Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Informationsblatt des LEB LEB-ZEIT

Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Unsere Zeitung, die LEB-ZEIT, vermittelt ein lebendiges Bild von den Angeboten und Aktivitäten im Landesbetrieb Erziehung und Beratung - fachliche Berichte, aktuelle Entwicklungen und Einblicke in unsere Einrichtungen der Jugendhilfe. LEB-ZEIT erscheint vierteljährlich.

Zum 1. April übernahm Olaf Nowak die Geschäftsführung des LEB, während sich Klaus-Dieter Müller nach rund 19 Jahren als Geschäftsführer in den Ruhestand verabschiedete. Zum 1. April übernahm Olaf Nowak die Geschäftsführung des LEB, während sich Klaus-Dieter Müller nach rund 19 Jahren als Geschäftsführer in den Ruhestand verabschiedete. 

LEB-ZEIT

LEB-ZEIT, Ausgabe 58, Juni 2021 

LEB-ZEIT I Landesbetrieb Erziehung und Beratung I Informationsblatt Ausgabe 61 I April 2022 



Hinweis: Die aktuelle Ausgabe der LEB-ZEIT können Sie hier lesen. Ältere Ausgaben liegen nicht als barrierefreie Dokumente vor. Auf Wunsch senden wir sie Ihnen gern in Papierform oder als PDF-Datei zu. 

Kontakt: Landesbetrieb Erziehung und Beratung, Öffentlichkeitsarbeit, Bettina Bormann, Telefon: (040) 428 15 30 03.


Olaf Nowak: Seit 1. April 2022 neuer Geschäftsführer des LEB

Klaus-Dieter Müller verabschiedete sich in den Ruhestand

Stolze 19 Jahre hat Klaus-Dieter Müller die Geschäfte des Landesbetriebs Erziehung und Beratung (LEB) geführt – nun ist er zum 1. April in den Ruhestand getreten. Sein Nachfolger ist Olaf Nowak. Bereits seit dem 1. März ist er zum LEB gestoßen, um den Betrieb und möglichst viele seiner Akteure schon einmal kennenzulernen.

Nach Abschluss der Auswahlgespräche der Sozialbehörde stand im November fest, wer zum 1. April die Geschäftsführung im LEB übernehmen wird: Die Wahl der Behördenleitung ist auf Olaf Nowak gefallen. Der Sozialpädagoge leitete zuletzt das Referat Grundsatz und Steuerung im Amt für Familie. Zuvor schon konnte er in mehr als 25 Jahren berufliche Erfahrungen in der Jugendhilfe sammeln – sowohl als Leiter einer Einrichtung als auch in der Verbandsarbeit (Caritas). 

Aufgrund seiner bisherigen Tätigkeiten ist Olaf Nowak in der Hamburgischen Jugendhilfelandschaft kein Unbekannter.   Mit dem LEB übernimmt der 55-Jährige einen Betrieb mit rund 700 Beschäftigten, etwa 50 Einrichtungen und einer breiten Palette von sozialpädagogischen Angeboten. Bereits zum 1. März ist er in den LEB gewechselt, so dass er vier Wochen Zeit hatte, sich intensiv mit dem Betrieb vertraut zu machen und dabei aus dem reichen Erfahrungsschatz seines Vorgängers Klaus-Dieter Müller zu schöpfen. 
Auf dem Plan standen Besuche in allen neun Abteilungen des LEB inklusive Vorstellung der Angebote und Einrichtungen. Er hat zudem einige Einrichtungen besucht und an Konferenzen teilgenommen – und er hatte Gelegenheit, viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter persönlich kennenzulernen. Zum 1. April hat Olaf Nowak die Geschäftsführung des LEB übernommen, während sich Klaus-Dieter Müller nach rund 19 Jahren als Geschäftsführer in den Ruhestand verabschiedete. 
 

„Wir machen Zukunft möglich“ – Auftrag aus dem Leitbild als persönliche Inspiration

Interview mit Klaus-Dieter Müller 

Künftig entschleunigt: Klaus-Dieter Müller war 19 Jahre lang Geschäftsführer des LEB, seit dem 1. April genießt er seinen Ruhestand.                       Fotos (2): Bormann Herr Müller, Sie haben im Juli 2003 die Verantwortung für die Geschicke des LEB übernommen, keine Geschäftsführung vor Ihnen hat je so viele Jahre den Betrieb geprägt und gestaltet – wie war der LEB damals und wie ist er aus Ihrer Sicht heute? 

