Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Informationsblatt des LEB LEB-ZEIT

Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Unsere Zeitung, die LEB-ZEIT, vermittelt ein lebendiges Bild von den Angeboten und Aktivitäten im Landesbetrieb Erziehung und Beratung - fachliche Berichte, aktuelle Entwicklungen und Einblicke in unsere Einrichtungen der Jugendhilfe. LEB-ZEIT erscheint vierteljährlich.

Unterricht im Lockdown Noch arbeitet die Studentin Mina in einem Nebenraum in der Clearingstelle Erstversorgung, so dass ihre Schüler jederzeit im persönlichen Kontakt etwaige Fragen klären könnten.

LEB-ZEIT

LEB-ZEIT, Ausgabe 57, März 2021 

LEB-ZEIT I Landesbetrieb Erziehung und Beratung I Informationsblatt Ausgabe 57 I März 2021 





Hinweis: Die aktuelle Ausgabe der LEB-ZEIT können Sie hier lesen. Ältere Ausgaben liegen nicht als barrierefreie Dokumente vor. Auf Wunsch senden wir sie Ihnen gern in Papierform oder als PDF-Datei zu. 

Kontakt: Landesbetrieb Erziehung und Beratung, Öffentlichkeitsarbeit, Bettina Bormann, Telefon: (040) 428 15 30 03.


„Wenn ich lernen will, kann ich das hier wie in der Schule“

Unterricht im Lockdown – Einblicke in einige Einrichtungen des LEB  

Die Pandemie stellt uns vor einige Herausforderungen – unter anderem vor die, dafür zu sorgen, dass Schülerinnen und Schüler in Zeiten, in denen die Pforten der Schulen geschlossen bleiben, weiter lernen können. Wie gestalten die Fachkräfte in unseren Einrichtungen das Homeschooling? Hier einige Einblicke.  

In einem anderen Raum der Erstversorgung folgt Jawed konzentriert dem Unterricht, der individuell und in direktem Austausch verläuft.  In einem anderen Raum der Erstversorgung folgt Jawed konzentriert dem Unterricht, der individuell und in direktem Austausch verläuft. 

„Für mich macht es keinen Unterschied, ob ich in die Schule gehe oder Online-Unterricht habe. Mir ist wichtig, dass ich die Möglichkeit erhalte, etwas zu lernen“, sagt Jawed. Seit zwei Monaten haben er und die anderen Bewohner der Clearingstelle Erstversorgung im Tannenweg „corona-konformen“ Unterricht. Gebeutelt durch zwei Quarantäne-Phasen in der Einrichtung haben die Fachkräfte das Projekt Homeschooling ins Leben gerufen. „Zunächst mussten wir die technischen Voraussetzungen schaffen und im Rahmen einer Testphase sicherstellen, dass die Jugendlichen gut mit dem System klarkommen“, erklärt Jan Schulte, Leiter des Fachbereichs Clearing UMA. 

Projektleiter Masood Atmar und seine vier Teammitglieder, allesamt Studierende, haben das Projekt Homeschooling in der EVE gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften entwickelt. Sie alle haben selbst einen Migrations- oder Fluchthintergrund. Mit den Sprachen Dari, Englisch, Arabisch, Farsi, Urdo und Türkisch können die Studierenden bislang alle jungen Flüchtlinge erreichen. Sollten später andere Sprachen benötigt werden, werden weitere Lehrerinnen und Lehrer aus dem studentischen Umfeld eingebunden.

Projektleiter Masood Atmar und sein Teamkollege Aditya sprechen die Unterrichtseinheiten ab. Projektleiter Masood Atmar und sein Teamkollege Aditya sprechen die Unterrichtseinheiten ab.

