Stadtreinigung Hamburg

Unterwegs für eine saubere und schöne Stadt

Von der Müllentsorgung über die Pflege von Grünflächen bis zum Winterdienst - die Stadtreinigung Hamburg (SRH) kümmert sich darum, dass Hamburg sauber, schön und sicher bleibt. Die Ausbildungsangebote und Karrierechancen bei der SRH sind so vielseitig wie ihre Aufgaben.

Müllabfuhr Stadtreinigung Hamburg
Müllwagen der Stadtreinigung Hamburg IMAGO / Lobeca

Inhaltsverzeichnis

Branche

Die Stadtreinigung Hamburg (SRH) ist ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts und Hamburgs größter Dienstleister im Bereich Abfallwirtschaft. Die SRH ist ein Full-Service-Anbieter im öffentlichen, gewerblichen und privaten Auftrag und entsorgt in etwa 900.000 Haushalten den Rest-, Bio- und Hausmüll.  

Sitz, Umsatz und Mitarbeiter*innen

Sitz: Bullerdeich 19, 20537 Hamburg

Anzahl Mitarbeiter: Rund 3.500 (2022)

Umsatz: Rund 537 Millionen Euro (2024)

Tätigkeitsbereiche

Als Hamburgs größter Dienstleister im Bereich Abfallwirtschaft übernimmt die SRH vielfältige Aufgaben:

  • Abfallwirtschaft & Entsorgung: Müllabfuhr (Restmüll, Bio, Wertstoffe), Betrieb der Recyclinghöfe, Entsorgung von Sperrmüll und Sonderabfällen.
  • Stadtreinigung & Sauberkeit: Reinigung von Straßen, Gehwegen, Fußgängerzonen, Parks, Grünflächen und Spielplätzen.
  • Winterdienst: Räum- und Streudienst auf Hamburger Fahrbahnen und Gehwegen bei Schnee und Eis.
  • Infrastruktur & Sonderreinigung: Betrieb und Reinigung der öffentlichen Toiletten, Leerung der Papierkörbe, Graffitientfernung.
  • Ressourcenwirtschaft & Energie: Abfallverwertung, Produktion von Strom, Fernwärme und Biomethan, Betrieb von Recyclinganlagen.
  • Service & Beratung: Kundenservice, Abfallberatung für Schulen/Kitas, Betrieb der „Stilbruch“-Gebrauchtwarenkaufhäuser.

Nachhaltigkeit

Die SRH hat mit der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft in einer energiepolitischen Kooperationsvereinbarung Ziele für den SRH-Konzern festgehalten. Die Zielerreichung wird  jährlich überwacht und im direkten Austausch mit der Behörde gesteuert sowie an den Aufsichtsrat berichtet.

Die Unternehmensstrategie ist darauf ausgelegt, dass dieser langfristig eine effiziente Entsorgungssicherheit und Stadtsauberkeit gewährleistet. Zudem trägt die SRH
kontinuierlich mit innovativen und nachhaltigen Lösungen zur Verbesserung der Lebensqualität der Stadt Hamburg bei. 

Das Nachhaltigkeitsmanagement der SRH ist in mehreren Handlungsfeldern verankert, die regelmäßig im Nachhaltigkeitsbericht der Stadtreinigung Hamburg dokumentiert werden: 

  • Umwelt, Klima & Ressourcen: Fokus auf CO₂-Einsparung, Ressourceneffizienz und den Ausbau erneuerbarer Energien. Ein Pilotprojekt ist PARCO₂UR, das sich mit der CO₂-Abscheidung beschäftigt.
  • Abfallvermeidung & Recycling: Förderung der Wiederverwendung (z. B. durch die STILBRUCH-Kaufhäuser) und gezielte Tipps zur Abfallvermeidung für die Bürger*innen.
  • Mobilität: Umstellung des Fuhrparks auf klimafreundliche Antriebe, um die Emissionen im Stadtgebiet zu reduzieren.
  • Soziale Verantwortung: Engagement in der Umweltbildung für Kitas und Schulen sowie Förderung der Familienfreundlichkeit als Arbeitgeber.

