(For English version see below)
Eine Familie auf St.Pauli wohnt beengt, bräuchte mindestens ein Zimmer mehr, aber eine größere Wohnung ist illusorisch. Lassen sich die vorhandenen Räume vielleicht irgendwie schlauer nutzen? Eine Kiez-Kneipe ist für viele Nachbar*innen sowas wie ihr Wohnzimmer, aber nach dem vorübergehenden Umzug der Kneipe an einen anderen Standort fühlt es sich irgendwie nicht mehr nach zweitem Zuhause an. Kann man den neuen Gastraum nicht einladender gestalten? Für Workshops mit Kindern karrt eine Frau regelmäßig Bücher und Kuscheltiere von Ort zu Ort, aber ihr fehlt es an guter Organisation. Was wäre ein sinnvolles Transportmittel, das ihr die Arbeit erleichtert und auch noch fröhlich und kindgerecht aussieht?
Typische Alltagsprobleme, mit denen Menschen in die Öffentliche Gestaltungsberatung St. Pauli kommen. Genauer: Menschen, die üblicherweise „von Design ausgeschlossen sind“, wie es in der Selbstbeschreibung des Projekts heißt. Was vor allem bedeutet: Menschen, die es sich in der Regel nicht leisten können, Designer*innen, Architekt*innen oder Handwerker*innen zu beauftragen. Die aber oft auch gar nicht wüssten, wen sie fragen können. Für genau solche Fälle – Probleme, die sich durch Gestaltung lösen lassen, von Menschen oder Initiativen, die sich das nicht leisten können – hat Jesko Fezer, Professor für Experimentelles Design an der Hochschule für bildende Künste (HFBK) Hamburg, vor 15 Jahren die Öffentliche Gestaltungsberatung (ÖGB) ins Leben gerufen. Als Herzstück seiner Studienklasse Experimentelles Design an der HFBK. Bei der dabei entstehenden Projektarbeit gewinnen Menschen mit Bedarf an gestalterischen Lösungen und Design-Studierende gleichermaßen.
Mitten in der Stadt
Das Interview für diesen Text findet draußen statt, auf einer Bank auf dem belebten Hein-Köllisch-Platz mitten auf St. Pauli. Eigentlich hatte das Stadtteilzentrum Kölibri Treffpunkt sein sollen für das Gespräch mit Jesko Fezer und den drei Design-Studentinnen Marlen Kaufmann, Lilly Rosa Wellner und Greta Lauk. Dort öffnet immer mittwochs von 18 bis 19 Uhr die ÖGB ihre Türen. Was bedeutet: Dann sitzen immer mehrere Studierende und manchmal auch Jesko Fezer im großen Raum des Kölibri und warten, ob jemand den Weg zu ihnen findet und von ihrem oder seinem Anliegen erzählt.
Aber heute ist der Schlüssel zum Kölibri erstmal weg, und draußen herrschen milde Frühlingstemperaturen. Und außerdem passt es sowieso ganz hervorragend, sich auf einer Bank mitten auf dem Kiez zwischen den Gesprächen von Nachbar*innen und Vogelgezwitscher über ein Projekt zu unterhalten, das sich ausdrücklich in der Mitte der Stadtgesellschaft verortet.
