Skyline

Baustart Veloroutenausbau Ballindamm (Velorouten 5 und 6)

In exponierter Innenstadtlage startet der Umbau Ballindamm zum 7. Oktober 2019 im Rahmen des Bündnisses für den Radverkehr und mit Unterstützung des BID Ballindamm.

Isometrie Ballindamm

Veloroutenausbau Ballindamm (Velorouten 5 und 6)

Ziel ist es, dem besonders hohen Radverkehrsaufkommen auf diesem Schlüsselabschnitt zwischen der öst­lichen Alsterachse und dem Rathausmarkt komfortable und zügig befahrbare Radfahrstreifen in beiden Richtungen anzubieten und gleichzeitig dem hohen Fußverkehrsaufkommen Raum zu geben. Dazu werden die zirka ein Meter breiten und teilweise aufgebrochenen Radwege ausgebaut und der Kfz-Verkehr künftig auf zwei Fahrspuren geführt. Die Verkehrszahlen der letzten Jahre zeigen auf diesem Straßenabschnitt rückläufige Kfz-Mengen (zirka 19.000 Kfz pro Tag in 2014 auf zirka 13.500 Kfz pro Tag in 2017) bei gleichzeitig steigendem Radverkehr auf (knapp 1000 Radfahrer pro Tag in 2017).

Auf einer Länge von fast 700 Metern wird der gesamte Straßenraum ohne den Knoten Glocken­gießerwall / Ferdinandstor / Lombardsbrücke bis zu den Alsterarkaden / Höhe Reesendamm­brücke am Jungfernstieg in mehreren Bauphasen umgebaut und aufgewertet. Die Baumaß­nahme erstreckt sich dabei vom Geländer der Böschung Binnenalster bis zu den Gebäude­fassaden auf einer Breite von durchschnittlich 33 Metern.

Künftig wird der Radverkehr auf 2,25 bis 2,75 Meter breiten Radfahrstreifen komfortabel unter­wegs sein. Die Entwässerungsrinne wird außerhalb des Radfahrstreifens Richtung Fahrbahn­mitte verlegt, sodass faktisch die gesamte Breite zum Radeln zur Verfügung steht. Durch zu­sätzliche bauliche Schutzmaßnahmen im Bereich der Kreuzungen wird der Radverkehr gegenüber dem Kfz-Verkehr gesichert. Dieses Konzept wird sukzessive im Laufe der nächsten Jahre auf allen drei Straßenabschnitten rund um die Binnenalster (Ballindamm, Jungfernstieg, Neuer Jungfernstieg) umgesetzt werden, sodass hier ein einheitliches, komfortables und sicheres System für den Radverkehr angeboten wird.

Im Bereich des Knotens Bergstraße wird der Kfz-Verkehr nicht mehr stadteinwärts vom Jung­fernstieg in die Bergstraße einbiegen können, um diesen Bereich ebenfalls für den Fuß- und Radverkehr zu entschärfen und den Busverkehr zu beschleunigen.

Insbesondere auf der Promenadenseite zur Binnenalster, aber auch auf der Gebäudeseite zu den historischen Fassaden, wird dem Fußverkehr deutlich mehr Raum zum Flanieren zur Ver­fügung stehen und mobilitätseingeschränkte Verkehrsteilnehmer begünstigt werden: Auf der Alsterseite werden Gehwege in über zwei Meter Breite und zusätzliche begehbare Baumstreifen in einer zirka vier Meter Breite entstehen. Zusätzliche hochwertige Sitzmöglichkeiten laden zum Ver­weilen ein. Neue Querungsmöglichkeiten sollen die Barrierewirkung der Fahrbahn aufheben. Im Süden werden zusätzlich Büsche für die vorhandene schützenswerte Population an Haussperlingen gepflanzt. Auf der Gebäudeseite wird der Gehweg zukünftig zirka fünf Meter breit sein und auch Möglichkeiten für eine Außengastronomie bieten.

Durch die Ertüchtigung der Straßenbeleuchtung und die Installation einer zusätzlichen Prome­nadenbeleuchtung werden Angsträume vermieden.

