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Informationsblatt des LEB LEB-ZEIT

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Unsere Zeitung, die LEB-ZEIT, vermittelt ein lebendiges Bild von den Angeboten und Aktivitäten im Landesbetrieb Erziehung und Beratung - fachliche Berichte, aktuelle Entwicklungen und Einblicke in unsere Einrichtungen der Jugendhilfe. LEB-ZEIT erscheint vierteljährlich.

Die Kinder im Kinderschutzhaus Lerchenfeld dürfen selbst Hand anlegen, damit sich die vorweihnachtliche Stimmung im ganzen Haus verbreitet. Für die Jüngsten ist die Adventszeit auch in der Pandemie eine Zeit der Vorfreude. Die Kinder im Kinderschutzhaus Lerchenfeld dürfen selbst Hand anlegen, damit sich die vorweihnachtliche Stimmung im ganzen Haus verbreitet.     Foto: Bormann

LEB-ZEIT

LEB-ZEIT, Ausgabe 56, Dezember 2020 

LEB-ZEIT I Landesbetrieb Erziehung und Beratung I Informationsblatt Ausgabe 56 I Dezember 2020 





Hinweis: Die aktuelle Ausgabe der LEB-ZEIT können Sie hier lesen. Ältere Ausgaben liegen nicht als barrierefreie Dokumente vor. Auf Wunsch senden wir sie Ihnen gern in Papierform oder als PDF-Datei zu. 

Kontakt: Landesbetrieb Erziehung und Beratung, Öffentlichkeitsarbeit, Bettina Bormann, Telefon: (040) 428 15 30 03.


Das Corona-Jahr 2020 im LEB: Die Pandemie bestimmt den Alltag

LEB-Geschäftsführer Klaus-Dieter Müller blickt auf das Jahr 2020 

Jedes Jahr birgt seine Herausforderungen für unseren Betrieb, so war es gefühlt schon immer. Das endende Jahr 2020 jedoch war besonders – die Corona-Pandemie hat uns auf vielen Ebenen in Atem gehalten. LEB-Geschäftsführer Klaus-Dieter Müller blickt zurück auf ein bewegtes Jahr. 

Der Landesbetrieb Erziehung und Beratung (LEB) stand in seiner Geschichte schon vor einigen Herausforderungen, zuletzt in der Flüchtlingskrise. Die in diesem Jahr ausgebrochene Pandemie hat jedoch einen ganz eigenen Charakter. Die Unsicherheit über den Umgang mit der Infektionsgefahr war zu Beginn groß: Was waren geeignete Schutzmaßnahmen? Neben Abstand halten und Handhygiene auch Alltagsmasken? 

Der Markt war auf den hohen Bedarf an Schutzmasken, Anzügen und Desinfektionsmitteln gar nicht vorbereitet. Die Beschaffung erinnerte daher an einen Schwarzmarkt: Persönliche Beziehungen spielten eine Rolle – und natürlich Geld, denn die Preise waren überhöht. Wir konnten diese Probleme lösen, doch weitere Herausforderungen folgten. 

Am 25. März hat die eilig eingerichtete Isolationsgruppe im Kinderschutzhaus Südring den ersten infizierten Betreuten aufgenommen: Einen positiv getesteten, zweijährigen Jungen. Eine Mutter mit Baby folgte. Ein ständiger Begleiter war die Angst davor, dass in einer Einrichtung eine Infektion ausbricht und der Dienstbetrieb kollabiert. Und Infektionsfälle in einzelnen Einrichtungen folgten tatsächlich. Der Lockdown mit der Schließung von Schulen und Freizeitstätten stellte eine große Herausforderung für die jungen Menschen und für ihre Betreuerinnen und Betreuer in unseren Einrichtungen dar.

