Hamburg Wasser

Nachhaltige Wasserwirtschaft

Hamburg Wasser ist für die Trink- und Abwasserversorgung der Hansestadt verantwortlich und befindet sich vollständig im Eigentum der Freien und Hansestadt Hamburg. Das Jobangebot ist vielseitig. Karrierechancen eröffnen sich für Ingenieure, Industriemechaniker, Fachkräfte für IT und Digitalisierung. im Immobilienmanagement, Vertrieb, Kundenservice und mehr.

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Hamburg Wasser

Inhaltsverzeichnis

Branche

Hamburg Wasser ist Hamburgs Trinkwasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsunternehmen. Es ist nach den Berliner Wasserbetrieben das zweitgrößte kommunale Wasserver- und Entsorgungsunternehmen Deutschlands. 

Sitz, Umsatz, Anzahl Beschäftigte

Sitz: Billhorner Deich 2, 20539 Hamburg

Umsatz: 701,6 Millionen Euro (2025)

Beschäftigte: Rund 2.200

Aufgabe

Hamburg Wasser versorgt Hamburg und einige Gemeinden im Umland mit Trinkwasser und beseitigt das Abwasser. Darum kümmern sich die beiden Unternehmensteile Hamburger Wasserwerke GmbH und die Hamburger Stadtentwässerung AöR. Zudem kümmert sich das Unternehmen aktiv um Umwelt- und Ressourcenschutz.

Trinkwasserversorgung: Gewinnung, Aufbereitung und Verteilung von frischem Trinkwasser aus dem Hamburger Umland.

Abwasserentsorgung: Betrieb von Sielen und Klärwerken (wie dem Hauptklärwerk Köhlfleet), um Abwasser umweltverträglich zu reinigen.

Umweltschutz & Innovation: Aktive Gewässerpflege und zukunftsweisende Projekte, wie die Nutzung von Abwasser zur nachhaltigen Wärme- und Kälteproduktion.

Vielfalt

Als Hamburger Unternehmen will Hamburg Wasser nach eigenen Angaben ein Arbeitgeber für alle sein, unabhängig von Geschlecht, geschlechtlicher Identität, Nationalität, sozialer Herkunft, Alter, sexueller Orientierung, Religion und Weltanschauung oder körperlichen und geistigen Fähigkeiten.

Einzelne Maßnahmen

Frauen in Handwerk, Technik und Ingenieurwesen
Hamburg Wasser fördert und vernetzt Frauen gezielt, in dem Bewusstsein, dass in vielen Bereichen des Unternehmens das Geschlechterverhältnis noch nicht ausgewogen ist.

Schulungen
In Workshops fördert das Unternehmen eine offene Teamkultur. Bereichsspezifische Formate sollen dabei helfen, gemeinsam eine Haltung zu entwickeln und Vielfalt im Arbeitsalltag zu leben.

Aktionstage
Aktionstage machen Diversity erlebbar: Vom Internationalen Frauentag über den Tag gegen Rassismus bis zur Pride Week. Mit Workshops, Diskussionsrunden und kreativen Formaten werden Räume für Austausch, Reflexion und Mitgestaltung geschaffen.

Queeres (Arbeits-)Leben
Bei Hamburg Wasser gibt es ein internes Queer-Netzwerk, einen Leitfaden für LGBTIQA+ Mitarbeitende und Allies sowie klare Ansprechpartner*innen. Ein eigener Wagen beim CSD seit 2025 und Regenbogenflaggen an allen Standorten sollen verdeutlichen: Vielfalt gehört zur Unternehmenskultur.

Nachhaltigkeit

Hamburg Wasser wurde 2025 in der Kategorie „Wasserversorgung“ für die Bemühungen um Energieeffizienz und Kreisläufe auf dem Klärwerk mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

Die Lebensqualität sowie die Gesundheit heutiger und kommender Generationen, Gewässerschutz, Entsorgungssicherheit, nachhaltige Grundwasserbewirtschaftung und schonender Umgang mit den natürlichen Ressourcen gehören zu den wichtigsten Zielen des Unternehmens.

Einzelne Maßnahmen (Auszug)

HAMBURG WATER Cycle

Das Prinzip des HAMBURG WATER Cycle (HWC) ähnelt der Mülltrennung: Während in konventionellen Abwassersystemen höchstens Regenwasser und Abwasser getrennt werden, geht der HWC einen Schritt weiter. Neben Regenwasser und dem Abwasser aus der Toilette (Schwarzwasser) wird auch das Grauwasser aus Küche, Bad und Waschmaschine getrennt erfasst und behandelt. Die drei Abwasserarten werden wie folgt genutzt:

Regenwasser:
wird zur Bewässerung, Versickerung oder Verdunstung genutzt. Gut für Klima und Grundwasser.

