführenden Fachkraft des ASD, einem Gespräch mit dem Sorgeberechtigten und einem Gespräch mit dem Kind ein Ersteinschätzungsbogen  bearbeitet, der sowohl dem pädagogischen Prozess dient, aber auch eine Grundlage für die kinder- und jugendpsychiatrische Diagnostik ist. 

Sofern bereits vor der Aufnahme ein gewalttätiges Verhalten beim Kind bekannt ist, wird zeitnah nach Aufnahme in einem Gespräch mit der fallführenden Fachkraft des ASD, einem Gespräch mit dem Sorgeberechtigten und einem Gespräch mit dem Kind der Fragebogen zur individuellen Einschätzung/Problemanalyse im Hinblick auf gewaltbereites Verhalten des Kindes   bearbeitet.
Nach der Eingewöhnungsphase wird ergänzend eine Genogrammdiagnostik  erstellt, um familiengeschichtliche Zusammenhänge, Gesundheitsrisiken, Bindungen, Verstrickungen, Konflikte und Ressourcen des Familiensystems zu erkennen, zu analysieren und sowohl den Beteiligten als auch den pädagogischen Fachkräften dadurch bewusst, zugänglich und dadurch veränderbar zu machen. Zudem können das Fallverstehen gefördert und die gewonnenen Erkenntnisse in der Planung und Ausgestaltung des Betreuungsprozesses berücksichtigt werden.

Gestaltung des Betreuungsalltags 

Soziale und emotionale Unterstützung 

Die Kinder werden dabei unterstützt, die zur Inobhutnahme führenden Ursachen zu verstehen und zu bewältigen.
Die Kinder werden bei der Bewältigung traumatischer Erlebnisse unterstützt.
Die aktuelle Krisensituation und die oftmals mit der Herausnahme verbundenen Gefühle von Schuld und Kränkung werden mit dem Kind bearbeitet. 
Die Kinder erfahren Akzeptanz ihrer Person und werden dabei unterstützt, erlerntes unangemessenes Verhalten zu verändern und sich individuelle Konfliktlösungskompetenzen zu erarbeiten.
Wichtige Ereignisse und Entscheidungen, die die aktuelle Lebenssituation oder die Zukunft des Kindes betreffen, werden altersgerecht und aktiv mit dem Kind besprochen. 
Das Kind wird dabei unterstützt, tragfähige Beziehungen zu knüpfen, zu gestalten und zu halten.
Dem Kind wird beim Aufbau altersentsprechender Alltagskompetenzen geholfen und zwar insbesondere durch den Einbezug und die Übernahme von Aufgaben im Tagesablauf.
Den Kindern werden Rückzugsräume angeboten, damit sie sich vor einer Überstimulierung im Gruppenalltag schützen können. 

Bindungssicherheit 

Die Kinder erfahren, dass sich die pädagogischen Fachkräfte als Bindungspersonen anbieten und auf ihre Bedürfnisse authentisch, empathisch, feinfühlig und verlässlich reagieren. 
Die Zuordnung einer Bezugsbetreuung im „Tandem“ ermöglicht eine intensive Befassung mit dem individuellen Bedarf des Kindes.
Das Kind erlebt einen strukturierten und sicherheitsbietenden Tagesablauf, feste Rituale und genügend Freiräume für individuelle Bedürfnisse und eine Selbsterprobung.
Die Eltern-Kind-Bindung wird durch Aufklärung, Begleitung und Anleitung der Eltern in der Versorgung und Betreuung des Kindes während der Besuchszeit unterstützt.
Bindungen zu Geschwistern und Freunden werden nach Möglichkeit aktiv gefördert.
Das Kind wird altersentsprechend auf den Wechsel in die weiteren Betreuungs-zusammenhänge vorbereitet. Die Anbahnungs- und Überleitungsphase in neue Lebenszusammenhänge orientieren sich am Tempo des Kindes. 

Förderung der motorischen und kognitiven Entwicklung

Den Kindern wird gezielt altersentsprechendes Spielzeug für die Förderung der Fein- und Grobmotorik angeboten.

