SONDERVERÖFFENTLICHUNG

KomponistenQuartier Museen für Hamburgs große Komponisten

Brahms, Telemann, Mendelssohn: Viele bedeutende Komponisten haben in Hamburg gelebt und gewirkt. Im KomponistenQuartier können Besucher die Musikgeschichte der Stadt mit modernsten Medien vor einer historischen Kulisse kennenlernen.

Museen für Hamburgs Komponisten

KomponistenQuartier

Adresse
Peterstraße 29-39, 20355 Hamburg
Telefon
+49 40 34050686
E-Mail
info@komponistenquartier.de
Termin/e
Dienstag bis Sonntag
Öffnungszeiten
10 bis 17 Uhr

Von Telemann bis Mahler – Hamburgs Musiktradition

Hamburg besitzt eine einzigartige Musiktradition. Bedeutende Komponisten haben in der Hansestadt gewirkt oder wurden hier geboren. Das durch bürgerschaftliches Engagement getragene KomponistenQuartier in den historisch rekonstruierten Hamburger Bürger- und Kaufmannshäusern in der Peterstraße in Hamburg-Neustadt stellt berühmte Komponisten vor.

Das KomponistenQuartier – jedem Komponisten sein Museum

Jedem der Komponisten ist eine eigene Ausstellung innerhalb des KomponistenQuartiers gewidmet. Fünf Museen – für Brahms (seit 1971), Telemann (2011), CPE Bach, Hasse (2015) und Fanny & Felix Mendelssohn (2018) – sind bereits eröffnet worden. In den Museen erzählen moderne Medien anschaulich vom Leben und Wirken der Komponisten und machen verständlich, warum uns ihre Musik noch heute so viel bedeutet.

Georg Philipp Telemann

(*1681 in Magdeburg; †1767 in Hamburg)
Der Barock-Komponist Georg Philipp Telemann bezeichnete Hamburg als einen Ort, „wo die Music gleichsam ihr Vaterland zu haben scheinet“. Er selbst zählte zu den produktivsten und angesehensten Komponisten des 18 Jahrhunderts. Der vielseitige Musiker wirkte in Hamburg 46 Jahre als Kantor des Johanneums Musikdirektor der fünf Hauptkirchen. Neben den Auftragswerken für die Stadt Hamburg schuf Telemann eine Fülle von Musik für die unterschiedlichsten Gelegenheiten, sei es Kammermusik, Orchesterwerke für verschiedene Höfe und Städte oder Opern für das Hamburger Opernhaus. Das 2011 eröffnete, weltweit einzige Telemann-Museum zeigt die Persönlichkeit des Komponisten und seine Bedeutung für das musikalische und kulturelle Leben seiner Zeit. Eine Dauerausstellung konzentriert sich auf Telemanns Wirken in der Hansestadt.

Johann Adolf Hasse

(getauft 1699 in Bergedorf; †1783 in Venedig)
Johann Adolf Hasse war einer der bedeutendsten europäischen Opernkomponisten des 18. Jahrhunderts. Insbesondere seine Beiträge zur Opera seria –  die italienische „ernste Oper“ im Gegensatz zur „komischen Oper“, Opera buffa –  gelten zusammen mit den Libretti von Pietro Metastasio als Höhepunkte ihrer Gattung. Am Hamburger Opernhaus am Gänsemarkt begann der in Bergedorf geborene Komponist seine glänzende internationale Karriere, die ihn unter anderem nach Neapel, Dresden und Venedig führte. Das Hasse-Museum Hamburg zeichnet den Weg des Künstlers von der Kinder- und Jugendzeit in Hamburg bis in die Musikzentren des 18. Jahrhunderts nach. Zahlreiche Dokumente vermitteln ein anschauliches Bild von Hasses Leben und Wirken an den europäischen Theatern, Höfen und anderen Institutionen.

Carl Philipp Emanuel Bach

(*1714 in Weimar; †1788 in Hamburg)
Carl Philipp Emanuel –  der „Hamburger Bach“, war der berühmteste Sohn des Johann Sebastian Bach und Patensohn Telemanns. 1768 wurde er dessen Amtsnachfolger als Kantor des Johanneums und Musikdirektor der fünf Hamburger Hauptkirchen.  Wenn man im 18. Jahrhundert voller Bewunderung von Bach sprach, meinte man nur selten Johann Sebastian, an den wir heute selbstverständlich denken. Neben seinem Bruder Johann Christian, war meist Carl Philipp Emanuel Bach gemeint – der Komponist und Cembalist, der als der "der große Bach" oder "Hamburger Bach" bekannt war. Bach komponierte Musik zu den großen Festen des Kirchenjahrs, für die Einführung neuer Pastoren, für die Feste der Hamburger Bürgerkapitäne und natürlich seine erfolgreichen Oratorien. Zwei Jahrzehnte, von 1768 bis 1788, prägte Bach das Hamburger Musikleben. Das CPE Bach-Museum Hamburg zeichnet mit multimedialen Präsentationen ein Bild des Menschen Bach und seiner Umgebung. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht Bachs Lieblingsinstrument, das Clavichord.