Im Sommer entspannte sich die Lage dann deutlich. Die Isolationsgruppe konnte im Mai in einen Stand-by-Betrieb gehen. In der LEB-ZEIT haben wir über Ferienfahrten und Freizeit unter Corona-Bedingungen berichtet. Die Teams und Betreuten haben das Beste aus einer schwierigen Situation gemacht! Die Vorboten der zweiten Welle waren volle Strände und Urlaubsorte und eine allgemeine sommerliche Ausgelassenheit. Und die zweite Welle kam dann auch mit eskalierenden Infektionsraten und erneutem Lockdown im November. Die Isolationsgruppe musste Mitte Oktober wieder aktiviert werden und hat seitdem laufend neue Betreute jeden Alters aus der Hamburger Jugendhilfe aufgenommen. 

Wichtige Prozesse wie die Personalbeschaffung, der Arbeitsschutz und vor allem die Aufrechterhaltung des Betriebs der Einrichtungen sind uns gelungen. Dass der Neubau für die Kinderschutzgruppe Plus und der Aufbau eines Teams vorangingen, war sehr erfreulich. „Corona“ hat dennoch unseren Alltag maßgeblich bestimmt. Viel Kraft haben die Umsetzung von Präventionsmaßnahmen und die Bewältigung von Infektionen in Anspruch genommen. Veranstaltungen und Zusammenkünfte mussten ausfallen, Projekte zur fachlichen Weiterentwicklung kamen dadurch weitgehend zum Erliegen. 

Die Corona-Krise hat aber auch Positives bewirkt: Neue Formen der Arbeit wie Homeoffice, Telefon- und Videokonferenzen haben Einzug gehalten. Die Krisensituationen wurden in bester Zusammenarbeit vieler im Betrieb bewältigt. Das hat unser Vertrauen in unsere bewährten Kompetenzen und Solidarität gestärkt. Und auch in den Einrichtungen und ambulanten Diensten gab es neue Erfahrungen im Miteinander. Gleichwohl wünschen wir uns wieder Normalität, wie wohl alle Menschen. In diesen Zeiten ist es schwierig, über Vorhaben für die Zukunft zu berichten und einen Ausblick zu geben. Daher bedanke ich mich an dieser Stelle für die Zusammenarbeit in diesem außergewöhnlichen Jahr und wünsche allen Leserinnen und Lesern frohe Weihnachten und alles Gute für das neue Jahr.       

Klaus-Dieter Müller 


Kinderschutzgruppe Plus: Betreuung für Kinder mit starker psychischer Belastung 

Neues Angebot, neues Gebäude: Zum Januar 2021 wird der Betrieb aufgenommen 


Der Neubau auf dem Gelände im Eißendorfer Pferdeweg bietet sechs Plätze für Kinder von sechs bis zwölf Jahren, die in ihrer Entwicklung stark belastet sind. Belegt werden kann ab Januar 2021. Der Neubau auf dem Gelände im Eißendorfer Pferdeweg bietet sechs Plätze für Kinder von sechs bis zwölf Jahren, die in ihrer Entwicklung stark belastet sind. Belegt werden kann ab Januar 2021.  Foto: Sobot

Im Juni fand das virtuelle Richtfest des Neubaus im Eißendorfer Pferdeweg statt – ein halbes Jahr später, im Januar 2021, wird der Betrieb aufgenommen: Die „Kinderschutzgruppe Plus“ bietet dann sechs Plätze für Kinder von sechs bis zwölf Jahren. 

„In unserer Kinderschutzgruppe Plus werden Kinder aufgenommen und rund um die Uhr betreut, die in ihrer Entwicklung bereits stark belastet sind“, erklärt Arnhild Sobot, Leiterin der Jugendhilfeabteilung Süd des LEB. Für diese spezielle Zielgruppe bietet der Neubau auf dem Gelände im Eißendorfer Pferdeweg sechs Plätze für Kinder von sechs bis zwölf Jahren. Die Unterbringung dient der Krisenintervention, Ziel ist die weitere Perspektivklärung und die Gestaltung der Übergangsphase. 

