Aufgaben
Der Landesbetrieb Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG) ist der zentrale Immobilienmanager der Freien und Hansestadt Hamburg. Er steuert das städtische Immobilienportfolio, ist wirtschaftsaktiv und handelt gemeinwohlorientiert. Seine Aufgaben sind:
Flächenmanagement: Erwerb, Verwaltung und Entwicklung von bebauten und unbebauten Grundstücken.
Wohnungsbau: Bereitstellung von Flächen zur Erfüllung der Wohnungsbauvorgaben des Senats.
Stadtentwicklung: Aktive Mitgestaltung des Stadtbildes und strategischer Flächenkauf zur Vermeidung von Bodenspekulation.
Bestandsmanagement: Vermietung, Verpachtung und wirtschaftliche Verwertung des Allgemeinen Grundvermögens.
Rechtsform
Der LIG ist keine privatrechtliche Gesellschaft, sondern als rechtlich unselbständiger Teil der Verwaltung der Freien und Hansestadt Hamburg unterstellt, genauer gesagt der Finanzbehörde. Der LIG verfügt jedoch über ein eigenes kaufmännisches Rechnungswesen und agiert im Spannungsfeld zwischen Gemeinwohlorientierung und wirtschaftlichem Handeln.
Sitz, Umsatz, Anzahl Beschäftigte
Sitz: Hamburg, Millerntorplatz 1, 20359 Hamburg
Umsatzerlöse: Rund 190 Millionen Euro (2024)
Anzahl Beschäftigte: rund 270 (2026)
Vielfalt
Der LIG lebt Diversität alleine schon durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit unterschiedlichster Berufsgruppen. Hier arbeiten Verwaltungsfachleute, Stadtplaner, Juristen, Betriebswirte, Immobilienfachleute, Ingenieure und viele andere Berufsgruppen.
Als Teil der Stadtverwaltung Hamburg unterliegt der LIG dem städtischen Diversity-Leitbild, das Chancengerechtigkeit, Respekt und die Unterzeichnung der „Charta der Vielfalt“ umfasst.
Nachhaltigkeit
Der LIG setzt im Rahmen der städtischen Bodenpolitik gezielt Maßnahmen zur nachhaltigen Stadtentwicklung um. Der LIG unterstützt das Klimaziel Hamburgs, bis 2030 die CO₂-Emissionen um 55 Prozent zu senken und bis 2050 komplett klimaneutral zu werden. Die Eckpunkte:
Nachhaltige Stadt- und Immobilienentwicklung
Frühzeitige Planung: Energieeffizienz, nachhaltige Energieversorgung und Klimaanpassung werden von Beginn an in neue Quartiere und Einzelgebäude integriert.
Strategische Bodenpolitik: Durch Instrumente wie die Vergabe von Erbbaurechten, gezielte Ankäufe und aktives Bestandsmanagement steuert der LIG eine sozial und ökologisch nachhaltige Stadtentwicklung.
Nachhaltigkeit im Büroalltag
Der LIG setzt auch im eigenen Betrieb am Millerntorplatz 1 auf Ressourceneinsparung.
Ressourcenschutz: Ausschließliche Nutzung von Recyclingpapier und ökologischen Müllbeuteln sowie der Verzicht auf Plastikflaschen durch Nutzung von Wasserspendern.
Digitalisierung: Weitestgehender Verzicht auf Papierausdrucke durch die digitale Aktenablage ELDORADO, digitale Finanzbuchhaltung und ein Online-Geoinformationssystem (GIS).
Energie & Mobilität: Umrüstung auf energiesparende Leuchtmittel sowie Bereitstellung von Stadträdern und E-Autos für Beschäftigte.
