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Informationsblatt des LEB LEB-ZEIT

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Unsere Zeitung, die LEB-ZEIT, vermittelt ein lebendiges Bild von den Angeboten und Aktivitäten im Landesbetrieb Erziehung und Beratung - fachliche Berichte, aktuelle Entwicklungen und Einblicke in unsere Einrichtungen der Jugendhilfe. LEB-ZEIT erscheint vierteljährlich.

Gruppenreisen von Pädagogisch Betreuten Wohngruppen im LEB im Jahr 2020 Gruppenreisen von Pädagogisch Betreuten Wohngruppen im LEB im Jahr 2020. 

LEB-ZEIT

LEB-ZEIT, Ausgabe 55, September 2020 

LEB-ZEIT I Landesbetrieb Erziehung und Beratung I Informationsblatt Ausgabe 55 I September 2020 





Hinweis: Die aktuelle Ausgabe der LEB-ZEIT können Sie hier lesen. Ältere Ausgaben liegen nicht als barrierefreie Dokumente vor. Auf Wunsch senden wir sie Ihnen gern in Papierform oder als PDF-Datei zu. 

Kontakt: Landesbetrieb Erziehung und Beratung, Öffentlichkeitsarbeit, Bettina Bormann, Telefon: (040) 428 15 30 03.


Borkum, Kiel, Kalifornien: Strand im Corona-Sommer hoch im Kurs

Gruppenreisen von Pädagogisch Betreuten Wohngruppen im Jahr 2020

Gruppenreisen haben einen festen Platz in den pädagogischen Konzepten des LEB, denn sie bieten ein Lernfeld und vielfältige Erfahrungen, losgelöst vom Alltag. Im Corona-Jahr 2020 war jedoch lange unklar, ob es überhaupt möglich sein würde, Ferienreisen für Gruppen zu organisieren. Es war! Hier einige Beispiele. 

„Unser Ziel war es, den Kindern und Jugendlichen nach den Wochen mit social distancing eine Abwechslung zu bieten und ihnen ein Gefühl für die neue Normalität zu vermitteln“, erklärt Maria Zuniga aus der Pädagogisch Betreuten Wohngruppe (PBW) Buschkamp. Zwar schien es eine ganze Weile, als wären Reisen im Corona-Sommer nicht möglich, weil die Jugendherbergen geschlossen blieben, aber dann konnte die Ferienreise nach Kiel doch noch stattfinden!  

Klar war allerdings auch, dass die neue Situation auch Unerwartetes mit sich bringen würde: „Mit Flexibilität, Improvisationsvermögen und einer großen Portion gute Laune haben wir die Schwierigkeiten umschifft“, berichtet Maria Zuniga. „So blieb die Stimmung in der Gruppe positiv.“ 

Vor Ort stellte sich dann heraus, dass die Jugendherberge in Kiel sehr gut vorbereitet war, es galten klare Regeln für die Einhaltung von Hygiene und Distanz: „Unsere Wohngruppe bekam einen Flur für sich allein und die Gemeinschaftsräume durften nur mit Maske betreten werden“, schildert Maria Zuniga. Wer einmal nicht daran gedacht hatte, die Maske aufzusetzen, wurde freundlich, aber bestimmt darauf hingewiesen. 

Im eigenen Aufenthaltsraum wurden die Mahlzeiten eingenommen, hier fanden auch Spieleabende und abendliche Besprechungen statt. Und natürlich galt es, die Planung für den nächsten Tag vorzunehmen: „Wenn wir für den nächsten Tag Plan A organisiert hatten, wussten wir dennoch, dass es für Unvorhergesehenes Plan B und sogar Plan C gab“, so Maria Zuniga. 

Insgesamt verbrachten die Betreuten und die Begleitpersonen aus der PBW Buschkamp „bei Wind, Wetter und Corona“ fünf schöne Tage in Kiel. „Wir besuchten unter anderem das Zoologische Museum und bewunderten das große Walskelett und die Tiefseefische“, erinnert sich Maria Zuniga. Die Jugendlichen konnten sich nach Herzenslust im Trampolin-Park austoben und ihre geheimen Talente auf der Bowling Bahn zeigen. 