Das klare Bild der ortsprägenden Doppelbaumreihe aus Linden am Ballindamm soll dauerhaft erhalten und erweitert, sowie und durch baumpflegerische Maßnahmen gestärkt werden. Durch die neue Verkehrsführung und aus städtebaulichen Gründen sind allerdings einzelne Fällungen nötig: Um dem Kfz-Verkehr das Linksabbiegen aus dem Ballindamm in die Berg­straße zu ermöglichen, entfallen auf der dortigen Mittelinsel drei Bäume, für das Linksabbiegen in die Gertrudenstraße ebenfalls ein Baum. Für eine überbreite Kfz-Spur auf dem Ballindamm stadtauswärts müssen die elf Bäume auf der mittleren Insel gefällt werden. Dort ist ein voll­ständiger Ersatz durch elf Neupflanzungen möglich. Im Übergang zum Jungfernstieg wurde nachträglich eine dritte Reihe Linden gepflanzt. Die Bäume stehen teilweise in erhöhten Baum­scheiben und verengen den vom Fußverkehr hoch frequentierten Raum. Durch den engen Abstand zur zweiten Baumreihe haben sich die Kronen einseitig entwickelt. Auf dieser Seite sollen die minderwüchsigen Linden in zweiter Reihe gefällt werden, um die Wuchsbedingun­gen der Hauptreihe zu stärken. In Summe werden ab Oktober 37 Bäume gefällt, die durch 27 Baumpflanzungen vor Ort und weiteren 7 Linden im Bereich des Neuen Jungfernstieges er­setzt werden können.

Auf der Alsterseite und der nördlichen Mittelinsel entfallen künftig die vorhandenen Parkstände (-45 Stück). Auf der Gebäudeseite werden insgesamt 38 – weiterhin bewirtschaftete – Park­stände eingerichtet, davon fünf für mobilitätseingeschränkte Personen. Ein ausreichendes Po­tential zum Kfz-Parken ist zusätzlich in den unmittelbar benachbarten Parkhäusern gegeben. Bisher waren keine Abstellmöglichkeiten für Fahrräder vorhanden. Daher werden zusätzlich insgesamt 68 Plätze im gesamten Straßenzug eingerichtet.

Durch die Kooperation mit Stromnetz Hamburg und anderen Leitungsträgern werden mehrere Bautätigkeiten in einer Baustelleneinrichtung gebündelt. Während der Straßenbaumaßnahme werden gleichzeitig Leerrohre für die Trasse der 110-kV-Leitung vorbereitet und Leitungen der Telekommunikation verlegt. Dadurch werden mehrfache Aufgrabungen vermieden und die Verkehrsbeeinträchtigungen für alle Verkehrsteilnehmer/innen und Anlieger/innen so gering wie möglich gehalten.

Die Gesamtkosten belaufen sich auf zirka acht Millionen Euro inklusive Planung, Beleuchtung und Ampeln. Für die ausgeschriebene Baumaßnahme alleine werden sechs Millionen Euro aufgewendet. Aus der Förderung innovativer Projekte zur Verbesserung des Radverkehrs in Deutschland des Nationalen Radverkehrsplanes wird eine Förderung von zirka 4,4 Millionen Euro erwartet. Die Kosten, die das BID Ballindamm als privater Dritter für die kostenlose Bereitstellung der höherwertigen Ausstattung übernimmt, betragen zusätzlich rund 1,2 Millionen Euro.

Mit Unterstützung des BID Ballindamm werden hochwertige Pflastersteine, Borde eingebaut, sowie Begrünungs- und Pflegemaßnahmen ergriffen, sodass hier ein weiteres „Schmuck­stück“ in der Innenstadtlage für alle Verkehrsteilnehmer entstehen wird.

Alle Fahrbeziehungen für den Kfz-Verkehr von und in Richtung Ballindamm bleiben während der voraussichtlich einjährigen Bauzeit erhalten, sodass es zu keinen erheblichen Einschrän­kungen für den Zulieferer- und Kundenverkehr kommen wird. Lediglich die Zu- und Abfahrten zu den Nebenstraßen werden abschnittsweise eingeschränkt sein. Die Zufahrten zu den Park­häusern im Umfeld sind während der gesamten Bauzeit frei zugänglich.

Neben den Ansprechpartnern des Bezirkes steht auch die Firma Stracon über das  Baustellen­büro vor Ort für Auskünfte zur Verfügung.

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