Exzellenzuniversität
Die Universität Hamburg (UHH) ist mit über 40.000 Studierenden die größte Universität in der Freien und Hansestadt Hamburg und eine der zehn größten Hochschulen in Deutschland. Die UHH ist zudem die größte Forschungs- und Ausbildungseinrichtung in Norddeutschland. Seit ihrer Gründung 1919 befindet sich ihr Hauptsitz im Stadtteil Rotherbaum.
Seit Juli 2019 ist die UHH Exzellenzuniversität - die einzige in Norddeutschland. Der Titel bedeutet nicht nur Prestige, sondern zahlt sich auch finanziell aus.
Nicht zur UHH gehören die HafenCity Universität (HCU) und die Technische Universität Hamburg (TUHH).
Sitz, Finanzierung, Anzahl Beschäftigte
Sitz: Universität Hamburg, Mittelweg 177, 20148 Hamburg - Rotherbaum.
Finanzierung: Die UHH wird im Wesentlichen von der Stadt Hamburg (Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke) finanziert, die die Gelder für Personal, Gebäude und den laufenden Betrieb bereitstellt.
Hinzu kommen regelmäßige Leistungs- und Zielvereinbarungen zwischen der Stadt und der Hochschule.
Zudem hat die UHH projektbezogene Einnahmen (Drittmittel): Die Gelder für die Forschung kommen vom Bund, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der EU oder aus der Industrie.
Standorte
Die Universität hat fünf Standorte in Hamburg. Dazu gehören:
- der zentrale Campus Von-Melle-Park
- der klima- und geowissenschaftliche Campus Bundesstraße,
- der Campus Eppendorf für die medizinische Ausbildung,
- der Campus Bahrenfeld, in direkter Nachbarschaft zum Forschungszentrum DESY, mit den Physikalischen Instituten
- sowie der Campus Klein Flottbek mit dem Institut für Pflanzenwissenschaften und Mikrobiologie und dem Botanischen Garten (Loki-Schmidt-Garten).
Weitere wissenschaftliche Einrichtungen sind beispielsweise die Sternwarte in Bergedorf oder das Institut für Holzwissenschaften in Lohbrügge.
Zahlen und Fakten
Studiengänge: Über 170 Studiengänge – Bachelor, Master und Lehramt.
Fakultäten:
- Fakultät für Rechtswissenschaft
- Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
- Medizinische Fakultät
- Fakultät für Erziehungswissenschaft
- Fakultät für Geisteswissenschaften
- Fakultät für Psychologie und Bewegungswissenschaft
- Fakultät für Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften
- University of Hamburg Business School
Anzahl Studierende: Rund 43.000
Anzahl Professor:innen: 720
Anzahl wissenschaftliches Personal: 5.796
Technisches, Verwaltungs- und Bibliothekspersonal (TVBP): 6.587 Personen. Davon ausgenommen sind 3.567 Pflegekräfte des UKE. Enthalten sind Auszubildende, Praktikanten der UHH und sonstiges Personal
(Alle Angaben beziehen sich auf 2025)
Nachhaltigkeit
Die Universität Hamburg hat sich als führende Hochschule im Bereich Nachhaltigkeit etabliert. Im aktuellen QS Sustainability Ranking verbesserte sie sich um zwei Plätze und belegt mit Rang 1 nun den Spitzenplatz unter den deutschen Universitäten. Auch international gehört sie zur Spitzengruppe: Europaweit belegt sie Platz 17, weltweit Rang 29.
Nachhaltigkeitsstrategie
Governance & Klimaschutzbericht: Ein zentraler Bestandteil der UHH-Nachhaltigkeitsstrategie ist der „Whole Institution Approach“. Alle Mitglieder der Universität sind aktiv an der Entwicklung und Umsetzung der Nachhaltigkeitsmaßnahmen beteiligt.
Partizipation: Im Mittelpunkt steht die Beteiligung aller Hochschulmitglieder, um ein breites Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung zu schaffen. Ein Beispiel hierfür ist das Tiny House auf dem Campus, das als Begegnungs- und Lernort dient. Zudem gibt es regelmäßig das interaktive Format „Offenes Plenum Nachhaltigkeit“.