Eine besondere Problematik in der Erstversorgung ist der sehr unterschiedliche Bildungsstatus der Jugendlichen. Die Bandbreite reicht „vom klassischen Analphabeten bis hin zu Jugendlichen, die schon gut Englisch sprechen und im Schulsystem integriert waren“, beschreibt Jan Schulte. „Aber das Lernsystem, das wir hier anbieten, ist frisch und dynamisch, die Betreuten lernen unglaublich schnell.“ 

In der Anfangsphase des Projekts sind die Unterrichtenden noch persönlich in der Einrichtung, jedoch in einem anderen Raum als die jungen Schüler. Später werden sie sich in der Uni aufhalten. Für den Anfang ist jedoch zunächst einmal sichergestellt, dass sich mögliche Fragen rasch und von Angesicht zu Angesicht klären lassen und die Jugendlichen Vertrauen fassen. Sie arbeiten am Tablet, bekommen Aufgaben und haben auch die Möglichkeit, die Unterichtsstunde individuell zu beeinflussen, etwa weil sich im aktiven Tun neue Fragen ergeben. Der Unterricht entspricht quasi einer Face-to-Face-Situation und ist damit sehr intensiv und individuell auf die Bedürfnisse des einzelnen Schülers ausgerichtet, auch was Zeiten, Arbeitsunterlagen oder etwa Nachhilfebedarfe angeht. 

Alle seien begeistert, so Jan Schulte: „Das hat sich auch daran gezeigt, dass die Schüler, vor die Wahl gestellt, lieber Homeschooling machen wollten anstelle eines Ausflugs.“ Der Wille zu lernen, sei sehr ausgeprägt bei den Betreuten. So äußert Jawed über das digitale Lernsystem: „Die Meinungen unter uns Jugendlichen gingen auseinander, einige haben das Online-System infrage gestellt, aber wir haben sehr viel gelernt. Wenn ich lernen will, kann ich das hier und in der Schule. Ich bin sehr dankbar dafür, dass wir diese Möglichkeit haben.“ 

Jan Schulte betont den Stellenwert des Unterrichts: „Die Bildungsgeschichte unserer Betreuten ist Teil des Clearingprozesses.“ Das Ziel sei es, alle zu erreichen und niemanden auszugrenzen. „Darum werden wir das Projekt auch immer wieder anpassen müssen, je nachdem welche Betreuten nachrücken.“ 

Die Bildungsunterschiede in der EVE sind erheblich: Einige Schüler müssen erst noch alphabetisiert werden. Die Bildungsunterschiede in der EVE sind erheblich: Einige Schüler müssen erst noch alphabetisiert werden.

​​​​​​​In der Jugendhilfeabteilung Ost haben sich die Kinder- und Jugendhilfeverbünde (KJHV) Bergedorf I und II zusammengetan, die Schülerinnen und Schüler aus den Pädagogisch Betreuten Wohngruppen Homehaus, Billwerder Billdeich und Ladenbeker Furtweg sind zum Unterricht per Zoom eingeladen. „Wir haben dafür die Studentin Linda-Maria Molsner gewinnen können“, berichtet Laura Tober, Leiterin des KJHV Bergedorf II. „Die Jugendlichen treffen sich zu festen Zeiten in einem Raum, während die Studentin bei sich zu Hause am Computer sitzt.“ 

Für diesen Zweck wurden für jede Pädagogisch Betreute Wohngruppe je drei Laptops angeschafft. Mittlerweile nehmen sechs bis sieben Betreute an dieser freiwilligen Beschulung teil. „Parallel dazu gibt es das digitale Unterrichtsangebot der Schule, jedoch ist dies für einige zu anspruchsvoll“, schildert Laura Tober. Nicht alle könnten die Aufgaben, die seitens der Schule gestellt werden, selbstständig bearbeiten, denn das Bildungsniveau gehe weit auseinander: „Wir haben Mädchen, die erst seit kurzem in Deutschland sind, die Sprache nicht beherrschen und teilweise noch nie zur Schule gegangen sind, und wir haben solche, die sich gerade auf ihren mittleren Bildungsabschluss vorbereiten.“ 

Auch für Linda-Maria Molsner ist dies eine große Herausforderung, dennoch: „Es macht mir Spaß, die Betreuten bei ihren Aufgaben zu unterstützen und ich lerne selbst jedesmal etwas Neues. Auch wenn ich mich auf alle künftigen Zoom-Sitzungen freue, hoffe ich doch, dass ich die Schülerinnen und Schüler irgendwann auch einmal persönlich vor Ort kennenlernen darf.“ 

