Branche
Die Elbe-Werkstätten GmbH in Hamburg ist einer der größten Träger für Arbeitsplätze von Menschen mit Behinderung in Deutschland. Die Werkstätten bieten Menschen mit Behinderung berufliche Bildung, individuelle Unterstützung und vielfältige Arbeitsmöglichkeiten – an über 50 Standorten in der Metropolregion Hamburg und auf rund 350 Einzelarbeitsplätzen in regionalen Unternehmen.
Die Organisation gehört zu den 20 wichtigsten Arbeitgebern in der Metropolregion Hamburg, was ihre zentrale Rolle in der beruflichen Rehabilitation unterstreicht.
Sitz, Mitarbeiter*innen, Struktur
Der Sitz der Organisation befindet sich im Nymphenweg 22, 21077 Hamburg.
Bei den Elbe-Werkstätten sind rund 3.100 Menschen mit Behinderung tätig, zudem beschäftigt das Unternehmen rund 670 Angestellte.
Die Elbe Werkstätten wurden 1986 gegründet und sind ein öffentliche Unternehmen, welches von der Freien und Hansestadt getragen wird. Neben der Winterhuder Werkstätten GmbH, die seit 1958 in Hamburg existierte und der 1974 gegründeten Hamburger Werkstatt GmbH war die Elbe-Werkstätten GmbH damals das dritte städtische Unternehmen mit Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung anbot. Die Hamburger Werkstatt GmbH und die Winterhuder Werkstätten GmbH fusionierten im September 2011 unter dem Dach der Elbe-Werkstätten GmbH.
Dienstleistungen und Kunden
Die Werkstätten bearbeiten Aufträge sowohl in den eigenen Räumlichkeiten als auch direkt bei Kunden, um flexible Lösungen zu ermöglichen.
Über die klassischen Werkstattangebote hinaus betreiben die Elbe-Werkstätten soziale Einrichtungen wie den CAP-Lebensmittelmarkt und die Cafeteria in der Gedenkstätte Neuengamme.
Dienstleistungen für Unternehmen:
- Verpackung und Konfektionierung: Lohnverpackung und Montagetätigkeiten.
Lettershop: Druck, Konfektionierung und Versand von Mailings.
Digitalisierung: EDV-gestützte Digitalisierung analoger Medien.
Grünanlagenpflege: Landschaftsbau und Pflege von Außenanlagen.
Holzbearbeitung & Metallbau: Fertigung von Produkten.
Hauswirtschaft & Catering: Catering (z.B. in der Gedenkstätte Neuengamme), Cafeterien, Gebäudereinigung und Hausmeisterservice.
Logistik: Lagerung und Versand.
Zeltverleih: Bereitstellung von Zelten für Veranstaltungen.
Partnerunternehmen der Organisation (Auszug)
- Allianz Deutschland AG
- Beiersdorf AG, Hamburg
- Detlev Louis Motorradvertriebs GmbH
- Deutsches Rotes Kreuz Hamburg
- Fritz-kola GmbH
- Hamburger Sport-Verein e.V. (HSV)
- J.J. Darboven GmbH & Co. KG
- Lufthansa Technik
- Museum der Arbeit
- Otto Group (Otto GmbH & Co. KG)
- Staatsarchiv Hamburg
- tesa SE
Nachhaltigkeit
Die Elbe-Werkstätten verfolgen eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie in drei Kernbereichen: sozial, ökologisch und ökonomisch. Die Elbe-Werkstätten veröffentlichen regelmäßig einen Nachhaltigkeitsbericht, der ihre Fortschritte und Ziele detailliert dokumentiert. Zudem orientiert sich das Unternehmen an den 17 Nachhaltigkeitszielen (SDGs) der UN.
Kernbereiche
Soziale Nachhaltigkeit (Inklusion & Teilhabe)
- Förderung der beruflichen und persönlichen Entwicklung von Menschen mit Behinderung.
- Unterstützung beim Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt durch Außenarbeitsgruppen und Einzelarbeitsplätze in Partnerunternehmen (z. B. Beiersdorf, Lufthansa Technik).
Ökologische Nachhaltigkeit (Klimaschutz
- Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, den Ausstoß gemäß den Vorgaben der Freien und Hansestadt Hamburg bis 2030 um 55 Prozent (gegenüber 2012) zu reduzieren.
