Home Office Chance erkennen – Chance nutzen

Symbol für Leichte Sprache
Leichte Sprache
Symbol für Gebärdensprache
Gebärdensprache
Vorlesen
Symbol für Drucken
Drucken
Artikel teilen
Danke für Ihr Interesse!

Ich wünsche eine Übersetzung in:

Was bis vor wenigen Wochen in vielen Unternehmen undenkbar war, ist plötzlich Realität: halb Deutschland arbeitet im Homeoffice. Die Corona-Pandemie als Chance für neue Arbeitsformen im Mittelstand.

Home Office

Chance erkennen – Chance nutzen

Drei Viertel der deutschen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer würden gern häufiger im Homeoffice arbeiten. Zwei Drittel tun dies jedoch nie. Das zeigen Untersuchungen des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) und des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. In Deutschland herrscht Präsenzkultur. Oder besser: herrschte. Denn seit das Corona-Virus die ganze Welt in einen Ausnahmezustand versetzt hat, bieten selbst kleine und mittelständische Unternehmen, die mit New Work bislang wenig zu tun hatten, ihren Beschäftigten die Möglichkeit, zu Hause zu arbeiten. Und dies hat auch viele Vorteile für die Umwelt, die es für die Zukunft zu sichern gilt.

Nachdem geklärt war, wer überhaupt im Homeoffice arbeiten kann, mussten tausende Beschäftigte innerhalb kürzester Zeit mit datensicherer Soft- und Hardware ausgestattet werden. Zum anderen galt und gilt es, Arbeitsstrukturen, Verantwortlichkeiten, die Kommunikation untereinander und nach außen zu regeln. Führungskräfte müssen deutlich aktiver werden. Sie müssen sich regelmäßig bei ihren Mitarbeitenden melden, auch, um einfach mal nachzufragen, wie es geht. Denn die wichtigsten Fragen für Unternehmer und Führungskräfte lauten: Wie motiviert man ein Team, das nur noch per Videochat oder Telefonkonferenz gemeinsam erreichbar ist? Und wie funktioniert eigentlich Brainstorming über die Distanz? Technische Angebote für die digitale Zusammenarbeit gibt es reichlich, von Teams über Skype und Zoom bis zu Whereby. Doch reicht ein Videochat-Programm überhaupt und wenn ja, welches passt zum jeweiligen Unternehmen? Wie lassen sich Anforderungen an die Teamkommunikation mit der an die Kunden vereinbaren?

Unterstützung für den Mittelstand

Das können Sie beispielsweise mit dem Kollaboriationstest des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Usability herausfinden. Oder Sie nutzen das Förderprogramm go-digital des Bundeswirtschaftsministeriums. Als Reaktion auf die Corona-Krise wurde es um ein Modul zur Einrichtung von Homeoffice-Arbeitsplätzen erweitert. Das Programm richtet sich explizit an kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft und an das Handwerk. Über den zusätzlichen Förderbaustein können Unternehmen, die nicht mehr als 100 Beschäftigte und höchstens 20 Millionen Euro Jahresumsatz haben, individuelle Beratung finanzieren, aber auch spezifische Software oder die Konfiguration existierender Hardware. Mit Hilfe einer interaktiven Beraterlandkarte finden Sie entsprechende Beratungsunternehmen, mit denen Sie einen Vertrag schließen können. Diese übernehmen dann alle weiteren Schritte, bis das Homeoffice läuft. Dort angekommen, gilt es, das gemeinsame Arbeiten zu organisieren, im Austausch zu bleiben und gemeinsam Projekte zu bearbeiten. Hilfreiche Tools und Tipps dafür hat die Hamburger Handwerkskammer in einem kostenlosen Webinar aufbereitet.

Vier gute Gründe für das Arbeiten im Homeoffice

1. Die Digitalisierung bekommt einen Schub:
Auch Menschen, denen das Arbeiten in der Cloud, die Kommunikation per Videokonferenz oder agiles Projektmanagement fremd waren, beschäftigen sich nun mit den Methoden. Und weil learning by doing häufig die erfolgreichere Methode ist, lernen sie extrem schnell und eignen sich Fähigkeiten für eine vernetzte Arbeitswelt an, wie sie in Zukunft normal sein wird.

2. Die Produktivität steigt:
Studien zeigen, dass Menschen, die nicht ausschließlich im Büro arbeiten, produktiver sind, kürzere Pausen machen und konzentrierter bei der Sache sind. Die typischen Ablenkungen des Großraumbüros entfallen, die Zahl der Meetings, Telefonanrufe und Smalltalks ist einfach begrenzt. Zudem hat jeder andere Zeiten, in denen er produktiv ist. Manche Nachteule läuft erst um 22 Uhr zur Höchstform auf, Lerchen sind hingegen in den frühen Morgenstunden denkfähiger.

3. Die Flexibilität nützt allen:
Natürlich kann der Arbeitgeber auch von seinen Beschäftigten im Homeoffice Präsenzzeiten fordern. Beiden Seiten kommt jedoch entgegen, wenn die Flexibilität etwas größer ist. Gerade in der aktuellen Situation sind viele arbeitende Eltern zusätzlich mit der Betreuung ihrer Kinder beschäftigt. Können sie dann beispielsweise Tagesrandzeiten für ihre Aufgaben nutzen, ist ihnen geholfen und die Arbeit wird trotzdem erledigt.   

4. Die Umwelt atmet auf:
In nur wenigen Wochen war die Luft über China smogfrei, das Wasser in den Kanälen von Venedig klar, die Kohlendioxidemissionen in Deutschland werden in diesem Jahr um bis zu 45 Prozent unter das Niveau von 1990 sinken. Das zumindest hat eine Studie der Denkfabrik Agora Energiewende errechnet. Für das Klima ist der Lock down eine Atempause. Der Effekt wird jedoch nur anhalten, wenn neu erworbenes Wissen angewendet wird - etwa, dass sich so manche Flugreise vermeiden lässt, viele Konferenzen und Workshops auch online funktionieren und Homeoffice viele Pendlerstaus vermeiden hilft. Hamburg könnte sein Ziel, bis 2030 55 Prozent der Kohlendioxid-Emissionen einzusparen, dann möglicherweise sogar schneller erreichen.

Quellen:
Umfrage des BVDW 06/2017, S. 7

IAB Kurzbericht 11/2019

Klimaziel wird 2020 erreicht: Agora Energiewende

Danke für Ihr Interesse!

Ich wünsche eine Übersetzung in:

Themenübersicht auf hamburg.de

*Über die Einbindung dieses mit *Sternchen markierten Angebots erhalten wir beim Kauf möglicherweise eine Provision vom Händler. Die gekauften Produkte werden dadurch für Sie als Nutzer*in nicht teurer.
Symbol für Schließen Schließen Symbol für Menü üffnen Aktionen