„Es geht nicht um Dienstleistung“
Wobei die ÖGB viel mehr als ein Projekt ist. Als Fezer 2011 das Studio Experimentelles Design an der HFBK gründete, war ihm klar, dass er „künstlerische Praxis im Design ganz stark an Alltagsfragen, an die gesellschaftliche Wirklichkeit koppeln“ wollte, wie er sagt. „Es ist eine grundlegende Eigenschaft von Gestaltung, sich mit Transformationen der gesellschaftlichen Wirklichkeit zu beschäftigen. Alles, was man tut, hat Auswirkungen. Wenn man darüber nicht nachdenkt, kann man es auch gleich lassen.“ Ganz wichtig ist allen Beteiligten der ÖGB, dass Lösungen gemeinsam mit den Menschen erarbeitet werden, die den Bedarf haben. „Es geht nicht um Dienstleistungen oder eine bestimmte Leistungserfüllung“, so Fezer: „Es geht darum, sich damit auseinanderzusetzen, wie sich die Hochschule im städtischen Gefüge in der gegenwärtigen Gesellschaft verortet.“
Einige Studierende im Studio Experimentelles Design haben schon einen Bachelor in einem gestalterischen Fach. Marlen Kaufmann zum Beispiel in Kommunikationsdesign, Greta Lauk in Produktdesign und Lilly Rosa Wellner in Architektur. Die unterschiedlichen Kompetenzen ergänzen sich bei der Arbeit an den konkreten Projekten, die Studierenden lernen auch voneinander. Oder, wie Greta Lauk es formuliert: „Da findet ein Wissenstransfer statt.“ Marlen Kaufmann ergänzt: „Wir wissen, dass wir im Master alle interdisziplinär zusammengewürfelt werden. Dadurch haben wir einen Pool an Leuten, die alle unterschiedliche Tools mitbringen. Die eine Person kann vielleicht super zeichnen und die andere weiß, wie man Sachen plant und umsetzt. Das ist ja auch die Realität, mit der man später arbeitet. Da übernimmt man auch nicht alle Aufgaben allein, sondern ist angewiesen auf Austausch.“
„Sind wir die Richtigen für das Projekt, ist das Projekt richtig für uns?“
Als Jesko Fezer 2011 die Idee im Kopf herumspukte, das Designstudium in der gesellschaftlichen Realität zu verorten, suchte er den Kontakt zur Gemeinwesenarbeit (GWA) St.Pauli – einem gemeinnützigen Verein, der etwa Kinder- und Jugendarbeit und Familienunterstützung betreibt und Stadtteilkultur fördert. Die GWA betreibt auch das Kölibri. „Ich habe damals aktiv nach Partnern in der Stadtgesellschaft gesucht, die Gemeinwesenarbeit machen. Eben weil ich die künstlerische Praxis an individuelle Alltagsprobleme oder gesellschaftliche Anliegen anbinden wollte. Und das sollte lokal verortet passieren.“ Aus Diskussionen mit Studierenden und Gesprächen mit Mitarbeitenden der GWA entstand das Format der Öffentlichen Gestaltungsberatung mit ihrer offenen Sprechstunde im Stadtteil.
Und was sind die Voraussetzungen, damit sich die Studierenden mit einem Projekt, das zu ihnen gebracht wird, befassen? Jesko Fezer: „Jedes Projekt wird in der Klasse besprochen.“ Man müsse immer überlegen: „Sind wir die Richtigen für dieses Projekt, und ist es das richtige Projekt für uns?“ Finanzielle Bedürftigkeit ist ein Kriterium, sich weiter damit zu beschäftigen – dass also die Ratsuchenden nicht aus eigener Kraft eine Gestalterin oder einen Gestalter bezahlen könnten, egal ob es sich um eine Privatperson, eine Initiative oder eine Einrichtung handelt. „Wir müssen aber auch schon ein bisschen das inhaltliche, politische oder soziale Anliegen teilen, damit wir Lust zu haben, daran zu arbeiten.“
Workshop, Übungen, Umfrage und sehr viel Abstimmung
„Prinzipiell gehen wir immer ergebnisoffen und mit viel Zeit an jede Fragestellung ran“, betont Marlen Kaufmann. „Oft gibt es ein bestimmtes Problem, aber wenn man sich besser kennenlernt, erkennt man, dass da vielleicht noch eine andere Schicht drunter liegt. Wir kommen auch nicht während der Beratungsstunde direkt mit Vorschlägen an.“ Man spreche viel mit den Ratsuchenden, überlege gemeinsam, was der richtige Weg sein könnte. „Gerade wenn es um Privaträume geht, muss man extrem vorsichtig sein, dass man mit einem guten Maß vorgeht.“ Bei einem größeren Projekt gibt es immer einen Ortsbesuch und Treffen mit den Gruppen, die beteiligt sind. Vielleicht einen Workshop, Übungen oder eine Umfrage, und immer sehr, sehr viel Abstimmung. An manchen Projekten arbeiten die drei oder vier Studierenden, die es betreuen, ein paar Wochen, an manchen mehrere Jahre, unabhängig von Semestergrenzen. Marlen Kaufmann: „Grundsätzlich dauern die Dinge immer eher länger, als man denkt.“
