(For English version see below)
Wenn Georg Hajdu im Fahrstuhl mit Hintergrundmusik berieselt wird, versucht er, einfach nicht hinzuhören. Sonst wäre es für ihn nicht auszuhalten. Kein Wunder: Georg Hajdu, Komponist und Professor für multimediale Komposition an der Hochschule für Musik und Theater (HfMT) in Hamburg, setzt zusammen mit einem interdisziplinären Team alles daran, die genau richtige Musik zu erschaffen, die die Atmosphäre eines Raums verbessert, ohne Aufmerksamkeit zu fordern. Die die Zeit beim Warten schneller vergehen lässt und ganz allgemein für mehr Wohlbefinden sorgt. Die Musik, die das Ergebnis dieser wissenschaftlichen Entwicklung ist, läuft in mehreren Wartebereichen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE).
Musik ohne negative Assoziationen
„Healing Soundscapes“ heißt das Projekt, das am ligeti zentrum in Hamburg-Harburg entwickelt wird, dessen Direktor Hajdu ist (siehe Infokasten am Ende des Textes). Unter einer Soundscape versteht man eine klangliche Umgebung, „Healing Soundscapes“ sind also gesundheitsförderliche Klangumgebungen. Daran beteiligt sind Komponist*innen, Mediziner*innen, Musiktherapeut*innen und Musikpsycholog*innen. Bisher sind die Soundscapes in drei Wartebereichen des UKE zu hören: in der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, im Altbau des Universitären Herzzentrums und in der Zentralen Notaufnahme.
Die Frage hinter allem ist: Wie muss Musik klingen, die niemanden stört? Die bei niemandem negative Assoziationen weckt und die die Raumatmosphäre für all die unterschiedlichen Menschen, die in eine Klinik kommen, gleichermaßen verbessert? Das versteht man am besten, wenn man sich von Georg Hajdu die Geschichte der „Healing Soundscapes“ bis hin zur aktuellen Anwendung erzählen lässt.
Geschmäcker sind verschieden
Am Anfang steht ein Mann, der klassische Musik liebt: Prof. Dr. Sebastian Debus, Direktor der Klinik und Poliklinik für Gefäßmedizin des Universitären Herz- und Gefäßzentrums des UKE. Debus ist mittlerweile auch im Leitungsteam des ligeti zentrums und als ausgebildeter Kontrabassist und Pianist der Musik tief verbunden. „Professor Debus liebt Mozart“, erzählt Georg Hajdu im Gespräch im ligeti zentrum im Harburger Binnenhafen. Durch die bodentiefen Fenster des Besprechungsraums sieht man Hafenbecken, Kanäle und Kais. Debus habe beim Operieren versuchsweise die von ihm so geschätzte Klassik laufen lassen, um die Atmosphäre für alle im OP zu verbessern. „Und da“, so Hajdu, „musste er feststellen, dass sein musikalischer Geschmack nicht von allen geteilt wird.“ Es herrschte fortan Uneinigkeit darüber, was geeignet sei, um es bei Operationen zu hören.
Debus wollte die Idee von der positiven Kraft der Musik im Krankenhaus aber nicht fallen lassen, hatte zusätzlich zum OP auch die Wartebereiche im Kopf. Und wandte sich an Eckhard Weymann, Professor für Musiktherapie an der HfMT, der wiederum seinen Kollegen Georg Hajdu ins Boot holte. Eine neutrale, genrefreie Musik müsste es sein, um nicht von den einen geschätzt und von den anderen abgelehnt zu werden – etwas eigens für diesen Zweck komponiertes.
Eine Landschaft auf dem Neptun
Einer von Hajdus Schwerpunkten ist Computermusik. (Der Komponist György Ligeti, Namensgeber des ligeti zentrums, setzte sich übrigens in den 70er-Jahren für die Einrichtung eines interdisziplinären Zentrums für Computermusik in Hamburg ein – damals allerdings vergeblich.) Hajdu arbeitete mit einem Softwaresystem, das „musikalische Texturen generieren kann“, wie er es nennt – eine KI, die, entsprechend programmiert, Musik erschafft. Hajdu und seine Studierenden der multimedialen Komposition entwickelten nach den Gesprächen mit Debus und Weymann erste Stücke mit diesem Tool und testeten sie in einem privaten Warteraum des Universitären Herz- und Gefäßzentrums des UKE. Und was sagten die Patient*innen? „Die sagten“, so Hajdu schonungslos, „dass manche Stücke sie total belasten würden.“ Sie assoziierten mit den Klängen zum Beispiel „eine Landschaft auf dem Neptun, etwas Entrücktes und Kaltes“. Also alles andere als Gefühle von Wärme und Geborgenheit. Damit gingen alle Beteiligten wieder zurück auf Los.
