Branche
Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) wurde im März 1885 als Hamburger Freihafen-Lagerhaus-Gesellschaft (HFLG) gegründet. Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Bereiche Hafenumschlag sowie Container- und Transportlogistik.
Die HHLA betreibt mit den Containerterminals Altenwerder, Burchardkai und Tollerort drei der vier Containerterminals im Hamburger Hafen.
Sitz
Das Verwaltungsgebäude der HHLA ist das Speicherstadtrathaus (Bei St. Annen 1, 20457 Hamburg) im historischen Lagerhauskomplex der Speicherstadt.
Umsatz und Mitarbeiter
Laut Geschäftsbericht betrug der Umsatz im Jahr 2024 1,60 Mrd. Euro.
Die HHLA beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit 6.906 und in Deutschland 3.669 Mitarbeiter*innen aus 45 Ländern.
Nachhaltigkeit
Das Unternehmen steht nach eigenen Angaben ein für Nachhaltigkeit und Green Logistics und verfolgt seine Nachhaltigkeitsstrategie unter dem Leitmotiv Balanced Logistics.
Bis Ende 2024 konnten die CO2-Emissionen im Vergleich zum Ausgangswert 2018 um 42 Prozent verringert werden. Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen um mindestens 50 Prozent gesenkt werden. Bis 2040 will das Unternehmen klimaneutral produzieren.
Erreicht werden soll das durch effiziente, klimaschonende Terminals, intermodale Logistik mit E-Loks und E-Trucks, durch die Umstellung auf Landstrom im Hamburger Hafen sowie durch die Erprobung der Nutzung von Wasserstoff als alternativer Antrieb.
Vielfalt
Nach eigenen Angaben ist Vielfalt für die HHLA ein grundlegender Wert. Eine vielfältige Belegschaft wird als Basis für eine dynamische und innovative Arbeitsumgebung und als entscheidend für einen langfristigen Erfolg angesehen.
Das Unternehmen veranstaltet Trainings, Workshops oder anlassbezogene Kampagnen zum Thema Diversity.
Ausbildung und Jobs
Das HHLA-Netzwerk reicht von Seehafen- und Bahnterminals über Transport- und Logistikservices bis hin zu digitalen Lösungen.
Diese Vielfalt der Geschäftsfelder eröffnet spannende Perspektiven und vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Jobpalette reicht vom Juristen über Elektroniker*innen bis zu Triebfahrzeugführer*innen.
Duales Studium
Ein duales Studium, also den regelmäßigen Wechsel von Theorie und Praxis, bietet die HHLA in Zusammenarbeit mit der Hamburg School of Business Administration, der Nordakademie in Elmshorn, der FOM Hamburg, der HAW Hamburg und der Hochschule 21 in Buxtehude an.
Die Studiengänge sind vielseitig und reichen von Informatik über BWL, Marketing und Bauingenieurswesen bis zum Logistics Management.
Ausbildungsgänge
Das Unternehmen bietet überdies die unterschiedlichsten Ausbildungsgänge an, die einen direkten Einstieg in die Arbeitsgebiete eines führenden Logistikkonzerns ermöglichen. Angeboten wird eine gewerbliche, IT-, kaufmännische oder technische Ausbildung.
Historie
Im Jahr 1864 wurden die Hafenanlagen auf dem Großen Grasbrook geschaffen. Im März 1885 gründete die Freie und Hansestadt Hamburg die Hamburger Freihafen-Lagerhaus-Gesellschaft (HFLG, die heutige HHLA ). Ihre Aufgabe war es, das modernste und größte Logistikzentrum der Welt – die Hamburger Speicherstadt – zu realisieren und zu verwalten. Die Gesellschaft war von Beginn an eine Aktiengesellschaft.
Am 1. April 1935 wurde die HFLG mit der Staatlichen Kaiverwaltung (Vereinigung staatlicher Kaibetriebe) zur „Betriebsgesellschaft der hamburgischen Hafenanlagen“ fusioniert. 1939 wurde sie in „Hamburger Hafen- und Lagerhaus-Aktiengesellschaft“ (HHLA) umbenannt.
Während des Zweiten Weltkriegs wurden bei der Operation Gomorrha im Sommer 1943 rund 80 Prozent des Hamburger Hafens durch Bomber der Alliierten zerstört. Bei Kriegsende waren 90 Prozent der Kaischuppenfläche zerstört und zwei Drittel der Lagerhäuser unbrauchbar.
1952 war der Wiederaufbau des Hafens zu großen Teilen abgeschlossen. Die HHLA setzte erstmals Gabelstapler ein, die die Palettisierung und Standardisierung in Güterverkehr und Verladung begünstigten.
1967 wurde das Überseezentrum eingeweiht; es galt damals als größter Verteilerschuppen der Welt. Allerdings begann bald nach der Fertigstellung die große Zeit des Containerhandels. Ab 2016 wurden die Lagerhallen von der HHLA wegen mangelnder Wirtschaftlichkeit nicht mehr genutzt.
1968 legte das erste Vollcontainerschiff, die American Lancer, im Hamburger Hafen an. Sie wurde am Burchardkai (heute Containerterminal Burchardkai der HHLA) mit Containerbrücken abgefertigt.
1989 fiel die Mauer und 1990 wurden viele ehemalige Ostblock-Staaten unabhängig von der Sowjetunion. Der Handel konnte mit diesen Ländern wieder aufgenommen werden. Die Umschlagsmengen der HHLA stiegen rasant.
Im Juni 2002 wurde am neuen Containerterminal Altenwerder das erste Containerschiff abgefertigt, die „Nedlloyd Africa“.
Im Jahr 2007 wurde die HHLA in die Teilkonzerne Hafenlogistik und Immobilien aufgeteilt. Im November ging der Bereich Hafenlogistik an die Börse. Der Teilkonzern Hafenlogistik beinhaltet die Segmente Container, Intermodal und Logistik, den Bereich Holding und die hafenumschlagspezifischen Immobilien der HHLA.
Das Jahr 2009 war von einer Wirtschaftskrise in den meisten Industrieländern geprägt. Der Umsatz der HHLA ging um ein Viertel zurück und Teile der Belegschaft mussten zeitweise in Kurzarbeit geschickt werden. Der Betrieb des Containerterminals Lübeck wurde eingestellt und die Container-Shuttle-Züge zwischen Hamburg und Lübeck aufgegeben.