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Nicht alle Pünktchen bringen Glück Was Sie über Masern wissen sollten

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Eine Masern-Infektion ist – anders als vielfach angenommen – keine harmlose Krankheit. Hier erfahren Sie, was Sie unbedingt über Masern wissen sollten!

Junge mit Punkten im Gesicht

Was Sie über Masern wissen sollten

Kapitelübersicht

Wie verläuft eine Masern-Erkrankung?

Masern beginnen in der Regel mit Fieber, Bindehautentzündung, Schnupfen, Husten und Kopfschmerzen, begleitet von weißen bis blau-weißen Flecken an der Mundschleimhaut.

Am zweiten bis vierten Tag nach Auftreten dieser ersten Symptome steigt das Fieber weiter an und es bildet sich der für die Masern typische Hautausschlag aus mit bräunlich-rosafarbenen Flecken, die im Gesicht und hinter den Ohren beginnen und sich danach am ganzen Körper ausbreiten. Der Ausschlag bleibt ca. drei bis vier Tage bestehen und klingt dann, meist mit begleitender Schuppung, ab. Das Fieber sinkt in der Regel ab dem fünften bi achten Krankheitstag. Neben diesen typischen Symptomen können als Komplikationen der Masern-Erkrankung zusätzlich Durchfall, Mittelohrentzündung und Lungenentzündung auftreten.

Bei Personen, die aus verschiedenen Gründen nur über eine Teilimmunität verfügen (zum Beispiel in den ersten Tagen nach einer Impfung) können die Symptome schwächer ausfallen.

Eine Masern-Erkrankung hinterlässt eine lebenslange Immunität, das heißt man ist lebenslang vor einer erneuten Masern-Erkrankung geschützt.

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Wie ansteckend sind Masern und wie steckt man sich an?

Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionen des Menschen. Sie führen bereits nach kurzem Kontakt mit Erkrankten zu einer Infektion. Die höchste Ansteckungsgefahr besteht in der Anfangsphase der Erkrankung, in der meist nur unspezifische Symptome wie Fieber, Schnupfen, Husten oder eine Bindehautentzündung vorliegen. Nahezu alle Infizierten erkranken.

Die Viren werden in der Regel durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen oder seltener auch aerogen über Tröpfchenkerne (Sprechen, Husten, Niesen) sowie durch Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen übertragen.

Ein direkter Kontakt ist nicht für die Übertragung der Masern erforderlich. Masernviren wurden noch nach zwei Stunden in der Luft eines Raumes nachgewiesen, in dem sich ein an Masern Erkrankter aufgehalten hatte. Es wurden auch Ansteckungen von Personen beschrieben, die sich in den gleichen Räumen aufgehalten hatten wie ein an Masern Erkrankter, ohne dass ein direkter Kontakt stattgefunden hatte.

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Für wen sind Masern-Infektionen besonders gefährlich?

Das Risiko schwerwiegender Komplikationen ist bei Kindern unter fünf Jahren und Erwachsenen über 20 Jahren am höchsten. Besonders schwer und bisweilen tödlich können die Masern bei Patienten mit einer angeborenen oder erworbenen Immunschwäche verlaufen.

Auch schwangere Frauen haben ein erhöhtes Risiko, Komplikationen im Rahmen einer akuten Masern-Erkrankung zu erleiden. Eine Masern-Infektion ist damit – anders als vielfach angenommen – keine harmlose Krankheit.

Säuglinge können frühestens im Alter von neun Monaten geimpft werden, also erst einige Monate nachdem ihr natürlicher Immunschutz nachgelassen hat. Sie sind daher – genauso wie Menschen, bei denen eine Masern-Impfung kontraindiziert ist – darauf angewiesen, dass alle Menschen in ihrer Umgebung geimpft sind und sie durch den sogenannten Herdeneffekt geschützt sind.

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Welche Risiken und Komplikationen gehen mit einer Masern-Erkrankung einher?

Die häufigsten Komplikationen einer Masern-Erkrankung sind (bakterielle) Mittelohrentzündungen (bei sieben bis neun Prozent der an Masern Erkrankten), Durchfälle (acht Prozent) und Lungenentzündungen (ein bis sechs Prozent).