Vielfalt

Die Stadtreinigung Hamburg steht für Vielfalt und Zusammenhalt und die verbindenden Werte sind Wertschätzung, Ehrlichkeit und Loyalität. DIe SRH hat die Charta der Vielfalt unterzeichnet und die Mitarbeitenden aus über 60 Nationen spiegeln die Diversität wider. Auch wenn in der Abfallwirtschaft Frauen immer noch selten sind, fördert die SRH mit verschiedenen Maßnahmen gezielt den Frauenanteil, besonders in gewerblichen Bereichen und Führungspositionen.

Ausbildung und Jobs

Ausbildung

Praktikum: Die SRH bietet Praktika für Schüler*innen und Studierende an.

Schüler:innen können in jedem Ausbildungsberuf der SRH ein Praktikum absolvieren. Im Rahmen einer Hochschulausbildung bietet die SRH Praktikumsplätze im technischen und kaufmännischen Bereich an. Es besteht auch die Möglichkeit eine Bachelor- oder Masterarbeit zu schreiben.

Ausbildung: Die SRH bietet eine Ausbildung im kaufmännischen und technischen Bereich an sowie im Bereich IT.

  • Kaufmännisch: Beispielsweise: Kauffrau/Kaufmann für Büromanagement, Veranstaltungskauffrau /Veranstaltungskaufmann, Kaufmann/Kauffrau für Digitalisierungsmanagement
  • Technisch: Beispielsweise Berufskraftfahrer*in, Kfz-Mechatroniker*in, Elektroniker*in, Anlagenmechaniker*, Umwelttechnolog*in, Köchin/Koch 
  • IT Ausbildungsberufe: Fachinformatiker*in

Duales Studium: Die SRH bietet auch ein duales Studium an, so dass man  studieren und gleichzeitig praktische Erfahrungen sammeln kann.

Duale Studiengänge bei der SRH gibt es für

  • Architektur (B.Eng.)
  • Informatik (B.Sc.) - Inklusive Ausbildung zur/zum Fachinformatiker/in Systemintegration oder Anwendungsentwicklung (m/w/d)
  • Ingenieurwesen Gebäudetechnik (B.Eng.)
  • Wirtschaftsingenieurwesen Bau & Immobilien (B.Eng.)
  • Bauingenieurwesen (B.Eng.)

Jobs und Karriere

Die SRH vergibt regelmäßig Positionen in den Bereichen

  • Gewerblich: Entsorger:innen (m/w/d) für die Müllabfuhr, Straßenreinigung und Wertstoffhöfe sowie Berufskraftfahrer*innen.
  • Technik: Elektroniker*innen für Betriebstechnik, Sachgebietsleiter Elektrotechnik und Fachkräfte für Kreislauf- und Abfallwirtschaft.
  • Verwaltung und Management: Controlling, Personalwesen oder Teamleitungen.

Historie

vor 1507 - Chaotische Zustände
Vor 1507 ist die Müllentsorgung in Hamburg - wie im Rest der Welt - eine "einfache" Sache: Wer etwas nicht mehr brauchen kann, der wirft es vor die Haustür. Dort stinkt und verrottet der Abfall.

1507 - Pestepidemie in Hamburg
Dr. Johannes Bökel weist in seiner "Pestordnung für Hamburg" auf mögliche Zusammenhänge zwischen Seuchen und Stadthygiene hin. Hamburg hört nicht auf die Warnungen.

1560 - Erste "Sauberkeitsverordnung" für Hamburg
Diese schreibt vor, dass belebte Straßen und Marktplätze viermal im Jahr auf öffentliche Kosten gereinigt werden sollen.

1597 Erneute Pestepidemie, erste geregelte Unratabfuhr 
Sträflinge müssen den Unrat in Karren aus der Stadt bringen.

1611 - Gassendeputation
Die Deputation soll für die Pflasterung und Reinhaltung der Gassen in Hamburg sorgen.

1623 - Anstellung von "Dreckführern"
Die Dreckführer sollen Straßen und Häuser sauber halten und werden unter die Aufsicht von Kapitänschaften der Bürgerwehr gestellt.