In der Pädagogisch Betreuten Wohngruppe Buschkamp der Jugendhilfeabteilung Nord werden sechs Mädchen im Alter von 13 bis 18 Jahren im Homeschooling betreut. „Diesmal hat uns die Situation nicht so kalt erwischt wie beim ersten Lockdown“, schildert Maria Zuniga. „Wir sind gut ausgestattet mit Laptops von der Schule und eigenen.“ 
Für alle beginnt die Schule zwischen 8 und 8.30 Uhr, dann ziehen sich die Schülerinnen in ihre Zimmer zurück und arbeiten per Live-Übertragungen mit Zoom. Auch ihre Hausaufgaben erledigen die Betreuten weitgehend selbstständig. „Im ersten Lockdown mussten wir Betreuerinnen und Betreuer noch viel kontrollieren, aber mittlerweile läuft das gut.“ Ein Mädchen bereite sich gerade auf ihre Abschlussprüfung vor, „sie arbeitet intensiv mit ihren Tutorinnen“, so Maria Zuniga. Die Kommunikation mit den Schulen sei positiv: „Die Lehrerinnen und Lehrer fragen oft nach und zeigen sich sehr interessiert.“ 
Auch die Kinder äußerten sich weitgehend positiv über das Homeschooling, negativ hingegen über die fehlenden sozialen Kontakte zu Mitschülerinnen und Mitschülern: „Im Großen und Ganzen haben sie sich mit der Situation abgefunden, sie wissen, dass sie am Ball bleiben müssen, um den Anschluss nicht zu verlieren“, sagt Maria Zuniga. Hinzu komme: „Bei uns in der Wohngruppe ist Einsamkeit kein so großes Thema wie bei anderen Kindern und Jugendlichen.“ Problematischer sei es bei Kindern, die ohnehin in belasteten seelischen Situationen seien. „Aber bei stabileren Betreuten funktioniert das gut!“ (bo)

Ein Ort, an dem schwer belastete Kinder erst einmal zur Ruhe kommen können  

Kinderschutzgruppe Plus in Harburg hat den Betrieb Anfang des Jahres aufgenommen  
Der Neubau auf dem Gelände im Eißendorfer Pferdeweg bietet sechs Plätze für Kinder von sechs bis zwölf Jahren, die in ihrer Entwicklung stark belastet sind. Die Kinderschutzgruppe Plus wurde Anfang des Jahres in Betrieb genommen – die Bedingungen vor Ort sind optimal. (Von links:) Abteilungsleiterin Arnhild Sobot, Solveig Sengerhoff, Leiterin des KJHV Süd-West, und das Team aus der KSG Plus. 

Die Kinderschutzgruppe Plus bietet insgesamt sechs Plätze für die Inobhutnahme von Kindern im Alter von sechs bis zwölf Jahren, bei denen eine psychische Störung diagnostiziert wurde. 

Helle, großzügige Räume und die Kreativität beflügelnde Kunst in den Räumen, gestaltet von dem Künstler Manfred Fuchs, – die neue Kinderschutzgruppe Plus im Eißendorfer Pferdeweg ist so ausgestattet, dass sich die jungen Bewohnerinnen und Bewohner wohlfühlen können: „Der Neubau bietet den Kindern die Möglichkeit, sich auch einmal zurückzuziehen“, schildert Arnhild Sobot. Dies sei wichtig für die Betreuten, die trotz ihres jungen Alters schon manches pädagogische Setting gesprengt haben.

Viel Licht: Die Zimmer für die Betreuten sind hell, das Mobiliar ist funktional. Die getischlerten Holzmöbel sind besonders strapazierfähig und stabil. Viel Licht: Die Zimmer für die Betreuten sind hell, das Mobiliar ist funktional. Die getischlerten Holzmöbel sind besonders strapazierfähig und stabil. 