Grauwasser:
aus Dusche oder Waschmaschine wird so aufbereitet, dass es als Brauchwasser genutzt werden kann.

Schwarzwasser:
aus der Toilette steckt noch voll mit Energie und Nährstoffen. Heraus kommen Strom oder Wärme.

Aus Abwasser wird Fernwärme:
Rund 450.000 Kubikmeter Abwasser landen täglich in Deutschlands größtem kommunalen Klärwerk im Hamburger Hafen. Dort wird es nicht nur umweltgerecht gereinigt, sondern aus dem Klärschlamm werden noch Rohstoffe wie Phosphor und wertvolle Energie in Form von Faulgas gewonnen. 

Eine bisher weitgehend verschwendete Ressource will Hamburg Wasser zukünftig gemeinsam mit den Hamburger Energiewerken nutzen: Die Restwärme von 12 bis 22 Grad Celsius des Abwassers, das das Klärwerk verlässt. Mit dieser lassen sich 60 Megawatt Wärmeleistung erzeugen, 39.000 Wohneinheiten klimafreundlich versorgen und 90.000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr einsparen.

Ausbildung und Jobs

Die Beschäftigungsmöglichkeiten bei Hamburg Wasser sind vielfältig und bieten eine große Varianz an Arbeitsbereichen und Einstiegsmöglichkeiten.

Ausbildung

Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ):  Junge Menschen können sich für Umwelt- und Gewässerschutz engagieren und dabei wertvolle praktische Erfahrungen sammeln.

Schulpraktikum: Ein Schulpraktikum bietet Einblicke in technische und kaufmännische Berufe sowie die Möglichkeit, den Arbeitsalltag bei Hamburg Wasser kennenzulernen und erste berufliche Erfahrungen zu sammeln. 

Ausbildung: Ob im technischen, kaufmännischen oder IT-Bereich -  Hamburg Wasser bietet Ausbildungsplätze als

  • Anlagenmechaniker, 
  • Elektroniker für Betriebstechnik, 
  • Fachinformatiker für Systemintegration, 
  • Fachkraft für Abwassertechnik, 
  • Industriekaufmann/-frau, 
  • Industriemechaniker, 
  • Leitungsbauer für Infrastrukturtechnik. 

Duales Studium: Ein duales Studium bei Hamburg Wasser verbindet ein Informatikstudium mit Praxiseinsätzen im Unternehmen. Es schafft eine ideale Grundlage für den Berufseinstieg im IT-Bereich. Das duale Studium wird in Kooperation mit der Beruflichen Hochschule Hamburg (BHH) angeboten.

Jobs

Hamburg Wasser bietet regelmäßig in vielen Bereichen Jobs und Karrierechancen an den verschiedenen Standorten. Hierzu gehören:

Gebäude- und Immobilienmanagement: Planung, Verwaltung und Instandhaltung von Gebäuden und Grundstücken. 

Personalwesen: Alle Themen rund um die Mitarbeitenden – von der Einstellung über die Weiterbildung bis hin zur Personalentwicklung und Betreuung.

Assistenz und Kundenservice: In diesem Bereich werden Kundinnen und Kunden beraten und organisatorische Abläufe unterstützt. 

Controlling und Rechnungswesen: Hier werden Finanzen geplant, überwacht und ausgewertet. 

Einkauf, Logistik und Materialwirtschaft: Dieser Bereich beschafft Materialien, Geräte und Dienstleistungen und sorgt dafür, dass alles zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar ist.

Gesundheit: Dazu gehören Arbeits- und Gesundheitsschutz sowie betriebliche Gesundheitsangebote.

Gewerblich-technische Berufe: Ob auf Baustellen, in Werkstätten oder in Anlagen – hier werden Wasser- und Abwassersysteme gebaut, gewartet und instand gehalten.

Informationstechnologie: Die IT entwickelt und betreut digitale Lösungen. Sie sorgt für sichere Netzwerke, moderne Software und einen reibungslosen Betrieb der IT-Systeme.

Infrastruktur und Unternehmensentwicklung: Hier werden die Infrastruktur weiterentwickelt und strategische Projekte geplant. 

Ingenieurwesen: Planen, bauen und modernisieren von Anlagen sowie Leitungsnetzen für die Wasserver- und Abwasserentsorgung. 

Kommunikation und PR: Information von Mitarbeitenden, Medien und der Öffentlichkeit.

Labor: Untersuchung von Wasser- und Umweltproben. 