Jetzt wurde der Ansatz, „den Raum zu erleben“, viel stärker in die Arbeit der Komposition einbezogen: Die Atmosphäre des Raums, der mit einer Soundscape ausgestattet werden sollte, spielte nun eine noch größere Rolle – Nebengeräusche, vielleicht ein summender Getränkeautomat, Kommen und Gehen, Verkehr vor dem Fenster, unterschiedliche Stimmungen zu unterschiedlichen Tageszeiten. Wie zuvor schon arbeiteten Komponist*innen aus der Multimediaabteilung der HfMT, ein Musikpsychologe, Musiktherapeut*innen der HfMT und der Medical School Hamburg und Sebastian Debus eng zusammen. Musiktherapeut*innen und Studierende der Komposition entwickelten gemeinsam, für einen ganz konkreten Raum. „Wir haben uns auch inspirieren lassen – von Eric Satie, John Cage und Brian Eno, dem Erfinder der Ambient Music“, so Hajdu.
Nicht wiederholbare Klangfolgen
Herausgekommen sind neun Kompositionen, jede um die fünf Minuten lang, die exakt auf die Raumatmosphäre der Wartebereiche im UKE zugeschnitten sind. Die Stücke sind so konzipiert, dass sie alle immer aneinander anschließen können. Jedes Stück hat zwar seinen eigenen Charakter, doch wird es immer wieder von der KI variiert. Dadurch wiederholt sich niemals eine Klangfolge. Generiert werden die Klänge beständig und in Echtzeit. (Hier können Sie die Soundscape anhören.) „Das war mir ganz wichtig, und da habe ich mich auch nicht beirren lassen“, so Hajdu. Einige seiner Kolleg*innen meinten, eine Aufnahme abzuspielen wäre sicherer, aber er bestand auf einem System, das sich fortwährend neu erschafft: „So wirken wir dem Überdruss entgegen, der sich einstellt, wenn sich Muster wiederholen. Der Mensch ist stark darauf gepolt, Muster zu erkennen – selbst, wenn er sie nur flüchtig gehört hat.“ Für Georg Hajdu ist es unangenehm, sagt er, wenn er irgendwo ist und bemerkt, wie eine Aufnahme nach 20 Minuten wieder von vorn beginnt.
Einiges in den „Healing Soundscapes“ erinnert an den asiatischen Raum, an Klangschalen und Gongs, auch an Glocken. „Der einzelne Klang an sich muss schön sein“, erklärt Hajdu. „Aber er muss sich nicht mit anderen Klängen zu einer Melodie verbinden, wie das zum Beispiel in der europäischen Kunstmusik der Fall ist. Beim Hören von klassischer oder auch zeitgenössischer Musik beschäftigen wir uns unterbewusst immer damit, vorherzusagen, wie es weitergeht.“ Dem habe man, so Hajdu, „quasi einen Riegel vorschieben“ wollen, „indem wir unverbundene musikalische Ereignisse in den Raum stellen“. Damit gebe man den Menschen „die Freiheit, hinzuhören oder auch nicht“. Störgeräusche werden von der Klanglandschaft aufgenommen und neutralisiert: „Man könnte fast sagen, das ist eine Art akustischer Schwamm.“
Positive Auswirkungen auf Psyche und Körper
Die Musik wird über mehrere an der Decke installierte Lautsprecher abgespielt, als immersives Erlebnis, in das die Wartenden eintauchen können – oder eben nicht. Intelligente Mikrofone messen den Geräuschpegel im Raum und passen die Lautstärke an.