- Entwicklung maßgeschneiderter Konzepte für Hitzeschutz, natürliche Verschattung und Dachbegrünung an den Standorten.
- Kontinuierliche Verbesserung von Systemen (z. B. LED-Umrüstung) und Prüfung erneuerbarer Energien.
Ökonomische Nachhaltigkeit
- Die Geschäftstätigkeit ist auf Dauerhaftigkeit und Verlässlichkeit für Beschäftigte und Partner ausgelegt.
- Angebot nachhaltiger Dienstleistungen in Bereichen wie Gartenbau, Montage, Digitalisierung und Gastronomie.
Vielfalt
Die Elbe-Werkstätten haben die Charta der Vielfalt unterzeichnet und engagieren sich aktiv am jährlichen Diversity Day, um für eine vorurteilsfreie Arbeitswelt zu werben.
Für Projekte wie die Qualifizierung von Werkstattbeschäftigten zu Prüfern für Leichte Sprache (QPS) erhielt die Organisation den „exzellent“-Preis 2025 in der Kategorie Bildung.
Die Vielfalt in den Elbe-Werkstätten zeigt sich vor allem in der Flexibilität der Arbeitsbereiche und der individuellen Förderung.
- Die Beschäftigten arbeiten in unterschiedlichsten Bereichen wie Gartenbau, Gastronomie (z. B. CAP-Märkte), Holz-, Metall- und Textilverarbeitung, Verpackung, Digitalisierung oder Elektro-Montage.
- Möglichkeit der Wahl des Arbeitsortes: Neben klassischen Werkstattplätzen gibt es Außenarbeitsgruppen, Einzelarbeitsplätze in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes
- Kooperation mit namhaften Partnern wie der Beiersdorf AG, der Lufthansa Technik AG und dem Museum der Arbeit.
Ausbildung und Jobs
Die Elbe-Werkstätten bieten vielfältige Möglichkeiten für eine Ausbildung oder eine berufliche Tätigkeit, sowohl für Menschen mit Behinderungen als auch für Fachkräfte im sozialen und kaufmännischen Bereich.
Ausbildung
Die Elbe-Werkstätten bilden in verschiedenen staatlich anerkannten Berufen aus.
Kaufmännische Berufe
- Kauffrau/mann für Büromanagement: 3-jährige Ausbildung mit Einblicken in Personalwesen, Einkauf und Finanzbuchhaltung.
- Kaufmann/Kauffrau im Einzelhandel (Schwerpunkt Lebensmittel).
Gewerblich-Technische & Handwerkliche Berufe
- Zweiradmechaniker/in.
- Garten- und Landschaftsbauer/in.
- Fachkraft im Gastgewerbe (Schwerpunkt Küche).
Verkäufer/in.
Jobs und Karriere
Soziale & Pädagogische Berufe
- Fachkräfte zur Arbeits- und Berufsförderung (FAB).
- Erzieher/innen, Heilerziehungspfleger/innen und Sozialpädagogen/innen.
- Gesundheits- und Krankenpfleger/innen.
Technik & Verwaltung
- Haustechniker/innen im Facility Management.
- Stellen in der Verwaltung (Personal, IT, Buchhaltung).
- Arbeit für Menschen mit Behinderung:
Inklusionsbetriebe und ausgelagerte Arbeitsplätze in Partnerunternehmen (z. B. Baumärkte).
Historie
1920: Gründung der Hamburger Werkstatt für Erwerbsbeschränkte, später Hamburg Werkstatt (HWG).
1958: Eröffnung des Beschäftigungsheims in der Richardstraße, der späteren Winterhuder Werkstätten (WWG).
1974: Gründung der Hamburger Werkstatt GmbH.
29. Mai 1986: Gründung der Elbe-Werkstätten GmbH als drittes städtisches Unternehmen für Menschen mit Behinderung.
1987: Ausgliederung der Werkstatt Nymphenweg aus der WWG in die Elbe-Werkstätten.
2006: Gründung der PIER Holding GmbH als Holding für die drei stadtnahen Werkstätten.
2010/2011: Fusion der Hamburger Werkstatt GmbH und der Winterhuder Werkstätten GmbH unter das Dach der Elbe-Werkstätten.
2020: 100-jähriges Bestehen des Gesamtunternehmens (unter Einbeziehung der historischen Wurzeln ab 1920).
Weitere Informationen: Webseite Elbe-Werkstätten GmbH