Greta Lauk hat vorher an einer anderen Kunsthochschule Produktdesign studiert. „Dort wurden die Projekte semesterweise vergeben. Am Anfang des Semesters bekommt man seine Aufgabe und entwirft dann bis zu einem bestimmten Datum die Zwischenpräsentation und danach die Endpräsentation mit Produktnamen und Produktbeschreibung.“ Nach dem Semester „verschwinden die Projekte und mit ihnen die Arbeit, die da reingeflossen ist, in der Schublade. Das fühlt sich dann manchmal ein bisschen leer an – man hat ein fiktives Projekt für eine fiktive Zielgruppe gestaltet, ins Nichts rein“. Das in der praxisorientierten Arbeit mit der ÖGB anders zu erleben, ist für Greta Lauk „sehr neu, aber auch sehr bereichernd“. Lilly Rosa Wellner ergänzt: „Ich finde es wichtig, dass es hier schon in Ausbildung und Lehre diesen Realitätsbezug gibt und man sich dann später sowas nicht alles erst selbst aneignen muss.“
Ein neues Wort: Sondernutzungsantrag
„Sowas“ kann zum Beispiel das Antragstellen für eine Finanzierung sein, oder die Kommunikation mit Behörden. „Ich habe hier viele Wörter gelernt, die ich vorher nicht kannte“, sagt Greta Lauk: „Sondernutzungsantrag, nur mal zum Beispiel.“
Solche Wörter und Kenntnisse mussten sich die Studierenden etwa bei der Umgestaltung des Ramazn-Avcı-Platzes bei der S-Bahnstation Landwehr in Hamburg-Hohenfelde aneignen – einem der größeren Projekte der ÖGB, bei dem das Anliegen nicht über Nachbar*innen aus St.Pauli kam, sondern über die Initiative zum Gedenken an Ramazan Avcı , zu der auch seine Witwe und sein Sohn gehören. Ramazan Avcı war im Dezember 1985 so brutal von Neonazis zusammengeschlagen worden, dass er wenige Tage später im Krankenhaus starb. An seinem 40. Todestag im vergangenen Dezember wurde der neu gestaltete Platz eingeweiht, mit einem Denkmal für Avcı, Sitzbänken und drei weißen Schrifttafeln. Auf der einen stehen der Name und das Geburts- und Sterbedatum Avcıs , auf der zweiten „Rassismus mordet“ in zwei Sprachen. Mit der dritten kann auf einem flexiblen Banner an andere Opfer von Gewalt und Verfolgung erinnert werden.
Ein im Vergleich damit überschaubares Projekt ist „Besmas kleine Wohnung“: Besma ist St.Pauli-Bewohnerin, ihre Zweizimmerwohnung ist zu klein für sie und ihren Teenagersohn, sie wünschte sich mehr Rückzugsmöglichkeit. Da niemand das eigentlich benötigte dritte Zimmer herbeizaubern kann, haben die Studierenden gemeinsam mit ihr die Idee entwickelt, eine Box zu bauen, in der Besma tagsüber ihr Bettzeug verstauen kann. Dadurch wurde die Trennung von Wohnzimmer bei Tag und Schlafzimmer bei Nacht von Besmas Zimmer klarer. Zimmerwand und Box wurden in derselben Farbe gestrichen: grasgrün. Besmas Lieblingsfarbe.
Manchmal „läppert ein Projekt auch weg“
Mal kann bei der Finanzierung der Projekte viel improvisiert werden, vielleicht sind noch Farben oder Material von anderen Projekten übrig, Werkzeug kann kostenlos ausgeliehen werden. Mal müssen, gerade bei großen Projekten, aber auch ganz offizielle Anträge bei den unterschiedlichsten Stellen gestellt werden. So oder so: Auf jedem Weg machen die Studierenden Erfahrungen fürs Berufsleben.
Nicht jedes Anliegen kommt zu einem befriedigenden Ende. Manchmal „läppert es weg“, so Jesko Fezer: „Manchmal haben sich die Leute was ganz Einfaches vorgestellt. Und dann wird es aus ihrer Sicht plötzlich megakompliziert, wir machen einen Workshop und einen Fragebogen und ein gemeinsames Essen, und dann haben sie keine Lust mehr oder keine Zeit.“ Und hin und wieder lösen sich die Dinge auch einfach in Wohlgefallen auf. Wie die Sache mit Uschis Tisch. Der war sehr schwer, so dass Uschi ihn nicht alleine ausziehen oder verschieben konnte. Die Studierenden überlegten eine Lösung mit Rollen, um den Tisch besser im Raum bewegen zu können. Doch ehe es dazu kam, entschied sich Uschi, ihren schweren Tisch lieber zu verschenken und sich eine kleinere und leichtere Tischplatte bei IKEA zu kaufen und die auf Tischbeine zu montieren, die sie sowieso noch hatte. Manchmal ist die Lösung auch das, was passiert, während man gerade andere Pläne macht.