Ergänzend zur pädagogischen Betreuung gibt es – sofern erforderlich – hausintern eine kinder- und jugendpsychiatrische Begleitung und Beratung. Methoden wie Heilpädagogisches Reiten, Pädagogisches Boxen sowie ein Selbstregulations- und Antiaggressionstraining runden das Angebot ab. Die intensive Elternarbeit zielt darauf, die Erziehungsfähigkeit der Eltern – gerade auch im Hinblick auf den besonderen Hilfebedarf der Kinder – soweit zu entwickeln, dass eine Rückkehr in den elterlichen Haushalt zu verantworten und möglich ist.  

„In den vergangenen Jahren haben wir eine starke Nachfrage an Plätzen für diese Zielgruppe verzeichnet“, betont Arnhild Sobot. „Diese Einrichtung und dieses spezielle Konzept bietet den betroffenen Kindern eine bedarfsgerechte Betreuung.“ 

bo


Nach dem Projekt ist vor dem Projekt: Komplexität erfordert Weiterentwicklung  

Jugendhilfesoftware MyJugendhilfe in allen Abteilungen des LEB eingesetzt 

Gewannen einen intensiven Einblick in Nutzungsverhalten und Praxisanforderungen – Abteilungsleiter Ole Peter Jagdt, Cora Maier und Isabelle Bollmann (von links). Gewannen einen intensiven Einblick in Nutzungsverhalten und Praxisanforderungen – Abteilungsleiter Ole Peter Jagdt, Cora Maier und Isabelle Bollmann (von links). Foto: Bormann 
Im Herbst wurde in der letzten Abteilung des LEB die Jugendhilfesoftware installiert. Das Projekt „Einführung einer Jugendhilfesoftware“ konnte damit nach sechs Jahren erfolgreich abgeschlossen werden – ein guter Zeitpunkt für einen Blick zurück und einen Ausblick in die Zukunft. Ole Peter Jagdt, Leiter der Abteilung Zentrale Sozialpädagogische Aufgaben, berichtet. 

Was lange währt, wird endlich gut: Sechs Jahre hat es gedauert von der Entwicklung des Projekts bis zur betriebsweiten Umsetzung. Die Initialzündung kam vom Geschäftsführer des Landesbetriebs Erziehung und Beratung (LEB), Klaus-Dieter Müller, der eine einheitliche und moderne Falldokumentation wünschte. Bis dahin nutzten die Einrichtungen Papierakten, individuelle Lösungen mit MS-Office oder KJND 2000 – eine Vielfalt, die eine fachlich und datenschutzrechtlich verlässliche Dokumentation sowie die interne Zusammenarbeit erschwerte. 

Eine einheitliche Lösung sollte gefunden werden, die zugleich der Praxis möglichst „leicht von der Hand“ gehen sollte. Das Projekt folgte daher zwei Leitgedanken der für die Entwicklung eingerichteten Praxis-AG des Betriebs: 80 Prozent aller Tätigkeiten lassen sich von der Startseite aus erledigen und alle Informationen stehen nach maximal drei Klicks auf dem Bildschirm.

Mit der neuen Software wurde eine Lösung gefunden, die diese Anforderungen weitgehend erfüllt. Insbesondere im Vergleich zu anderen Fachanwendungen zeichnet sie sich durch eine höhere intuitive Benutzeroberfläche und ein schlankes Design aus. Die Dokumentation erfolgt nun betriebsweit in einem einheitlichen System, Medienbrüche wurden deutlich reduziert und auch die Anforderungen des Datenschutzes können zentral verwaltet und überwacht werden. Zudem werden mit der Software Klientenstammdaten, das pädagogische Tagebuch und auch der Schriftwechsel sowie Dokumente des Falles verwaltet. Sie unterstützt die Kommunikation zwischen Teammitgliedern untereinander wie auch mit der Leitung und Verwaltung. 

