Neues Bündnis will Schiff zur Seenotrettung schicken

EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm. Foto: Wolfgang Kumm/dpa/Archivbild EKD-Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm. Foto: Wolfgang Kumm/dpa/Archivbild

Neues Bündnis will Schiff zur Seenotrettung schicken

Hamburg (dpa/lno) - Ein neues Bündnis aus Evangelischer Kirche, verschiedenen Kommunen, Vereinen und Initiativen will ein weiteres Schiff zur Seenotrettung von Flüchtlingen ins Mittelmeer schicken. Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm, Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne) und Leoluca Orlando, Bürgermeister aus dem sizilianischen Palermo, stellten am Dienstag in der Flussschifferkirche in Hamburg entsprechende Pläne vor.

"Das Bündnis will die Staaten in Europa in die Pflicht nehmen, das Sterben im Mittelmeer zu beenden", sagte Bedford-Strohm. Ziel des Bündnisses sei es aber auch, gegen die Kriminalisierung und für faire Asylverfahren einzutreten. Außerdem fordert der Zusammenschluss, dass Kommunen, die sich freiwillig dazu bereit erklären, Schutzsuchende aufnehmen können. "Mit Moralismus hat das alles nichts zu tun, sondern mit Menschlichkeit und Barmherzigkeit", sagte der Landesbischof.

Nach "kontroversen Diskussionen" hätten Anfang November Rat und Synode der EKD beschlossen, das Bündnis zu gründen. "Es ist eine gute protestantische Kultur, dass man Argumente austauscht", sagte Bedford-Strohm. Es habe zwar einige böse Briefe und Kirchen-Austritte gegeben, aber ebenso viel Zuspruch und Wieder-Eintritte wegen des Vorhabens. Letztlich fühle sich Bedford-Strohm aber nicht den Mitgliedzahlen seiner Kirche verpflichtet, sondern der Botschaft Jesu Christi, sagte er.

Fegebank sicherte dem neuen Bündnis volle Unterstützung zu. Sie wolle Kommunen und Gruppen ausdrücklich dazu ermutigen, dem Bündnis beizutreten. "Es ist unser aller Pflicht, zu tun, was wir können", sagte sie. Sie wolle sich konkret dafür einsetzen, dass Städte, die sich freiwillig zur Aufnahme von Schutzsuchenden bereit erklärt haben, diese auch aufnehmen können - ohne dass dafür eine Zustimmung des Innenministeriums in Berlin notwendig sei.

Der Verein "Seebrücke Hamburg" kritisierte die Anwesenheit Fegebanks bei der Auftaktveranstaltung am Dienstag. "Der Auftritt der grünen Spitzenkandidatin Katharina Fegebank im beginnen Wahlkampf ist deplatziert und unglaubwürdig. Weder leistet Hamburg einen finanziellen oder logistischen Beitrag zur Seenotrettung noch hat sich Katharina Fegebank bisher damit hervorgetan, im Senat Initiativen gegen das Sterben im Mittelmeer zu unterstützen", sagte Lea Reikowski von der "Seebrücke Hamburg".

Der Impuls für das Schiff ist nach Angaben des EKD vom Evangelischen Kirchentag im Juni ausgegangen. Rund 40 000 Menschen hätten damals eine Resolution für ein weiteres Schiff unterschrieben. Ausgeführt werden soll die Mission von den Seenotrettern von Sea-Watch. Wenn alles klappt, soll das Schiff im Frühjahr 2020 in See stechen.

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