Branche
Die DAK-Gesundheit ist eine bundesweite Krankenkasse und gehört zu den größten gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands. Sie ist zudem die deutsche Krankenkasse mit der ältesten Geschichte, die bis in das Jahr 1773 zurückreicht.
Als Körperschaft des öffentlichen Rechts betreut die Kasse rund 5,4 Millionen Versicherte und betreibt ein bundesweites Netz von etwa 300 Geschäftsstellen.
Sitz, Umsatz, Anzahl Beschäftigte
Sitz: DAK-Gesundheit Zentrale, Nagelsweg 27 - 31, Hamburg-Hammerbrook
Umsatz: Das jährliche Haushaltsvolumen (Umsatz) der DAK-Gesundheit beläuft sich für das Jahr 2026 auf rund 31 Milliarden Euro.
Im Gesamtjahr 2025 verzeichnete die Kasse reguläre Einnahmen von rund 29,32 Milliarden Euro bei Ausgaben von rund 29,37 Milliarden Euro.
Rund 95 Prozent der Gesamtausgaben investiert die Kasse in gesetzliche Versorgungs- und Regelleistungen für ihre Versicherten.
Anzahl Beschäftigte: Die DAK-Gesundheit beschäftigt deutschlandweit rund 10.700 Mitarbeiter. Am Hauptsitz und Zentralen-Standort Hamburg arbeiten davon etwa 1.400 Beschäftigte.
Nachhaltigkeit
Die DAK-Gesundheit setzt sich nach eigenen Angaben für eine ökologische Ausrichtung des Gesundheitswesens ein.
Die DAK-Zentrale in Hamburg-Hammerbrook treibt das Thema auf verschiedenen Ebenen voran:
Lokale Initiativen: Mitarbeiter nehmen regelmäßig an Müllsammelaktionen wie „Hamburg räumt auf!“ teil.
Umweltfreundliche Prozesse: Der Fokus liegt auf klimasensiblem Versand, klimaneutraler Büroarbeit, dem „Deutschland-Jobticket“ für Pendler sowie der Vermeidung von Müll.
Klimaschutz und Gesundheit: Die DAK fördert Initiativen wie das UKE-Projekt zur klimasensiblen Gesundheitsförderung und unterstützt das Netzwerk „Klimaretter – Lebensretter“.
Vielfalt
Die DAK-Gesundheit fördert aktiv Vielfalt, Inklusion und Diversität. Als Gründungsmitglied der Charta der Vielfalt setzt sie sich für ein diskriminierungsfreies Miteinander ein.
Das Engagement reicht von Sensibilisierungs-Kampagnen zur geschlechtlichen und sexuellen Vielfalt in der Pflege (z.B. prämierte Projekte in Bremen) über Aktionen zum CSD in Hamburg bis hin zu Initiativen für Inklusion.
Ausbildung und Jobs
Ausbildung
Die DAK-Gesundheit bietet verschiedene Einstiegsmöglichkeiten im Gesundheitswesen.
Die Ausbildungsberufe bei der DAK
Sozialversicherungsfachangestellte (m/w/d) - ("SoFa")
- Schwerpunkte: Wahlweise Versicherung oder das Zentrum für Widersprüche.
- Aufgaben: Beratung von Versicherten, Prüfung von Anträgen (z. B. Pflegegeld, Zahnersatz) und Beitragsberechnung.
Kaufleute im Gesundheitswesen (m/w/d)
- Schwerpunkte: Entweder im Bereich Leistung oder im Bereich Beitrag und Versicherung.
- Aufgaben: Kombination aus medizinischen, leistungsrechtlichen und kaufmännischen Themen sowie die Analyse von Kostenstrukturen.
Duale Studiengänge bei der DAK
BWL-Gesundheitsmanager (m/w/d): Verknüpft das Studium an der DHBW Bad Mergentheim mit der "SoFa"-Ausbildung im Unternehmen.
BWL-Digital Business Management (m/w/d): Fokus auf die digitale Transformation im Gesundheitssektor.
Informatik / IT-Studiengänge: Ausbildung im eigenen Technologiezentrum in Kombination mit der Beruflichen Hochschule Hamburg (BHH).
Jobs und Karriere
Als eine der größten gesetzlichen Krankenkassen Deutschlands bietet die DAK eine Vielzahl von Karrieremöglichkeiten an.
Die häufigsten Stellenausschreibungen beziehen sich auf folgende Berufsfelder:
Kundenberatung & Service: Betreuung der Versicherten in den regionalen Servicezentren oder per Telefon. Typische Jobs: Kundenberater/-in (m/w/d) oder Aushilfen im Kundenservice.