Insgesamt dauerte die betriebsweite Umsetzung jedoch länger als zunächst geplant. Die Anpassung der Software an die tatsächlichen Anforderungen im Betrieb, Änderungen in der technischen Umgebung, Fehler in der Software und die Kommunikation der Fachinhalte und Anforderungen zwischen Softwareanbieter und LEB forderten Zeit. 
Für die Fachliche Leitstelle erwies sich die Begleitung durch das Projekt-Wissenscenter, einem Referat der Finanzbehörde, das Projekte der Stadt Hamburg begleitet, als sehr hilfreich. Das vermittelte Wissen und die persönliche Beratung halfen, das Projekt immer wieder neu auszurichten, sich selbst zu vergewissern und neue Arbeitsformen und Instrumente des Projektmanagements zu installieren. 

Die Einführung in den Betrieb erfolgte in Etappen und begann mit zwei Piloteinrichtungen. Die Schulungen wurden teamweise vorgenommen, wobei die vorhanden Daten bzw. Klientinnen und Klienten zur Übung in die Software aufgenommen wurden und hierdurch gleichzeitig die Einrichtung nach der Schulung „in“ der Software war und mit dieser arbeitete. 

Der Schulung ging jeweils eine Vorbereitungsphase in der jeweiligen Einrichtung voran. Auch hinterher wurden die Einrichtungen von der Fachlichen Leitstelle begleitet. Diese Vorgehensweise gewährte der Fachlichen Leitstelle einen intensiven Kontakt zur Praxis, sie konnte Nutzungsverhalten beobachten und Praxisanforderungen live aufnehmen. 
Das Projekt ist jetzt zwar beendet, dennoch gilt es, die Software weiter zu entwickeln: Die bisherigen Lösungen sind noch nicht für alle Arbeitsbereiche optimal, zudem sollen weitere Potenziale der Software ausgeschöpft werden. Hier werden also voraussichtlich neue Projekte folgen. 

Dabei zeichnen sich bereits neue Themen in der rasanten Entwicklung elektronischer Instrumente ab, mit denen sich die Soziale Arbeit wird befassen müssen. Einiges davon klingt heute noch wie Zukunftsmusik, aber vieles wird sicherlich in unseren Alltag eindringen.


Seit dem 1. Oktober Leiterin des KJHV Mitte: Jenny Kuckling 

Jenny Kuckling Seit dem 1. Oktober Leiterin des Kinder- und Jugendhilfeverbundes Mitte der Jugendhilfeabteilung Ost des LEB: Jenny Kuckling. Foto: Bormann

Seit dem 1. Oktober leitet Jenny Kuckling den Kinder- und Jugendhilfeverbund Mitte mit der Pädagogisch Betreuten Wohngruppe Landjägerstieg, der Jugendwohnung Diagonalstraße, und dem Ambulant Betreuten Wohnen Diagonalstraße und Brandshofer Deich. Zuvor war sie sechs Jahre in der Tagesgruppe, später der Sozialen Lerngruppe der Abteilung Ost beschäftigt. Frau Kuckling, was reizt Sie an der Verbundleitung? 

Jenny Kuckling: Mich motiviert die Herausforderung, einen verantwortungsvolleren Arbeitsbereich zu gestalten, in dem ich mich nochmal ganz anders weiterentwickeln kann und muss.

Sie kennen die Abteilung gut – ist das in Ihren Augen ein Vorteil? 

Jenny Kuckling: Absolut. Viele Abläufe und Strukturen des LEB sind mir vertraut. Ich möchte sie keineswegs missen, besonders nicht an Tagen, wenn es sich anfühlt, als wäre alles neu. Die Einrichtungen im KJHV Mitte kannte ich allerdings aus meiner vorherigen pädagogischen Praxis nicht. 
Wie verlief Ihr bisheriger beruflicher Werdegang? 