Wie immer verging die schöne Zeit allzu schnell. Zurück in der PBW Buschkamp gab es eine spaßige Situation: „Maske nicht vergessen!“, rief der Betreuer André Frank im Flur – und alle suchten automatisch in ihren Taschen, um Sekunden später zu bemerken: „Wir sind doch im Buschkamp!“ 

Ganz ähnlich waren die Erfahrungen in der PBW Homehaus: „Wegen der Pandemie wussten wir lange nicht, ob unsere Ferienreise nach Kalifornien an der Ostsee, wo wir in den vergangenen Jahren gern mit unseren Mädchen hingefahren sind, in diesem Jahr stattfinden kann“, sagt Katharina Mucha aus dem Homehaus. Denn auch der Jugendhof, bei dem die Wohngruppe frühzeitig zwei Blockhäuser reserviert hatte, war zunächst von den angeordneten Schließungen betroffen. 

Doch dann wurden die Infektionsvorschriften gelockert und die Gruppe konnte ihre Reise antreten. „Normalerweise ist der Jugendhof während der Ferien voll belegt“, betont Katharina Mucha. Doch in diesem Jahr war nur eine Gruppe vor Ort, die einen Tag nach der Ankunft der Wohngruppe Homehaus schon wieder abreiste. „So hatten wir das gesamte Gelände und die Gemeinschaftseinrichtungen für uns!“ Was zunächst befremdlich wirkte, entpuppte sich als Vorteil, denn „wir mussten uns nicht mit anderen abstimmen und brauchten sogar an unserem Disco-Abend im Partyraum nicht auf die Einhaltung der Nachtruhe zu achten!“ Die ortsansässige Disco musste nämlich wegen Corona geschlossen bleiben. 

Die Hauptattraktion war jedoch das Meer: „Auch wenn das Wetter doch sehr gemischt war, sind unsere Mädchen bei jedem Wetter ans und ins Meer gegangen und der abendliche Strandbesuch zum Sonnenuntergang war geradezu obligatorisch.“ 

Für die Betreuten aus Gruppe 2 der PBW Groß Borstel ging es im Juli für zwei Wochen auf die Nordseeinsel Borkum. „Unsere Jungs lieben es, im und am Meer zu baden und zu toben“, schildert Sigrid Ahlers. Gleich nach dem Frühstück ging es auf Erkundungstour – zu Fuß, per Bus oder per Rad. Die Gruppe besuchte einen Kletterpark und unternahm eine Nachtwanderung am Strand. Wenn das Wetter mal nicht so recht mitspielen wollte, ging es ins Schwimmbad. Schön, dass dies alles auch im Sommer 2020, der vom Thema Corona-Pandemie so beherrscht ist, möglich war!                                                                       bo


Virtuelles Richtfest – sichere Feier ohne Gäste

Virtuelles Richtfest auf dem Grundstück im Eißendorfer Pferdeweg Virtuelles Richtfest auf dem Grundstück im Eißendorfer Pferdeweg. 
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Neubau auf dem Grundstück im Eißendorfer Pferdeweg 

Im Corona-Jahr 2020 ist alles anders – Feste finden zwar statt, aber wegen der Hygiene-Auflagen meist ohne Gäste. So auch beim Richtfest für den Neubau im Eißendorfer Pferdeweg, in dem aktuell eine neue Kinderschutzeinrichtung entsteht. 
Lange hat es gedauert, bis die Idee Gestalt annahm, auf dem Gelände der Villa im Eißendorfer Pferdeweg eine neue Kinderschutzgruppe zu bauen, das auch Raum für unseren langjährigen Partner, den Kinderschutzbund, bietet. Nun fand am 12. Juni das Richtfest statt – ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Schlüsselübergabe und Anlass zum Feiern. Im Corona-Jahr konnten die Beteiligten jedoch leider nur virtuell an den Reden und am Richtspruch des Poliers teilhaben. 
Dies war immerhin möglich, denn Jens Schlüter, Architekt im Landesbetrieb Erziehung und Beratung (LEB), hat das Ereignis in Bildern festgehalten. „Oft treten beim Bauen die Schwierigkeiten erst bei der Umsetzung zutage – manche kann man ausbügeln, manche ignorieren –, aber das wichtigste für ein positives Gelingen ist es, gemeinsam Neues, Unbekanntes und Unvorhergesehenes entstehen zu lassen“, äußerte Jens Schlüter. Beim digitalen Richtfest erging es ihm ähnlich, denn es galt, eine gewaltige Menge von Daten in Form von Text-, Bild- und Videomaterial zu verarbeiten – er hat es gemeistert! 