Die Kinder werden zur Bewegung und dem Aufenthalt im Freien animiert. Mit der Aufnahme wird eine Erkundung des Einrichtungsumfeldes durchgeführt. 
Bei regionalen Aufnahmen von Kindern aus dem Sozialraum wird, soweit sie dorthin auch zurückkehren sollen, eine Einbindung in sozialräumliche Angebote, wie z.B. Sportvereine, Kindertreffs usw., angestrebt.
Den Kindern werden altersentsprechende Bildungsmaterialien, wie zum Beispiel Spiele, Bücher, Zeitschriften, ausgesuchte Sendungen und Filme, angeboten.
Dem Kind wird interessiert und aktiv zugehört. Es erhält die Zeit, die es braucht, um sich auszudrücken. Mimik, Gestik und Körpersprache des Kindes werden feinfühlig erfasst, interpretiert und ihm gegenüber gespiegelt, um die Eigenwahrnehmung und Selbstwirksamkeit zu fördern.
Das Kind wird durch gezielte Anregung in der Erweiterung seines Sprachschatzes unterstützt und ein unangemessener Sprachgebrauch korrigiert.
Der Schulbesuch der Kinder wird sichergestellt. Gegebenenfalls findet eine sogenannte Gastbeschulung in einer Schule in der Nähe der Einrichtung statt. In den Fällen, in denen nur ein zeitlich begrenzter Schulbesuch stattfinden kann, werden einrichtungsintern ergänzende Lernangebote durch die pädagogischen Fachkräfte durchgeführt. 
Die Sicherstellung des Besuches an der Heimatschule kann nicht gewährleistet werden. Dies ist abhängig von der Distanz des Schulwegs und der Möglichkeit, Fahrdienste externer Dienstleister zu finden und zu organisieren. 
Die Kinder werden in ihren schulischen Belangen unterstützt.

Ernährung 

Die Mahlzeiten werden in der Regel zu festen Zeiten in der Gruppe und gemeinsam mit Fachkräften in einer ruhigen Atmosphäre eingenommen. 
Die Abläufe rund um die Mahlzeiten erfolgen wiederkehrend, sind damit für die Kinder vorhersehbar und strukturieren den Tag.
Die Kinder werden entsprechend ihres Entwicklungsstandes an der Auswahl der Gerichte im Essensplan, am Einkauf und der Zubereitung der Speisen, aber auch den vor- und nachbereitenden Abläufen, wie dem Tisch auf- und abdecken usw., beteiligt.
Die Auswahl der Lebensmittel ist vitamin- und nährstoffreich sowie ausgewogen. 
Spezielle medizinisch-diätische sowie kulturelle Bedarfe werden berücksichtigt.

Pflege und Hygiene 

Der Pflegeumfang und die Pflegesituation orientieren sich am Alter, dem Bedarf und dem Tempo des Kindes.
Die Kinder werden regelmäßig bei der Körper- und Mundhygiene angeleitet und altersentsprechend begleitet. Ihnen wird zudem die Notwendigkeit durch Erklärung und Aufklärung vermittelt. Der Pflegeumfang und die Pflegesituation orientieren sich am Alter, dem Bedarf und dem Tempo des Kindes.

Medizinische Betreuung 

Unmittelbar nach Aufnahme wird ein erster Gesundheitscheck durchgeführt.
Es wird im Pädagogischen Tagebuch eine „Gesundheitsliste“ geführt, in der alle Erkrankungen, Arzttermine, Behandlungen und der Genesungsprozess erfasst werden.
Die aufgenommenen Kinder werden im Verlauf der ersten Tage einem Kinderarzt vorgestellt, der eine Aufnahmeuntersuchung durchführt und gegebenenfalls zu weiteren Fachärzten überweist.
Die erforderlichen Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen werden in Abstimmung mit den Sorgeberechtigten entsprechend des empfohlenen Altersfensters durch den Kinderarzt durchgeführt.
Ärztliche Folgetermine werden geplant und begleitet.
Im Bedarfsfall erfolgt eine Vorstellung in Fachinstituten für Kindesentwicklung. 
Eine Medikamentengabe erfolgt entsprechend der ärztlichen Verordnung.
Ärztlich verordnete therapeutische Leistungen können im Haus durch externe Leistungsanbieter durchgeführt werden. Es wird u.a. mit Logopädie, der Krankengymnastik sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie kooperiert. Empfehlungen zur Förderung im Alltags-Handling werden umgesetzt.