Klaus-Dieter Müller: Ich bin in einer Umbruchphase zum LEB gestoßen, damals musste sich der Betrieb wirtschaftlich sanieren und verkleinern. Mit dem Übergang des KJND in den LEB war auch eine Neuausrichtung verbunden: Der staatliche Schutzauftrag rückte in den Vordergrund. 

Heute gibt es im LEB einen großen Bereich mit diesem Schwerpunkt: den KJND, die Kinderschutzeinrichtungen und die Flüchtlingsbetreuung, daneben einen mit vor allem stationären Angeboten. Beide Bereiche arbeiten gut zusammen. Das damalige „B“ in unserer Kurzbezeichnung stand für Berufsbildung. Die gibt es seit 2012 nicht mehr. Der LEB nimmt heute die Aufgaben wahr, die ihm bereits 2003 im Zielbild vorgegeben wurden.

Schwierige Phasen gab es im LEB immer wieder – worauf sind Sie rückblickend stolz? 

Klaus-Dieter Müller: Eine Geschäftsführung kann nicht allein erfolgreich sein. Dafür braucht es immer alle im Betrieb mit ihrem Engagement und Know-how. Das hat uns durch die schwierige Sanierungsphase, die Flüchtlingskrise und bis jetzt auch durch die Corona-Pandemie gebracht. 

Einen größeren Anteil hatte ich bei der Gründung vom Fachdienst Flüchtlinge und der Hamburger Initiative zur Einführung der bundesweiten Verteilung von unbegleiteten minderjährigen Ausländern. Zu diesen Vorhaben habe ich den Anstoß gegeben und maßgeblich an der Umsetzung gearbeitet. Das werte ich auch als persönlichen Erfolg.

Was möchten Sie dem LEB und seinen Beschäftigten zum Abschied mit auf den Weg geben? Wie werden Sie sich an den LEB erinnern?

Klaus-Dieter Müller: Ich erinnere mich gerne an Begegnungen und Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen, an eine tolle Zusammenarbeit, gerade auch in den vielen herausfordernden Situationen, die wir zusammen gemeistert haben. Diese Erfahrungen bewahre ich mir gern. 

Dem LEB – und das sind die für ihn arbeitenden Menschen – wünsche ich weiterhin das Engagement, die Flexibilität und Kreativität, um für junge Menschen, aber auch den Betrieb selbst „Zukunft möglich zu machen“. Das Motto unseres Leitbilds hat mich die ganze Zeit über inspiriert.
Wie werden Sie künftig Ihre Zeit gestalten? 

Klaus-Dieter Müller: Auf jeden Fall entschleunigt und ohne die Verantwortung im Hinterkopf. Ich habe einige Ideen, und es gibt ein paar Aktivitäten, für die ich bisher viel zu wenig Zeit hatte und die ich beleben möchte. Vor allem werde ich mehr Zeit in der Natur verbringen.

Vielen Dank für das Gespräch und vor allem: Alles Gute für die Zukunft!     bo


Reizvoll und sinnstiftend: „Den Betreuten eine sichere Perspektive ermöglichen“

Interview mit Olaf Nowak  

Herzlich willkommen im LEB, Herr Nowak. Zum 1. April haben Sie die Nachfolge von Klaus-Dieter Müller als Geschäftsführer des LEB angetreten – bitte stellen Sie sich uns vor. 

Kennt den LEB schon lange aus verschiedenen Arbeitszusammenhängen: Olaf Nowak, seit dem 1. April Geschäftsführer des LEB.   Olaf Nowak: Vielen Dank für das freundliche Willkommen im LEB, bisher habe ich bei allen Einrichtungsbesuchen in den Abteilungen nur Wohlwollen und Interesse erfahren, das hat das Ankommen, neben der kompetenten Einarbeitung durch Herrn Müller, sehr erleichtert. Gern nutze ich die Chance mich vorzustellen: Ich bin 55 Jahre alt und Vater von zwei erwachsenen Kindern, treibe Sport und handwerke gerne. Die Jugendhilfe im Allgemeinen ist meine andere Leidenschaft. Neben Kinderferienreisen habe ich 25 Jahre in verschiedenen Bereichen von Hilfen zur Erziehung gearbeitet, seit Ende der 90er mit immer mehr Leitungsanteilen. 