Jenny Kuckling: Nach meinem Studium der Sozialpädagogik in Lüneburg wechselte ich von der Seniorenarbeit in eine Tagesförderstätte der Psychia-trischen Klinik und verschaffte mir anschließend auch einen Einblick in den Sozialdienst im Krankenhaus. Eine Bergedorfer Freundin, die die Elternschule besuchte, erzählte mir eines Tages von der Vielfalt der Einrichtungen des LEB. In der Tagesgruppe wurde zu dieser Zeit gerade jemand gebraucht. Vorerst etwas skeptisch schaute ich mir damals das Konzept an, bewarb mich und stieg als Elternzeitvertretung ein. 

Was haben Sie sich für die erste Zeit in Ihrer neuen Position vorgenommen? 

Jenny Kuckling: Ich möchte zunächst alle Teams kennenlernen. Teamsitzungen und Einzelgespräche bieten Anknüpfungspunkte, auch das Mitlaufen bei Schichten. Aufgrund der aktuellen Corona-Hygienemaßnahmen ist dies nur bedingt möglich. Da die Angebote nicht im Bunten Haus verortet sind, gilt es trotz räumlicher Entfernung keine Distanz entstehen zu lassen.      bo


Unterstützung für Alleinerziehende auf dem Weg zu mehr Selbstständigkeit 

Das Zentrum für Alleinerziehende bietet am Standort Kathenkoppel 27 drei Wohnungen für Mütter bzw. Väter mit einem Kind gem. § 19 SGB VIII. Das Zentrum für Alleinerziehende bietet am Standort Kathenkoppel 27 drei Wohnungen für Mütter bzw. Väter mit einem Kind gem. § 19 SGB VIII. Martina Funke-Oshoffa und Matthias Derda unterstützen die Betreuten beim Prozess der Verselbstständigung pädagogisch. Foto: Bormann

Teilbetreutes Wohnen mit Kindern: Neues Angebot in der Kathenkoppel in Hamburg-Nord 

Seit Anfang September steht der Standort Kathenkoppel auch für Alleinerziehende und ihre Kinder zur Verfügung. Insgesamt drei Plätze bietet der LEB hier für Teilbetreutes Wohnen mit Kindern an. Im Gegenzug wurde die Platzzahl für das Angebot Ambulant Betreutes Wohnen in der Kathenkoppel verringert. 

„Ich fühle mich sehr wohl hier“, sagt die 18-jährige Aaliyah. Sie ist die erste Betreute in der WoKi Kathenkoppel, zuvor hat sie im Zentrum für Alleinerziehende und ihre Kinder gelebt. „Vor allem genieße ich die Privatsphäre.“ Der Standort ist nahezu ideal: Die teilbetreute Wohneinrichtung in der Kathenkoppel 27 ist in einem modernen Mietshaus in ruhiger Wohnlage mit drei Stockwerken und insgesamt 13 Zweizimmerwohnungen beheimatet. Hinter dem Haus liegt ein Garten mit Rasen und Bäumen, der allen Bewohnerinnen und Bewohnern zur Verfügung steht. Hier finden alleinerziehende Mütter und Väter in einer für sie herausfordernden Lebenssituation Unterstützung von pädagogischen Fachkräften.  

Das Angebot richtet sich an volljährige, alleinerziehende Mütter bzw. Väter mit einem Kind, die aufgrund ihrer persönlichen Lebenslage bei der Pflege und Erziehung ihrer Kinder und in Fragen ihrer eigenen schulischen und beruflichen Orientierung Unterstützung benötigen. Die Betreuten sind jedoch in der Lage, sich selbst zu versorgen, Hilfen anzunehmen und aktiv an ihrer Lebensgestaltung und Persönlichkeitsentwicklung mitzuwirken. Insbesondere eignet sich die Hilfe als Überleitung von einem vollstationären Angebot hin zu mehr Selbstständigkeit, bevor der Auszug in eigenen Wohnraum erfolgt. 