LEB-Geschäftsführer Klaus-Dieter Müller betonte: „Dass wir an diesem Punkt angekommen sind, verdanken wir den Menschen, die die Idee in eine Planung umgesetzt und für die Bauausführung vorbereitet haben. Und wir danken jenen, die Stein auf Stein gesetzt haben.“ Nun hoffen alle, dass bei der Einweihung am 12. Dezember 2020 die Gäste auch körperlich anwesend feiern können.                                                                                          bo

Fachbereich Psychische Belastungen: Neue Leitung

Katharina Barleben Katharina Barleben leitet seit dem 1. August den Fachbereich Psychische Belastungen der Abteilung Spezialisierte Angebote. 

Abteilung Spezialisierte Angebote weiter konturiert 

Zum 1. August wurde die Jugendwohngemeinschaft für junge Menschen mit psychischen Störungen, Casa Rifugio, die bislang an die Jugendhilfeabteilung Ost angebunden war, der Abteilung Spezialisierte Angebote zugeordnet. Mit dem Casa Rifugio und der Jugendwohngemeinschaft für psychisch belastete junge Menschen im Bötelkamp verfügt der Fachbereich Psychische Belastungen damit über zwei Angebote. Bereits zum 1. Juli wurde die Jugendgerichtliche Unterbringung an den Fachbereich Devianz in der Abteilung Spezialisierte Angebote angebunden. Mit diesen Veränderungen erfährt die Abteilung eine weitere Konturierung. 

Seit dem 1. August steht der Fachbereich Psychische Belastungen der Abteilung Spezialisierte Angebote unter der Leitung von Katharina Barleben, die zuvor die Clearingstelle Erstversorgung im Tannenweg geleitet hat. Frau Barleben, was reizt Sie an der neuen Aufgabe?  

Katharina Barleben: In meiner neuen Rolle als Fachbereichsleitung freue ich mich auf die beiden Jugendwohngemeinschaften im Bötelkamp und im Horster Damm. Mit dem Wechsel der Verantwortung ändert sich für mich auch die Zielgruppe der Betreuten. Jugendliche und junge Erwachsene sowie Mädchen als auch Jungen haben Zugang zu den Angeboten. Inhaltlich dreht sich die Arbeit um psychisch belastete junge Menschen, die in beiden Häusern einen langfristigen Lebensort finden können. Ich möchte den Fachbereich gern inhaltlich ausbauen. Als Fachbereichsleitung bin ich für zwei neue Teams zuständig. Personalverantwortung und Personalentwicklung sind in diesem Kontext eine Herausforderung, aber auch eine spannende Aufgabe. Ich empfinde die Auseinandersetzung mit Krankheitsbildern und Diagnosen als bereichernd und möchte mit den Teams eine Arbeitsumgebung entwickeln, die den Belastungen in herausfordernden Jugendhilfeangeboten gerecht wird und sie zukunftsfähig macht. Dazu gehört, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beider Einrichtungen erst einmal kennenlernen und fachlich austauschen können. Ferner kann ich mir auch vorstellen, dass wir unsere Expertise an LEB-Einrichtungen weitergeben, die ebenfalls mit psychisch belasteten Betreuten arbeiten. Aus meiner neuen Position heraus, kann ich mich mehr auf die Themen Kooperation, Vernetzung und Entwicklung konzentrieren. 