Ein weiterer Schwerpunkt in meinem Berufsleben war die Arbeit auf Verbandsebene, eine gute Erweiterung, um über den Hamburger Tellerrand zu schauen, bevor ich in der Sozialbehörde tätig war. Meine Haltung ist systemisch und von der Gewaltfreien Kommunikation nach M.B. Rosenberg geprägt; ich gehe davon aus, dass jede/r Verantwortung für ihr/sein Handeln übernimmt und stets den Blick auf die von uns betreuten Kinder, Jugendlichen und Familien richtet. 

Noch ist Ihr Blick von außen auf den LEB relativ frisch: Wie sehen Sie den Betrieb? 

Olaf Nowak: Der LEB bietet das volle Spektrum der Jugendhilfe und darüber hinaus. Ich kenne „ihn“ schon lange aus unterschiedlichen Arbeitszusammenhängen. Die bunte Mischung der Kolleginnen und Kollegen, immer in Veränderung zu sein und sich neuen Herausforderungen stellen zu müssen, mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen eine gute und sichere Perspektive und ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen, ist eine reizvolle und sinnvolle Aufgabe.

Welche ersten Eindrücke haben Sie in diesen vier Wochen gewonnen? 

Olaf Nowak: Den ganzen März hatte ich die Möglichkeit, viele Kolleginnen und Kollegen in den Einrichtungen kennenzulernen und mich vorzustellen. In jeder Abteilung habe ich Besonderheiten erfahren, Standards mitbekommen und die Hintergründe für den Arbeitsbereich umfassend dargestellt bekommen. Das hat mir einen sehr guten Ein- und Überblick verschafft. Zu sehen und zu spüren, mit welcher hohen Motivation und großer Flexibilität bei gleichzeitiger Verbindlichkeit die Kolleginnen und Kollegen tätig sind, hat ihre Identifikation mit dem LEB deutlich gemacht und mich sehr gefreut. Sehr berührt haben mich die Gespräche mit Kindern und Jugendlichen; sie haben mir nochmal deutlich gezeigt, wie sinnstiftend unsere Arbeit ist. 

Was sind die wichtigsten Herausforderungen, vor denen der LEB aktuell steht?  

Olaf Nowak: Der Krieg in der Ukraine und die damit notwendig gewordene Flucht vieler Menschen wird uns herausfordern. Angesichts der Erfahrung des LEB aus der Flüchtlingswelle 2015 bin ich zuversichtlich, dass wir auch diesmal eine gute Arbeit machen und ein An- und zur Ruhe-Kommen bieten werden. 

Daneben werden die Folgen der Corona-Jahre bei den Kindern und Jugendlichen noch länger nachwirken. Gleiches gilt für die Kolleginnen und Kollegen, die über zwei Jahre die Betreuung aufrechterhalten und die Versorgung sichergestellt haben, oft deutlich über Arbeitszeit und eigene Belastungsgrenzen hinaus. Eine Entspannung im Sinne von ruhigeren Phasen wäre jetzt gut. 

Der Fachkräftemangel stellt uns vor große Herausforderungen. In den nächsten Jahren werden viele langjährige Mitarbeitende den LEB verlassen, diese Stützen müssen ersetzt werden. Unsere jungen motivierten Kolleginnen und Kollegen wollen wir weiter an den LEB binden und neue zum LEB holen, sie sind die Perspektive für eine qualifizierte Arbeit und das Rückgrat im LEB. Mit diesen gut ausgebildeten Kolleginnen und Kollegen geht es weiter mit „Wir machen Zukunft möglich“.  bo

Krieg in der Ukraine – der Landesbetrieb Erziehung und Beratung bereitet sich vor

Erste UMA sind in Hamburg angekommen, weiterer Hilfebedarf erwartet

Am 24. Februar begann der Krieg in der Ukraine, der sehr viele Menschen in die Flucht getrieben hat. In Hamburg sind aus dieser Region bislang relativ wenige minderjährige Ausländer ohne Erziehungsberechtigte angekommen. Die Zahl steigt jedoch seit dem 20. März stetig. Zur Aufnahme eines ganzen sogenannten Waisenhauses kam es bisher noch nicht. Olaf Nowak berichtet.