Info
Alle Projekte der Öffentlichen Gestaltungsberatung St. Pauli finden Sie hier.
English:
When Design Provides the Solution – Maybe
Every Wednesday at 6 p.m., people can come to the “Öffentliche Gestaltungsberatung St.Pauli” (Public Design Consultation in St. Pauli). There, design students from HFBK Hamburg work together with them to develop ideas for a too-small apartment or for a dignified memorial site. Thinking in terms of design solutions for real problems is not part of the curriculum—it is the curriculum.
A family in St. Pauli lives in cramped conditions; they would need at least one more room, but a larger apartment is out of the question. Could the existing space perhaps be used more cleverly? A neighbourhood pub serves as something like a living room for many locals, but after its temporary relocation, it no longer feels like a second home. Could the new space be made more inviting? A woman regularly hauls books and stuffed animals from place to place for workshops with children, but lacks proper organization. What would be a suitable means of transport that makes her work easier and also looks cheerful and child-friendly?
These are typical everyday problems that people bring to the “Öffentliche Gestaltungsberatung St.Pauli” (Public Design Consultation St. Pauli). More precisely: people who are usually “excluded from design,” as the project describes itself. This primarily means people who generally cannot afford to hire designers, architects, or craftspeople—and often wouldn’t know whom to ask in the first place. For exactly such cases—problems that can be solved through design, brought by individuals or initiatives who cannot afford professional help—Jesko Fezer, Professor of Experimental Design at the Hamburg University of Fine Arts (HFBK), founded the “Öffentliche Gestaltungsberatung” (ÖGB) 15 years ago. It is the centerpiece of his Experimental Design class at HFBK. In the project work that emerges, both those in need of design solutions and the design students benefit equally.
In the Middle of the City
The interview for this article takes place outdoors, on a bench at the lively Hein-Köllisch-Platz in the heart of St. Pauli. The original plan was to meet at the Kölibri community center for a conversation with Jesko Fezer and the three design students Marlen Kaufmann, Lilly Rosa Wellner, and Greta Lauk. The ÖGB opens its doors there every Wednesday from 6 to 7 p.m. This means that several students—and sometimes Jesko Fezer—sit in the large room at Kölibri, waiting to see whether someone will find their way in and share their concern.
But today the key to Kölibri is missing, the weather is mild and springlike, and in any case it feels perfectly fitting to sit on a bench in the middle of the neighborhood—amid conversations between locals and birdsong—talking about a project that explicitly positions itself at the center of society.
“It’s Not About Providing a Service”
The ÖGB is much more than just a project. When Fezer founded the Experimental Design Studio at HFBK in 2011, he was clear that he wanted to “strongly connect artistic practice in design to everyday issues and social reality,” as he puts it. “It is a fundamental characteristic of design to engage with transformations of social reality. Everything you do has an impact. If you don’t reflect on that, you might as well not do it at all.”
It is particularly important to everyone involved that solutions are developed together with the people who need them. “It’s not about providing a service or fulfilling a specific task,” Fezer explains. “It’s about engaging with how the university positions itself within the urban fabric of contemporary society.”
Some students in the Experimental Design Studio already hold a bachelor’s degree in a design-related field. Marlen Kaufmann studied communication design, Greta Lauk product design, and Lilly Rosa Wellner architecture. Their different skills complement one another in the work on specific projects, and the students also learn from each other. Or, as Greta Lauk puts it: “There’s a transfer of knowledge.” Marlen Kaufmann adds: “We know that for the master’s programme, we’ll all be thrown together in an interdisciplinary way. That gives us a pool of people who all bring different tools. One person might be great at drawing, another knows how to plan and implement things. That’s also the reality we’ll face later—you don’t do everything alone, you rely on exchange.”
“Are We the Right People for This Project—and Is It Right for Us?”
