Branche
Aurubis ist ein börsennotierter Kupferproduzent und Wiederverwerter. Aurubis verarbeitet aber auch Blei, Zink, Zinn, Nickel, Silber, Gold und Platin.
Der Name ist eine kombinierte Anlehnung an die lateinischen Bezeichnungen Rubrum und Aurum, die "rotes Gold" bezeichnen.
Die Verarbeitung der Metalle ist unverzichtbar für erneuerbare Energien, E-Mobilität, Digitalisierung oder Urbanisierung.
Aurubis verarbeitet jährlich rund 2,4 Millionen Tonnen Kupferkonzentrat und rund 1 Million Reyclingmaterial und Blisterkupfer.
Hinzu kommt die jährliche Produktion von rund 1,1 Millionen Tonnen Kupferkathoden, 2,3 Millionen Tonnen Schwefelsäure und 1,7 Millionen Tonnen Kupferprodukten in Europa und den USA.
Unternehmenssitz
Der Sitz des Unternehmens befindet sich im Industriegebiet Peute im Hamburger Stadtteil Veddel.
Umsatz und Mitarbeiter
Der Umsatz 2024 betrug rund 17 Millionen Euro.
Die Aurubis-Aktie gehört dem Prime Standard-Segment der Deutschen Börse an und ist im MDAX, dem Global Challenges Index (GCX) sowie dem Stoxx Europe 600 gelistet
Das Unternehmen beschäftigt und 7.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 20 Ländern auf drei Kontinenten.
Nachhaltigkeit und Vielfalt
Nach eigenen Angaben spielt das Thema Nachhaltigkeit im Unternehmen eine wichtige Rolle. Im Branchenvergleich sei das Unternehmen führend bei der Energieeffizienz und im Umweltschutz. Bis 2050 will Aurubis CO2-neutral produzieren.
Seit dem Jahr 2000 will Aurubis mehr als 1 Milliarde Euro in Umweltschutzmaßnahmen investiert haben.
Gelebte Vielfalt: Mehr als 53 Nationalitäten finden sich nach eigenen Angaben unter den Aurubis-Mitarbeitern.
Jobs und Ausbildung bei Aurubis
Aurubis beschäftigt Mitarbeiter in der Produktion, Forschung, IT und Verwaltung, vom einfachen Arbeiter am Hochofen bis zum „Data Scientist": Die Bandbreite ist also groß.
Das Unternehmen bildet überdies in vielen Bereichen aus, vom Elektroniker bis zum Industriemechaniker. Auch eine Kombination aus Ausbildung und Studium ist bei Aurubis möglich.
Zudem bietet das Unternehmen vielseitige Schülerpraktika in den Bereichen "Metall" und "Chemie" an.
Historie
1770: Marcus Salomon Beit wird die Genehmigung zur Inbetriebnahme eines »Silber-Scheid- und Schmelzofens« in der 1. Elbstraße erteilt. Die Hamburger Bank führt eine Silberwährung auf Probe ein und wird so zum Hauptkunden Beits.
1787: Marcus Salomon führt nun das Unternehmen mit seinem Bruder Raphael Salomon Beit unter dem Namen "Gold- und Silberscheider".
Ab 1806 halten die Franzosen auch Hamburg besetzt, was kurzzeitig zur Blockierung der Beit’schen Schmelze führt.
1790: In Hamburg wird endgültig die Silberwährung eingeführt und die Stadt wird zum Zentrum des europäischen Silberhandels, wovon die Familie Beit massiv profitiert.
1842: Hamburg erlebt eine große Brandkatastrophe. Große Teile der Innenstadt werden zerstört. In der Folge wird unter anderem Kupfer zur Dachdeckung vorgeschrieben.
1846: Lipmann Raphael Beit und der Hamburger Reeder Johann Cesar Godeffroy gründen gemeinsam mit dem Kaufmann Siegmund Robinow das Elbkupferwerk auf der Elbinsel Steinwerder.