Qualitätsmanagement: Entwicklung von Standards und Überprüfung von Prozessen. 

Recht und Governance: Rechtsberatung, Vertragserstellung, Sicherstellung gesetzlicher Vorgaben. 

Vertrieb: Betreut Kundinnen und Kunden rund um Produkte und Dienstleistungen.

Historie

1842: Nach dem Großen Brand von Hamburg beschließt die Stadt den Aufbau einer modernen Wasser- und Abwasserversorgung. Die Brandkatastrophe zeigt, dass eine sichere Versorgung mit Wasser für den Brandschutz und die Gesundheit der Bevölkerung unverzichtbar ist.

1848: Die Stadtwasserkunst in Rothenburgsort nimmt den Betrieb auf. Hamburg erhält damit die erste moderne öffentliche Wasserversorgung auf dem europäischen Kontinent. Viele Haushalte werden erstmals zuverlässig mit Trinkwasser versorgt.

1892: Die Cholera fordert in Hamburg mehr als 8.000 Todesopfer und macht die Schwächen der damaligen Trinkwasserversorgung deutlich. Daraufhin wird die Wasseraufbereitung durch moderne Filteranlagen grundlegend verbessert. 

1924: Aus der Stadtwasserkunst entstehen die Hamburger Wasserwerke (HWW). Damit erhält die Trinkwasserversorgung eine moderne Unternehmensstruktur, die den weiteren Ausbau des Versorgungsnetzes unterstützt.

1933: Das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums nötigt die Länder, die neuen politischen Verhältnisse abzubilden. Mit dem Berufsverbot für jüdische und regimekritische Beamte beginnt die Entfernung missliebiger Personen aus dem gesellschaftlichen Leben. Der Direktor der Hamburger Wasserwerke, Wilhelm Holthusen, weigert sich diese umzusetzen und wird deshalb entlassen. Heute erinnert das Holthusenbad an den ehemaligen Direktor.

1937: Durch das Groß-Hamburg-Gesetz werden die Hamburger Wasserwerke zu einem Großversorger. Aus den Städten Hamburg, Wandsbek, Altona, Harburg-Wilhelmsburg sowie 27 preußischen Gemeinden entsteht Groß-Hamburg.

Der Bestand der technischen Anlagen wächst, die Leistung erhöht sich: 18 Wasserwerke, zwei Elbwasserwerke und 16 Grundwasserwerke, stellen den 1.671.400 Einwohnern von "Groß-Hamburg" 96,5 Millionen Kubikmeter Trinkwasser zur Verfügung. Rund 89 Prozent der Wassermenge ist Grundwasser.

1943: Vom 24. Juli bis 3. August 1943 werden durch britische und amerikanische Bombenangriffe im Rahmen der Operation Gomorrha große Teile der Stadt zerstört. In der Nacht zum 28. Juli werden Billwerder und das Hauptpumpwerk Rothenburgsort, das Elbwasserwerk Kaltehofe sowie zahlreiche Transportleitungen getroffen. Nach umfänglichen Reparaturen nimmt das Hauptpumpwerk am 23. August den Betrieb wieder auf.

1943-1945: Die Hamburger Wasserwerke und die der Baubehörde zugeordnete Stadtentwässerung beschäftigen unter menschenunwürdigen Bedingungen bis zu 300 Zwangsarbeiter, viele davon sind Italiener.

1945: Nach Kriegsende wechseln viele Bewohner auf Grund der Zerstörungen in umgebende Gebiete, die Verbrauchsschwerpunkte verlagern sich. Zunächst wird das Elbwasserwerk Kaltehofe instandgesetzt. Wasserverluste im Netz reduzieren sich dank Reparaturen um rund 70 Prozent, die Einsparungen kommen dem steigenden Wasserbedarf zugute.

1951: Die Kriegsschäden sind größtenteils behoben. Im durch Bombentreffer schwer beschädigten Hauptpumpwerk Rothenburgsort sind die Arbeiten nahezu abgeschlossen. Das neue Pumpwerk nimmt im November seinen Betrieb auf, leistungsstarke Elektropumpen fördern jetzt das Trinkwasser zu den Hamburger Kunden.

1964: Hamburg stellt die Trinkwasserversorgung vollständig auf Grundwasser um. Das verbessert die Wasserqualität und macht die Versorgung unabhängiger von der Elbe.

2006: Die Hamburger Wasserwerke und die Hamburger Stadtentwässerung treten gemeinsam unter der Marke Hamburg Wasser auf. Dadurch werden die Bereiche Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung enger miteinander verbunden und viele Aufgaben gemeinsam organisiert.

 

Weitere Informationen: Website Hamburg Wasser

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