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Veterinärwesen Tierseuchenbehördliche Allgemeinverfügung

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Neue Bestimmungen zum Schutz der Rinder vor einer Infektion mit dem Bovinen Herpesvirus Typ 1.

Tierseuchenbehördliche Allgemeinverfügung

BHV1 (Bovines Herpesvirus Typ 1) ist eine Infektionskrankheit bei Rindern, die sich entweder in Erkrankungen der oberen Luftwege oder mit Entzündungen im Geschlechtstrakt und möglichen Fruchtbarkeitsstörungen äußert. Ein einmal infiziertes Tier (Reagent) bleibt lebenslang Virusträger und kann unter besonderen Bedingungen wie zum Beispiel Stresssituationen das Virus wieder ausscheiden und weiterverbreiten. Die BHV1-Infektion gehört zu den anzeigepflichtigen Tierseuchen.

BHV1 verursacht insbesondere durch Restriktionen bei der Vermarktung von Rindern aus nicht anerkannt BHV1-freien Gebieten erhebliche wirtschaftliche Verluste. Dänemark, Österreich, Finnland und Schweden als EU-Mitgliedstaaten sind bereits als BHV1-frei anerkannt worden und können dadurch bestimmte Zusatzgarantien beim Rinderhandel aus nicht anerkannt BHV1-freien Gebieten fordern (30 Tage Quarantäne, erneute BHV1-Untersuchung in der Quarantäne, Tiere dürfen nicht gegen BHV1 geimpft sein).

In Deutschland haben bereits verschiedene Bundesländer bei der EU-Kommission den Antrag auf Anerkennung als BHV1-frei gestellt. Um Vermarktungsnachteile zu vermeiden und die Konkurrenzfähigkeit der Hamburger Rinderhalter beim Handel innerhalb und außerhalb der EU zu erhalten, strebt Hamburg an, im Jahr 2016 die Anerkennung der Freien und Hansestadt Hamburg zeitgleich mit Schleswig-Holstein als BHV1-frei zu erlangen. Neben der Beseitigung von Handelshemmnissen ermöglicht es der Status „BHV1-frei“, durch weitere Zusatzgarantien die Rinderbestände in Hamburg vor BHV1-Neuinfektionen zu schützen.

Für die Rinderhalter Hamburgs bedeutet dies, dass die bisher gültigen Bestimmungen bestehen bleiben (allgemeine Untersuchungspflicht aller Bestände durch Basisuntersuchungen und jährliche Kontrolluntersuchungen) und neue Regelungen ab dem 1. März 2016 hinzukommen. So gilt dann ein Haltungsverbot für Reagenten, ein BHV1-Impfverbot und ein Weideverbot für Rinder aus nicht BHV1-freien Betrieben.

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