Senatskanzlei

Mediendialog Hamburg 2013 Mediendialog Hamburg

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz hat während des "Mediendialog Hamburg 2013" am Dienstag Abend, 28. Mai 2013, im Hamburger Rathaus dafür plädiert, die Chancen des digitalen Wandels zu nutzen. Fortschritt durch Technik sei möglich, aber er komme nicht von selbst: "Wir alle werden nicht bloß einiges besser, sondern auch vieles anders machen müssen, wenn wir den Kern dessen erhalten wollen, was unsere heutige vielfältige und hochwertige Medienwelt ausmacht."

Mediendialog Hamburg

Politik und Medienwirtschaft trügen gemeinsam Verantwortung für eine gelingende und lebendige demokratische Öffentlichkeit: "Wir wollen den Journalismus als Beruf erhalten, weil nur er die demokratische Öffentlichkeit sichern kann, auf die unser Gemeinwesen angewiesen ist.", sagte Scholz weiter. Die Gesellschaft brauche eine "Medien- und Kreativwirtschaft, die auch künftig qualitativ hochwertige journalistische, kreative und künstlerische Inhalte produziert", sagte Hamburgs Erster Bürgermeister. "Wir wollen, dass mit Medien auch künftig Geld verdient werden kann."

Scholz wies darauf hin, dass eine Vielzahl von technischen Innovationen Medienproduktion und Mediennutzung immer schneller verändere. Die Märkte von Inhalte-Unternehmen und Infrastrukturanbietern seien nicht länger getrennt. Um die Fortschritte zu nutzen, die der technische Wandel bietet, müssten sich alle Akteure daher auf gemeinsame Ziele und Spielregeln für einen fairen Interessenausgleich verständigen. Scholz warb gleichzeitig für einen Grundkonsens in der Medienpolitik. "Er ist nicht technisch, sondern gesellschaftlich zu bestimmen. Er bemisst sich nicht am Erfolg einzelner Geschäftsmodelle, sondern am Gelingen der digitalen Gesellschaft und ihrer Öffentlichkeit."

Im operativen Geschäft und im Zuge des Zusammenwachsens von Tech- und Content-Unternehmen erhöhe sich neben der Konkurrenz auch das gegenseitige Verständnis: "Früher haben Kreative sich etwas ausgedacht und dann die EDV beauftragt, es zum Funktionieren zu bringen. Oder die EDV-Leute haben etwas programmiert und haben dann die Kreativen gebeten, es hübsch zu machen", sagte Scholz – diese Zeiten seien vorbei. "Heute arbeiten interdisziplinäre Teams zusammen an neuen Produkten und Applikationen." Diese Kooperation brauche es auch zwischen Inhalte-Anbietern und Technologie-Unternehmen insgesamt, um neue Wertschöpfung zu ermöglichen: Es gehe im Kooperation statt Konfrontation, so Scholz, "damit am Ende nicht Verdrängung, sondern Vielfalt das Markenzeichen der digitalen Medienwelt wird."

Dafür müsse auch Medienpolitik fundamental anders als Media Governance konzipiert werden, sagte der Erste Bürgermeister: "Dazu gehört eine Rechtsordnung, die offener und liberaler ist als die bisherige und die das oft geforderte same level playing field ermöglicht.  Dazu gehört ein Staat, der zuhören, moderieren und entscheiden kann. Und dazu gehören Marktteilnehmer und Verbände, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und sich als Teil des komplexen Ökosystems der digitalen Wirtschaft und Gesellschaft begreifen." In dieser Media Governance müsse sich die Rundfunkkommission der Länder zur Medienkommission weiterentwickeln und den Anspruch entwickeln, einen Medienstaatsvertrag zu schreiben, der "eine umfassende Medienordnung auf der Höhe der digitalen Zeit" beschreibe. 

Mit welchen sprunghaften Veränderungen der Technik die Gesellschaft zu rechnen hat, präsentierte Salim Ismail, Internet-Vordenker von der Singularity University aus den USA. In zehn Jahren werde es auf der Erde 50 Milliarden internetfähige Geräte geben, deren Funktionen und Nutzung die heutige Medienwelt radikal verändern werde.

Der Senat veranstaltet den Mediendialog Hamburg in Kooperation mit Partnern aus der Medienwirtschaft. In diesem Jahr stand er unter dem Motto "Medienwandel gestalten: Technische Innovationen und Media Governance". Der Mediendialog bringt einmal im Jahr Verantwortliche aus allen Medien- und Kommunikationsbranchen zusammen, um aktuelle medienpolitische Themen zu erörtern.

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