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Benennung des Walter-Gutmann-Weges Ehrung für den Hammer Bürger und Opfer des Nationalsozialismus

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Auf Initiative der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte in Zusammenarbeit mit dem Stadteilarchiv Hamm hat der Hamburger Senat im Dezember 2022 die Benennung eines Weges zu Ehren und im Gedenken an Walter Gutmann im Stadtteil Hamburg-Hamm beschlossen. Heute erfolgte im Beisein des Kultursenators Carsten Brosda, des Hammer Bürgerschaftsabgeordneten Dirk Kienscherf und Bezirksamtsleiter Ralf Neubauer die offizielle Benennung mit einem kleinen Festakt.

Vier Personen stehen vor einem Schild mit einem Straßennamen v.l.n.r.: Ralf Neubauer, Dirk Kienscherf, Hildegard Thevs (Geschichtswerkstatt Hamm), Senator Carsten Brosda

Benennung des Walter-Gutmann-Weges

Walter Gutmann wurde 1893 als viertes Kind einer jüdischen Familie geboren. Gutmann absolvierte eine Ausbildung zum Kaufmann, unterbrach seine Tätigkeit, die er inzwischen in Bologna ausübte, jedoch mit Beginn des Ersten Weltkrieges, um nach Deutschland zurückzukehren und sich freiwillig für den Kriegsdienst zu melden. Nachdem er 1916 bei der Schlacht um Verdun in französische Gefangenschaft geriet, konnte er erst 1920 nach Hamburg zurückkehren. Nach verschiedenen Stadt- und Berufswechseln kehrte er zusammen mit seiner Ehefrau Else 1926 nach Hamburg zurück. In Gutmanns Geburtsstadt angekommen, bezog das Ehepaar eine Wohnung im Stadtteil Hamm im Horner Weg. Vom Krieg körperlich und seelisch gezeichnet, zerbrach seine Ehe und auch seine wirtschaftliche Lage verschlechterte sich rasant. Inzwischen waren nahezu alle Angehörigen ins Ausland emigriert oder verstorben, Gutmann hingegen wollte Deutschland nicht verlassen. Stattdessen beschäftigte er sich mit der Ideologie der Nationalsozialisten, um in heimlich angefertigten Flugschriften über das perfide System aufzuklären und an die Bevölkerung zu appellieren, Mitverantwortung zu übernehmen. Walter Gutmann wurde 1939 zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Im Dezember 1942 wurde er ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert, wo er am 28. Januar 1943 starb. 

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Mit Walter Gutmann ehren wir einen Hamburger Widerstandskämpfer, der sich mit den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gegen das nationalsozialistische Regime zur Wehr gesetzt hat. Mutig entschied er sich, in Deutschland zu bleiben, über den Nationalsozialismus aufzuklären und zum friedlichen Widerstand aufzurufen. Diesen Mut bezahlte er mit dem Leben. Es ist gut und richtig, dass der Bezirk Mitte entschieden hat, die Erinnerung an Walter Gutmann im Straßenbild präsent zu halten.“

Ralf Neubauer, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte: „Heute am 8. Mai jährt sich das Ende des 2. Weltkrieges und die Befreiung vom Nationalsozialismus. Leider hat Walter Gutmann dieses Ende nicht mehr miterleben können. Er hat sein Leben gegeben, weil er seine Mitmenschen wachrütteln wollte. Jedoch haben die meisten damals einfach die Augen verschlossen vor diesem ungeheuerlichen Unrecht. Auch deshalb erinnert die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte mit einer jährlichen Woche des Gedenkens unter dem Tenor „Geschichte geschieht nicht einfach, sie wird von uns gemacht!“ daran hinzuschauen, sich einzusetzen, damit sich so eine dunkle Zeit in der Geschichte nie wiederholen kann.“

Eine ausführliche Biographie des außergewöhnlich mutigen Hamburgers ist auch unter https://www.stolpersteine-hamburg.de/?&MAIN_ID=7&BIO_ID=2621 zu finden.

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