Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Marpol-Schiffsentsorgung Brennstoffrückstände (Sludge) - MARPOL I

Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Brennstoffrückstände (Sludge) - MARPOL I

Die Anforderungen an die Antriebsanlagen großer und schneller Seeschiffe, besonders im Containerverkehr, erreichen die Grenzen der heutigen technischen Möglichkeiten.

Seeschiffe in der Größenordnung von ca. 55.000 BRZ (Bruttoraumzahl) verfügen über eine Antriebsleistung von rund 40.000 kW (Kilowatt) und brauchen in Fahrt täglich 100 Tonnen Brennstoff. Der Brennstoff für die heute allgemein üblichen Dieselmotorenanlagen ist Schweröl (Heavy Fuel Oil), auch genannt Bunker-C-Öl. Schweröl ist ein Rückstandsprodukt aus dem Raffinationsprozess der Mineralölindustrie und ist preiswerter als Rohöl.

Das Umweltbundesamt beurteilt die Verwendung von Schwerölen in der Seeschifffahrt wie folgt: "Für die Mineralölindustrie ist der Absatz minderwertiger, schwefelreicher und hochviskoser Rückstandsöle aus der Mineralölverarbeitung ein kostengünstiger und bequemer Entsorgungspfad zu Lasten der Umwelt."

Schweröl ist bei Umgebungstemperatur nicht pumpfähig und muss bereits in den Bunkertanks aufgeheizt werden, um weiter aufbereitet werden zu können.

Die heute in der Schifffahrt handelsüblichen Schwerölqualitäten enthalten unerwünschte Bestandteile, die zu Problemen im Kraftstoffversorgungssystem und in einigen Fällen zu erheblichen Störungen und Reparaturen an Motoren und ihren Systemen führten. Diese unerwünschten Bestandteile werden durch Separatoren und Filter aus dem Schweröl entfernt und fallen als Ölschlamm (Sludge) in der Größenordnung von 1 - 2 Prozent, bezogen auf die verbrauchte Brennstoffmenge, an.

Bei einem globalen Verbrauch an Schweröl durch die Schifffahrt von jährlich etwa 125 Millionen Tonnen (1994) beträgt die dabei entstehende Menge an Ölschlamm geschätzt 2,5 Millionen Tonnen. Der Ölschlamm ist in Sludgetanks zu sammeln und muss im Hafen entsorgt werden oder kann an Bord in dafür geeigneten Verbrennungsanlagen auf See verbrannt werden.

Das Einleiten von Ölschlamm ins Meer ist seit dem Inkrafttreten des MARPOL-Übereinkommen verboten. Trotzdem wurde im Jahre 2000 bei Untersuchungen verölter Seevögel an der deutschen Nordseeküste festgestellt, dass 91 Prozent der Ölverunreinigungen aus den Rückstandsölen (Sludge) der Seeschifffahrt stammen (Seevögel, Zeitschrift Verein Jordsand, Hamburg 2000 / Band 21, Heft 1).

Themenübersicht auf hamburg.de

Anzeige
Branchenbuch