Elternarbeit 

Zu Beginn des Aufnahmeprozesses wird die Gestaltung der Besuchskontakte und die Erwartungen an die Zusammenarbeit mit den Eltern besprochen und im Verlauf des Hilfeprozesses gegebenenfalls aktualisiert.
Es werden ab Aufnahme regelmäßig zwei Besuchskontakte angeboten. Bei einer anstehenden Überleitung des Kindes an die Kindeseltern oder in Fällen, in denen eine enge Bindung des Kindes an die Eltern aufrecht erhalten, gefördert oder intensiviert werden sollte, können nach Absprache in einem Fachgespräch oder in der Hilfeplanung auch individuelle Besuchskontakte geplant werden.
Es finden regelmäßige Elterngespräche statt und es wird über die aktuelle Lebenssituation und daraus resultierende Bedarfe des Kindes informiert.
Die Besuchskontakte werden mit den Eltern und dem Kind vor- und nachbereitet.
Die Eltern werden bei der Kontaktgestaltung zu ihrem Kind angeleitet. 
Sie erhalten Tipps und Empfehlungen zum altersgerechten Umgang mit ihrem Kind und zu anstehenden Entwicklungsfragen.
Wenn ein sicherer und altersentsprechender Umgang der Eltern mit ihrem Kind während der Besuchszeit zu erwarten ist, können sich die Eltern ungestört mit ihrem Kind zurückziehen.
Im Ausnahmefall kann eine Begleitung des Besuchskontaktes durch eine Fachkraft der Einrichtung erfolgen. 
Sollte eine regelhafte Begleitung der Eltern erforderlich sein, ist eine durch den ASD einzurichtende Umgangsbegleitung erforderlich. Sofern eine Umgangsbegleitung über das Jugendamt eingerichtet wurde, wird der Umgangsbegleiter an der Elternarbeit beteiligt.
Die Eltern werden transparent an der weiteren Perspektivklärung ihres Kindes und an einer möglichen Anbahnung in andere Betreuungsverhältnisse beteiligt.
Die Eltern und das Kind werden gemeinsam auf eine geplante Rückkehr vorbereitet und der Wechsel in die Herkunftsfamilie wird behutsam begleitet. Im Rahmen von Anbahnungsphasen zur Rückkehr des Kindes in den elterlichen Haushalt können die regulären Besuchskontakte noch einmal ausgeweitet werden.

Besondere Angebote zur Förderung der physischen und psychischen Gesundheit 

Im Rahmen des pädagogischen Prozesses können zusätzliche Angebote angezeigt sein, an denen die Kinder temporär oder regelhaft teilnehmen. Es handelt sich dabei um keine Regelleistungen. Ob eine Teilnahme angezeigt ist, entscheidet sich im pädagogischen Prozess nach individuellen Gesichtspunkten und wird durch die Einrichtung festgelegt und mit den Sorgeberechtigten abgestimmt. 

Kinder- und Jugendpsychiatrische Beratung und Behandlung 

Es findet (bei Bedarf) in regelmäßigen Abständen eine einrichtungsinterne kinder- und jugendpsychiatrische Begleitung und Beratung statt. Hierbei wird zunächst eine Diagnostik durchgeführt, auf deren Basis für die Kinder eine individuelle Unterstützungs- und Behandlungsplanung erstellt und mit dem pädagogischen Team abgestimmt wird.
Die Kinder werden durch die KJP-Gespräche entlastet und können durch differenzierte, alters- und fachgerechte Informationen einen Einblick und ein Verständnis in die Symptomatik der eigenen psychischen Störung entwickeln (Psychoedukation). Dies kann ihnen dabei helfen, besser mit ihren Symptomen umzugehen. 
Sofern im Einzelfall eine medikamentöse Versorgung angezeigt ist, wird diese in der Einrichtung durchgeführt. Sollte eine stationäre Aufnahme des Kindes in der KJP, zum Beispiel im Rahmen einer Krisenintervention, erforderlich sein, wird durch die KJP-Beratung der Aufnahmeprozess in die zuständige Klinik unterstützt.  
Zusätzlich finden Beratung und Begleitung des pädagogischen Teams statt. Hier werden wichtige Aspekte, die in der pädagogischen Betreuung zu berücksichtigen sind, erörtert und das konkrete Vorgehen in etwaigen Krisensituationen gemeinsam abgestimmt und entsprechende Vereinbarungen getroffen.
Heilpädagogisches Reiten 