Oftmals fehlt den jungen Müttern und Vätern die Unterstützung der Herkunftsfamilie oder es droht oder besteht Obdachlosigkeit. Eine Rolle spielen häufig auch problematische Partnerbeziehungen, Erfahrungen mit Gewalt oder mit Abhängigkeit, fehlende berufliche und schulische Perspektiven, Zukunftsängste oder Störungen in der Mutter/Vater-Kind-Bindung, um einige Beispiele zu nennen. Aufgenommen werden auch junge Mütter bzw. Väter mit Fluchthintergrund. Wichtig ist, dass keine Kindeswohlgefährdung vorliegt. Suizidgefährdete oder drogenabhängige Mütter bzw. Väter können nicht aufgenommen werden.  

Generell stellt die Elternschaft neue Anforderungen an junge Mütter und Väter – die eigene Tagesstruktur orientiert sich in erster Linie an den Bedürfnissen des Kindes. In der teilbetreuten Einrichtung Kathenkoppel müssen die jungen Mütter diesen Herausforderungen gewachsen sein, denn es gibt keine Betreuung rund um die Uhr. 

„Mütter mit Kind, die in der vollstationären Betreuung gezeigt haben, dass sie ihren Haushalt selbstständig führen und eine kindgerechte Tagesstruktur gewährleisten können, unterstützen wir im teilbetreuten Wohnen mit Kind dabei, ihren beruflichen Platz in der Gesellschaft zu finden“, erklärt Matthias Derda, Bezugsbetreuer in der WoKI Kathenkoppel. Nach ein bis zwei Jahren sollen sie in der Lage sein, eigenverantwortlich in einer eigenen Wohnung zu leben. 

„Weitere zentrale Betreuungsthemen sind die Beratung in Kindererziehung, Gesundheitsfürsorge und Herstellung bzw. Aufrechterhaltung eines stabilen sozialen Netzwerks“, beschreibt Matthias Derda. Entwicklungspsychologisches Grundwissen und Methoden im Umgang mit Säuglingen und Kleinkindern werden ebenso vermittelt wie Selbstwahrnehmung und Selbstfürsorge. Die Persönlichkeitsentwicklung der Mutter wird über die Mutterrolle hinaus gefördert. Zur Stärkung und Entwicklung eines Unterstützungsnetzwerks außerhalb der Betreuungseinrichtung gehört auch, dass die jungen Frauen ihren Partner oder Verwandte und Bekannte in die Einrichtung einladen oder dort übernachten lassen können. Sollte dies zu einer Belastung für die Hausgemeinschaft werden, sind die pädagogischen Fachkräfte aufgefordert, zu vermitteln.                                         

bo


Arbeit und Leben im Gleichgewicht – 
größere Zufriedenheit durch Flexibilität

Kristin Braatz leitet das Referat Personalentwicklung, Gesundheit und Gleichstellung.  Gewünscht: Mehr Flexibilität für ein besseres Gleichgewicht von Arbeit und Leben – Kristin Braatz leitet das Referat Personalentwicklung, Gesundheit und Gleichstellung.      Foto: Bormann 

Referatsleiterin Kristin Braatz beschreibt wie der LEB seine Beschäftigten unterstützt

Im Leitbild des LEB heißt es: „Die (qualitäts)-entscheidende Ressource sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Betriebs.“ Die Fragen, die daraus folgen, lauten etwa: Wie müssen Beschäftigte qualifiziert sein, damit sie gute Leistungen erbringen können? Welche Rahmenbedingungen brauchen sie, damit sie Beruf und Familie gut vereinbaren können? Arbeitswelten und Lebensbedingungen verändern sich – der LEB unterstützt seine Beschäftigten dabei, ihre Tätigkeit mit privaten Belangen in Einklang zu bringen. Kristin Braatz, Leiterin des Referats Personalentwicklung, Gesundheit und Gleichstellung, beschreibt einige Modelle.