Ausbildung und Jobs
Ausbildung
Ausbildungsberufe
Der LIG bildet nicht selbst aus. Stattdessen läuft die Berufsausbildung zentral über die Freie und Hansestadt Hamburg. Die Nachwuchskräfte können jedoch ihre Praxisphasen im LIG absolvieren. Folgende Ausbildungsgänge (m/w/d) führen regelmäßig zu Einsätzen im Landesbetrieb:
Immobilienkaufmann / Immobilienkauffrau für die Aufgaben im Bestands-, Vertriebs- und Portfoliomanagement.
Verwaltungsfachangestellte für die administrativen Schnittstellen zur Hamburger Verwaltung
Werkstudenten
Der LIG stellt regelmäßig Werkstudierende (m/w/d) und Master-Absolventen (m/w/d) im Bereich Immobilienwirtschaft ein, die sich in Masterstudiengängen wie Architektur, Bauingenieurwesen, Stadtplanung oder Wirtschaftswissenschaften befinden.
Duales Studium
Die Berufsausbildung läuft über die Freie und Hansestadt Hamburg.
Bau und Immobilien (B.Eng.): Dieser Studiengang ist ein interdisziplinärer Mix aus Bauingenieurwesen und Betriebswirtschaftslehre. Er bereitet darauf vor, Bauprojekte von der ersten Idee über die Planung und den Bau bis hin zur späteren Nutzung, Vermarktung oder Sanierung als Schnittstellenmanager ganzheitlich zu steuern.
Jobs und Karriere
Der LIG schreibt aufgrund der vielfältigen Aufgaben in der städtischen Flächen- und Stadtentwicklung regelmäßig folgende Positionen (m/w/d) aus.
Immobilien- und Assetmanagement
(Senior) Asset Manager für die strategische Steuerung von unbebauten und bebauten Grundstücken.
Immobilienkaufleute/Immobilienmanager für das operative Bestandsmanagement und die Mieterbetreuung.
Spezialisten für Erbbaurechte und Grundstückskaufverträge im Rahmen von Veräußerungen und Konzeptverfahren.
Projektmanagement sowie Hoch- und Tiefbau
Projektmanager/Projektleiter für die Steuerung interdisziplinärer Planungsteams.
Bauingenieure und Stadtplaner zur baulichen und konzeptionellen Vorbereitung städtischer Flächen.
Verwaltung und Sachbearbeitung
Sachbearbeiter im Bereich Finanzen / Controlling, insbesondere in der Buchhaltung und dem kaufmännischen Rechnungswesen.
Juristen und Sachbearbeiter für Liegenschaftsrecht für die Vertragserstellung und die Begleitung von Vergabeverfahren.
Historie
Ursprünglich bestand in Hamburg für die städtischen Grundstücke eine klassische Liegenschaftsverwaltung.
2013 (Gründung): Der LIG wird als eigenständiger Landesbetrieb gegründet. Ziel ist eine agilere, wirtschaftlichere und zielgerichtetere Entwicklung städtischer Flächen.
Strukturelle Zuordnung: Der Betrieb ist direkt der Finanzbehörde Hamburg zugeordnet. Der jeweilige Finanzsenator besetzt traditionell den Vorsitz des Verwaltungsrats.
Fokus auf Wohnungsbau: Seit der Gründung arbeitet der Betrieb eng mit Akteuren des Wohnungsbaus zusammen, um die politischen Vorgaben des Hamburger Senats zur Schaffung von Wohnraum umzusetzen.
Abkehr von Direktverkäufen: In den Anfangsjahren steht die Veräußerung von Grundstücken im Vordergrund, um Einnahmen für den Hamburger Haushalt zu generieren.
Dann vollzieht Hamburg eine Kehrtwende in der Bodenpolitik: Städtischer Grundbesitz wird heute vorwiegend im Wege des Erbbaurechts vergeben und nicht mehr verkauft.
Strategischer Flächenankauf: Heute kauft die Stadt Hamburg über den LIG Grundstücke in großem Umfang zurück, um langfristige Kontrolle über die Stadtentwicklung zu behalten und Spekulationen auf dem Immobilienmarkt entgegenzuwirken.
Weitere Informationen: Webseite LIG