Sachbearbeitung & Fachzentren: Prüfung von Leistungsanträgen in spezialisierten Bereichen. Typische Jobs: Sachbearbeiter (m/w/d) für Arzneimittel, Krankengeld oder Pflegeleistungen.
Gesundheitsmanagement & Prävention: Konzeption und Steuerung von Versorgungs- und Vorsorgeangeboten. Typische Jobs: Spezialist Prävention (m/w/d) oder Vertragsmanager (m/w/d).
IT, Controlling, Einkauf: Steuerung der Krankenkasse von den Hauptstandorten aus. Typische Jobs: Strategischer Einkäufer IT (m/w/d), Controller oder Spezialist für Risikomanagement (m/w/d).
Vertrieb & Außendienst: Gewinnung von Neukunden und Beratung von Unternehmen vor Ort. Typische Titel sind Bezirkschef (m/w/d) oder selbstständige Vertriebsaußendienstler (m/w/d).
Historie
1773/1774: Gründung des „Instituts für hilfsbedürftige Handlungsdiener“ in Breslau. Es gilt als die älteste deutsche Krankenkasse und ist die direkte historische Vorläuferorganisation der heutigen DAK- Gesundheit.
Die Kasse verfügt über ein Startkapital von 10.000 Talern, die von der schlesischen Kaufmannschaft aufgebracht wurden. Sie zahlt nicht nur im Krankheitsfall, sondern unterstützt auch bei Arbeitslosigkeit, fördert die berufliche Bildung, vermittelt Stellen und übernimmt das Sterbegeld.
1858/1862: In Hamburg wird die Krankenkasse des Vereins für Handlungs-Commis (historische Bezeichnung für Handlungsgehilfen oder Kaufmannsgehilfen) ins Leben gerufen.
1921: Die Hamburger Kasse fusioniert mit der Leipziger „Central-Kranken- und Begräbniskasse“ zur sogenannten GDA-Kasse (Krankenkasse des liberalen Gewerkschaftsbundes der Angestellten).
1924: Die aus dem Breslauer Institut hervorgegangene Kasse verbindet sich mit der GDA-Kasse. Durch diese Zusammenführung werden die beiden historischen Traditionslinien Hamburger und Breslauer Kasse vereint.
1929/1930: Die GDA-Kasse wird offiziell in „Deutsche Angestellten-Krankenkasse“ (DAK) umbenannt.
1933–1945: Während der Zeit des Nationalsozialismus wird die DAK im Zuge der „Gleichschaltung“ organisatorisch und ideologisch in den NS-Staat eingegliedert.
Die DAK beteiligt sich an der Ausgrenzung, Entrechtung und Verfolgung jüdischer Mitbürger. Jüdische Angestellte und Vorstandsmitglieder werden entlassen, jüdische Versicherte werden aus der Krankenversicherung ausgeschlossen.
Zudem wird der Versicherungsmarkt aufgeteilt: Die DAK gibt alle männlichen Mitglieder an die „Deutschnationale Krankenkasse“ ab. Im Gegenzug übernimmt sie die weiblichen Mitglieder anderer Angestelltenkrankenkassen. In der Folge verliert die DAK ihren Namen und wird zur „Berufskrankenkasse der weiblichen Angestellten“ (BdwA) umbenannt.
Ab 1935 bildete die BdwA mit der „Berufskrankenkasse der Kaufmannsgehilfen“ eine enge Verwaltungsgemeinschaft mit Hauptsitz am Holstenwall in Hamburg.
Ab 1946: Die Kasse firmiert dauerhaft und durchgehend unter dem Kürzel DAK.
1. Januar 2012: Entstehung der heutigen „DAK-Gesundheit“ durch den strategischen Zusammenschluss der DAK mit der BKK Gesundheit und der BKK Axel Springer.
2013: Fusion mit der Saint-Gobain BKK.
(Benannt nach dem französischen Industriekonzern Saint-Gobain. Bereits 1857 gründete das Unternehmen im Werk Mannheim-Waldhof eine eigene Unfall-, Kranken- und Pensionskasse. Ursprünglich nur für Mitarbeiter des Konzerns gedacht, öffnete sich die Saint-Gobain BKK am 1. Januar 2009 bundesweit für alle gesetzlich Versicherten.)
2016: Zusammenschluss mit der BKK Beiersdorf AG.
Weitere Informationen. Webseite DAK Gesundheit