Branche
Der Heinrich Bauer Verlag, (heute Bauer Media Group), ist eines der führenden Medienunternehmen Europas. Es handelt sich um ein Familienunternehmen, welches mittlerweile in fünfter Generation von der Verlegerin Yvonne Bauer geführt wird.
Sitz, Umsatz, Anzahl Mitarbeiter*innen
Sitz: Bauer Media Group, Burchardstraße 11, 20095 Hamburg.
Umsatz: rund 2,2 Milliarden Euro (2023).
Mitarbeiter*innen: Rund 16.000 weltweit, rund 3.500 in Hamburg
Portfolio
Die Bauer Media Group (nachfolgend Bauer) veröffentlicht weltweit über 700 Zeitschriften. In Deutschland gehören dazu unter anderem:
Programmzeitschriften: tv 14, TV Movie, auf einen Blick.
Frauen- & Lifestyle-Magazine: tina, Cosmopolitan, Bella, Meins.
People- & Entertainment-Titel: Closer, InTouch, Das neue Blatt.
Special Interest: lecker, happinez, Welt der Wunder.
Zudem ist die Gruppe im Bereich Radio tätig, (beispielsweise in Großbritannien, Skandinavien und Polen), betreibt Online-Vergleichsportale und bietet Druckdienstleistungen an.
Nachhaltigkeit
Nach eigenen Angaben orientiert sich der Verlag im Rahmen seiner Unternehmensstrategie an einem "Better World Playbook":
Der Fokus liegt auf der Reduzierung von Emissionen (Netto-Null-Ziel), Abfallvermeidung, Förderung von Vielfalt und der Schulung von Mitarbeitenden. Ab 2028 will der Verlag jährliche Nachhaltigkeitsberichte veröffentlichen.
Nachhaltigkeitsstrategie
Ökologische Verantwortung: Ziele sind die Reduzierung von Müll und die aktive Arbeit hin zu Netto-Null-Emissionen, um die Umwelt zu schonen.
Soziale Aspekte: Die Grundsatzerklärung betont faire Arbeitsbedingungen, Arbeitssicherheit, Diversität und die Einhaltung internationaler Standards wie der ILO-Kernarbeitsnormen.
Medienrelevanz: Bauer nutzt seine Reichweite, um Leser durch nachhaltige Themen zu inspirieren und plant bis 2026 internationale Kampagnen.
Transformation: Bauer befindet sich in einer Transformationsphase, um wirtschaftliche Effizienz mit sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Tragfähigkeit zu verbinden.
Vielfalt
Diversity und Inclusion: Bauer hat ein Manifest veröffentlicht, das sich zu Vielfalt und Inklusion verpflichtet.
Verpflichtungen: Das Unternehmen hat spezifische D&I-Verpflichtungen definiert, um Diskriminierung am Arbeitsplatz zu vermeiden und Chancengleichheit zu fördern.
Kultur der Zugehörigkeit: Es wird betont, dass Vielfalt nicht nur durch Zahlen, sondern durch eine Kultur der Zugehörigkeit („Belonging at Bauer“) erreicht wird.
Frauenförderung: Bauer setzt im Rahmen ihrer Frauenförderung und Unternehmensstrategie stark auf weibliche Führungskräfte, insbesondere in den Segmenten, die sich an Frauen richten.
Ausbildung und Jobs
Ausbildung
Bauer bildet in verschiedenen kaufmännischen, technischen und kreativen Berufen aus.
Ausbildung: Bauer bietet die Ausbildungsgänge Fachinformatik Systemintegration und Medienkaufmann/ Medienkauffrau Digital und Print an.
Journalistenschule: Bauer betreibt eine eigene Journalistenschule, die oft als Bauer Media Academy bezeichnet wird. Die Ausbildung, kombiniert Theorie und Praxis. Die praktische Ausbildung erfolgt in den Zeitschriftenredaktionen der hauseigenen Publikationen, die Vermittlung der theoretischen Kenntnisse erfolgt in Seminarblöcken.
