Absicherung beim Immobilienkauf Hauskauf für Unverheiratete

Ob Haus oder Eigentumswohnung, viele Paare möchten sich den Traum von den eigenen vier Wänden erfüllen. Doch wie sieht es rechtlich aus, wenn man nicht verheiratet oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft ist - und was passiert bei einer Trennung mit der Immobilie oder dem Kredit? 

Graffiti mit Liebespaar an Hauswand

Immobilienkauf Partnerschaft Hamburg

 

Auf was unverheiratete Paare achten müssen

Im Gegensatz zu verheirateten Ehepartnern gelten bei Paaren, die ohne Trauschein zusammenleben, keine oder nur begrenzte gesetzliche Regelungen über Unterhaltszahlung, Vermögensaufteilung und Erbberechtigung. Trennt man sich oder stirbt ein Partner, sind die rechtlichen Ansprüche des Anderen nicht klar definiert. Dies macht sich insbesondere bemerkbar, wenn das Paar gemeinsam ein Haus gebaut oder eine Eigentumswohnung erworben hat. Im schlimmsten Fall geht ein Partner nach dem Beziehungsende leer aus und bleibt außerdem auf einem Schuldenberg sitzen. Deswegen sollten Sie vor einem Immobilienerwerb entsprechende Regelungen treffen. 

Klare Regelungen sind wichtig 

Eine klare Regelung ist insbesondere dann wichtig, wenn ein Paar auf einem Grundstück der Eltern eines der beiden Partner bauen möchte. Kommt es zu einer Trennung, verbleibt die Immobilie beim Grundstückseigentümer, denn die Eigentumsrechte liegen bei der Person, die auch im Grundbuch eingetragen ist; daran ändert sich auch nichts, wenn der Partner etwa beim Bau mitgearbeitet hat oder das Darlehen auf seinen Namen läuft. Deshalb sollten beide Partner darauf achten, im Grundbuch zu stehen. Dabei ist eine anteilige Aufteilung nach Bruchteilen üblich, aus denen sich die Rechte an der Immobilie ableiten.

Welche Verträge helfen?

Ein Partnerschaftsvertrag bietet Rechtssicherheit und kann die Rechte und Pflichten beider Parteien im Fall einer Trennung klar und verbindlich regeln. Er kann unter anderem auch Verpflichtungen bei der Finanzierung oder Unterhaltszahlungen festlegen. Wenn Sie keinen umfassenden Partnerschaftsvertrag über sämtliche Bereiche (bei Tod oder Trennung) verfassen möchten, sollten Sie zumindest für die gemeinsam erworbenen vier Wände eine vertragliche Vereinbarung treffen. Darin könnten beide Partner beispielsweise festlegen, in welcher Höhe beide bei einer Trennung entschädigt werden.
Mit einem gesonderten Erbvertrag können sich die beiden Partner gegenseitig als Erben einsetzen. Ohne diese Regelung greift nämlich die gesetzliche Erbfolge. Was viele zudem nicht wissen: Für Paare, die nicht verheiratet sind oder in einer eingetragenen Partnerschaft leben, gelten bei einer Erbschaft niedrigere Steuerfreibeträge. 

 Wird die Ehe ohne Trauschein durch Heirat abgelöst, so ist in diesem Fall eine vertragliche Regelung für die Phase vor der Heirat sinnvoll. Bei einer eventuellen Scheidung wird nur der Teil des Vermögens aufgeteilt, der während der Ehe erworben wurde. Dagegen bleiben Leistungen unberücksichtigt, die beide Ehepartner vorher in die Gemeinschaft einbrachten. Hier kann ein Vertrag festlegen, dass auch die vor der Eheschließung erbrachten Vermögenszuwächse bei einer Scheidung in den Zugewinn-Ausgleich mit einbezogen werden.
Eine weitere Option bietet der Gesellschaftsvertrag; beide Partner können hierbei eine GbR gründen, die dann auch ins Grundbuch eingetragen werden kann.

Kredite und Baufinanzierung

In der Regel sollte das Paar ein gemeinsames Darlehen aufnehmen. Die Haftung ist somit gesamtschuldnerisch und unabhängig davon, wer letztendlich die Raten bezahlt. Bei einer Trennung haften beide Parteien.

Profitipp: Besprechen Sie alle vertraglichen Vereinbarungen unbedingt mit einem Steuerberater, Rechtsanwalt oder Notar und lassen Sie alles am Ende notariell beurkunden. Damit sind die Abmachungen später nicht anfechtbar und ein langwieriger und teurer „Rosenkrieg“ um die eigenen vier Wände bleibt Ihnen erspart.

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Der Weg zur Immobilie