Drei Inseln und nicht einmal 40 Bewohner – das ist der Hamburger Stadtteil Neuwerk. Über 100 Kilometer vom Zentrum Hamburgs entfernt findet sich in der Elbmündung ein kleines Paradies für Ruhesuchende und Naturinteressierte.
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Christoph Bellin / bildarchiv-hamburg.de
Der Stadtteil in Zahlen
Fläche
7,62 km²
Einwohnerzahl
21 (31. Dez. 2023)
Bevölkerungsdichte
3 Einwohner/km²
Hamburger Stadtteil mit nicht einmal 40 Einwohnern
Die kleine Insel Neuwerk liegt mitten in der Elbmündung und bildet gemeinsam mit den Inseln Nigehörn und Scharhörn den am weitesten vom Zentrum Hamburgs entfernten Stadtteil. Knapp 40 Menschen leben dort und etwa 100.000 Besucher kommen jährlich auf das Eiland, um den historischen Leuchtturm, die vielfältige Vogelwelt und die Abgeschiedenheit zu bestaunen.
Die drei Quadratkilometer große Insel liegt 14 Kilometer von Cuxhaven entfernt. Für die Hansestadt war Neuwerk seit Jahrhunderten von strategischer Bedeutung, weil es so die Elbmündung unter Kontrolle hatte. Diese Region zählt seit jeher zu den meist befahrenen Schifffahrtszonen der Welt.
Neuwerk
1. Watt
Wer nicht schon zu Fuß durch das Wattenmeer auf die Insel gekommen ist, kann von dort aus Wattwanderungen buchen. Es ist auf jeden Fall ein Erlebnis über den Meeresboden zu wandern und das Watt unter den Füßen zu spüren. Seit 2009 gehört das Hamburgische Wattenmeer zum UNESCO-Weltnaturerbe.
Weitere Infos: Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer (was link with id: 4477404)
Christoph Bellin / bildarchiv-hamburg.de
2. Leuchtturm Neuwerk
Der Leuchtturm ist mit seinem Fertigstellungsjahr 1310 das älteste Bauwerk Hamburgs. Er diente in seiner langen Geschichte als Seezeichen, Schutzraum bei Sturmfluten und Bollwerk gegen Seeräuber. Heute ist im Turm unter anderem eine Pension untergebracht, in der Gäste übernachten können. Von der Aussichtsplattform auf dem Leuchtturm bietet sich zudem ein wunderschöner Blick über die Insel und die Nordsee.
Weitere Infos: Leuchtturm Neuwerk
Christoph Bellin / bildarchiv-hamburg.de
3. Friedhof der Namenlosen
Wie bei den meisten Inseln, wurden früher auch an den Ufern von Neuwerk die Opfer von Schiffbrüchen oder Piratenüberfällen leblos an Land gespült. Die Insulaner auf Neuwerk bestatteten seit 1319 die Leichen der namenlosen Seemänner. Damit ist der Neuwerker Friedhof der Namenlosen einer der ältesten dieser Art. Der Neuwerker Friedhof weist jedoch eine Besonderheit auf, denn ein Holzkreuz trägt einen Namen...
Christoph Bellin / bildarchiv-hamburg.de
4. Sonnenuntergänge
Kein Haus, das den Horizont verdecken kann, keine hellen und störenden Lichter, einfach nur Natur – und so bietet sich auf Neuwerk ein beeindruckender Blick auf den Sonnenuntergang. Viele Touristen nutzen diese Möglichkeit für einen ausgedehnten Spaziergang unter dem bunten Farbenspiel des Himmels und für ein paar Foto-Schnappschüsse.
Christoph Bellin / bildarchiv-hamburg.de
5. Gänse
Zwei Mal im Jahr rasten Millionen Zugvögel im Wattenmeer, zeitweise insgesamt über 15.000 Ringel- und Weißwangengänse. Viele von ihnen sind in der Zeit von März bis Mai auf Neuwerk. In diesem Zeitraum finden auf der Insel die Gänsewochen statt und damit viele Veranstaltungen für Vogelfreunde, die sich um die gefiederten Besucher drehen.
Gabriele Meusel
6. Ostbake
Früher diente die Ostbake als Landmarke für vorbeifahrende Schiffe, heute orientieren sich Tonnenleger, Fischer und Bernsteinsucher an ihr. Vermutlich im Jahr 1635 wurde der erste Turm erbaut, der Orkan „Kyrill“ zerstörte die Ostbake 2007 zuletzt allerdings massiv. Die wiederaufgebaute Bake ist nun wieder ein beliebtes Fotomotiv der Insel.