„Die Kinder sind in ihrer Entwicklung stark belastet, darum haben wir darauf geachtet, dass eine beruhigende Atmosphäre herrscht – freundliche, gedämpfte Farben, keine Reizüberflutung, stabiles und wohnliches Mobiliar“, sagt die Leiterin der Jugendhilfeabteilung Süd. Die Kinderschutzgruppe Plus bietet sechs Plätze für Kinder von sechs bis zwölf Jahren zur Krisenintervention. Ziel ist die weitere Perspektivklärung und die Gestaltung der Übergangsphase. 
Die Kinderschutzgruppe Plus wurde speziell für Kinder konzipiert, die an einer überdurchschnittlichen psychischen Belastung oder einer nach ICD 10/MAS diagnostizierten psychischen Störung leiden und aufgrund einer Kindeswohlgefährdung gemäß § 42 SGB VIII vom Jugendamt in Obhut genommen worden sind. Die Betreuten sind oftmals stark traumatisiert, ihr Verhalten ist geprägt von mangelnder Impulskontrolle und Aggressivität in Wort und Tat. In einem üblichen Setting mit bis zu acht Betreuten sind sie generell nicht optimal untergebracht.     
„In der Kinderschutzgruppe Plus können die Sechs- bis Zwölfjährigen erst einmal zur Ruhe kommen“, betont Arnhild Sobot.  Sie werden überwiegend von Sozialpädagoginnen und -pädagogen betreut und erleben in der Einrichtung Stabilität und Zuwendung. „Unsere Beschäftigten sind im Rahmen eines intensiven Fortbildungsprogramms geschult worden.“ 

Auch ein Raum für das Homeschooling steht zur Verfügung: Am PC können die Kinder dem Unterricht folgen und ihre Aufgaben erledigen. Auch ein Raum für das Homeschooling steht zur Verfügung: Am PC können die Kinder dem Unterricht folgen und ihre Aufgaben erledigen.


Die Ausstattung bietet vielfältige Möglichkeiten: „Es gibt einen großen Sportraum mit Boxsäcken, einer Spielwand, einem Schwebebalken und Gymnastikbällen“, schildert Arnild Sobot. „Hier können sich die Kinder unter Anleitung austoben.“ Auch der parkähnliche Garten steht zum Spielen und Toben zur Verfügung. Und für das Homeschooling gibt es einen Raum mit Computern.  

Eine weitere Besonderheit ist die enge Kooperation mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie des UKE, mit der regelmäßig eine Fachberatung stattfindet. Es gibt besondere Angebote zur Förderung der physischen und psychischen Gesundheit wie pädagogisches Reiten und Boxen. Zudem bietet die Medical School für die Kinder eine Gruppe zur Selbstregulierung an. Dabei geht es um Inhalte wie „Wie schaffe ich einen sicheren Ort“, „Freundschaften halten und gestalten“, „Mit Angst umgehen und sie überwinden“. 

„Diese Kinder haben viel mitgemacht“, sagt Arnhild Sobot. Oftmals wirkten sie älter als sie tatsächlich seien. „Sie haben immer wieder erlebt, dass sie wegen Störungen ihrer Impulskontrolle aus Einrichtungen rausgeflogen sind oder sie waren selbst immer wieder abgänging.“ In der Kinderschutzgruppe Plus werden diese Kinder ausgehalten. Ziel der Krisenintervention ist es, eine Anschlusshilfe zu finden, die eine langfristige Perspektive bieten kann. Das Problem: „Es gibt keine Angebote, in denen Kinder mit solchen Beeinträchtigungen fünf Jahre oder länger bleiben können und immer wieder aufgefangen werden“, erklärt Arnhild Sobot. So erlebten sie immer wieder Abbrüche ihrer Betreuung und Wechsel ihres Lebensorts. 

Großzügig, geräumig, lichtdurchflutet – die gesamte Einrichtung bietet behagliche Wohnlichkeit mit unaufdringlichem und beruhigendem Ambiente. Großzügig, geräumig, lichtdurchflutet – die gesamte Einrichtung bietet behagliche Wohnlichkeit mit unaufdringlichem und beruhigendem Ambiente.