Nachhaltigkeitszertifikat für Studierende: Dieses Zertifikat richtet sich an alle Studierenden und hat das Ziel, Nachhaltigkeit im Sinne der Sustainable Development Goals zu fördern und Studierenden umfassende Kompetenzen in diesem Bereich zu vermitteln.
Weitere Informationen:
Nachhaltigkeit in der Forschung
Nachhaltigkeit in der Administration
Vielfalt
Nach Ansicht der UHH lebt exzellente Wissenschaft von Vielfalt. Unterschiedliche Perspektiven, Erfahrungen und Hintergründe bereichern das Denken und Handeln. Mit dem strategischen Grundsatz Chancengerechtigkeit verankert die UHH Vielfalt als strategischen Leitgedanken in Studium, Forschung, Lehre und am Arbeitsplatz.
Access, Belonging und Community (ABC) bilden die Prinzipien des Verständnisses von Equity, Diversity und Inclusion (EDI). Zugänge schaffen, Zugehörigkeit fördern und Gemeinschaft stärken bedeutet für die UHH eine gelebte vielfältige und offene Wissenschaftskultur als Grundlage akademischer Exzellenz.
Die Universität setzt sich dafür ein, dass alle Studierenden und Beschäftigten die gleichen Möglichkeiten haben, ihr Potenzial zu entfalten. Mit vielfältigen Beratungs- und Unterstützungsangeboten wird eine offene, vielfältige und faire Universitätskultur gefördert.
Chancen und Vielfalt an der UHH
Ausbildung und Jobs
Ausbildung
Die Universität Hamburg bietet regelmäßig eine Reihe von Ausbildungsberufen in Verwaltung, Technik und im gärtnerischen Bereich an.
Dazu gehören beispielsweise Staudengärtner/-in (u. a. im Botanischen Garten), Verwaltungsfachangestellte und Fachinformatiker/-in sowie Labor- und Werkstattberufe in den naturwissenschaftlichen Fachbereichen
Jobs
Die Universität Hamburg schreibt regelmäßig Stellen für wissenschaftliches Personal, studentische Hilfskräfte und den Bereich Verwaltung und Technik aus.
Wissenschaftlicher Bereich
Wissenschaftliche Mitarbeiter: Stellen für Forschung und Lehre, oft verbunden mit der Promotion oder Habilitation.
Professuren: W1- und W2/W3-Professuren in verschiedenen Fachbereichen.
Lektorate und Lehrkräfte: Für besondere Aufgaben in der Lehre und in den Sprachen.
Studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte
Jobs in Instituten, Bibliotheken und Rechenzentren zur Unterstützung von Forschung und Lehre.
Anleitung von Studierenden in kleineren Gruppen (Tutorien)
Verwaltung, Technik und Service
Verwaltung: Stellen in den Studienbüros, im Prüfungsmanagement oder in der zentralen Universitätsverwaltung.
IT und Technik: Systemadministratoren, Techniker und Ingenieure für Labore und das Regionale Rechenzentrum (RRZ).
Handwerk und Service: Hausmeister, Bibliotheksaufsichten und Gartendienste
Historie
17. Jahrhundert: Die Wurzeln der Universität reichen 400 Jahre zurück zum 1613 gegründeten „Akademischen Gymnasium“, welches bis 1883 existierte.
Ab 1895: Ein neugeordnetes „Allgemeines Vorlesungswesen“, bietet interessierten Hamburgerinnen und Hamburgern ein umfangreiches Vortragsprogramm.
1907/1908: Auf dem Weg zu einer Universität sind die Einrichtung der „Hamburgischen Wissenschaftlichen Stiftung“ im Jahre 1907 und die des Kolonialinstituts im Jahre 1908 wichtige Stationen. Die Stiftung wirbt Gelehrte an und unterstützt Forschungsreisen und wissenschaftliche Publikationen. Das Institut bereitet angehende Kolonialbeamte auf ihre spätere Arbeit im Ausland vor.
1911: Für das "Allgemeine Vorlesungswesen" stiftet der Kaufmann Edmund Siemers das Vorlesungsgebäude an der später nach ihm benannten Allee. Über dessen Eingang steht noch heute das Motto „DER FORSCHUNG, DER LEHRE, DER BILDUNG“.