Flexibilität lautet die Antwort von Beschäftigten auf die Frage, was ihnen dabei hilft, Privates und Beruf unter einen Hut zu bringen. Gemeint ist damit vor allem die Flexibilität des Arbeitsortes. Seit 2019 haben Beschäftigte im LEB die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten. Und dies wird zunehmend genutzt. Vorteil für Familien: Eltern können Schulkinder, die mittags nach Hause kommen, im Homeoffice beaufsichtigen. Aufgrund des demografischen Wandels haben wir zudem immer mehr Beschäftigte, die pflegebedürftige Angehörige versorgen. Die Fahrtzeiten, die durch das Arbeiten im Homeoffice entfallen, können Beschäftigte nutzen, um Eltern zu Arztterminen zu begleiten oder sonstige Unterstützung zu leisten. 

Homeoffice ist aber auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne familiäre Verpflichtungen interessant. Durch den Wegfall von Arbeitswegen kann gewonnene Freizeit beispielsweise genutzt werden, um Sportangebote wahrzunehmen. Das ist auch im Interesse des LEB, denn wir wollen, dass unsere Beschäftigten gesund bleiben. 
Wie in anderen Betrieben auch wünschen sich viele Beschäftigte eine flexible Gestaltung der Arbeitszeit. Um es gleich vorweg zu nehmen: In einem Schichtdienstbetrieb, in dem Kinder und Jugendliche betreut werden, können wir nicht für alle Arbeitsfelder gleichermaßen eine tägliche Flexibilität gewährleisten. Ein Kind im Kinderschutzhaus kann eben nicht unbeaufsichtigt bleiben, weil eine pädagogische Fachkraft spontan etwas später kommen möchte. Trotzdem kann bei der Dienstplangestaltung auch Rücksicht auf familiäre Bedürfnisse oder Lebensumstände genommen werden. 

Aufgrund der Gleitzeitregelungen können insbesondere Beschäftigte in der Zentrale und in Verwaltungsbereichen Dienstbeginn und Dienstende eigenverantwortlich gestalten. Selbstverständlich müssen dabei Absprachen mit Vorgesetzten und dienstliche Belange berücksichtigt werden. Wichtig ist ein guter Austausch mit Vorgesetzten und Kolleginnen und Kollegen: Wie können wir familiäre Belange der Teammitglieder berücksichtigen? Wie stellen wir zugleich Erreichbarkeit und Dienstbetrieb sicher? Wie schaffen wir es, gerechte Lösungen zu finden?

Im Zusammenhang mit flexiblen Arbeitszeiten ist aber nicht nur die tägliche Flexibilität gemeint, sondern auch, die Arbeitszeit – ggf. auch nur temporär – zu reduzieren. Beschäftigte haben die Möglichkeit, einen Antrag auf Teilzeitarbeit zu stellen. Dies nutzen im LEB rund 41 Prozent, oft aus familiären Gründen, aber auch, um berufsbegleitend zu studieren.

Ein weiteres Modell stellen Sabbaticals dar: Immer mehr Menschen wollen nicht auf die Rente warten, etwa um eine längere Reise zu unternehmen oder ein Herzensprojekt in Angriff zu nehmen. Hier kann eine längere Auszeit eine Lösung sein. Das Sabbatjahr ist ein Teilzeitbeschäftigungsmodell in zwei Phasen: Die Arbeits- oder Ansparphase, in der man mit der bisherigen Arbeitszeit weiter arbeitet, und der Freizeit- oder Freistellungsphase. Wenn es kein ganzes Jahr sein soll, gibt es auch das Kurz-Sabbatical. 

Ob nach der Ausbildung, nach dem Studium oder mit vielen Jahren Berufserfahrung: Wir unterstützen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei, sich neues Wissen anzueignen. Der LEB ist ein sehr fortbildungsaktiver Betrieb – das zeigen die hohen Teilnahmezahlen an internen und externen Fortbildungen und Schulungen. 