Fanny und Felix Mendelssohn

(*1805 in Hamburg, †1847 in Berlin; *1809 in Hamburg, †1847 in Leipzig)
Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die musikalisch hochbegabten Geschwister Fanny und Felix Mendelssohn, Kinder einer jüdischen Familie, in Hamburg geboren. In Hamburg verbrachten die Geschwister ihre ersten Lebensjahre, bevor die Bankiersfamilie aus der französisch besetzten Hansestadt nach Berlin floh. Ihre ersten aufführungsreifen Kompositionen schrieben die hochbegabten Geschwister bereits im Kindesalter. Obwohl Felix und Fanny sich über die Jahre in ihrem musikalischen Werdegang beeinflussten, entwickelte sich ihr Künstlerleben auf ganz unterschiedliche Weise: Fanny hinterließ als Pianistin, Komponistin und Musikorganisatorin mehr als 400 Liedkompositionen. Felix Mendelssohn Bartholdy, wie er nach seiner protestantischen Taufe in Berlin später hieß, komponierte schon mit 16 Jahren ein Oktett und die Ouvertüre zum Sommernachtstraum, um dann nur zehn Jahre später Kapellmeister des Leipziger Gewandhausorchesters zu werden. Für Felix blieb Hamburg zeitlebens eine wichtige Station. Während seiner Aufenthalte in der Stadt wohnte er in der Regel im Haus von Salomon Heine, dem Onkel von Heinrich Heine, in Ottensen. Das Fanny & Felix Mendelssohn Museum im KomponistenQuartier präsentiert die Kinderjahre der Geschwister und gibt einen umfassenden Einblick in das kulturelle Umfeld der jüdischen Familie in der Hansestadt.

Johannes Brahms

(*1833 in Hamburg; †1897 in Wien)
Lieben Sie Brahms? – Wahrscheinlich schon, auch wenn Sie es (noch) nicht wissen, da Brahms notorisch als schwer zugänglich gilt. Schon über seine erste Sinfonie notierte er: „Nun möchte ich noch die vermutlich sehr überraschende Mitteilung machen, dass meine Sinfonie lang und nicht gerade liebenswert ist.“ Immerhin wählte der NDR einen Ausschnitt aus dieser ersten Symphonie als Erkennungsmelodie des „Hamburg Journal“ und mit dem Schlaflied „Guten Abend, gut‘ Nacht“ hat Brahms wohl eine der bekanntesten Melodien der Welt geschaffen. Für seine symphonischen Werke wurde er wurde schon zu Lebzeiten und wird bis heute gelegentlich als „legitimer Nachfolger Ludwig van Beethovens“ bezeichnet.  Johannes Brahms’ Leben und Werk zeichnet einen faszinierenden Weg durch das 19. Jahrhundert, der sich vom Hamburger Gängeviertel bis in die Musikmetropole Wien erstreckt. Ein unter Denkmalschutz stehendes typisches Hamburger Kaufmannshaus von 1751 beherbergt seit 1971 das Brahms-Museum Hamburg. Es liegt in der Nähe des 1943 zerstörten Geburtshauses von Johannes Brahms.

Gustav Mahler

(*1860 in Kalischt, Böhmen; †1911 in Wien)
Gustav Mahler war einer der berühmtesten Komponisten der Spätromantik, sowie Dirigent und Operndirektor. 1891 kam Mahler als Erster Kapellmeister ans Hamburger Stadt-Theater. Er führte das hanseatische Opern- und Konzertwesen bis 1897 zu einer neuen Blüte und seine Arbeit brachte das Hamburger Stadt-Theater in der Dammtorstraße zu internationalem Ruhm. In seiner zweiten Karriere als Dirigent und später auch als Komponist avancierte Mahler zu einem international umjubelten Künstler. Er gilt als kompositorischer Wegbereiter der Moderne. In diesem genialen Künstler verbindet sich auf außergewöhnliche Weise ein produktiver mit einem kritischen Geist. Das Mahler-Museum Hamburg zeigt den schier rastlosen Arbeitsalltag und den weiten intellektuellen Horizont des Künstlers. Hier können die Besucher Mahlers Hamburger Wirkungsstätten erfahren, den musikalischen Meisterwerken lauschen und mit dem passionierten Radfahrer Gustav Mahler die Straßen der Stadt durchstreifen.

Komponistengesellschaften

Hamburg als Musikstadt beherbergt zahlreiche Komponistengesellschaften, die sich zusammengeschlossen haben und ein vielfältiges Angebot an Veranstaltungen bieten. Dabei repräsentieren die unterschiedlichen Lebensläufe der vertretenen Komponisten die Diversität des Angebots: Konzerte und Vorträge werden veranstaltet, Museen und Archive betrieben und Chöre und Orchester unterhalten. Neben der Carl-Philipp Emanuel Bach-Gesellschaft, der Johannes-Brahms-Gesellschaft und der Mozart-Gesellschaft, sind unter anderen auch die Chopin-Gesellschaft und die Gustav Mahler Vereinigung vertreten.