18. Februar 2011 Matthiae-Mahlzeit im Zeichen der Umwelthauptstadt

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Hamburg ist Umwelthauptstadt Europas 2011. Deshalb lag es nahe, die Umwelthauptstadt zum Thema der Matthiae-Mahlzeit 2011 zu machen. Dazu passten auch die Ehrengäste: Die dänische Umwelt- und Energieministerin Dr. Lykke Friis und Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Rund 400 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft nahmen an dem ältesten Festmahl der Welt im Großen Festsaal des Rathauses teil.

Matthiae-Mahlzeit 2011 im Hamburger Rathaus

Gegen 19:10 Uhr begrüßte Hamburgs Erster Bürgermeister Christoph Ahlhaus zunächst Bundesumweltminister Norbert Röttgen und seine Ehefrau Ebba Erfs-Röttgen auf der Senatstreppe. Die protokollarischen Regeln reichen bis in das 13. Jahrhundert zurück. Sie schreiben Hamburgs Bürgermeister vor, seine Ehrengäste am oberen Absatz der Senatstreppe, dem sogenannten "Spiegel", zu empfangen. 

Kurz darauf konnte der Bürgermeister die dänische Umweltministerin Dr. Lykke Fries und ihren Ehemann Peter Warming auf dem Spiegel begrüßen. Nach einem Gespräch der Ehrengäste mit Christoph Ahlhaus im Bürgermeisteramtszimmer, trugen sich Friis und Röttgen im Phönixsaal ins Goldene Buch der Stadt Hamburg ein.

Um 20 Uhr begann die traditionelle Matthiae-Mahlzeit mit "Törtchen von heimischen Flusskrebsen" als Vorspeise. Das Matthiae-Mahl ist jedoch nicht nur ein festliches Essen, sondern steht auch unter einem politischen Thema, das die Auswahl der Ehrengäste und die Inhalte der Reden bestimmt. "Hamburg - Europäische Umwelthauptstadt 2011" hieß es in diesem Jahr.

Ahlhaus: Hamburg wird "GreenTech Valley"

Bürgermeister Christoph Ahlhaus ging in seiner Rede auf den von der EU-Kommission verliehenen Titel "Umwelthauptstadt" ein und betonte die wirtschaftlichen Chancen, die Hamburg als Anbieter neuer Technologien für Umwelt und Klimaschutz habe. "Wie schaffen ein umweltfreundliches Klima in Hamburg, ein unternehmensfreundliches Umfeld, das die Ansiedlung von GreenTech-Firmen bei uns konzentriert, die Entwicklung zukunftsträchtiger, sauberer Technologien fördert und dadurch Arbeitsplätze sichert", sagte der Bürgermeister.

Ahlhaus kündigte die Gründung eines "Steuerungskreises GreenTech" aus Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft an. Er solle einen Masterplan "Hamburg 2025 - GreenTech Valley in Deutschland" erarbeiten.

Gewandt an den dänischen Ehrengast wies Hamburgs Bürgermeister auf die enge Zusammenarbeit der Stadt und Dänemarks für die Ostsee-Region hin. Die feste Fehmarnbelt-Querung sei nicht nur ein Schlüsselprojekt für den Ostseeraum, sondern auch für Hamburg. Ahlhaus sprach direkt Ministerin Friis an, die wie die gesamte dänische Politik die Fehmarnbelt-Querung als Tunnel befürwortet: "Hamburg wird seine Bremsen lösen und gemeinsam mit Dänemark für die Realisierung dieses Projekts kämpfen."

Röttgen: Weniger verbrauchen

Nach dem Zwischengang "Pot au Feu vom Tafelspitz" sprach Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Er wies auf die immer knapper und damit immer teurer werdenden Ressourcen hin. "Für die Zukunft gilt: Wer weniger verbraucht, gewinnt den Wettbewerb", sagte der Minister. Bis 2020 wolle Deutschland die CO2-Emissionen um 40 Prozent reduzieren.

Friis: Windpark Symbol für das deutsch-dänische Verhältnis

Die dänische Umweltministerin Dr. Lykke Fries trägt sich vor der Matthiae-Mahlzeit ins Goldene Buch der Freien und Hansestadt Hamburg ein. Die dänische Umweltministerin Dr. Lykke Fries trägt sich vor der Matthiae-Mahlzeit ins Goldene Buch der Freien und Hansestadt Hamburg ein.

"Nüsschen vom heimischen Rothirsch" - nach dem Hauptgang sprach die dänische Energie- und Umweltminister Dr. Lykke Friis, die auch Ministerin für Gleichstellung ihres Landes ist. Friis wies auf die Abhängigkeit von ausländischen Öl, Gas- und Kohlelieferanten hin. Das Ziel der dänischen Regierung sei, bis spätesten 2050 unabhängig von fossilen Energieträgern zu werden. Ein Symbol für das gute deutsch-dänische Verhältnis sei der Offshore Windpark, den beide Länder gemeinsam betreiben wollen und der Strom sowohl ins dänische als auch ins deutsche Netz einspeisen wird.

Die von Bürgermeister Ahlhaus zugesicherte Unterstützung Hamburgs für die Fehmarnbelt-Querung nahm die dänische Ministerin freudig auf. "Der Fehmarntunnel bedeutet, dass wir eine Powerregion für grüne Energie werden können mit vielen Showcases und neuen Arbeitsplätzen", sagte Friis. "Die grüne Verbindung" - das sei ihr Vorschlag für den Namen des Tunnels. Friis wurde auch ganz praktisch, was die neuen Möglichkeiten nach dem Bau der Querung angeht: "Wir Kopenhagener können uns auf auf einen Abend in der neuen Elbphilharmonie freuen".

Die Baustelle der Elbphilharmonie hatte die Ministerin am Nachmittag besucht und sich Hamburgs neues Wahrzeichen von Oberbaudirektor Jörn Walter und dem ReGe-Chef Heribert Leutner erklären lassen.

Kulinarisch klang die Matthiae-Mahlzeit 2011 mit Schokoladen- und Mokka-Mousse als Nachspeise aus.

Die Matthiae-Mahlzeit: Das älteste Festmahl der Welt

Die Matthiae-Mahlzeit ist seit 1356 historisch belegt und damit das älteste noch begangene Festmahl der Welt. Die traditionellen Elemente werden noch heute zelebriert. So wird zum Beispiel jedes Jahr der wohl gehütete Silberschatz des Rathauses geöffnet. Seine Tafelaufsätze und Schalen zieren die langen, festlich gedeckten Tische. Herausragendes Stück dieses Schatzes ist ein stattlicher Pokal, ein Geschenk von König Edward VII. von England aus dem Jahre 1904.

Der Name des historischen Ehrenmahls bezieht sich übrigens auf das Datum, an dem es traditionell stattfindet. Der Matthias-Tag am 24. Februar galt im Mittelalter als Frühlingsbeginn und Auftakt des Geschäftsjahres. Die Senatoren erhielten ihre neuen Aufgaben und wählten den Ersten Bürgermeister. In diesem Jahr passt die Matthiae-Mahlzeit zur alten Tradition: Zwei Tage nach dem Mahl wählen die Hamburgerinnen und Hamburger die Bürgerschaft neu - und damit indirekt auch den Bürgermeister.

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