Der Krieg Russlands gegen die Ukraine ist für die Menschen in dem Land eine unendliche Tragödie, die auch den Verlust von Heimat und von geliebten Menschen bedeutet. Seit dem 20. März steigt die Zahl der unbegleiteten minderjährigen Ausländer (UMA) , die im Kinder- und Jugendnotdienst (KJND) des LEB ankommen, stetig. Die erwartete größere Zahl von Flüchtlingen wird für den LEB eine Herausforderung sein. 
Bisher sind im KJND elf unbegleitete Minderjährige beiderlei Geschlechts aus der Ukraine angekommen. Darunter sind fünf männliche Jugendliche, die ursprünglich aus Nigeria stammen und nun erneut geflüchtet sind (Stand: 22.3.2022). Im Fachdienst Flüchtlinge (FDF) wird geklärt, wie es für sie alle weitergeht. Zudem klärt der FDF die Erziehungsberechtigung, wenn die Kinder und Jugendlichen in Begleitung von Verwandten, Freunden der Eltern oder Betreuerinnen und Betreuern einreisen. 

Die allein reisenden Kinder und Jugendlichen, die bisher in Hamburg angekommen sind, haben im Regelsystem unserer Einrichtungen einen guten Platz gefunden und können nun erst einmal zur Ruhe kommen. Aktuell werden in der Sozialbehörde oder im LEB ganze Gruppen – zwischen 70 und 500 Personen – von Waisenhäusern, wie sie in der Ukraine bezeichnet werden, angefragt. Dabei soll es sich um Minderjährige handeln, die mit ihren bisherigen Betreuerinnen und Betreuern reisen. Diese Waisenhäuser sind etwa vergleichbar mit unseren Kinderschutzhäusern oder Wohngruppen der stationären Jugendhilfe. Hinzu kommen Kinder mit körperlichen und geistigen Einschränkungen sowie schwerkranke Kinder aus Krankenhäusern. 
Angesichts dieser Herausforderungen und Zielgruppen haben wir im LEB durch Umwandlung oder Reaktivierung innerhalb von wenigen Tagen mehr als 75 Plätze in der Stader Straße, der Cuxhavener Straße und im Billwerder Billdeich geschaffen. Vielen Dank an alle Kolleginnen und Kollegen für die schnelle und professionelle Umsetzung und die hohe Bereitschaft zur Gestaltung von Lösungen für die Schutz suchenden Minderjährigen.


Neue Leitung des Fachbereichs Devianz: Janina Bettencourt

Zum 1. April hat Janina Bettencourt die Leitung des Fachbereichs Devianz übernommen, nachdem Ali Berenji in den Fachbereich Clearing UMA gewechselt ist.

Frau Bettencourt, Sie waren seit April 2019 zunächst als Koordinatorin mit Leitungsanteil, dann als Leiterin in der Jugendwohngemeinschaft für psychisch belastete junge Menschen im Bötelkamp beschäftigt. Zudem leiten Sie seit Jahresbeginn die Jugendwohngemeinschaft Jugendparkweg. Seit dem 1. April sind Sie nun Leiterin des Fachbereichs Devianz und Leiterin der Jugendgerichtlichen Unterbringung (JGU). Was reizt Sie an der neuen Aufgabe? 

„Den Menschen hinter der Tat sehen“: Janina Bettencourt, neue Leiterin des Fachbereichs Devianz.           Janina Bettencourt: In meiner bisherigen Tätigkeit konnte ich vor allem Erfahrungen mit dem Thema psychische Belastungen sammeln. Gerade dies betrachte ich als großen Gewinn für die Weiterentwicklung des Fachbereichs Devianz, denn die Entstehung von deviantem Verhalten liegt unter anderen Gründen in der psychischen Konstitution. Ich möchte mit dazu beitragen, dass mehr Sensibilität für diesen Zusammenhang entsteht. 

