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Traditionelles Festmahl Tschentscher: Fragen von Frieden und Sicherheit gehören in die Mitte unserer Gesellschaft

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Bundesaußenminister Heiko Maas und der Stellvertretende NATO-Generalsekretär Mircea Geoană waren am Freitag Abend die Ehrengäste beim traditionellen Matthiae-Mahl im Hamburger Rathaus. Die beiden Gäste waren der Einladung von Hamburgs Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher gefolgt. Im Mittelpunkt des Festmahls standen die Themen Sicherheit und Frieden.

Matthiae Mahl 2020: Infos & Bilder

Bürgermeister Peter Tschentscher empfing die beiden Ehrengäste traditionell im Rathaus auf dem sogenannten Spiegel. Danach trugen sich der Bundesaußenminister und der Stellvertretende NATO-Generalsekretär in das Goldene Buch der Stadt ein. Das eigentliche Festmahl begann dann mit dem Einzug der Ehrengäste an den Haupttisch und dem Einmarsch der rund 80 Kellnerinnen und Kellner.

Internationale Zusammenarbeit ist Grundlage für gute Entwicklungen

In seiner Begrüßungsrede hob Bürgermeister Peter Tschentscher die Rolle der NATO für den Frieden in Europa hervor. Sie habe nach dem Zweiten Weltkrieg maßgeblich zu Frieden und Sicherheit in der Welt beigetragen. "Erreichen lässt sich dies am besten nicht allein durch militärische Kraft, sondern vor allem durch ein gutes Verständnis der Lage und der Interessen der anderen", sagte Tschentscher.

Der Grundgedanke der NATO ähnle dem Prinzip der Hanse. „Gemeinsam sind wir stärker“ - diese Erkenntnis habe Mitte des 12. Jahrhunderts dazu geführt, dass sich Kaufleute aus Hamburg, Lübeck und Bremen auf ihren Handelsfahrten in der Nord- und Ostsee zusammenschlossen, um ihre Handelsschiffe auf See gemeinsam gegen Angriffe zu schützen. "Hamburg hat als Mitglied der Hanse früh gelernt, die Interessen anderer zu kennen und zu verstehen und auf diesem Hintergrund Verständigungen zu suchen", betonte Tschentscher. "Im Sinne unserer Jahrhunderte alten Tradition und als weltoffene Metropole setzen wir uns mit unseren Partnern in der Welt ganz praktisch für eine gute internationale Zusammenarbeit ein." Nicht umsonst sei Hamburg mit rund 100 konsularischen Vertretungen einer der größten Konsularstandorte weltweit. 

Tschentscher ist davon überzeugt, dass Deutschland seinen Beitrag in der NATO für Frieden und Sicherheit leisten müsse. Die Stadt Hamburg trage ihren Teil dazu aktiv bei. Der Bürgermeister erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass die Hansestadt regelmäßig Austragungsort internationaler Konferenzen sei. Als Beispiel nannte er die NATO-Konferenz „Sea Surveillance Cooperation Baltic Sea“. Darüber hinaus sei die Stadt ein wichtiger Standort für die internationale Friedensforschung. "Fragen von Frieden und Sicherheit gehören in die Mitte unserer Gesellschaft", sagte der Bürgermeister.

Eine gute internationale Zusammenarbeit ist für Hamburg seit der Zeit der Hanse die Grundlage für eine gute Entwicklung von Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Dies sei vor allem bei den wichtigen Zukunftsthemen wie Klimaschutz wichtig, denen weltweit nur gemeinsam begegnet werden könne. "Dafür brauchen wir Frieden und Stabilität in der Welt, wir brauchen Verständnis, Engagement und vor allem Zuversicht", schloss Bürgermeister Tschentscher.

Geoană: Solidarität macht uns stark

Der zweite Ehrengast des Abends, der Stellvertretende NATO-Generalsekretär Mircea Geoană, war kurzfristig eingesprungen. NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg musste seine Teilnahme wegen eines Sondertreffens der NATO zu Syrien absagen. Er wurde von Geoană vertreten.

Mircea Geoană hob während seiner Rede die Bedeutung des Bündnisses für die Sicherheit seiner Mitgliedsstaaten hervor. Reichtum und Frieden seien nur möglich, wenn es Sicherheit gebe. Der Zusammenschluss vieler Staaten in der NATO garantiere den Frieden. In diesem Zusammenhang erinnerte Geoană an die Hanse: So wie die Schiffe der Hanse früher gemeinsam segelten, um sich zu verteidigen, so sei auch die NATO sehr gut aufgestellt, um die Mitgliedsstaaten zu schützen. "Solidarität macht uns stark", sagte der Stellvertretende Generalsekretär. 

Ein Tempel der Freiheit - dies sei das Hamburger Rathaus. Die nachfolgenden Generationen müssten in der gleichen Freiheit leben können wie die Generation heute. Dafür stehe die NATO. Denn die Stärke der Gemeinschaft sei ein Garant für Sicherheit und Frieden. Dies gelte heute genau so wie zur Zeit der Hanse, schloss Geoană.

400 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur

Rund 400 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur waren auch in diesem wieder der Einladung des Senats gefolgt. Dazu zählen neben den Senatorinnen und Senatoren auch die Ehrenbürgerinnen und Ehrenbürger der Stadt, Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit sowie die Fraktionsvorsitzenden der Bürgerschaft. Das Vier-Gänge-Menü blieb bis kurz vor Beginn des Festmahls ein gut gehütetes Geheimnis.

Hintergrund

Der Name des historischen Ehrenmahls bezieht sich auf das Datum, an dem es traditionell stattfindet. Der Matthias-Tag am 24. Februar galt im Mittelalter als Frühlingsbeginn und Auftakt des Geschäftsjahres. Es entwickelte sich zu einem Brauch, "Vertreter der Hamburg freundlich gesonnenen Mächte" am Matthias-Tag zu einem Festmahl einzuladen. Seit 1356 feiern die Hamburger mit ihren Gästen dieses Mahl. Es ist damit das weltweit älteste heute noch begangene Festmahl.

Beim Matthiae-Mahl 2019 waren der Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland, Frank-Walter Steinmeier, sowie der Präsident der Republik Lettland, Raimonds Vējonis die Ehrengäste des Matthiae Mahls.


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