Duales Studium: Bauer biete duale Studiengänge für Wirtschaftsinformatik und Betriebswirtschaftslehre an.Die Ausbildung ermöglicht neben einem Studium an der Nordakademie einen Einblick in die schnelllebige Medienwelt. Sie dauert dreieinhalb Jahre.
Wirtschaftsinformatik B.Sc.:
Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf dem IT-Bereich, wo mehrmonatige projektbezogene Einsätze absolviert werden. Gleichzeitig werden alle relevanten Bereiche eines Medienhauses, wie etwa Vertrieb, Anzeigengeschäft, Redaktion und Rechnungswesen vermittelt. Die Seminare an der Hochschule werden durch verschiedene Trainings abgerundet.
Betriebswirtschaftslehre B.Sc.
Während des Studiums werden alle relevanten Bereiche wie etwa Vertrieb, Anzeigengeschäft, Redaktion, Verlagsleitung und Rechnungswesen durchlaufen. Die Seminare an der Hochschule werden durch interne Seminare in Rhetorik und Präsentationstechniken sowie verschiedene Software-Trainings abgerundet.
Schüler*innen-Praktikum: Das Praktikum gibt Einblicke in den Arbeitsalltag eines Medienunternehmens und das Geschäft mit Digital- und Print Medien.
Jobs und Karriere
Für Berufserfahrene und Quereinsteiger gibt es Stellen in den Kernbereichen Journalismus (z. B. Online Editor), Projektmanagement, Mediaberatung und IT (z. B. SAP & CRM Betreuung).
Historie
Bauer blickt mittlerweile auf eine über 150-jährige Geschichte zurück und hat sich von einer kleinen Hamburger Druckerei zu einem der weltweit führenden Medienhäuser entwickelt.
1875: Der Lithograf Johann Andreas Ludolph Bauer legt den Grundstein in Hamburg mit einer Druckerei, die zunächst auf Visitenkarten spezialisiert ist.
1903: Eintritt von Sohn Heinrich Friedrich Matthias Bauer, Umfirmierung.
1918: Eintritt von Alfred Bauer. Gründung des „Extrablatt“.
1950er/60er Jahre: Aufstieg durch Erfolgsprogrammzeitschriften (z.B. TV Hören und Sehen).
1963: Heinz Heinrich Bauer übernimmt die Führung.
1966: Das Jugendmagazin Bravo erscheint.
1981: Eintritt in den US-Markt mit der Zeitschrift Women's World.
1992: Bauer steigt mit einer Beteiligung an RTL II in den Fernsehmarkt ein.
2010: Yvonne Bauer übernimmt die Führung in fünfter Generation.
2012: Ausbau des Portfolios durch Erwerb von Titeln wie Cosmopolitan und Shape.
2024: Die Bauer Media Group ist ein globaler Konzern mit über 400 Zeitschriftenmarken, digitalen Angeboten und Radiosendern in 13 Ländern.
Geschäftsbereiche heute:
Print: Zeitschriften (u.a. Frauenmagazine, Programmzeitschriften).
Digital: Digitale Plattformen und Apps.
Audio: Beteiligungen an Radiosendern.
NS-Zeit und Aufarbeitung: Am 3. Juni 2025 hat die Bauer Media Group das Ergebnis einer Studie der Historiker-Genossenschaft eGzur NS-Zeit vorgelegt.
Die Studie kam nach Abschluss des mehrjährigen Forschungsprozesses und nach Sichtung von über 300 Quellen zu dem Ergebnis, "dass sich Heinrich und Alfred Bauer als Unternehmer zur Fortführung ihrer wirtschaftlichen Tätigkeit den politischen Verhältnissen in den Jahren 1933 bis 1945 anpassten.“ Ein ideologisch geprägtes Vorgehen des Unternehmens sowie der Familie Bauer sei nach Quellenlage nicht belegt.
Weitere Informationen: Bauer Media Group