Die Zielgruppen in der JGU und in der Jugendwohngemeinschaft Jugendparkweg zeigen dysfunktionale Bewältigungsstrategien, meist in Form von Delinquenz: Zwar ist das eine Angebot sehr hochschwellig, es dient der Vermeidung von Untersuchungshaft oder der Vorbewährung, während das andere eher niedrigschwellig ist und das Ziel verfolgt, die Betreuten zu halten. Gemeinsam ist beiden ein besonders herausforderndes Verhalten – hier reizt mich der pädagogische Aspekt. Es geht auch immer darum, den Menschen hinter der Tat zu sehen. Berührungsängste kenne ich nicht. Meinen Fokus werde ich – gemeinsam mit den pädagogischen Fachkräften – auf die Weiterentwicklung der Fachlichkeit legen. 

Wo sehen Sie die größte Herausforderung? 

Janina Bettencourt: In der JGU werde ich eine Doppelfunktion bekleiden: Als Leiterin der Einrichtung und als Leiterin des Fachbereichs. Im Jugendparkweg freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit dem erfahrenen Einrichtungsleiter Mathias Völpel. Alle gemeinsam werden wir die erfolgreiche pädagogische Arbeit fortführen und sie weiterentwickeln. 

Der Abschied vom Bötelkamp und von den Fachkräften hier im Haus fällt mir allerdings nicht leicht, aber ich übergebe der künftigen neuen Leitung eine Einrichtung mit einem hoch engagierten und fachlich qualifizierten Team. bo

Zum 1. Mai: Leitungswechsel im Referat Personalverwaltung 

Auch im Referat Personalverwaltung stehen die Zeichen auf Veränderung:  Nach fast 25 Jahren im LEB steht für Referatsleiterin Heidemarie Steitz der Ruhestand bevor, ihre Nachfolgerin, Kristin Braatz, wird ab dem 1. Mai übernehmen.

„Ich freue mich, dass ich das Referat Personalverwaltung in die verantwortungsvollen Hände von Kristin Braatz legen kann“, sagt Heide Steitz (rechts). Zum 1. Mai tritt Kristin Braatz ihre Nachfolge an.    

„Das Produkt, um das es im LEB geht, ist ein besonderes: Es handelt sich nämlich um Kinder, Jugendliche und ihre Familien“, entgegnet Heide Steitz auf die Frage, was denn das Besondere am Personalwesen bei einem kommunalen Jugendhilfeträger sei. „Das ist für viele Beschäftigte sinnstiftend, birgt Potential für Identifikation und Motivation.“ Die Herausforderung dabei: „Wir müssen immer für genügend Personal sorgen und alle Änderungen, die die individuellen Arbeitsverhältnisse betreffen, umsetzen.“ Hinzu komme die Komplexität eines öffentlichen Trägers: „Die Vielzahl von Regelungen für den öffentlichen Dienst, Richtlinien und gesetzliche Vorgaben ist immens.“ 

Eine Spezialität beim LEB sei der hohe Anteil von weiblichem Personal: „Von den 779 Beschäftigten, für die wir in unserem Referat Gehaltsabrechnungen sicherstellen, sind 73 Prozent Frauen.“ Diese Struktur mache zugleich die besondere Herausforderung deutlich: „Eine große Zahl von teilzeitbeschäftigten Frauen, die auch Familien gründen und damit Vakanzen auslösen, so dass permanent Vertretungspersonal gesucht werden muss“ – keine einfache Aufgabe vor dem Hintergrund des aktuellen Fachkräftemangels. 

Ein weiterer Faktor, der in den vergangenen zwei Jahren extrem viel Kraft und Ressourcen gebunden hat, ist die Corona-Pandemie: „Wir haben beispielsweise in kürzester Zeit in unserer Abteilung mit Rufbereitschaften den Rahmen geschaffen, dass unsere Beschäftigten umfassend Rat und Unterstützung einholen konnten.“ Dabei ging es um Fragen rund um die Themen Hygiene, Infektionsschutz, Risiken und Folgen oder etwa Schnelltests. Und schließlich müsse eine Vielzahl von Daten erhoben und an die Sozialbehörde gemeldet werden. „Aktuell (Stand: 21.3.2022) sind 25 unserer Beschäftigten in Quarantäne, insgesamt waren bereits 145 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Covid-positiv.“