Bitte erzählen Sie uns etwas über Ihren bisherigen beruflichen Werdegang. 

Katharina Barleben: Ich bin im August 2014 zum LEB gekommen und habe in der Erstversorgungseinrichtung im Jugendparkweg als Betreuerin begonnen. Seit 2016 bin ich als Führungskraft tätig und kann inzwischen auf eine vierjährige Leitungserfahrung zurückblicken. Nebenberuflich habe ich mich kontinuierlich weitergebildet, so dass ich Zertifikate im Case-Management, Gesundheitswesen und Projektmanagement erhalten habe. 

Was haben Sie sich für die erste Zeit in Ihrer neuen Position vorgenommen?

Katharina Barleben: Zuerst möchte ich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennenlernen, die Betreuten sowie die Abläufe in den Einrichtungen. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Rollenwechsel zur Fachbereichsleitung. Dazu gehört für mich auch, dass ich nicht nur für das Team im Casa Rifugio, sondern auch für eine Führungskraft verantwortlich bin. Mit Janina Bettencourt, die den Bötelkamp leitet, werde ich eng zusammenarbeiten. Die Führungsleitlinien des LEB werden mich dabei sehr gut unterstützen.

Was sind Ihre ersten Eindrücke?

Katharina Barleben: Ich war neugierig auf die Jugendwohngemeinschaften und wurde sehr freundlich und aufgeschlossen empfangen. Casa Rifugio in Altengamme hat mich von seinem ländlichen Flair begeistert. Das scheint sich auch positiv auf die Betreuten und das Team auszuwirken. Vor allem habe ich zwei fachlich gut aufgestellte Teams angetroffen – eine hervorragende Grundlage für die gemeinsame Weiterarbeit. In meinen ersten Wochen als Fachbereichsleitung habe ich viel Unterstützung im Leitungsteam erfahren.          bo


Zeigt her eure Füße! 

Gala-Abend im Homehaus Gala-Abend im Homehaus. 


Gala-Abend im Homehaus

Schöne Tradition im bildungsorientierten Homehaus: Mit einem besonderen Event, dem Gala-Abend, der genau genommen eher ein Gala-Nachmittag ist, werden die Leistungen der Mädchen, die erfolgreich die Schule abgeschlossen haben, gewürdigt. Dies soll ihnen auch Gelegenheit geben, ihre schicken Festtagskleider auch nach der Abschlussfeier in der Schule noch einmal auszuführen. Es gibt ein Büffet mit Fingerfood, ein lustiges Wissensquiz und viel Tanz und Gesang. Im Corona-Jahr 2020 haben allerdings gar keine Mädchen aus dem Homehaus einen Schulabschluss gemacht. Weil aber die Bewohnerinnen in der gesamten Corona-Zeit, in der sie erst gar nicht und zum Ende des Schuljahres nur sehr begrenzt zur Schule gehen konnten, so tolle Leistungen vollbracht und sich gegenseitig beim Lernen unterstützt haben, fand der Gala-Abend einfach trotzdem statt – ein rauschendes Fest!                                               bo


Spende: Spaß mit SUP-Boards 

Spende: Spaß mit SUP-Boards Spende: Spaß mit SUP-Boards. 

Gar nicht so einfach, sich stehend auf einem Board auf dem Wasser fortzubewegen! Die trendige Sportart Stand Up Paddling schult Motorik und Gleichgewichtssinn, was bekanntlich auch zu einer Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten führt. Das dachte sich auch die Spenderin, Hildegard G., aus der Nähe von Köln, als sie sich entschloss, 5.000 Euro für die Anschaffung von sieben qualitativ hochwertigen Stand up Paddling Boards und Schwimmwesten zu spenden. 