Sehr viel seltener können Komplikationen wie eine Gehirnentzündung oder die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) auftreten. Die Gehirnentzündung tritt in etwa bei 1 von 1.000 erkrankten Personen vier bis sieben Tage nach Auftreten des Masern-Hautausschlages auf. Die SSPE tritt durchschnittlich erst sechs bis acht Jahre nach der Infektion auf und verläuft immer tödlich. Es kommt durchschnittlich zu vier bis elf SSPE-Fällen pro 100.000 Masern-Erkrankungen. Kinder, die mit unter fünf Jahren an Masern erkranken, haben ein deutlich höheres SSPE-Erkrankungsrisiko. Auch in Deutschland sterben laut Todesursachenstatistik jährlich etwa drei bis sieben Personen aufgrund der Masern.

Durch eine Masern-Infektion kann das Immunsystem langanhaltend (bis zu einem Jahr oder sogar länger) geschwächt sein. In dieser Zeit besteht eine erhöhte Gefahr für weitere Infektionen.

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Die Impfung gegen Masern

Die Impfung gegen Masern bietet den wirksamsten Schutz gegen eine Erkrankung. Damit sich Masern in Deutschland nicht mehr ausbreiten können, müssen 95 Prozent der Bevölkerung über einen ausreichenden Schutz vor Masern verfügen (erste und zweite Masernimpfung). Dann sind auch diejenigen geschützt, die sich nicht gegen Masern impfen lassen können. Die WHO und auch die STIKO (Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut) empfehlen daher dringend, sich gegen Masern impfen zu lassen.

Seit dem 1. März 2020 gilt in Deutschland zudem das Masernschutzgesetz. Alle nach 1970 geborenen Personen, die in einer Gemeinschaftseinrichtung betreut werden oder tätig sind, müssen einen Impfschutz nachweisen.

Bei Kindern werden zwei Impfungen empfohlen, um gegen Masern immun zu werden, und zwar im Alter von elf Monaten sowie im Alter von 15 bis 23 Monaten. Bei Erwachsenen reicht eine einmalige Impfung aus.

Die Impfung gegen Masern wird in Deutschland in der Regel mit einem dreifach-Kombinationsimpfstoff (MMR) verabreicht, der auch gegen Röteln und Mumps schützt.

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Ist die Impfung gegen die Masern gefährlich?

Nein. Die Masern-Impfung, die gleichzeitig auch gegen Mumps und die Röteln schützt, ist sehr gut verträglich. Teilweise geht die Impfung mit leichten Nebenwirkungen einher (Rötung, Schwellungen oder Schmerzen an der Impfstelle), schwerwiegende Nebenwirkungen sind sehr selten.

Dennoch wird teilweise befürchtet, dass die Impfung unwirksam oder schädlich sei. Auf den Internetseiten des Robert Koch-Instituts finden Sie dazu viele Informationen sowie Antworten auf die häufigsten Einwände gegen das Impfen. Diese Informationen helfen, Behauptungen gegen das Impfen einzuordnen und sich vom Nutzen des Impfens selbst ein Bild zu machen.

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Wann können Sie sich impfen lassen?

Leichte Infekte mit Fieber unter 38,5 Grad Celsius sprechen nicht grundsätzlich gegen eine Impfung. Ebenso wenig wie chronische Erkrankungen oder die Behandlung mit Antibiotika. In einigen Situationen sollten Sie die Impfung jedoch auf einen späteren Zeitpunkt verschieben, wie zum Beispiel bei akut behandlungsbedürftigen Erkrankungen oder während der Schwangerschaft. Sprechen Sie hierzu Ihren Arzt oder ihre Ärztin an und holen sich dort Rat.

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Haben Sie noch Fragen?

Sie können sich jederzeit an Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin wenden. Ebenso stehen Ihnen die Fachämter Gesundheit der Bezirke sowie das Impfzentrum Hamburg für weitere Beratungen zur Verfügung. Alle Adressen sind im Impf-Flyer der Bezirke (PDF, 330 KB) enthalten.

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