28. März 1919: Die neue, erstmals von allen Bürgerinnen und Bürgern frei gewählte Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg fasst den Beschluss, eine Universität zu gründen. Der Hamburger Bürgermeister Werner von Melle gilt als einer der wichtigsten Gründerväter. Damit ist die Universität Hamburg die erste demokratische Universitätsgründung in Deutschland.
10. Mai 1919: Die Universität wird mit einem Festakt in der Musikhalle eröffnet.
1920er-Jahre: Der Start der jungen Universität in der Weimarer Republik ist glanzvoll. Sie erwirbt durch herausragende Gelehrte schnell internationalen Rang: Namen wie Ernst Cassirer (Philosophie), Albrecht Mendelssohn Bartholdy (Rechtswissenschaft), Erwin Panofsky (Kunstgeschichte), Otto Stern (Physikalische Chemie) und William Stern (Psychologie) zeugen davon.
Nationalsozialismus
1. Mai 1933: Keine zwei Monate nach der Reichstagswahl bekennt sich die Universität auf einer Festveranstaltung zu Adolf Hitler als ihrem Führer. Als Prorektor begrüßt Ludolph Brauer die „große deutsche nationale Erhebung“.
In der Folge werden viele Gelehrte aus politischen Gründen vertrieben, darunter prominente Wissenschaftler wie Ernst Cassirer, Erwin Panofsky, William Stern und der spätere Nobelpreisträger Otto Stern. Die meisten von ihnen sind Juden oder Wissenschaftler jüdischer Herkunft.
Mehrere Studenten werden der Zusammenarbeit mit dem Hamburger Zweig der "Weißen Rose" bezichtigt und festgenommen, vier von ihnen sterben:
- der Chemiestudent Hans Conrad Leipelt wird mit dem Fallbeil hingerichtet,
- der Medizinstudent Frederick Geussenhainer verhungert im KZ Mauthausen,
- der Philosophiestudent Reinhold Meyer wird im KZ Fuhlsbüttel ermordet
- und die Medizinstudentin Margaretha Rothe stirbt an den Folgen der Haft.
An die Vertriebenen erinnern heute Namen von Hörsälen, Büsten und Gedenktafeln – ebenso wie an die studentischen Mitglieder des Hamburger Zweiges der „Weißen Rose“.
Nachkriegszeit
November 1945: Wiedereröffnung der Universität, die nach Kriegsende geschlossen worden war.
1954: Aus den seit 1919 bestehenden vier Fakultäten (Rechts- und Staatswissenschaften, Medizin, Philosophie, Naturwissenschaften) werden sechs: eine Evangelisch-Theologischen Fakultät wird neu gegründet, die Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät wird in eine Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche sowie eine Rechtswissenschaftliche Fakultät geteilt.
1950er-Jahren bis 1970er-Jahre: Der Von-Melle-Park-Campus der Universität wird erbaut. Der Bau erfolgt in mehreren Abschnitten, um Platz für die stark wachsende Zahl an Studierenden nach dem Zweiten Weltkrieg zu schaffen.
- 1959–1962: Bau des Philosophenturms als eines der ersten großen Gebäude.1960er-Jahre: Errichtung weiterer bekannter Bauten und des Audimax.
- 1959: Das Audimax (Auditorium Maximum) am Campus Von-Melle-Park wird fertiggestellt. Es wurde von 1957 bis 1959 nach Plänen des Architekten Bernhard Hermkes erbaut.
- 1962: Der Philosophenturm wird nach einer Bauzeit von rund drei Jahren fertiggestellt und eröffnet.
- 1975: Das Geomatikum wird fertiggestellt.
1969: Die Hamburgische Bürgerschaft beschließt eine tiefgreifende Universitätsreform. Sie führt die Mitbestimmung aller Universitätsmitglieder ein und baut die akademische Selbstverwaltung aus. Die sechs Fakultäten werden in 15 Fachbereiche aufgeteilt. (Anfang der 2000er-Jahre sind es 19). An die Stelle des Rektors tritt ein hauptamtlicher Universitätspräsident, der einer zentralen Verwaltung vorsteht.
2005: Die Universität wird wieder in Fakultäten gegliedert, seit 2014 sind es acht.
2019: Die Universität erhält den Status als Exzellenzuniversität für ihr Konzept der „Flagship University“. Sie verteidigte diesen begehrten Spitzenstatus in nationalen Auswahlverfahren bis heute. (Stand 2026)
Weitere Informationen: Universität Hamburg