Darüber freuen dürfen sich die Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren aus der Jugendhilfeabteilung Süd. Nach einer Einführung mit Hilfe der beiden Betreuer Dennis Eickhoff und Thorsten Beyer, in der es vor allem um den Aufbau, den Umgang mit den Boards und die Regeln auf dem Wasser ging, konnte der Spaß auf dem Wasser auch schon losgehen – ein Highlight im Corona-Sommer!                       bo


„Auch mal die eigene Denkzone verlassen, denn Betreute denken manchmal anders“ 

Sabrina Meyer „Ziel der Einzelbetreuung ist es, die Minderjährigen zu stabilisieren und sie wieder zu befähigen, an einem Gruppenleben teilzunehmen; denn sie sollen nicht dauerhaft isoliert leben“ – Sabrina Meyer ist Leiterin der Einzelbetreuung im Kinder- und Jugendnotdienst (KJND). 

Interview mit Sabrina Meyer, Leiterin der Einzelbetreuung im Kinder- und Jugendnotdienst 

In der Einzelbetreuung im KJND werden Kinder und Jugendliche in Obhut genommen, die nicht gruppenfähig sind. Ziel ist es, sie zu stabilisieren und einen geeigneten dauerhaften Lebensort für sie zu finden. Nach Möglichkeit sollen sie auch wieder lernen, in Gruppen zurechtzukommen. 

Oft liegen Jahre der Überforderung hinter den Familien, wenn ihre Kinder irgendwann in der Einzelbetreuung des Kinder- und Jugendnotdienstes (KJND) in Obhut genommen werden. Das Verhalten, das die Minderjährigen zeigen, hat manchmal das gesamte bisher beteiligte Hilfesystem ratlos zurückgelassen. „Multifaktorielle Belastungsstörung“ oder „herausforderndes Verhalten“ sind vornehme Formulierungen; dahinter stehen manchmal emotionale Ausbrüche, die sich gegen andere oder auch gegen die eigene Person richten können. 

„Die Spannung muss manchmal einfach raus“, bringt Sabrina Meyer, Leiterin der Einzelbetreuung im KJND, einen komplexen Sachverhalt auf einen einfachen Nenner. Dabei verliefen die Impulsdurchbrüche nicht immer bewusst: „Manchmal ist das Kind hinterher wieder ruhig und sogar verwundert, wenn man erzählt, was gerade passiert ist.“ 

Zielgruppe der Einzelbetreuung sind Minderjährige, die aktuell nur eingeschränkt oder auch gar nicht gruppenfähig sind. Oftmals zeigen sie ausgeprägte Störungsbilder, haben geistige oder körperliche Einschränkungen, weisen mehrfache Belastungen auf und verhalten sich ausgeprägt eigen- und fremdgefährdend. 
Ziel ist es, die Minderjährigen zu stabilisieren und sie wieder zu befähigen, an einem Gruppenleben teilzunehmen; denn sie sollen nicht dauerhaft isoliert leben. „Wir betrachten Ursachen und Verläufe, um Bedarfe und Ressourcen zu entdecken und Potentiale zu erkennen“, beschreibt Sabrina Meyer. „Wir betreiben quasi Detektivarbeit.“ 

Dabei zeige sich, dass „man auch mal die eigene Denkzone verlassen muss, denn Betreute denken manchmal einfach anders“. Beispielhaft führt sie an, dass einem Kind in der Akte eine eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit in Sätzen von nur einem Wort zugeschrieben wurde. Jedoch fand ihr Team aus der Einzelbetreuung heraus, dass das Kind mit eigenen Mitteln – wie Bildern und Gesten – durchaus komplex mit seiner Umwelt kommuniziert. 