Gabriele Meusel
7. Fischkutter
Vor der Insel Neuwerk versuchen viele Fischkutter ihr Glück und ziehen ihre Netze durch die Nordsee. Von der Insel aus lassen sich die Schiffe bei ihren Manövern beobachten – am besten natürlich mit dem Fernglas.
Christoph Bellin / bildarchiv-hamburg.de
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1. Watt
Wer nicht schon zu Fuß durch das Wattenmeer auf die Insel gekommen ist, kann von dort aus Wattwanderungen buchen. Es ist auf jeden Fall ein Erlebnis über den Meeresboden zu wandern und das Watt unter den Füßen zu spüren. Seit 2009 gehört das Hamburgische Wattenmeer zum UNESCO-Weltnaturerbe.
Weitere Infos: Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer (was link with id: 4477404)
1. Watt
Wer nicht schon zu Fuß durch das Wattenmeer auf die Insel gekommen ist, kann von dort aus Wattwanderungen buchen. Es ist auf jeden Fall ein Erlebnis über den Meeresboden zu wandern und das Watt unter den Füßen zu spüren. Seit 2009 gehört das Hamburgische Wattenmeer zum UNESCO-Weltnaturerbe.
Weitere Infos: Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer (was link with id: 4477404)
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2. Leuchtturm Neuwerk
Der Leuchtturm ist mit seinem Fertigstellungsjahr 1310 das älteste Bauwerk Hamburgs. Er diente in seiner langen Geschichte als Seezeichen, Schutzraum bei Sturmfluten und Bollwerk gegen Seeräuber. Heute ist im Turm unter anderem eine Pension untergebracht, in der Gäste übernachten können. Von der Aussichtsplattform auf dem Leuchtturm bietet sich zudem ein wunderschöner Blick über die Insel und die Nordsee.
Weitere Infos: Leuchtturm Neuwerk
2. Leuchtturm Neuwerk
Der Leuchtturm ist mit seinem Fertigstellungsjahr 1310 das älteste Bauwerk Hamburgs. Er diente in seiner langen Geschichte als Seezeichen, Schutzraum bei Sturmfluten und Bollwerk gegen Seeräuber. Heute ist im Turm unter anderem eine Pension untergebracht, in der Gäste übernachten können. Von der Aussichtsplattform auf dem Leuchtturm bietet sich zudem ein wunderschöner Blick über die Insel und die Nordsee.
Weitere Infos: Leuchtturm Neuwerk
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3. Friedhof der Namenlosen
Wie bei den meisten Inseln, wurden früher auch an den Ufern von Neuwerk die Opfer von Schiffbrüchen oder Piratenüberfällen leblos an Land gespült. Die Insulaner auf Neuwerk bestatteten seit 1319 die Leichen der namenlosen Seemänner. Damit ist der Neuwerker Friedhof der Namenlosen einer der ältesten dieser Art. Der Neuwerker Friedhof weist jedoch eine Besonderheit auf, denn ein Holzkreuz trägt einen Namen...
3. Friedhof der Namenlosen
Wie bei den meisten Inseln, wurden früher auch an den Ufern von Neuwerk die Opfer von Schiffbrüchen oder Piratenüberfällen leblos an Land gespült. Die Insulaner auf Neuwerk bestatteten seit 1319 die Leichen der namenlosen Seemänner. Damit ist der Neuwerker Friedhof der Namenlosen einer der ältesten dieser Art. Der Neuwerker Friedhof weist jedoch eine Besonderheit auf, denn ein Holzkreuz trägt einen Namen...
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4. Sonnenuntergänge
Kein Haus, das den Horizont verdecken kann, keine hellen und störenden Lichter, einfach nur Natur – und so bietet sich auf Neuwerk ein beeindruckender Blick auf den Sonnenuntergang. Viele Touristen nutzen diese Möglichkeit für einen ausgedehnten Spaziergang unter dem bunten Farbenspiel des Himmels und für ein paar Foto-Schnappschüsse.
4. Sonnenuntergänge
Kein Haus, das den Horizont verdecken kann, keine hellen und störenden Lichter, einfach nur Natur – und so bietet sich auf Neuwerk ein beeindruckender Blick auf den Sonnenuntergang. Viele Touristen nutzen diese Möglichkeit für einen ausgedehnten Spaziergang unter dem bunten Farbenspiel des Himmels und für ein paar Foto-Schnappschüsse.