„Die Arbeit mit den hoch belasteten Kindern hat das Fachkräfteteam sehr gefordert“, berichtet Arnhild Sobot über die ersten Wochen im pädagogischen Alltag mit vier Kindern. Die Störungsbilder erforderten ein sensibles Vorgehen. Bei einzelnen Kindern brechen immer wieder starke Impulse mit gewaltbesetztem Verhalten durch. Es gibt aber auch andere Momente: „Wir hatten einmal ein Kind, das jede Nacht randalierte und das ganze Haus aufweckte. Als das Kind merkte, dass in den Nachtstunden jemand wachte, entspannte es sich und konnte fortan schlafen – es verstand, dass jemand aufpasste, dass nichts passierte.“

Das Team reflektiert stetig die Ereignisse und verändert sein pädagogisches Handeln. Auch die Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie muss sich noch besser einspielen. „Das Team hat den Start der Einrichtung mit großem Engagement gemeistert“, resümiert Arnhild Sobot. (bo)

„Unsere Aufgabe: Kinder schützen und ihnen eine bessere Zukunft ermöglichen“  

Der Kinder- und Jugendnotdienst (KJND) hat einen neuen Leiter: Florian Schlender

Florian Schlender leitet seit dem 1. Februar den Kinder- und Jugendnotdienst (KJND) des LEB. Florian Schlender leitet seit dem 1. Februar den Kinder- und Jugendnotdienst (KJND) des LEB.
Seit dem 1. Februar leitet Florian Schlender den Kinder- und Jugendnotdienst (KJND). Sein Motto: „Nur wenn alle an einem Strang ziehen, können wir gut sein und etwas für die Kinder und Jugendlichen bewirken.“ 

„Mein fachlicher Schwerpunkt ist die Jugendhilfe allgemein, hier bin ich einfach völlig richtig“, sagt Florian Schlender von sich. „Mich hat die Leitungsstelle im Kinder- und Jugendnotdienst auch deswegen angesprochen, weil ich wohl auch ein bisschen den Wahnsinn liebe.“ Damit meint er die klassische Arbeit in einem Notdienst, in dem man seinen Arbeitstag sorgfältig plant – und diesen Plan dann ganz sicher verwerfen muss, weil einfach andere, aktuelle Anforderungen viel dringlicher sind. „Ich mag Action!“ 

Mehr als zehn Jahre war Florian Schlender beim ASD des Kreisjugendamts Pinneberg tätig. In der Position des Abteilungsleiters, die vergleichbar war mit der Regionalleitung im Hamburger ASD, hat er sechs Teams geführt. Zudem war er  stellvertretender Fachdienst- und Kreisjugendamtsleiter. 

„Das war die klassische Jugendamtsarbeit“, erklärt Florian Schlender. „In der Rufbereitschaft sind wir losgefahren und haben Kinder in Obhut genommen, sie in Einrichtungen von anderen Trägern untergebracht.“ Und gerade dies sei der Reiz, den die Arbeit für den KJND für ihn ausmache: „Wir haben hier die Rufbereitschaft in Form des Ambulanten Notdienstes des KJND, und zugleich können wir hier und im gesamten Landesbetrieb Erziehung und Beratung auch Kinder und Jugendliche unterbringen.“ Kurzum: „Ich habe hier eine Leitungsfunktion mit viel Bodenhaftung und Basiskontakt gefunden.“ Und vor allem mit konkreten Bildern und Eindrücken von den Kindern und Jugendlichen anstatt nur Berichten in Akten. 

„Kinder und Jugendliche liegen mir am Herzen“, betont Florian Schlender. „Besonders die Schwierigen.“ Eine solche Tätigkeit sei mehr als ein „Job“, vielmehr gehöre dazu eine Haltung und Engagement: „Die Kinder und Jugendlichen präsentieren sich nicht ohne Grund so, wie sie es tun.“ Oft sei sehr viel schiefgelaufen im Leben der Betroffenen, wofür sie nichts können. „Unsere Aufgabe ist es, Kinder zu schützen, ihr Wohl sicherzustellen und ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen.“ 

Seit er in der Jugendhilfe tätig ist, hat Florian Schlender ein klares Motto: „Jugendhilfe kann nur gemeinsam gelingen, wir können nur dann gut sein, wenn alle an einem Strang ziehen – Jugendhilfe, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Schule, Polizei –, alle mit ihren eigenen Aufgaben, aber dem gemeinsamen Ziel: wirksame Hilfen für die Kinder und Jugendlichen zu bieten.“ 