Solche Erkenntnisse sind schöne Erfolge der pädagogischen Arbeit. Aber es gibt auch schwierige Momente, wie die Impulsdurchbrüche, die sich auch als Angriffe gegen Betreuerinnen und Betreuer äußern können. „Dann muss sich die Fachkraft kurz aus der Situation lösen, das Geschehene reflektieren und dann weitermachen“, erklärt Sabrina Meyer. Darum brauchen Menschen, die diese anspruchsvolle Tätigkeit ausüben wollen, „eine hohe Reflexionsfähigkeit und sie müssen die Betreuten jeden Tag aufs Neue wieder wertfrei annehmen können.“ Dabei steht ihnen die Leitungskraft zur Seite. „Gemeinsam reflektieren wir, was der Auslöser für einen Impulsdurchbruch war, und versuchen die Struktur dahinter zu erkennen, um weitere Ausbrüche zu minimieren.“ 

In ihrer Funktion als Leiterin der Einzelbetreuung obliegt Sabrina Meyer die fachliche Führung und Beratung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, etwa in Einzelgesprächen und Fallbesprechungen. Darüber hinaus berät sie das Hilfesystem der Betreuten, das das Jugendamt, Kooperationspartner, Vormünder, Eltern, freie Träger, Kinder- und Jugendpsychiatrie oder auch die Eingliederungshilfe umfasst. „Für mich ist die Arbeit eine schöne Mischung aus kollegialer Beratung im Team und fachlichem Anteil – mein Traumjob.“ 

Diese Form der Einzelbetreuung ist auch deutschlandweit ein besonderes Angebot. Es gibt also auch kaum Vorbilder, von denen man lernen könnte. Daher setzt Sabrina Meyer auf das Selbststudium und auf ihr multiprofessionell aufgestelltes Team. „So können alle gegenseitig an ihren Kenntnissen partizipieren.“ Und letztlich könne auch Kooperation und Beratung von außen eingekauft werden. Aktuell entwickelt sie ein Einarbeitungskonzept mit Modulen aus der klassischen Sozialpädagogik, der Eingliederungshilfe und dem psychiatrischen Bereich, das künftig alle Teammitglieder durchlaufen sollen. 
Die Einzelbetreuung im KJND verfügt über zwei Plätze für die Inobhutnahme von minderjährigen Mädchen und Jungen aus Hamburg. „Wir nehmen alle, ganz egal, wie hoch der pflegerische Aufwand ist. Bei uns zählt nur die Kindeswohlgefährdung“, betont Sabrina Meyer.                bo


Umzug von Dassendorf nach Bergedorf 

PBW Ladenbeker Furtweg Das Wohngruppen-Team freut sich über den neuen Standort am Ladenbeker Furtweg. Zwei Teammitglieder, die beim Shooting nicht dabei sein konnten, lassen per Foto grüßen! 


Zentraler gelegen: PBW Flachsthumweg jetzt im Ladenbeker Furtweg 221 
Es ist geschafft: Die Pädagogisch Betreute Wohngruppe (PBW) Flachsthumweg ist Ende August von Dassendorf nach Bergedorf gezogen, in den Ladenbeker Furtweg 221. Der gerade fertig gestellte Neubau liegt in fußläufiger Entfernung vom Bunten Haus, die S-Bahn-Station Nettelnburg ist ebenfalls sehr nah gelegen. 

Insgesamt bietet die Wohngruppe nun mit elf Plätzen einen Platz mehr als am Standort Dassendorf. Zwei davon sind für die Verselbstständigung von jungen Menschen vorgesehen; sie sind jeweils mit eigener Küchenzeile und eigenem Bad ausgestattet. Alle Räume sind großzügig und lichtdurchflutet, die Zimmer haben Balkone, in der oberen Etage gibt es eine Dachterrasse. Zudem stehen Gruppenräume für Gemeinschaftsaktivitäten und Besprechungen zur Verfügung. Die Betreuten aus Dassendorf freuen sich über ihr neues Zuhause! 

Auf dem Gelände befinden sich noch zwei weitere Neubauten, in denen bezahlbarer Wohnraum für Studierende und für junge Erwachsene, die den betreuten Jugendwohnungen entwachsen sind, angeboten werden. Letzteres war ein Wunsch der Sozialbehörde.                bo




IMPRESSUM 

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Informationsblatt 
Landesbetrieb Erziehung und Beratung (LEB), 
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Verantwortlich im Sinne des Presserechts: 
Bettina Bormann, 
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Satz und Layout: Bettina Bormann
Druck: Compact Media


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