Christoph Bellin / bildarchiv-hamburg.de
5. Gänse
Zwei Mal im Jahr rasten Millionen Zugvögel im Wattenmeer, zeitweise insgesamt über 15.000 Ringel- und Weißwangengänse. Viele von ihnen sind in der Zeit von März bis Mai auf Neuwerk. In diesem Zeitraum finden auf der Insel die Gänsewochen statt und damit viele Veranstaltungen für Vogelfreunde, die sich um die gefiederten Besucher drehen.
5. Gänse
Zwei Mal im Jahr rasten Millionen Zugvögel im Wattenmeer, zeitweise insgesamt über 15.000 Ringel- und Weißwangengänse. Viele von ihnen sind in der Zeit von März bis Mai auf Neuwerk. In diesem Zeitraum finden auf der Insel die Gänsewochen statt und damit viele Veranstaltungen für Vogelfreunde, die sich um die gefiederten Besucher drehen.
Gabriele Meusel
6. Ostbake
Früher diente die Ostbake als Landmarke für vorbeifahrende Schiffe, heute orientieren sich Tonnenleger, Fischer und Bernsteinsucher an ihr. Vermutlich im Jahr 1635 wurde der erste Turm erbaut, der Orkan „Kyrill“ zerstörte die Ostbake 2007 zuletzt allerdings massiv. Die wiederaufgebaute Bake ist nun wieder ein beliebtes Fotomotiv der Insel.
6. Ostbake
Früher diente die Ostbake als Landmarke für vorbeifahrende Schiffe, heute orientieren sich Tonnenleger, Fischer und Bernsteinsucher an ihr. Vermutlich im Jahr 1635 wurde der erste Turm erbaut, der Orkan „Kyrill“ zerstörte die Ostbake 2007 zuletzt allerdings massiv. Die wiederaufgebaute Bake ist nun wieder ein beliebtes Fotomotiv der Insel.
Gabriele Meusel
7. Fischkutter
Vor der Insel Neuwerk versuchen viele Fischkutter ihr Glück und ziehen ihre Netze durch die Nordsee. Von der Insel aus lassen sich die Schiffe bei ihren Manövern beobachten – am besten natürlich mit dem Fernglas.
7. Fischkutter
Vor der Insel Neuwerk versuchen viele Fischkutter ihr Glück und ziehen ihre Netze durch die Nordsee. Von der Insel aus lassen sich die Schiffe bei ihren Manövern beobachten – am besten natürlich mit dem Fernglas.
Christoph Bellin / bildarchiv-hamburg.de
Kutsche, Wattwandern oder Schiff
Nach alter Tradition reisen die Besucher besonders gern mit einer Pferdekutsche an. In Duhnen und Sahlenburg steigen die Gäste in die gelben Droschken und lassen sich dann eine gute Stunde übers Watt kutschieren. Stämmige und duldsame Pferde ziehen die Wagen durch knietiefe Priele und über moddrigen Schlick.
Neben der Kutschenkarawane sind einige Reiter unterwegs, die hoch zu Pferde übers Watt traben. Auf dem höher gelegenen Prickenweg stapft eine Gruppe von Wattwanderern über festeren Sandschlick. Verlaufen kann man sich im weiten Watt nicht, denn die Pricken, das sind in den Wattboden gesteckte Reisigbündel, weisen den Weg.
Elf Kilometer übers Watt
Etwa zweieinhalb Stunden benötigen Wattwanderer für die elf Kilometer lange Strecke. Wer ohne Wattführer läuft, sollte sich unbedingt über die Tidezeiten informieren. „Alle, die meinten, dass sie bei Ebbe hin und zurücklaufen können, wurden nicht mehr gesehen“, scherzt ein Wattführer. Wenn unvorsichtige Wanderer doch mal von der Flut überrascht werden, finden sie Schutz in drei Rettungsbaken längs des Wattweges. Für die Rückfahrt zum Festland bevorzugen viele Wattwanderer ein Schiff der Cassen Eils-Reederei. Einen regelmäßigen Schiffsverkehr gibt es allerdings nur während der Sommersaison.
In einer Stunde rund um die Insel
Auf Neuwerk angelangt, stellen sich die Wattwanderer erst einmal an der Fußwaschdusche an. Wer noch Kraft hat, marschiert einfach weiter am Deich und umrundet die Insel. Das dauert eine Stunde und der Weg führt vorbei an grünen Wiesen mit Kühen und Pferden sowie an wenigen Häusern vorbei. Am Ufersaum kann man nach Bernstein Ausschau halten. Oder man genießt den Blick auf die Salzwiesen und das offene Meer und pumpt die Lungen voll mit sauberer Seeluft.
