Hintergrundinformationen Emissionsverhalten von mobilen Maschinen

Verbrennungsmotoren von mobilen Maschinen emittieren eine nicht unerhebliche Menge Luftschadstoffe und tragen zur Luftbelastung in Hamburg bei.

mobile Maschine im Einsatz

Emissionsverhalten von mobilen Maschinen

Was sind mobile Maschinen?

Unter dem Begriff `mobile Maschinen´ sind ortsveränderliche technische Einrichtungen mit Verbrennungsmotoren (Diesel- oder Benzinmotoren) zusammengefasst, die nicht für die Beförderung von Personen oder Gütern auf der Straße bestimmt sind.

Mobile Maschinen werden in zahlreichen Bereichen eingesetzt. Die Einsatzschwerpunkte liegen in der Land-, Bau- und Forstwirtschaft, aber auch in den privaten Haushalten.

Zu mobilen Maschinen zählen beispielsweise neben Großgeräten wie Lokomotiven, Baumaschinen und Maschinen, die u.a. im Hafen eingesetzt werden, auch Gartengeräte wie Motorsägen, Trimmer, Freischneider und  Rasenmäher.

 

Welche Bedeutung haben mobile Maschinen für die Luftqualität in Hamburg?

Verbrennungsmotoren, insbesondere Dieselmotoren von mobilen Maschinen, emittieren eine nicht unerhebliche Menge an Luftschadstoffen. Aufgrund der langen Lebenszeiten haben zahlreiche Maschinen insbesondere im Vergleich mit PKW veraltete Abgasstufen und somit einen relativ hohen Schadstoffausstoß.

In dicht bebauten städtischen Gebieten können Schadstoffemissionen mobiler Maschinen signifikant zu einer lokal erhöhten Immissionsbelastung beitragen. Dieser Beitrag wird umso deutlicher, je schlechter der Luftaustausch im dortigen Gebiet ist.

 

Welche Grenzwerte gibt es für mobile Maschinen?

Basierend auf der europäischen Vorgabe der Richtlinie 97/68/EG enthält die 28. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) Emissionsanforderungen für mobile Maschinen bis zur Abgasstufe IV.  Die Anforderungen begrenzen den Ausstoß von Stickoxiden (NOx), Kohlenwasserstoffen (HC), Partikel und Kohlenstoffmonoxid (CO).

Am 01. Januar 2017 trat die EU-Verordnung (EU) 2016/1628 in Kraft. Im Unterschied zur EU-Richtlinie  muss sie nicht in nationales Recht umgesetzt werden sondern gilt direkt in den Mitgliedstaaten. Sie enthält Emissionsanforderungen, die mobile Maschinen künftig für die Abgasstufe V ebenfalls für die o.g. Schadstoffe einhalten müssen. Darüber hinaus enthält die Verordnung weitreichende Verpflichtungen für die zuständigen Behörden der Mitgliedstaaten, Pflichten für Hersteller und deren Bevollmächtigten sowie für Importeure und Händler. Grundsätzlich sind die Abgasstufen (Stufe I, II, IIIA, IIIB, IV, V) abhängig von der Leistung der Maschine, der Zündungsart, den entsprechenden Einführungszeiten und zum Teil von der Drehzahl. Die neuste Abgasstufe V, für die je nach Motorenklasse Grenzwerte ab 1.1.2018, 1.1.2019 und 1.1.2020 festgelegt wurden, wird zusätzlich nach Motorenklassen und Unterklassen unterscheiden.

Eine Übersicht über geltende Emissionsgrenzwerte bis Stufe IV stellt das Umweltbundesamt bereit.

 

Wann darf eine mobile Maschine in den Verkehr gebracht werden?

Die Hersteller von mobilen Maschinen müssen sicherstellen, dass ihre Motoren die geltenden Emissionsgrenzwerte einhalten. Wenn die Einhaltung der Grenzwerte im Typgenehmigungsverfahren nachgewiesen werden konnte,  erhalten die Maschinen die für das Inverkehrbringen notwendige EU-Typengenehmigung.

Beispiel für eine Typgenehmigungsnummer auf einer mobilen Maschine
Die Typengenehmigung wird von der zuständigen Genehmigungsbehörde – in Deutschland ist dies das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) – erteilt.

