Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz

Verbraucherinformation Rechtliche Einordnung von Lebensmitteln

Lebensmittel werden gesetzlich definiert als Stoffe oder Erzeugnisse, die dazu bestimmt sind oder von denen erwartet werden kann, dass sie vom Menschen aufgenommen werden. Als spezielle Gruppen von Lebensmitteln gelten Nahrungsergänzungsmittel, diätetische Lebensmittel und funktionelle Lebensmittel. Wichtige Kriterien zu deren Einordnung werden im Folgenden beschrieben.

Lebensmittelsicherheit Hamburg - Rechtliche Einordnung von Lebensmitteln

Nahrungsergänzungsmittel

Nahrungsergänzungsmittel sind dazu bestimmt die allgemeine Ernährung zu ergänzen. Sie werden in Fertigpackungen in Form von Konzentraten angeboten, deren Nähr- oder sonstige Stoffe ernährungsspezifische oder physiologische Wirkungen haben. Ein solches Produkt muss vor allem die Verkehrsbezeichnung „Nahrungsergänzungsmittel“, eine empfohlene tägliche Verzehrmenge in Portionen sowie eine Prozentangabe der in dem Produkt enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe in Bezug auf die tägliche empfohlene Tagesdosis tragen. Es darf nicht der Anschein erweckt werden, dass die Zufuhr angemessener Nährstoffmengen durch eine ausgewogene Ernährung nicht möglich sei.

Diätetische Lebensmittel

Diätetische Lebensmittel richten sich an Verbrauchergruppen, die sich in besonderen physiologischen Umständen befinden, deren Verdauungs-, Resorptionsprozess oder Stoffwechsel gestört ist sowie an gesunde Säuglinge und Kleinkinder. Sie müssen für den speziellen Ernährungszweck geeignet sein und mit entsprechendem Hinweis versehen werden sowie sich aufgrund ihrer Zusammensetzung von Lebensmitteln des allgemeinen Verzehrs deutlich unterscheiden. Zu diätetischen Lebensmitteln zählen zum Beispiel Säuglingsanfangsnahrung und Folgenahrung oder bilanzierte Diäten. Eine wichtige Rolle spielt hier, wie auch bei Nahrungsergänzungsmitteln, die Abgrenzung zu den Arzneimitteln.

Funktionelle Lebensmittel

Funktionelle Lebensmittel sind gesetzlich nicht definiert, lassen sich jedoch als Lebensmittel verstehen, welche mit Inhaltsstoffen versetzt sind, die einen Effekt auf die Gesundheit ausüben sollen. Diese Stoffe sind zum Beispiel probiotische Kulturen (in Joghurt), Vitamine und Mineralstoffe (in Frühstückscerealien) sowie sekundäre Pflanzenstoffe (in Margarine). Bei deren Verwendung sind die allgemeinen lebensmittelrechtlichen Vorschriften zu beachten. Die Kennzeichnung mit gesundheits- und nährwertbezogenen Angaben in Bezug auf die zugesetzten Inhaltsstoffe muss sich auf anerkannte wissenschaftliche Nachweise stützen, wobei die Health-Claims-VO anzuwenden ist. Funktionelle Lebensmittel sind nicht mit Nahrungsergänzungsmitteln zu verwechseln, denn es handelt sich um Lebensmittel in typischer Form, zum Beispiel Multivitamin-Fruchtsaftgetränk, und nicht um Konzentrate.