Vom Festungsturm zum Leuchtturm
Spektakulär ist der Neuwerker Leuchtturm. Mit 45 Metern Höhe weithin sichtbar, hat der Leuchtturm Jahrhundertfluten und Orkanen getrotzt. 1310 errichteten ihn die Neuwerker, um Piraten abzuschrecken.
Erst ab 1644 funktionierte man den rechteckigen Festungsturm zum Leuchtturm um, der seitdem vorbeifahrende Schiffe durch die Elbmündung lotste. Das Leuchtfeuer, das hier seit 1814 täglich brannte, funktioniert zwar noch, aber brennt nicht mehr. Seit 2014 weist der weiße Radarturm am Nordwestufer den Schiffen den Weg.
Die 138 Stufen zur Besucherplattform des ältesten Hamburger Bauwerks aufzusteigen, lohnt sich allemal. Auf der Aussichtsplattform wird man mit einem Panoramablick auf die grüne Insel mit ihren Prielen, Salzwiesen und dahinter auf die weite See belohnt. Sogar übernachten kann man im Leuchtturm. Eine Pension bietet romantische Zimmer hinter meterdicken Leuchtturmmauern an.
Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer
Der 1990 gegründete Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer ist Deutschland kleinstes Biosphärenreservat. 2011 nahm die UNESCO das hanseatische Wattgebiet als Weltnaturerbe auf. Über die Ökologie des Wattenmeeres können sich Besucher im Nationalparkhaus informieren. Es befindet sich im alten Leuchtturmwärterhaus und bietet auch vogelkundliche Führungen an.
Paradies für Vogelkundler
Neuwerk ist ein Paradies für Vogelliebhaber. Im Frühjahr oder Herbst legen Schwärme von Pfeifenten, Ringel- und Nonnengänsen auf Neuwerks Salzwiesen einen Zwischenstopp ein. Im Vorland kann man brütende Austernfischer und Säbelschnäbler beobachten. Im Schutz von Meergras und Strandnelken bauen Seeschwalben, Möwen und Enten ihre Nester.
Nigehörn und Scharhörn
Die beiden Inseln Nigehörn und Scharhörn liegen in der „Wildniszone" und mitten im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer. Nigehörn kann daher nicht und Scharhörn nur nach Anmeldung betreten werden. Nach Scharhörn kommt man nur nach einem sieben Kilometer langen Marsch durch das Watt und vorheriger Genehmigung durch den Vogelwart.
Friedhof der Namenlosen
Die Elbmündung galt lange als gefährliches Schiffsrevier und viele ertrunkene Seeleute wurden auf Neuwerk angespült. Man begrub sie seit 1319 auf dem Friedhof der Namenlosen, der sich beim Leuchtturm befindet. Heute werden alle Toten auf dem Festland begraben.
Wohnen auf Neuwerk
Die meisten Besucher sind Tagesgäste. Ruhesuchende, Natur- und Vogelfreunde bleiben gern für ein paar Tage und haben die Auswahl zwischen verschiedenen Unterkünften – von Zelt bis zu Strohhotel, Pension oder Turmzimmer. Während der Wintersaison verkehren die Passagierschiffe nicht und die 34 Neuwerker sind ganz unter sich.
Geschichte
Neuwerk gehört seit über 700 Jahren zur Hansestadt Hamburg. Zwar gab es einige Unterbrechungen, diese waren jedoch nur von kurzer Dauer. Die Insel diente der Stadt lange als vorgelagerter Stützpunkt, der die Einmündung zur Elbe unter Beobachtung und Kontrolle halten sollte.
Neuwerk wurde erstmals im Jahre 900 erwähnt und wurde als "Nige Ooge", die friesische Bezeichnung für "neue Insel", benannt. Schon 1299 begann der Bau der Turms, der 1310 abgeschlossen wurde. Fortan war die Insel als "Nige Wark" benannt, was übersetzt aus dem Friesischen "neues Werk" bedeutet.
Seit etwa 1900 entwickelte sich Neuwerk zum Seebad. 1937 gab Hamburg Cuxhaven und Neuwerk an Preußen ab und erhielt dafür Altona und Wilhelmsburg. Nach 1945 wurde Neuwerk Niedersachsen zugeordnet und erst nach einem Staatsvertrag zwischen Niedersachsen und Hamburg im Jahr 1969 wieder der Hansestadt Hamburg zugeteilt.
*Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein / Melderegister (Stand: Jan 2019)