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Mehrwegboxen für Restaurants Kosten sparen, Ressourcen schützen, Müll vermeiden

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Jetzt aber flott: Ab Januar 2023 müssen Restaurants ihrer Kundschaft auch Mehrwegboxen für Take-away-Essen anbieten. Die Hobenköök im Oberhafenquartier macht das schon lange. Geschäftsführer und Gourmetkoch Thomas Sampl sagt: „Natürlich hatten wir Schiss, aber es gab keine einzige Beschwerde.“

Grafische Darstellung des Slogans "Einfach Mehrweg Nachhaltig besser" mit einer stilisierten Essensbox mit Gabel

Kosten sparen, Ressourcen schützen, Müll vermeiden

Seit 2018 wird in der Hobenköök – hochdeutsch für „Hafenküche“ – das verkauft und gekocht, was zwischen Nord- und Ostsee wächst. Schon wenige Monate nach der Eröffnung von Markthalle und Restaurant haben sich Thomas Sampl und sein Team für ein Pfandsystem entschieden: „Wir setzen auf gesundes Essen, deshalb wollten wir nicht länger Unmengen an Plastikmüll produzieren.“ Der Einstieg in den Plastik-Ausstieg war der Kaffeebecher: „Wir hatten Schiss. Aber in unserer Markthalle verkaufen wir Milch, bei der das Pfand mehr kostet als die Milch selbst. Die Kunden kaufen die Milch trotzdem. Wir fanden das komisch, aber es hat uns Mut gemacht.“ In der Hobenköök hat man sich für einen echten Cut entschieden, dort gibt es auch auf Kundenwunsch keine Einwegboxen mehr. Beschwerden gab es hingegen noch nie. Spitzenkoch Sampl ist vollauf zufrieden: „Die Mehrweg-Boxen bringen auch eine andere Wertigkeit für unser Essen.“ 

Kosten für Einwegverpackungen, Lizenzgebühren und eine Mülltonne fallen weg

Und wie teuer ist das? „Wir waren total überrascht, wie gut die Entscheidung auch finanziell war“, sagt Sampl. Inzwischen kauft er seine Boxen beim Anbieter Rebowl, einem etablierten Poolsystem, das neben fünf anderen Anbietenden von der Stadt Hamburg vorgestellt wird. Für das Geschirr muss er bezahlen, am Anfang ist also eine Investition nötig. Die Kundschaft leiht die Boxen gegen Pfand aus. Ansonsten fällt für das System eine monatliche Gebühr an, die liegt für die Hobenköök bei etwa 30 Euro. Die Kosten für Einwegverpackungen und Lizenzgebühren hingegen fallen weg. Und eine komplette Mülltonne samt Gebühr wird auch gespart – ganz zu schweigen von dem Müll, der bei den Kunden vermieden wird. 

Richtig gut findet Sampl, dass mehr und mehr Restaurants auf die Poolsysteme setzen. Häufig werden „seine“ Boxen in anderen Restaurants abgegeben, denn im Oberhafenquartier kommen wenig Leute zufällig vorbei.

Mehrweg wird Pflicht

Ab dem neuen Jahr müssen Restaurants, Bäckereien, Kantinen, aber auch Essenstheken im Einzelhandel ihre Verpackungen sowieso neu sortieren. Denn zusätzlich zu Einwegbechern und -boxen müssen sie dann eine Mehrweglösung anbieten. Viele Restaurants sind schon am Start, andere haben sich noch nicht für ein System entschieden. Grundsätzlich kann natürlich jeder Betrieb sein eigenes System verwenden. Die Erfahrung zeigt jedoch: Wenn ein Flickenteppich mit vielen verschiedenen Lösungen entsteht, landen Becher und Boxen häufig ungenutzt in den Schränken der Kundschaft. Der Vorteil von Poolsystemen ist, dass Kund:innen viele Rückgabemöglichkeiten haben – und diese auch nutzen. Einen Vergleich etablierter Anbieter liefert die Webseite „Einfach Mehrweg“ der Umweltbehörde.

Thomas Sampl macht Gastronom:innen Mut: „Ich kann nur sagen: probiert es aus. Ein Mehrweg-System ist zehn Mal einfacher als Wegwerfverpackungen und wir sparen so viel Müll.“

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