Die Wissenschaft weiß schon lange, dass Musik positive Auswirkungen auf die Psyche und auch auf den Körper hat. Beim Hören werden Hormone ausgeschüttet, die Glücksgefühle verursachen und Stress reduzieren, Herz- und Atemfunktionen entspannen und dadurch Angst und Schmerz mildern oder den Blutdruck senken können. „Die therapeutische Wirkung von Musik ist nachweisbar“, fasst es Hajdu zusammen. Die Absicht der „Healing Soundscapes“ sei es, „die akustische Atmosphäre im Raum so zu verbessern, dass die Wartenden ruhiger werden und die Zeit schneller vergeht“. Auch, wenn die Klänge leise im Hintergrund stattfinden: „Wie sehr sie die Atmosphäre verändern, merkt man in dem Moment, in dem man die Musik ausstellt.“
An einem ganz normalen Dienstagabend am UKE gegen 20 Uhr ist sie angestellt. Vor dem Empfangstresen in der Zentralen Notaufnahme wartet eine mittellange Menschenschlange. Der offene Warteraum ist fast voll. Patient*innen husten, zwei Männer unterhalten sich halblaut in einer osteuropäischen Sprache. Die Wenigsten gucken auf ihr Handy, eher starren sie müde in den Raum oder haben die Augen geschlossen. Im ersten Moment sind die „Healing Soundscapes“ so wenig wahrnehmbar, dass man sich fragt, ob sie überhaupt laufen. Dann dringen ganz entfernte Klänge behutsam ins Bewusstsein. Je mehr man sich darauf konzentriert (was ja eigentlich nicht der Sinn der Sache ist), desto deutlicher werden sie. Rollen langsam heran wie eine Welle, schwellen an, ebben dann wieder ab. Halten sich zurück, kommen langsam zurück, fast tröstend, fast wie eine Erinnerung, dass niemand allein ist. Tatsächlich denkt man an Klangschalen und Gongs, an Meditation vielleicht. Wer von den Wartenden etwas hört oder spürt, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen.
Neue Kompositionen für das neue Universitäre Herz- und Gefäßzentrum
„Wir gehen davon aus, dass das Ganze auf der unterbewussten Ebene eine Wirkung hat“, sagt Professor Hajdu. Von Gästen, mit denen man gemeinsam die Soundscapes im Wartebereich anhört, gebe es positives Feedback. „Aber es ist sehr schwer“, so Hajdu, „dieses Gefühl wissenschaftlich nachzuweisen. Wir hoffen, das, was wir erleben, in naher Zukunft auch durch medizinische Messungen belegen zu können.“
Für den fast fertiggestellten Neubau des Universitären Herz- und Gefäßzentrums des UKE sind weitere Anwendungen geplant: Neue Stücke sollen für dessen Räume komponiert werden. Mit dem Kinderkrankenhaus St. Marien in Landshut ist man wegen einer Kooperation im Gespräch. Langfristig ist das Ziel, „Healing Soundscapes“ Arztpraxen und Kliniken zum Kauf anzubieten, komplette Installationen, mit Komposition und Technik, als Geschäftsmodell.
„Der ausschließliche Fokus auf l’art pour l’art in der zeitgenössischen Musik wirkt heute für viele nicht mehr ganz zeitgemäß“, so Georg Hajdu. „Die Leute suchen nach Anwendungen. Man möchte seine Existenzberechtigung behaupten, statt sich zu marginalisieren.“ Nur so könne man langfristig auch auf Förderung aus der Politik setzen. Das ligeti zentrum sei dafür ein sehr gutes Beispiel: „Es ist ja dafür da, durch Vermittlung darauf aufmerksam zu machen, dass bestimmte Kunstformen eben auch eine gesellschaftliche Relevanz haben.“
Mehr zu den „Healing Soundscapes“ finden Sie hier.
Info: Das ligeti zentrum
Im Geiste des Komponisten György Ligetis, der 2023 100 Jahre alt geworden wäre, vereint das interdisziplinäre ligeti zentrum in Hamburg-Harburg unterschiedliche Hochschulen und Forschungsprojekte, in denen Künste und Wissenschaft, Kultur und Technik sowie Musik und Medizin zusammenkommen. Der Eigenname ist Hommage an den musikalischen Namensgeber und wird zugleich als Akronym verstanden. ligeti steht im Sinne des Zentrums auch für „Laboratorien für Innovationen und Gesellschaftliche Entwicklung durch den Transfer von Ideen“. Bis Ende 2027 wird das ligeti zentrum im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ gefördert.