Genehmigte Maschinen erhalten eine Typgenehmigungsnummer, welche durch den Hersteller dauerhaft und sichtbar auf den Motor aufgebracht werden muss.

 

Wie wird sichergestellt, dass die Grenzwerte eingehalten werden?

Neben der Genehmigung von mobilen Maschinen ist die Marktüberwachung ein Instrument um sicherzustellen, dass ausschließlich mobile Maschinen mit bestehender Typgenehmigung vertrieben werden. Bei der Marktüberwachung werden durch die zuständige Marktüberwachungsbehörde – in Hamburg ist dies die Behörde für Umwelt und Energie – anhand von Stichproben bestimmte Merkmale der Maschinen überprüft. Die Überwachung kann dabei reaktiv, d.h. ausgelöst durch eine Anzeige, Beschwerde oder Information, oder anlassunabhängig  mit einer bestimmten Zielrichtung der Marktüberwachungsbehörden durchgeführt werden. Dabei können die Marktüberwachungsbehörden die Merkmale der Maschinen anhand einer formalen Überprüfung der Unterlagen, aber auch durch physische Überprüfungen und Analysen im Labor durchführen.

Von den Ländern wurde unter Beteiligung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit ein Marktüberwachungskonzept entwickelt, welches eine bundesweit einheitliche Arbeitsgrundlage für die Marktüberwachung darstellt. Darüber hinaus vereinbaren die Länder in regelmäßigen Abständen die Schwerpunkte der Marktüberwachung in einem konkretisierenden Marktüberwachungsprogramm. Schwerpunkte der aktiven Marktüberwachung im Jahr 2016 waren handgehaltene Maschinen und Produkte, Baumaschinen, sowie Lokomotiven.

Was unternimmt Hamburg, damit die Luft weniger durch mobile Maschinen belastet wird?

Im Januar 2016 wurde der „Leitfaden für umweltverträgliche Beschaffung der Freien und Hansestadt Hamburg“ (Umweltleitfaden) eingeführt. Der Umweltleitfaden ist für alle Beschaffungen der FHH verbindlich, die nach der Vergabe- und Vertragsordnung für Leistungen (VOL/A) durchzuführen sind.

Mit den darin formulierten speziellen Emissionsanforderungen und der damit verbundenen beschleunigten Flottenmodernisierung wird die Stadt ihrer Vorbildfunktion gerecht. So sollen neu angeschaffte mobile Maschinen der Leistungsklasse 37 kW bis 560 kW mindestens der Abgasstufe IIIB entsprechen oder mit Partikelminderungssystemen ausgestattet sein.

Darüber hinaus werden seit Oktober 2016 bei der Vergabe von Bauleistungen verschärfte Anforderungen an den Schadstoffausstoß von dieselbetriebenen Baumaschinen gestellt. Die hierfür durchgeführten Änderungen im Bauhandbuch verlangen nun die Einhaltung der Emissionsgrenzwerte nach der Richtlinie 97/68/EG und eine nach Motorenleistung differenziertere Betrachtung der eingesetzten Maschinen je Leistungsklasse.

 

Jeder kann seinen Beitrag zur Luftreinhaltung leisten!

Für eine kurzfristige Senkung der Emissionen mobiler Maschinen, insbesondere in stark belasteten Gebieten, sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich. Die wirkungsvollste Maßnahme, um die Schadstoffemissionen von mobilen Maschinen zu reduzieren, ist der Verzicht auf den Einsatz von Maschinen mit Verbrennungsmotor. Elektrisch- oder batteriebetriebene Maschinen stellen hierzu oft eine gute Alternative dar.

 Sollte der Einsatz dieser Maschinen und Geräte im Einzelfall nicht möglich sein, führt der Einsatz von modernen mobilen Maschinen mit der jeweils höchsten Abgasstufe zu geringen Schadstoffemissionen. Hierzu zählen mobile Maschine mit der Emissionsstufe IIIB oder besser. Die Abgasstufe einer mobilen Maschine kann der technischen Dokumentation der jeweiligen Maschine entnommen oder bei dem jeweiligen Hersteller erfragt werden.

 

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Rückfragen

Behörde für Umwelt und Energie
Pressestelle – Jan Dube
Telefon: (040) 428 40 – 8006

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Institut für Hygiene und Umwelt