Heilpädagogisches Reiten verbindet pädagogische, sozial-integrative, psychologische, psychotherapeutische und rehabilitative Elemente methodischen Arbeitens, die über das Pferd als Medium umgesetzt werden. Im Mittelpunkt steht dabei eine ganzheitliche Entwicklungsförderung des Kindes. Es wird durch die Arbeit mit dem Pferd und beim Reiten in seiner ganzen Person (körperlich, emotional, geistig und sozial) angesprochen und dabei in allen Sinnen gefordert. Je nach individuellem Bedarf des Kindes können dabei folgende Ziele im Vordergrund stehen:
die Verbesserung der Grobmotorik und der Tonusregulation (Körperspannung)
die Verbesserung des Gleichgewichts (Sicherheit und Vertrautheit werden durch turnerische Übungen auf dem Pferd gefördert)
die Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten, wie der Konzentration und Ausdauer, der sprachlichen Kompetenzen und des Aufgabenverständnisses
die Verbesserung der sozial-emotionalen Fähigkeiten, wie z.B. durch den Abbau von Ängsten, das Erlernen einer richtigen Selbsteinschätzung, den Aufbau von Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und wieder abzugeben sowie sich auf andere einzustellen, den Abbau von Aggressionen und innerer Unruhe durch den Kontakt und die Gleichmäßigkeit der Bewegungen des Pferdes.

Pädagogisches Boxen 

Im Mittelpunkt des Angebots Boxen steht neben dem Bewegungstraining das Erlernen sozialer Fähigkeiten. Es geht dabei sowohl um sportliche Fairness als auch um den Aufbau eines technisch-taktischen Denkens und Handelns. Die Kinder erlernen durch diesen Sport Regeln zu akzeptieren und diese Erfahrungen auf ihr alltägliches Verhalten zu übertragen, was erfahrungsgemäß insbesondere Erziehungsmängel bei Kindern ausgleichen kann. Bei auftauchenden Problemen werden von den Kindern zunehmend eigene Lösungen gesucht und das Vertrauen in die eigene Kompetenz gesteigert. Je nach individuellem Bedarf des Kindes können dabei folgende Ziele im Vordergrund stehen:  
eine Verbesserung im Bereich körperlicher Koordination, Kraft, Beweglichkeit, Ausdauer, verbunden mit dem Abbau von Bewegungsmangel und Reduktion von Übergewicht
eine Steigerung von Mut, Willenskraft und Widerstandsfähigkeit, mehr Disziplin und Selbstkontrolle sowie Verantwortungs- und Selbstbewusstsein 
eine Stärkung des Teamgeistes und der Teamfähigkeit durch das Gruppentraining mit hoher Integrationskraft
das Erlernen von Akzeptanz und Respekt anderen gegenüber.

Training zur Selbstregulation/Antiaggressionstraining 
Das Training zur Selbstregulation ist ein verhaltenstherapeutisches und ressourcen-orientiertes Verfahren, das die Kinder dabei unterstützt, problematische Verhaltens- und Denkweisen sowie Einstellungen durch eine verbesserte Selbstregulation zu verändern und mit Problemen und (psychischen) Belastungen besser umgehen zu können. Das Training findet in einer Kleingruppe statt, wobei sich durch die Gruppensituation zusätzlich besondere Wirkfaktoren entfalten können. Die Kinder erleben, dass auch andere gleiche oder ähnliche Probleme haben und fühlen sich dadurch nicht mehr alleine. Es ist ihnen möglich, in der Gruppe von anderen zu lernen, sie erhalten Feedbacks durch die Gruppe und damit eine unmittelbare Rückmeldung über ihre Fähigkeiten und Kompetenzen. Je nach individuellem Bedarf des Kindes können dabei folgende Ziele im Vordergrund stehen:
die Stressbewältigung und eine verbesserte Verhaltensregulation
der Erwerb von Problemlösungsfähigkeit 
der Erwerb von Konfliktfähigkeit und Frustrationstoleranz
der Gewinn einer inneren und äußeren Autonomie
der Erwerb einer inneren Balance
der adäquate Umgang mit eigenen Handicaps.