English:
The Freedom to Listen — or Not
What must music sound like for it to be perceived as pleasant by truly everyone? A team of researchers from various disciplines is investigating this question. The music is being composed by members of the HfMT Hamburg — and a computer. At the University Medical Center Hamburg-Eppendorf (UKE), it helps patients relax while they wait.
When Georg Hajdu is exposed to background music in an elevator, he tries simply not to listen. Otherwise, it would be unbearable for him. No wonder: Georg Hajdu, composer and professor of multimedia composition at the Hamburg University of Music and Theatre (HfMT), is working with an interdisciplinary team to create precisely the kind of music that improves the atmosphere of a room without demanding attention. Music that makes waiting time pass more quickly and generally promotes a sense of well-being. The music resulting from this scientific development plays in several waiting areas of the UKE.
Music Without Negative Associations
The project, developed at the ligeti center in Hamburg-Harburg and directed by Hajdu (see info box at the bottom of this text), is called “Healing Soundscapes.” A soundscape refers to an acoustic environment; “healing soundscapes,” then, are acoustic environments that promote health. Composers, physicians, music therapists, and music psychologists are involved. So far, the soundscapes can be heard in three waiting areas of the University Medical Center Hamburg-Eppendorf (UKE): in the Clinic for Radiotherapy and Radiooncology, in the historic building of the University Heart Center, and in the Central Emergency Department.
The overarching question is: What must music sound like so that it bothers no one? Music that evokes no negative associations and improves the room’s atmosphere for all the different people who come to a hospital? This becomes clearest when Georg Hajdu recounts the development of the “Healing Soundscapes” up to their current application.
Tastes Differ
At the beginning stands a man who loves classical music: Prof. Dr. Sebastian Debus, Director of the Clinic and Outpatient Clinic for Vascular Medicine at the University Heart and Vascular Center of the UKE. Debus is now also part of the management team of the ligeti center and, as a trained double bassist and pianist, is deeply connected to music. “Professor Debus loves Mozart,” says Hajdu during a conversation at the ligeti center in Harburg’s inland port. Through the floor-to-ceiling windows of the meeting room, one can see harbor basins, canals, and quays. Debus had tried playing classical music — which he so appreciates — during operations, hoping to improve the atmosphere in the OR for everyone. “And then,” says Hajdu, “he had to realize that not everyone shared his musical taste.” There was disagreement about what kind of music would be suitable to play during surgery.
Debus, however, did not want to abandon the idea of music’s positive effect in hospitals. Besides the OR, he also envisioned the waiting areas. He turned to Eckhard Weymann, professor of music therapy at the HfMT, who in turn brought in his colleague Georg Hajdu. They needed neutral, genre-free music — something specially composed for this purpose — so that it would not be favored by some and rejected by others.
A Landscape on Neptune
One of Hajdu’s areas of focus is computer music. (Incidentally, composer György Ligeti, the ligeti center’s namesake, advocated in the 1970s for establishing an interdisciplinary center for computer music in Hamburg, but unsuccessfully.) Hajdu worked with a software system that, as he puts it, “can generate musical textures” — an AI that, when programmed accordingly, creates music. After conversations with Debus and Weymann, Hajdu and his students of multimedia composition developed initial pieces with this tool and tested them in a private waiting room of the University Heart and Vascular Center at the UKE. And what did the patients say? “They said,” Hajdu recounts candidly, “that some pieces totally burdened them.” For instance, they associated the sounds with “a landscape on Neptune — something distant and cold.” Anything but feelings of warmth and comfort. So everyone involved had to go back to square one.
Now, the approach of “experiencing the room” played a much larger role in the compositional process: the room’s atmosphere — the very room to be equipped with a soundscape — became even more important. Background noises, perhaps a humming vending machine, people coming and going, traffic outside the window, differing moods at various times of day. As before, composers from the HfMT’s multimedia department, a music psychologist, music therapists from the HfMT and Medical School Hamburg, and Sebastian Debus worked closely together. Music therapists and composition students collaborated to develop music tailored to one very specific room. “We were also inspired,” says Hajdu, “by Eric Satie, John Cage, and Brian Eno, the inventor of ambient music.”