1859: Infolge einer 1857 eingetretenen Wirtschaftskrise und sinkender Versorgung mit Erzen muss das Werk auf Steinwerder stillgelegt werden.
1866: Gründung der Norddeutschen Affinerie AG (NA), deren Vorsitzender Dr. Ferdinand Beit wird.
1871: Gründung des Deutschen Reichs.
1873: Die "Mark" wird einheitliche Währung im deutschen Kaiserreich. Die NA wird mit der Einschmelzung nahezu aller bis 1856 herausgegebenen Talermünzen beauftragt.
1876: Dr. Emil Wohlwill, Chefchemiker des Unternehmens, erfindet die erste vollkontinuierlich arbeitende Kupferelektrolyse.
1908: Baubeginn auf der Peute (Veddel) für das neue Werk der NA aufgrund von Platzmangel in der Elbstraße. Schon 1910 läuft hier die neue Elektrolyse an.
1914: Beginn Erster Weltkrieg. Die NA schmilzt im Auftrag der Kriegsmetall AG Metalle zur Rohstoffgewinnung für den Heeresbedarf ein.
1915: Die NA hat etwa 660 Beschäftigte und kann 1916 ihr 50-jähriges Bestehen feiern. Es werden Kriegsgefangene, zumeist aus Russland und Belgien, zwangsbeschäftigt.
1928: Die Chemische Fabrik J. E. Devrient AG wird übernommen.
1939: Beginn des Zweiten Weltkriegs.
1940: Generalfeldmarschall Hermann Göring erlässt den Aufruf zur "Spende des deutschen Volkes zum Geburtstag des Führers". Die Deutschen werden gezwungen, Metallgegenstände für die Gewinnung kriegswichtiger Rohstoffe abzuliefern. Teile davon werden von der NA eingeschmolzen.
1941: Erster Bombentreffer im Hamburger Werk.
1942: Bei der NA arbeiten russische Zwangsarbeiter.
1943: "Operation Gomorrha": britische und amerikanische Luftangriffe zerstören vom 24. Juli bis zum 3. August 80 Prozent des Hafens. Rund 35.000 Menschen kommen ums Leben.
1943: Stilllegung der Produktionsanlagen vom 1. August bis Mitte des Monats, da kaum Arbeitskräfte zur Verfügung stehen.
1945: Das Verwaltungsgebäude der NA in der Alsterterrasse 2 wird am 13. und 14. April 1945 beim letzten von sechs Bombenangriffen zerstört
3. Mai 1945: Kampflose Übergabe Hamburgs an die britischen Truppen.
1945/1946: Die Britische Militärregierung genehmigt der NA die Wiederaufnahme erster Produktionen.
1948: Ende des Jahres sind alle wesentlichen Anlagen der NA wieder in Betrieb.
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1949: Gründung der Bundesrepublik Deutschland (BRD) und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).
1972: Joint Venture der NA mit dem chilenischen Kupfererzeuger Codelco und den Hüttenwerken Kayser (HK) aus Lünen führt zur Gründung der Deutschen Giessdraht GmbH in Emmerich am Rhein.
1979: Entwicklung des energiesparenden Contimelt-Verfahrens in der Rohhütte Werk Ost (RWO).
1989: Inbetriebnahme der neuen Kupferelektrolyse Werk Ost (ELWO).
1998: "Die Kupferaktie kommt": Die NA tritt den Börsengang an. Die 22,4 Millionen Einzelaktien sind gleich zu Beginn mehrfach überzeichnet.
2002: Der Konzern übernimmt Prymetall und deren 50 %ige Beteiligung an Schwermetall.
2005: Inbetriebnahme der neuen Silberelektrolyse am Standort Hamburg.
2007/2008: Übernahme des belgischen Kupferproduzenten Cumerio.
2011: Zukauf der Rolled Products Division der britischen Luvata-Gruppe.
2013: Inbetriebnahme der neuen Anodenschlammverarbeitung, die konzernweit alle Anodenschlämme am Standort Hamburg verarbeitet.
28. April 2016: Die Aurubis AG feiert ihr 150-jähriges Jubiläum.