Flankierende Leistungen
Berichtswesen und Dokumentation 

Mit der Aufnahme wird für jedes Kind ein pädagogisches Tagebuch angelegt und regelmäßig geführt. In diesem werden Beobachtungen über die Entwicklung des Kindes und Besonderheiten im Verlauf der Betreuung mit den jeweiligen Daten aufgenommen.
In den ersten vier Wochen wird für das Jugendamt eine Aufnahmeinformation erstellt.
In der gesamten Zeit der Betreuung werden in regelmäßigen Abständen Verlaufs- berichte sowie Trägerbeiträge für anstehende Fachgespräche oder Hilfeplankonferenzen erstellt.
Besondere Vorkommnisse werden schriftlich mitgeteilt.

Begleitende Verfahren 

Die erforderlichen Einverständniserklärungen für Arzt- und Facharztbesuche, Impfungen, Heil- und Fördermaßnahmen sowie alle Einwilligungen, die nicht die Angelegenheiten des täglichen Lebens betreffen, werden bei den hierfür Verantwortlichen eingeholt.
Mitwirkung an Fachgesprächen und der Hilfeplankonferenz gemäß § 36 SGB VIII.
Regelmäßige telefonische Kooperation mit dem Jugendamt und dem Vormund.
Mitwirkung bei Anfragen durch Verfahrenspfleger und durch das Familiengericht bestellte Gutachter.
Kooperation mit Umgangsbegleitern und Sozialpädagogischen Familienhilfen, die das Familiensystem betreuen.

Dienstbesprechung, Fachberatung, Fortbildung und Supervision 

Einmal wöchentlich finden Dienstbesprechungen im Team, einmal monatlich im Einrichtungsverbund statt.
Die Koordinatoren und Einrichtungsleitungen nehmen mindestens dreimal jährlich an einer Kleinkinder-AG teil, um aktuelle und anstehende Themen im Bereich der Kleinkindbetreuung zu besprechen.
Die Verbundleitung und die Abteilungsleitung stehen den Fachkräften für Fallreflexion und Fallbesprechung, auch in Krisensituationen, zur Verfügung. 
Die Fachkräfte nehmen mindestens alle zwei Jahre an einer der fachspezifischen Fortbildungen teil: 
Erste-Hilfe-Kurs am Kind
Systemisches Arbeiten
Deeskalationsstrategien
Traumata-Grundlagenfortbildung
Kinderschutz–Grundlagenfortbildung
Training in der Abwehr körperlicher Angriffe. 
Darüber hinaus werden den Fachkräften die Teilnahme an themenbezogenen Fortbildungen über das Sozialpädagogische Fortbildungszentrum (SPFZ) und das Zentrum für Aus- und Fortbildung (ZAF) der Freien und Hansestadt Hamburg und andere Fortbildungsinstitute angeboten.
In besonders gelagerten Einzelfällen wird eine Fallbesprechung mit dem Jugendpsychologischen und –psychiatrischen Dienst (JPPD) initiiert.
Bei Bedarf werden darüber hinaus Beratungsleistungen für Fallbesprechung, Teamberatung und Teamsupervision in Anspruch genommen.

Betriebsstruktur
Dienstplanung 

Die Kinder werden in einer Gruppe von sechs  Kindern in einem Rund-um-die-Uhr-Schichtmodell mit Nachtbereitschaft im Gruppendienst betreut. In den Tagesstunden wird der Gruppendienst durch eine zweite Person unterstützt und von Montag bis Freitag zusätzlich durch eine Hauswirtschaftliche Fachkraft und eine Koordination begleitet.