1710 "Hamburgische Neue Gassenordnung" 
Die Verordnung ist die Vorgängerin des Hamburger Wegegesetzes. Erstmals wird eine regelmäßige Straßenreinigung eingeführt. Reinigungs- und Abfuhrbetrieb werden an Pächter vergeben.

1886 - "Baudeputation"
Zum ersten Mal wird in staatlicher Regie die Straßenreinigung und die Abfuhr von Restmüllabfällen geplant. Dafür wird die Stadt in zwölf Zonen aufgeteilt, die jeweils von einem verantwortlichen Aufseher sauber gehalten werden müssen. 

1892 - Große Choleraepidemie in Hamburg
Die bisherigen Abnehmer -  die preußischen Bauern - weigern sich, den Hamburger Müll anzunehmen.

1893 - Beschluss der Hamburger Baudeputation, einen Müllverbrennungsofen zu bauen
Der Beschluss ist eine Folge der Probleme mit der Müllverbringung während der Cholera zurück. Im Londoner Stadtteil Paddington war bereits 1870 die erste Müllverbrennungsanlage (MVA) Europas gebaut worden. In den nächsten zwei Jahren wird getestet, ob ein solcher Ofen auch in Hamburg funktionieren kann, denn in England setzt sich der Abfall anders zusammen, als in Hamburg. 

1896 -  Offizielle Aufnahme des regelmäßigen Betriebs der MVA Bullerdeich
Die MVA ist mit 36 Ofenzellen die erste große MVA auf dem europäischen Festland.

1910 - Inbetriebnahme der MVA am Alten Teichweg
Sie verbrennt den Abfall aus den nördlichen Stadtteilen und ist technisch schon weiterentwickelt.

1913 - Inbetriebnahme der MVA in der Ruhrstraße in Altona
Die MVA in der Ruhrstraße ist für Hamburg erst ab 1937 durch die Eingemeindung Altonas nutzbar.

1931 - Inbetriebnahme der MVA in der Borsigstraße
Sie wird als Ersatz für die 1924 stillgelegte Anlage am Bullerdeich technisch wesentlich verbessert gebaut.

1972 - Inbetriebnahme der Sondermüllverbrennungsanlage in der Borsigstraße
Ständig wachsende Mengen an bedenklichen Chemikalien(-gemischen) im Restmüll und in Produktionsabfällen machen besondere Verbrennungstechniken notwendig.

1973 - Inbetriebnahme der MVA in der Schnackenburgallee
Die MVA ist bis 2015 in Betrieb und ist mehrmals technisch verbessert worden.

1988 - Stadtreinigung wird Landesbetrieb
Dies ist der erste Schritt zu einem kaufmännisch geführten Betrieb.

1991- Stadtreinigung zur Umweltbehörde
Statt der Baubehörde übernimmt die 1978 gegründete Umweltbehörde die Aufsicht über die SRH.

1994 - Stadtreinigung wird Anstalt des öffentlichen Rechts
Die Umwandlung macht die Stadtreinigung Hamburg zur selbständigen Rechtsperson und ermöglicht damit eine höhere Wirtschaftlichkeit. Lange Wege durch die Behördeninstanzen entfallen.

1994 - Inbetriebnahme der Müllverwertungsanlage Borsigstraße (MVB)
Der erste große Schritt auf dem Weg zum Ausstieg aus der Deponie Ihlenberg (Schönberg).

1999 - Inbetriebnahme der Müllverwertungsanlage Rugenberger Damm (MVR)
Durch die Müllverwertungsanlage Rugenberger Damm unter der Köhlbrandbrücke ist Hamburg komplett unabhängig von Deponien.

2014 -  20-jähriges Jubiläum der Stadtreinigung Hamburg
Die SRH blickt auf 20 Jahre als Anstalt des öffentlichen Rechts zurück. 

2014 - Kauf der MVB und Erhöhung der Anteile an der MVR
Die Stadtreinigung Hamburg kauft die Müllverwertung Borsigstraße GmbH. 

2020 - Kauf der MVR
Die Stadtreinigung Hamburg ist nun alleinige Eigentümerin der Müllverwertungsanlage Rugenberger Damm.

Weitere Informationen: Webseite Stadtreinigung Hamburg

 

 

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