In seinen letzten Tagen als Beschäftigter im Kreisjugendamt Pinneberg hatte Florian Schlender Kontakt mit dem Kinder- und Jugendnotdienst: „Über die Feiertage hatte ich Rufbereitschaft und in dieser Zeit in zwei Fällen mit dem KJND zu tun.“ Sein Eindruck aus Außensicht: „Das sind engagierte Fachkräfte, mit denen man verlässliche Absprachen treffen kann.“ 

Dieser positive Eindruck hat sich in seinen ersten Wochen im KJND bestätigt: „Ich lerne immer noch jeden Tag neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen und führe – trotz Corona – glücklicherweise auch erste persönliche Gespräche. Bislang habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Menschen hier sehr gern arbeiten und sich mit dem KJND identifizieren. Die Mischung der Professionen und Kompetenzen in den verschiedenen Arbeitsbereichen im KJND ist für mich ein wirkliches Pfund. Ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam gute Arbeit leisten können. Darauf freue ich mich sehr! (bo)

Laura Tober: Neue Leiterin des 
KJHV Bergedorf II im Bezirk Ost

Laura Tober Laura Tober leitet seit dem 1. Januar den Kinder- und Jugendhilfeverbund Bergedorf II. 

„Ich freue mich sehr, dass ich jetzt als Verbundleiterin beim LEB die Möglichkeit habe, mehr für die Kinder und Jugendlichen gestalten zu können“, sagt Laura Tober. Zum 1. Januar hat sie die Leitung des Kinder- und Jugendhilfeverbunds Bergedorf II mit den beiden Pädagogisch Betreuten Wohngruppen Homehaus und Billwerder Billdeich übernommen. Die Gestaltungsmöglichkeiten und der Wunsch, sich weiterzuentwickeln, haben sie motiviert, sich zu bewerben.  Zuvor war Laura Tober beim Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) in Bergedorf tätig. „Dort habe ich mich sehr wohlgefühlt und auch viel gelernt.“ 

2019 ist sie nach Hamburg gekommen, vorher hat sie in Erfurt Sozialwissenschaften und Management studiert und mit dem Bachelor abgeschlossen. Danach folgte das Masterstudium in Erziehungswissenschaften mit Schwerpunkt Organisationspädagogik. Den beruflichen Einstieg fand sie dann beim ASD in Trier. 

„Momentan erleben wir in unseren Wohngruppen eine Veränderung der Zielgruppe“, beschreibt Laura Tober. „Der Anteil von geflüchteten Mädchen sinkt, darum können wir jetzt gemeinsam den Wandel gestalten“ – eine schöne Herausforderung, auf die sie sich freut. Die corona-bedingten Kontaktbeschränkungen machen das Ankommen nicht gerade leichter: „Gemeinsame Verbundssitzungen mit beiden Pädagogisch Betreuten Wohngruppen sind derzeit nicht möglich, daher war es schwierig für mich, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennenzulernen“ – zu viele Personen auf zu geringem Raum. Aber: „Der Schutz vor dem Virus geht selbstverständlich vor.“ Sie hofft auf frühlingshaftes Wetter, das Begegnungen im Freien ermöglicht. 

Zwei fröhliche Gruppenabende mit gemeinsamem Kochen in den Einrichtungen – inklusive Abstand – konnten jedoch bereits realisiert werden. „Dabei geht es darum, die Mädchen kennenzulernen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, Anliegen an mich heranzutragen, die ihnen am Herzen liegen.“ Das Angebot gilt natürlich auch weiterhin, auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. (bo)



IMPRESSUM 

LEB-ZEIT: 
Informationsblatt 
Landesbetrieb Erziehung und Beratung (LEB), 
Conventstraße 14, 22089 Hamburg
www.hamburg.de/leb
Verantwortlich im Sinne des Presserechts: 
Bettina Bormann, 
Telefon 428 15 30 03
bettina.bormann@leb.hamburg.de
Satz und Layout: Bettina Bormann
Druck: Compact Media


Empfehlungen

Themenübersicht auf hamburg.de

Anzeige
Branchenbuch