Non-Repeating Sequences of Sound
The result is nine compositions, each about five minutes long, tailored precisely to the atmosphere of the waiting rooms at UKE. The pieces are designed so they can all flow into one another. Each piece has its own character, but it is continually varied by the AI. As a result, no sequence of sounds is ever repeated. The sounds are generated continuously and in real time. (You can listen to the soundscape here.)
That was very important to me, and I didn’t allow myself to be deterred,” says Hajdu. Some colleagues felt that playing a recording would be safer, but he insisted on a system that constantly regenerates itself: “This prevents the fatigue that sets in when patterns repeat. Humans are strongly wired to recognize patterns — even if they’ve only heard them briefly.” Hajdu says it is uncomfortable for him when he is somewhere and notices that a recording starts over after 20 minutes.
Elements of the “Healing Soundscapes” evoke the Asian world — singing bowls, gongs, bells. “The individual sound itself must be beautiful,” explains Hajdu. “But it doesn’t have to connect with other sounds to form a melody, as it does in European art music. When listening to classical or contemporary music, we subconsciously try to predict what comes next.” They wanted to “put a stop to this,” Hajdu explains, “by placing unrelated musical events into the space.” In doing so, they give people “the freedom to listen — or not.” Disturbing noises are absorbed and neutralized by the soundscape: “You could almost call it a kind of acoustic sponge.”
Positive Effects on Mind and Body
The music is played through several ceiling-mounted speakers, creating an immersive experience that those waiting can sink into — or not. Intelligent microphones measure the room’s noise level and adjust the volume accordingly.
Science has long known that music has positive effects on both the psyche and the body. When listening, hormones are released that cause feelings of happiness and reduce stress; heart and respiratory functions relax, reducing anxiety and pain or lowering blood pressure. “The therapeutic effect of music is proven,” Hajdu summarizes. The intention of the “Healing Soundscapes” is “to improve the acoustic atmosphere so that those waiting become calmer and time passes more quickly.” Even if the sounds are soft and in the background: “You notice how much they change the atmosphere the moment you turn the music off.”
On a normal Tuesday evening at the UKE around 8 p.m., the soundscape is on. In front of the reception desk in the Central Emergency Department, a medium-length queue has formed. The open waiting room is nearly full. Patients are coughing; two men converse quietly in an Eastern European language. Few look at their phones; most stare tiredly into the room or have their eyes closed. At first, the “Healing Soundscapes” are so scarcely perceptible that one wonders whether they are even playing. Then faint tones slowly emerge in the background. The more one focuses on them (which, of course, is not the point), the more clearly they appear. They roll in like a wave, swell, fade away, hold back, slowly return — almost comforting, almost like a reminder that no one is alone. Indeed, one thinks of singing bowls and gongs, perhaps of meditation. Whether any of those waiting consciously hear or feel something is uncertain.
New Compositions for the New University Heart and Vascular Center
“We assume that the whole thing works on a subconscious level,” says Professor Hajdu. Guests who listen to the soundscapes with him in the waiting area provide positive feedback. “But it is very difficult,” Hajdu notes, “to scientifically prove this feeling. We hope to substantiate what we observe through medical measurements in the near future.”
For the almost new building of the University Heart and Vascular Center at the UKE, further applications are planned: new pieces are to be composed for its rooms. There are also talks with the St. Marien Children’s Hospital in Landshut about a collaboration. In the long term, the goal is to offer “Healing Soundscapes” to doctors' offices and clinics for purchase — complete installations with composition and technology — as a business model.
“The exclusive focus on l’art pour l’art in contemporary music no longer feels entirely up-to-date to many,” says Hajdu. “People are looking for applications. One wants to assert one’s justification for existence instead of becoming marginalized.” Only in this way, he says, can long-term support from policymakers be expected. The ligeti center is a very good example: “It exists to raise awareness — through education — that certain art forms also have social relevance.”
Find more about the “Healing Soundscapes” here.
Info: The ligeti center
In the spirit of composer György Ligeti, who would have turned 100 in 2023, the interdisciplinary ligeti center in Hamburg-Harburg brings together various universities and research projects in which arts and sciences, culture and technology, as well as music and medicine converge. The name is an homage to its musical namesake, while also functioning as an acronym. In the spirit of the center, ligeti also stands for “Laboratories for Innovation and Social Development through the Transfer of Ideas.” Until the end of 2027, the ligeti center will be funded as part of the federal-state initiative “Innovative University”.