Nach fast einem Vierteljahrhundert wirkt Heide Steitz wenig beeindruckt angesichts der „hohen Thermik“, die in ihrem Referat herrsche, das sei normal: „Bei uns kommt immer etwas Aktuelles dazwischen, das wichtiger ist, als der Tagesplan, den man sich vorgenommen hatte.“ Nun tritt sie zum 1. Mai in den Ruhestand: „Als ich im Jahr 1997 anfing, hatte ich die Aufgabe, eine Personalabteilung aufzubauen – damals sollte der LEB aus dem Amt für Jugend ausgegliedert und zu einer eigenen Dienststelle entwickelt werden. Gemeinsam haben wir in all den Jahren viel erreicht.“ 

Die Herausforderungen der nahen Zukunft – wie die Einführung der elektronischen Akte oder der elektronischen Zeiterfassung – liegen ab dem 1. Mai in den Händen von Kristin Braatz. Sie kennt den Betrieb bereits gut: Seit Dezember 2019 leitet sie das Referat Personalentwicklung, Gesundheit und Gleichstellung und hat in dieser Funktion begonnen, die strategische Personalentwicklung im LEB aufzubauen. Die Verwaltungswirtin und studierte Sozialpädagogin erklärt: „Aufgrund meines Hintergrunds bin ich dem LEB mit seinen pädagogischen Aufgaben intensiv verbunden, ich bin hier wirklich schnell angekommen.“  

Aus ihrer Sicht steche im Vergleich zu anderen Branchen vor allem ins Auge, dass „hier im LEB Personal arbeitet, das die Aufgaben mit Herzblut und höchstem Engagement erfüllt.“ Sie bekennt: „Dem fühle ich mich nahe.“ Auf ihre neuen Aufgaben freut sich Kristin Braatz: „Ich recherchiere auch gern in Vorschriften und mag es, gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen gute Lösungen zu finden.“ bo


Wieder steigende Flüchtlingszahlen: Neue Clearingstelle für die Erstversorgung

Mitte Februar wurde die CS Stargarder Straße mit 34 Plätzen in Betrieb genommen

Wechsel in der Fachbereichsleitung UMA der Abteilung Spezialisierte Angebote: Ali Berenji ist Jan Schulte zum 1. Februar als Leiter des Fachbereichs Clearing UMA mit nun zwei Clearingstellen für die Erstversorgung von unbegleiteten minderjährigen Ausländern nachgefolgt. Mit der Inbetriebnahme der neuen Einrichtung in der Stargarder Straße hat der LEB auf die seit einiger Zeit wieder steigenden Zahlen von in Hamburg ankommenden minderjährigen Flüchtlinge reagiert. Insgesamt verfügt der Fachbereich aktuell über 72 Plätze für diese Zielgruppe an zwei Standorten. Mit Haby Ninine konnte der LEB eine Leiterin für die CS Stargarder Straße aus eigenen Reihen gewinnen.

„Möglicherweise werden wir noch eine weitere Einrichtung für die Erstversorgung benötigen“ – Haby Ninine leitet die neue Clearingstelle Stargarder Straße, Ali Berenji leitet den Fachbereich Clearing UMA.  

„Mein Herz hat schon immer für die Erstversorgung geschlagen“, erklärt Ali Berenji. Seit dem 1. Februar leitet er den Fachbereich Clearing UMA. Die Leitung des Fachbereichs Devianz, die er zwei Jahre hatte, hat Janina Bettencourt am 1. April übernommen (siehe auch den Bericht auf Seite 2). „Bei ihr ist der Fachbereich in klugen und kreativen Händen“, betont er. 

Nachdem seit einigen Monaten wieder verstärkt minderjährige Flüchtlinge ohne Begleitung Hamburg erreichen, war es ein Glücksfall, dass die Einrichtung in der Stargarder Straße nur temporär einem Bildungsträger überlassen war und daher in relativ kurzer Zeit wieder für diese Zielgruppe hergerichtet werden konnte. Mitte Februar wurde sie in Betrieb genommen. 