Personal und Stellenplan 

Die Betreuung wird durch pädagogische Fachkräfte, in der Regel mit sozialpädagogischer Qualifikation, wahrgenommen, die aufgrund ihrer Persönlichkeit und fachlichen Kompetenzen besonders für die Betreuung von Kindern  mit herausforderndem Verhalten in Krisensituationen qualifiziert sind.
Die Funktion der Leitung und der Koordination ist mit sozialpädagogischen Fachkräften besetzt, die zudem als „insoweit erfahrene Fachkraft“ qualifiziert sind.
Das Personal wird in folgendem Umfang eingesetzt:
Pädagogisches Personal im Gruppendienst. Fachkräfte : Plätze    1:0,85
Hauswirtschaftliche Fachkräfte : Plätze    1:6
Koordination : Plätze    1:6
Leitung : Plätze    1:20
Verwaltungspersonal : Plätze    1:40

Finanzierung 

Die Finanzierung erfolgt durch die für die Jugendhilfe zuständigen Fachbehörde in Form einer Vollfinanzierung auf der Basis eines abgestimmten Tages-Entgelts.

Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung und -sicherung 

Neben den in Abschnitt 7 beschriebenen Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung und -sicherung sind fallunabhängige Qualitätsziele und die zur Erreichung notwendigen Schlüssel- und Kernprozesse im Qualitätshandbuch beschrieben. Prozesse von besonderer Wichtigkeit werden in Dienstanweisungen und Fachkonzepten beschrieben und gelten in den Einrichtungen des Landesbetriebs Erziehung und Beratung verbindlich. Für komplexe Vorgänge wird das Instrument der Fachstandards genutzt.
Die Erreichung der Qualitätsziele und die Einhaltung der Prozesse werden durch die Leitungskräfte überwacht und durch die Maßnahmen des Abschnitt 7 für den konkreten Einzelfall gewehrleistet. Die Bewertung der Qualität erfolgt im konkreten Einzelfall in den Hilfeplangesprächen, begleitet von den Maßnahmen des Abschnitt 7, gemeinsamen Gesprächen mit den Eltern- bzw. Klientinnen und Klienten und Trägerberichten. Fallunabhängig ist ein Besprechungswesen organisiert, in dem Qualitätsziele und Prozesse ereignis- und anlassindiziert überprüft werden. Je nach Falllage geht diesem eine Evaluation voran. 
Hinweise auf bedeutende Qualitätsabweichungen berichtet der Landesbetrieb Erziehung und Beratung der Aufsicht führenden Behörde und bewertet diese jeweils auch intern. Für den Schutz von Betreuten sind gesonderte Maßnahmen vor (vgl. 8.5 dieses Konzeptes). Ein Verfahren zur Beschwerde ist im Schutzkonzept beschrieben.
Die jeweils zwischen den Verbänden und der Sozialbehörde verhandelten Qualitätsentwicklungsvereinbarungen gelten verbindlich.

Maßnahmen zum Schutz und zur Beteiligung 

Die Verfahren und Handlungsabläufe beim Bekanntwerden gewichtiger Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung sind in der Dienstanweisung „Schutz bei Kindeswohlgefährdung“ (DA-KiSchutz) beschrieben. Ferner sind präventive Maßnahmen und Handlungsvorgaben zur Klärung von Verdachtsfällen und zur Beschwerde in persönlichen Angelegenheiten im „Schutzkonzept gem. § 79a SGB VIII“ für alle Einrichtungen des Landesbetriebs Erziehung und Beratung verbindlich normiert.
Die „Rahmenvereinbarung zum Schutzauftrag der Kinder und Jugendhilfe gem. §§ 8a Abs. 4 und 72a Abs. 1 u. 4 Achtes Buch Sozialgesetzbuch“ gilt verbindlich. Die Eignung des Personals und die (erneute) Vorlage des Führungszeugnis wird zentral durch die Personalabteilung, für Ehrenamtliche durch LEB 8E, überwacht.


Kontakt für den Inhalt
Freie und Hansestadt Hamburg
Landesbetrieb Erziehung und Beratung
Conventstraße 14, 22089 Hamburg
Tel.: + 49 (40) 428 15 3000 
E-Mail: info@leb.hamburg.de

Hinweis: Der hier dargestellte Inhalt ist identisch mit der unten stehenden, nicht barrierefreien PDF-Datei. Auf Wunsch senden wir Ihnen das Konzept gern in Papierform zu.  
Kontakt: Landesbetrieb Erziehung und Beratung, Öffentlichkeitsarbeit, Bettina Bormann, Telefon: (040) 428 15 30 03, E-Mail: Bettina.Bormann@leb.hamburg.de 


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