UmweltPartnerschaft
Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Branchenkonzepte Gezielte Unterstützung für Handwerk und Handel

Leichte Sprache
Gebärden­sprache
Ich wünsche eine Übersetzung in:

Für mittlerweile sieben Gewerke haben Handwerks- und Handelskammer für die UmweltPartnerschaft Hamburg sogenannte Branchenkonzepte bereits erarbeitet oder legen sie 2019 vor. Die Leitfäden zeigen je nach Branche auf, welche nachhaltigen Investitionen sich für Betriebsinhaber und Umwelt lohnen. Werden die Maßnahmen umgesetzt, können die Unternehmen Mitglied im kostenlosen Netzwerk der UmweltPartnerschaft werden. Ein Imagegewinn!

Gezielte Unterstützung für Handwerk und Handel

Der Beratungsbedarf bei kleinen und mittleren Unternehmen zum nachhaltigen Wirtschaften, zu freiwilligen betrieblichen Umweltschutzleistungen und zu vorhandenen Förderprogrammen ist hoch. Das hat sich in den zahlreichen Beratungsgesprächen der Umweltberater von Handelskammer (HK) und Handwerkskammer (HWK) gezeigt. Mit gezielter Unterstützung haben viele Betriebsinhaber ihr Unternehmen in den vergangenen Jahren energetisch auf den neuesten Stand gebracht. Anderen fehle allerdings schlicht die Zeit, um gezielt zu investieren. Insbesondere in Branchen, in denen Unternehmerinnen oder Unternehmer voll mitarbeiten, bleibe das Umweltengagement wegen der hohen Arbeitsbelastung nicht selten außen vor, hat Dr. Kai Hünemörder, Projektleiter des Zentrums für Energie-, Wasser- und Umwelttechnik (ZEWU) der HWK beobachtet. „Dabei sind Interesse und Wille gerade auch bei kleinen Mittelständlern durchaus vorhanden“, sagt Hünemörder.

Hier setzen die neuen Branchenkonzepte von HWK und HK an. Für jede Branche wurden Kennzahlen zusammengestellt, etwa, welche durchschnittlichen Energieverbräuche anfallen, wo es einfache, aber effiziente Lösungen gibt und welche finanziellen Unterstützungen seitens des Bundes und des Landes Hamburg möglich sind. Mit diesen Leitfäden ausgerüstet, suchen die Beraterinnen und Berater von HWK und HK die Unternehmen auf und analysieren deren individuelle Lage und Möglichkeiten.

Zielgruppe: Inhabergeführte Betriebe

Gezielt wurden zunächst Gewerke und Handelsbranchen ausgewählt, in denen viele inhabergeführte Betriebe zu finden sind: Tischler, Friseure, verarbeitendes Gewerbe, Kfz-Betriebe, Zahntechniker, Bäcker und die Gastronomie.

In zahlreichen Branchen steige in Zeiten von Klimawandel und Extremwetterereignissen wie jüngst in Bayern und Österreich und zuvor auch im Norden das Interesse der Handwerksmeisterinnen und -meister an Umwelt- und Klimaschutz, so Hünemörder. Viele der rund 500 Hamburger Tischlereien etwa seien schon aufgrund ihres Arbeitsmaterials Holz Umweltthemen gegenüber durchaus aufgeschlossen. Zudem seien die Mitgliedschaft in der UmweltPartnerschaft und das Führen des grünen Logos für sie ein Imagegewinn, weiß der ZEWU-Leiter aus Gesprächen. Neben Energieeffizienz spiele bei den Tischlern auch Material- bzw. Ressourceneffizienz eine große Rolle. Allerdings, so Kai Hünemörder, werde schon aufgrund der Kosten für das Material Holz damit sparsam umgegangen.

Die Handwerkskammer hat sich gemeinsam mit der Kfz-Innung auch die Umweltpotenziale von Kfz-Werkstätten angesehen und einen entsprechenden Leitfaden erarbeitet. Im Laufe des Jahres 2019 folgen nun Branchenkonzepte für Bäckereien sowie für Unternehmen im Zahntechnikerhandwerk. Von den 234 in die Handwerksrolle eingetragenen Zahntechnischen Betrieben sind bisher nur fünf aktive UmweltPartner. Auch in dieser Branche spielen energieeffizienzsteigernde Maßnahmen wie die Umrüstung auf LED-Beleuchtung, aber auch die Nutzung von Elektrofahrzeugen für die Auslieferung der Waren, eine Hauptrolle. Bei den Bäckern ist effiziente Wärmenutzung ein großes Thema.

Ein besonderes Augenmerk richten die Umweltberater derzeit auf Druckluft-Anlagen in Tischlereien, bei Zahntechnikern und in Kfz-Werkstätten. Unentdeckte Leckagen kosten die Handwerksbetriebe neben der Vergeudung von wertvollen Ressourcen übers Jahr gerechnet viel Geld und treiben die Betriebskosten unnötig in die Höhe. Mit Hilfe des kostenlosen Leckage-Checks wurden gemeinsam mit den Werkstattmeistern vor Ort viele dieser undichten Stellen in den oft weit verzweigten Rohrleitungssystemen lokalisiert und abgestellt.

Handelskammer berät verarbeitendes Gewerbe und Gastronomie

Die Handelskammer hat sich mit ersten Leitfäden zunächst dem verarbeitenden Gewerbe sowie dem Hotel- und Gastgewerbe gewidmet, um diese Unternehmen gezielt zu Energieeffizienz, Fördermöglichkeiten und einer Mitgliedschaft in der UmweltPartnerschaft beraten zu können. Weitere für den Groß- und Außenhandel, den Einzelhandel und das Dienstleistungsgewerbe sowie das Wohnungswesen sollen folgen.

In Hamburg gibt es mehr als 4.000 Unternehmen im sogenannten verarbeitenden Gewerbe. Die größten von ihnen sind Nahrungs- und Futtermittelhersteller sowie Hersteller von Druckerzeugnissen. „Das Einsparpotenzial von Maßnahmen, die zur Steigerung der Energieeffizienz beitragen, wird oft unterschätzt“, sagt Frank Tießen, Umweltberater der HK. Gerade bei den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) stünden die Investitionen in effizientere Technologien oftmals in Konkurrenz zu anderen Investitionen. Dabei zahle sich der Austausch von Betriebsmitteln häufig kurzfristig aus. Denn im verarbeitenden Gewerbe ist der größte Kostenfaktor das verwendete Material. Technologien und Produktionsabläufe, die Ressourcen schonen, senken so automatisch die Betriebskosten. „Langfristig können die Unternehmer Kosten minimieren und so ihren Betrieb für den anziehenden Wettbewerbsdruck rüsten“, betont der Berater.

Im verarbeitenden Gewerbe spielen zudem Abfallwirtschaft, Gewässerschutz und die Verringerung von Treibhausgas-Emissionen eine große Rolle.

Themenübersicht auf hamburg.de