When Jesko Fezer first developed the idea in 2011 of grounding design education in social reality, he sought contact with the Gemeinwesenarbeit St..Pauli (St. Pauli Community Organization, GWA), a nonprofit association that supports youth work, families, and local culture. The GWA also runs the Kölibri. “At the time, I actively looked for partners in civil society who were engaged in community work—precisely because I wanted to connect artistic practice to individual everyday problems or social concerns. And this was meant to happen locally.” Discussions with students and conversations with GWA staff led to the format of the Public Design Consultation with its open office hours in the neighborhood.
And what are the criteria for students to take on a project brought to them? “Every project is discussed in the class,” says Fezer. One must always consider: “Are we the right people for this project, and is it the right project for us?” Financial need is one criterion—meaning that those seeking advice cannot afford a designer on their own, whether they are individuals, initiatives, or institutions. “But we also need to share, to some extent, the content-related, political, or social concern, so that we are motivated to work on it.”
Workshops, Exercises, Surveys—and a Lot of Coordination
“In principle, we approach every question with an open mind and take our time,” emphasizes Marlen Kaufmann. “Often there is a specific problem, but as you get to know each other better, you realize there may be another layer beneath it. We don’t immediately come up with proposals during the consultation session.” Instead, there are many conversations, and solutions are developed collaboratively. “Especially when it comes to private spaces, you have to be extremely careful and proceed with sensitivity.”
For larger projects, there are always site visits and meetings with the groups involved—perhaps a workshop, exercises, or a survey, and always a great deal of coordination. Some projects are handled by three or four students over a few weeks; others span several years, regardless of semester boundaries. “In general, things always take longer than you think,” says Kaufmann.
Greta Lauk previously studied product design at another art school. “There, projects were assigned per semester. At the beginning, you receive your task and work toward a midterm presentation and then a final presentation with product name and description.” After the semester, “the projects—and the work invested in them—disappear into a drawer. That can feel a bit empty—you’ve designed a fictional project for a fictional target group, into the void.” Experiencing things differently through the practice-oriented work of the ÖGB is “very new, but also very enriching” for her. Lilly Rosa Wellner adds: “I think it’s important that this connection to reality already exists in education, so you don’t have to acquire all of that on your own later.”
A New Word: “Sondernutzungsantrag”
“All of that” can include things like applying for funding or communicating with authorities. “I’ve learned many words here that I didn’t know before,” says Greta Lauk. “Sondernutzungsantrag—a special use permit, for example.”
The students had to acquire such knowledge during the redesign of Ramazan-Avcı-Platz near the Landwehr S-Bahn station in Hamburg-Hohenfelde—one of the larger ÖGB projects. This initiative did not come from St. Pauli residents but from a group commemorating Ramazan Avcı, including his widow and son. In December 1985, Avcı was so brutally beaten by neo-Nazis that he died a few days later in hospital. On the 40th anniversary of his death last December, the redesigned square was inaugurated, featuring a memorial, seating, and three white text panels. One displays Avcı’s name and dates of birth and death; another reads “Racism kills” in two languages. A third, flexible banner can be used to commemorate other victims of violence and persecution.
A smaller-scale project in comparison is “Besma’s Small Apartment.” Besma, a St. Pauli resident, lives with her teenage son in a two-room apartment that is too small; she wanted more privacy. Since no one could conjure up a third room, the students developed the idea of a mobile storage box in which Besma can store her bedding during the day. This created a clearer distinction between living room by day and bedroom by night. The wall and the box were painted the same color: grass green—Besma’s favorite.
Sometimes a Project Just Fizzles Out
Sometimes project funding can be improvised—leftover materials from other projects, borrowed tools. For larger projects, formal applications to various institutions are required. Either way, students gain valuable professional experience.
Not every request leads to a satisfying conclusion. Sometimes, as Fezer puts it, “it just fizzles out”. “People sometimes imagine something very simple. Then suddenly it becomes very complicated from their perspective—we do a workshop, a survey, a shared meal—and they lose interest or don’t have the time anymore.” And occasionally, things resolve themselves in unexpected ways.
Like the case of Uschi’s table. It was very heavy, so she couldn’t extend or move it by herself. The students considered adding wheels to make it easier to move. But before that could happen, Uschi decided to give away the table and buy a smaller, lighter tabletop from IKEA, mounting it on legs she already had. Sometimes the solution is what happens while you’re busy making other plans.
Info
You can find all projects of the Öffentliche Gestaltungsberatung St. Pauli here.