Neben Fortbildungen, die in dienstlichem Interesse sind, kann es aber sein, dass Beschäftigte sich in Richtungen weiterbilden wollen, die nur teilweise im dienstlichen Interesse liegen. Auch derartige persönliche Entwicklungen unterstützen wir. Es gibt die Möglichkeit, zehn Tage Sonderurlaub mit oder ohne Fortzahlung der Bezüge zu erhalten, wenn die Fortbildung teilweise in dienstlichem Interesse ist. Selbst wenn eine Fortbildung nicht im dienstlichen Interesse ist, kann unbezahlter Sonderurlaub gewährt werden. 

Dies sind nur einige Beispiele; im neuen Gleichstellungsplan, der ab dem 1. Januar 2021 gilt, haben wir weitere Maßnahmen aufgenommen. So soll insbesondere die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf noch mehr Raum bekommen.


Der Ambulante Notdienst im KJND unter neuer Leitung: Arne Adrian  

Leitet seit dem 1. Oktober den Ambulanten Notdienst im Kinder- und Jugendnotdienst (KJND): Arne Adrian. Leitet seit dem 1. Oktober den Ambulanten Notdienst im Kinder- und Jugendnotdienst (KJND): Arne Adrian. 

Zum 1. Oktober hat Arne Adrian die Nachfolge von Iris Schlömp als Leiter des Ambulanten Notdienstes (AND) im KJND angetreten. Erst vor einem halben Jahr ist er als Leiter von Gruppe 3 der Unterbringungshilfe zum LEB gekommen – Herr Adrian, was reizt Sie an der neuen Aufgabe? 

Arne Adrian: Aufgrund meiner langjährigen Tätigkeit für den Allgemeinen Sozialen Dienst, finde ich die jugendamtlichen Aufgaben im Rahmen der Tätigkeit des AND nach wie vor spannend. Positiv erlebe ich ebenso die fachliche Zusammenarbeit mit den multiprofessionellen Teams hier im AND. Nicht zuletzt kann auch der Bereich Öffentlichkeitsarbeit  eine interessante Aufgabe für die Zukunft sein. 

Bitte schildern Sie uns Ihren bisherigen beruflichen Werdegang.  

Arne Adrian: Als Sozialpädagoge habe ich lange im Bereich der Hilfen zur Erziehung gearbeitet, in Wohngruppen sowie in einem Team für ambulante Familienhilfen. 2006 wechselte ich zum Jugendamt Hamburg-Nord und war bis 2016 für den ASD tätig. 2016 wechselte ich zu einem Jugendhilfeträger und übernahm dort eine Tätigkeit als Regionalleitung für Hamburg-Nord. 2020 standen die Zeichen auf Veränderung und ich fand den Weg zum LEB. Seit dem 2. Juni bin ich nun im Leitungsteam des KJND. 

Was sind Ihre drei wichtigsten Aufgaben in der nächsten Zeit? 
Arne Adrian: Aktuell arbeite ich mich in meine wesentlichen Aufgabenbereiche ein. Eine wichtige Aufgabe für die kommenden Wochen und Monate wird sein, dass wir die Corona-Krise in unserem Bereich bewältigen und gesund, achtsam und arbeitsfähig bleiben. Dazu bin ich auch im intensiven Austausch mit den Beschäftigten. Ferner möchte ich die Kommunikation mit anderen Behörden gut gestalten und Möglichkeiten für einen regelmäßigen Fachaustausch mit den Jugendämtern anregen – in Hamburg und außerhalb.           

bo


IMPRESSUM 

LEB-ZEIT: 
Informationsblatt 
Landesbetrieb Erziehung und Beratung (LEB), 
Conventstraße 14, 22089 Hamburg
www.hamburg.de/leb
Verantwortlich im Sinne des Presserechts: 
Bettina Bormann, 
Telefon 428 15 30 03
bettina.bormann@leb.hamburg.de
Satz und Layout: Bettina Bormann
Druck: Compact Media


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