„Die Bedin Das Team aus der Clearingstelle Stargarder Straße inklusive der Einrichtungsleiterin Haby Ninine (zweite v.l.) und dem Fachbereichsleiter Ali Berenji (dritter v.l.): Künftig werden zwölf pädagogische Fachkräfte die minderjährigen Flüchtlinge betreuen. gungen sind ideal: Wir haben hier drei Häuser mit kleinen Einheiten, ähnlich wie Appartements“, beschreibt Einrichtungsleiterin Haby Ninine. Dies gestattet individuelle Wohnlichkeit. Die Pädagogin kennt die Arbeit in der Erstversorgung noch aus Hochzeiten der Flüchtlingskrise: „Ich habe im bewegten Jahr 2014 beim LEB angefangen.“ Danach war sie einige Jahre in der Jugendwohngemeinschaft Bötelkamp eingesetzt. 
Aktuell leben in der Stargarder Straße 19 Jugendliche aus Afghanistan, Syrien, Ägypten, Eritrea und Gambia. Ali Berenji rechnet damit, dass die Bewohnerzahlen schon bald steigen könnten. „Möglicherweise müssen wir uns darauf einstellen, dass wir noch eine weitere Einrichtung für die Erstversorgung brauchen werden“, erklärt er auch mit Blick auf die aktuelle Lage in der Ukraine.  

Kernstück des Angebots i Die drei Häuser in der Clearingstelle Stargarder Straße mit insgesamt 34 Plätzen gestatten den Betreuten eine appartementähnliche Wohnform in kleinen Einheiten. Aktuell leben hier 19 unbegleitete minderjährige Ausländer aus Syrien, Afghanistan, Ägypten und Eritrea. Fotos (4): Bormann n der Stargarder Straße ist ein professionelles und strukturiertes Clearingverfahren, das individuelle und passgenaue Hilfeplanung gestattet. Das Clearing hat dabei das Ziel, adressatengerechte Empfehlungen für geeignete und nachhaltige Hilfesettings abzugeben. Für diesen intensiven Prozess ist ein Zeitraum von drei bis sechs Monaten erforderlich. Die Intervention zielt auf die Stabilisierung und Bearbeitung einer akuten Krisensituation und leistet den multiperspektivischen diagnostischen Prozess zur Identifikation möglicher Anschlusshilfen. 
Die pädagogischen Fachkräfte in der CS Stargarder Straße arbeiten im Rahmen einer verbindlichen Kooperation eng mit der Kinder- und Jugendpsychiatrie (KJP) – und je nach Bedarf auch anderen Kooperationspartnerinnen und -partnern – zusammen. Die psychiatrischen und therapeutischen Fachkräfte der KJP stehen regelmäßig für Termine mit der Klientel und Beschäftigten zur Verfügung. 

„Idealerweise können die Betreuten nach drei Monaten in eine Folgeeinrichtung ziehen“, erklärt Ali Berenji. Allerdings: „Wir brauchen jedoch auch wieder die passenden

Die Einrichtung ist mit ihren drei Häusern appartementähnlich gegliedert. Die Bewohner haben Einzelzimmer; drei bis vier Betreute teilen sich jeweils eine Küche und Sanitäranlagen. Die Einrichtung ist mit ihren drei Häusern appartementähnlich gegliedert. Die Bewohner haben Einzelzimmer; drei bis vier Betreute teilen sich jeweils eine Küche und Sanitäranlagen.
Anschlusshilfen für die Minderjährigen in ausreichend großer Zahl.“ Pädagogisch Betreute Wohngruppen, die eine engere Betreuung auch nachts bieten, könnten eine ideale Lösung sein. 

Derweil ist das pädagogische Team in der Stargarder Straße damit beschäftigt, die Einrichtung zu verschönern. „Wir greifen dabei gern Ideen der Betreuten auf“, sagt Haby Ninine. „Ich freue mich, dass ich die neue Clearingstelle aufbauen kann, die Leitung ist für mich eine Herausforderung, an der ich wachsen kann.“ bo


IMPRESSUM 

LEB-ZEIT: 
Informationsblatt 
Landesbetrieb Erziehung und Beratung (LEB), 
Conventstraße 14, 22089 Hamburg
www.hamburg.de/leb
Verantwortlich im Sinne des Presserechts: 
Bettina Bormann, 
Telefon 428 15 30 03
bettina.bormann@leb.hamburg.de
Satz und Layout: Bettina Bormann
Druck: Compact Media

Empfehlungen

Themenübersicht auf hamburg.de

Anzeige
Branchenbuch